Neubau Malerarbeiten Vlies Silikatfarbe Knauf Hardboard

  • Hallo,


    wir haben ein Fertighaus mit Bien-Zenker gebaut, also Holzständerbauweise. Nun haben wir einen Maler mit dem wir mittlerweile gar nicht mehr zufrieden sind. Erst war alles super und er sagte immer "bekommen wir schon hin, alles kein Problem" und nun haben wir die Probleme.


    Vorher hatten uns alle gesagt wir sollen auf jeden Fall Malervlies und Silikatfarbe nehmen. Hatten wir auch so bei mehreren Malerbetrieben angefragt und alle haben es so angeboten. Jetzt wo alles fertig ist, hat der ausführende Malerbetrieb gesagt, der ganze Bio-Müll wär nichts und deshalb ist das Ergebnis auch nicht so gut. Er schiebt es auf die Farbe.


    Im Einzelnen sieht man zB. die Bahnen, wo entlang gerollt wurde. Überall Knübbelchen in der Farbe und die Struktur auf dem Vlies ist auch sehr grob. Am Schlimmsten ist es, dass man in einigen Räumen die Plattenübergänge vom Knauf Hardboard durch die Tapete sehen kann.


    Folgende Produkte wurden verwendet:


    - Conpart Groundvlies Plus 4090

    - Conpart Wandfüller 1024

    - Conpart Vlieskleber 1031

    - Conpart Silikat Konzentrat LF 1001

    - Conpart Bio Innensilikat Elf 3060


    Die Wände sind Knauf Hardboard.


    Passt das so alles denn zusammen? Oder wo kann der Fehler liegen?

  • Mit Deinem Forumnamen hättest Dich ruhig ein bisschen bemühen können .... =o


    Zum Thema:

    "Knübbelchen" sind wohl auf eine Verschmutzung in der Farbe zurückzuführen.


    - Conpart Silikat Konzentrat LF 1001

    - Conpart Bio Innensilikat Elf 3060


    Diese beiden Freunde sind jedenfalls nicht auf Vlies zugelassen sondern nur auf rein mineralischen Untergrund.

    Ich denke da liegt der Hase begraben.

    Gruß Werner :)

  • Bitte einmal Bilder von den angesprochenen Mängeln einsetzen, damit wir alle wissen

    über was hier gesprochen wird.

    Was wurde denn schriftlich mit dem Maler/Trockenbauer vereinbart?

    Welche Qualitätsklasse des Untergrundes war denn vereinbart(Q1, Q2, Q3 usw.)?


    LG Oliver

  • Silikat hat auf GK generell nichts zu suchen. Wenn, dann benötigt die GK-Oberfläche eine Vorbehandlung und mit der ist der Einsatz von Silikat eigentlich sinnfrei, weil der gewünschte Effekt nicht eintreten kann.


    Bei den

    ... Knübbelchen in der Farbe ...

    denke ich sarkas zuerst an

    eine Verschmutzung in der Farbe

    Und das Vlies würde vielleicht einfach zu grob gewählt.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Silikat hat auf GK generell nichts zu suchen. Wenn, dann benötigt die GK-Oberfläche eine Vorbehandlung und mit der ist der Einsatz von Silikat eigentlich sinnfrei, weil der gewünschte Effekt nicht eintreten kann.

    Einspruch Euer Ehren.


    "Geeignete" Innensilikat ist auf GK mit der vorgeschriebenen Grundierung sowohl sinnvoll als auch zugelassene, gängige Praxis.


    1. Weil der Nutzer vielleicht schlichtweg weniger "Kunststoff" um sich haben will. Der gewünschte Effekt muss nicht immer "physikalisch" sein.

    2. Es gibt viele Dispersions- bzw. Organsilikatfarben, die mit den passenden Grundierungen auf Altfarbe, Tapete UND GK geeignet sind.

    Gruß Werner :)

  • ...


    Diese beiden Freunde sind jedenfalls nicht auf Vlies zugelassen sondern nur auf rein mineralischen Untergrund.

    Ich denke da liegt der Hase begraben.

    Also hätte man das Vlies gar nicht verwenden dürfen? Wo steht denn, dass die beiden Freunde nicht auf Vlies zugelassen sind?

  • Was bedeutet das nun konkret für die Wände im ganzen Haus?

    Sind die nur nicht fachgerecht gemacht? Kann man damit Leben? Oder muss alles wieder runter?

    Der Maler hätte doch wissen müssen, dass man das so nicht verarbeiten soll/darf.

  • Genaugenommen ist das ein Supergau.

    Dieses Material muss verkieseln um seine, durch den Hersteller zugesicherten Eigenschaften zu bekommen. Das ist vorbei.

    Du hast nur die Wahl damit zu leben, das heißt, dass vielleicht das Material abkreidet, ein späterer Anstrich nicht richtig hält oder grundsätzliche Haftungspropleme auftreten.

    Das hat jetzt nichts mit der aktuellen Oberflächenqualität zu tun.


    "Reparatur" ist nicht mehr möglich. Heißt alles runter oder lassen.


    Was die rechtliche Seite betrifft, hält ich mich raus.

    Gruß Werner :)

  • Einspruch Euer Ehren.


    "Geeignete" Innensilikat ist auf GK mit der vorgeschriebenen Grundierung sowohl sinnvoll als auch zugelassene, gängige Praxis.

    Die Argumente für Silikatfarben kenne ich - die Ergebnisse auf GK aber auch, aus leidigem Erleben infolge eigener Inkompetenz (unseres damaligen Büros). Hier ist mein Wissensstand zusammengefasst. Ich folge aber gerne Deinem Fachwissen, sarkas , Du bist Meister dieses Fachs, ich bin hier nur viertelwissender Hingucker.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ich folge aber gerne Deinem Fachwissen, sarkas , Du bist Meister dieses Fachs, ich bin hier nur viertelwissender Hingucker

    Das typische Problem desjenigen, der die Planung, Ausschreibung und Objektüberwachung leisten soll. Er soll allwissend sein.


    der Universalist weiß von Allem nichts

    der Spezialist vom Nichts alles


    Wenn es dann daneben ging, kommt der "GUT"achter ......

    Da es einenSchaden gab, muss ein Mangel zu finden sein.


    Hinterher ist man (meistens/leichter) schlauer.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Ich habe nun beim Farbenhersteller angefragt, ob man die Komponenten so verwenden darf. Folgende Antwort:


    ...generell ist eine Beschichtung mit CONPART Bio InnenSilikat ELF 3060 auf unserem CONPART GroundVlies 4090 möglich. Hier wird es zu keinen Haftungsstörungen kommen obwohl es sich nicht um einen verkieselungsfähigen Untergrund handelt. Man sollte jedoch bedenken, dass gerade bei glatten Untergründen (GroundVlies) in Verbindung mit Silikatfarben im Streiflicht optisch häufig Überlappungsansätze sichtbar werden können. Eine besondere Eigenschaft von Silikatfarben ist die extrem hohe Sorptionsfähigkeit (Aufnahme von Feuchtigkeit). Aus diesem Grund können sich bei Überarbeitung mit sich selbst sogenannte Überlappungsansätze bilden. Bei strukturierten Untergründen fallen die in der Regel nicht auf, jedoch bei glatten Untergründen sind diese sofort zu erkennen.



    Wenn Überlappungsansätze weitgehend vermieden werden sollen wäre eine Zwischenbeschichtung mit CONPART UniHaftgrund 1008 (pigmentierter Haftvermittler auf Dispersionsbasis mit Quarzmehl) möglich. Nach der Zwischenbeschichtung wird eine Schlussbeschichtung mit CONPART Bio InnenSilikat ELF 3060 ausgeführt. So können im rationellen Zweischichtsystem ansprechende Beschichtungen mit Silikatfarben erstellt werden.



    Eine Grundierung mit unserem Produkt CONPART Silikat Konzentrat LF 1001 ist nur sinnvoll wenn es sich bei dem Untergrund um einen Zement- bzw. Kalkzementputz handelt, Auf einem Gips- oder Kalkgipsputz gehört definitiv kein silikatisches Grundiermittel, da hier keine verkieselungsfähigen Bestandteile im Putz vorhanden sind. Bei Gipsputz empfehlen wir eine Grundierung mit CONPART Acryl Hydrosol ELF 1002 oder Hydrosol Tiefgrund ELF 1004.



    Wir hoffen, dass diese Informationen Ihnen weiterhelfen.


    Also wurde von unserem Maler die falsche Grundierung verwendet, da wir ja GK-Wände haben. Das Ergebnis ist dann, dass die Silikatfarbe nicht mehr ihre eigentlichen Eigenschaften hat. Sehe ich das so richtig?


    Was mittlerweile auch aufgefallen ist, die Wände sind total empfindlich. Man muss nur mal leicht an eine Wand kommen und schon sieht man eine Beschädigung.:rb:

  • Also wurde von unserem Maler die falsche Grundierung verwendet, da wir ja GK-Wände haben.

    Sag ich doch



    Das Ergebnis ist dann, dass die Silikatfarbe nicht mehr ihre eigentlichen Eigenschaften hat. Sehe ich das so richtig?

    Nein, hier geht es nicht um irgendwelche Eigenschaften, sondern erst einmal um "Haftung" und ggf. Verklieselung (wo möglich).

    Die tatsächlich erreichbaren Eigenschaften können aber davon beeinflusst werden.



    Ist schon ein bisschen nachdenkenswert, wenn ein Hersteller etwas anderes "sagt" als in seinen eigenen Merkblättern steht.


    Last's halt dieses komische Conpartzeug und nehmt einen renomierten Hersteller wie Keim (ja, ja ich weiß - ist schon vorbei).

    Gruß Werner :)

  • Nun haben wir uns bei der Malerfirma nochmal schriftlich beschwert, denn auf der Schlußrechnung wurden


    1. mehr QM Wand- und Deckenflächen berechnet, als das Haus überhaupt hat. Laut Haushersteller Bien-Zenker hat das Haus 520 qm Flächen und er berechnet 61 qm mehr. Er begründet das damit, dass Fenster und Türen unter 2,5 qm mitgerechnet werden. Stimmt das?


    2. Haben wir ein Angebot über die Malerarbeiten vorliegen. Auf der Schlußrechnung werden nun Acrylfugen extra berechnet. Bei der Vor Ort Besichtigung hat der Maler noch gesagt, dass er Acrylfugen macht. Wir sind davon ausgegangen, dass diese im Preis bzw. im Angebot mit drin sind. Ist das nicht Standard? Ohne Acrylfugen wäre es doch gar nicht richtig fertig. Andere Maler haben uns das bei Angebotsanfrage auch so gesagt.


    3. Berechnet uns der Maler Aluschienen an Fenstern und Gebäudeecken. Auch hier sagte er beim Termin vor Ort, dass er diese natürlich einbaut. Im Angebot waren diese aber nicht enthalten. Wir sind davon ausgegangen, dass sowas "normal" ist, denn ohne die Aluschienen bekommt man doch keine sauberen Kanten. Oder wie ist das normalerweise?


    Auf den Punkt mit den falschen Komponenten (siehe Anfang des Beitrags) antwortete er: "Der Anstrichaufbau ist fachgerecht und so wie in der Anfrage. Mit dem Silikonkonzentrat ist nicht grundiert worden, sondern als Verdünnungsmittel für Silikonfarben genutzt, da diese nicht mit Wasser verdünnt werden."


    Könnt ihr euch mal bitte zu den Punkten äußern. Danke!

  • Ohne Acrylfugen wäre es doch gar nicht richtig fertig.

    Doch. Acryl-Silikonfugen sind was für Pfuscher und Faulpelze. Aber dann muss man halt sauber arbeiten, dann gehts auch ohne.

    denn ohne die Aluschienen bekommt man doch keine sauberen Kanten.

    Doch. Unsere Vorväter hatten noch gar keine Eckschienen. Und so wie die, kann/könnte man es auch heute noch machen. Wenn man wollte.

    Wir sind davon ausgegangen

    DAS ist das Problem.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Er begründet das damit, dass Fenster und Türen unter 2,5 qm mitgerechnet werden. Stimmt das?

    Theoretisch "ja".

    Die Frage ist, ob die VOB Din 18363 rechtswirksam vereinbart wurde.

    Dazu reicht es eigentlich nicht, wenn im Briefkopf ein kleiner Hinweis darauf steht.

    Theoretisch müsste das Regelwerk zur Verfügung gestellt und ggf. noch erklärt werden.

    Ansonst gilt BGB, und da ist manches etwas anders.


    Ist ein Rechtswirrwarr mit Grauzonen, wo es regelmäßig mit Privatkunden Ärger gibt.

    Das ist ärgerlich und ich mag da nicht mal eine Empfehlung abgeben.


    Wir sind davon ausgegangen, dass diese im Preis bzw. im Angebot mit drin sind.

    Da schließe ich mich voll und ganz Ralf an.


    Acryl ist Pfusch (aus mehreren Gründen) aber wäre theoretisch, zu bezahlende Nebenleistung.

    Das heißt, wenn es extra beauftragt und ausgeführt wäre, müsste es bezahlt werden.

    Wenn das nicht klar angefragt und von Dir beauftragt ist, musst Du das (vielleicht) nicht bezahlen.


    So und etz wirds blöd.

    Er hätte Dir aber theoretisch noch einen Schriftsatz entsprechend VOB 18363 §4 Abs. 3 unterschreiben lassen müssen (Bedenken anmelden), dass er somit pfuscht und dafür keine Garantie/Gewähr übernimmt.

    ist nicht grundiert worden, sondern als Verdünnungsmittel für Silikonfarben genutzt, da diese nicht mit Wasser verdünnt werden.

    Ich nehme an, Du redest von Silikatfarben und nicht von Silikonharzfarbe.


    1. Bei den meisten Vliesfaserstoffen ist ebenfalls eine Grundierung erforderlich

    2. Das mit der Verdünnung ist zwar bei vielen Herstellern schon richtig, ändert aber nichts daran, dass dieses Material NUR AUF MINERALISCHEM UNTERGRUND zugelassen ist. Und da gehört Vlies SICHER nicht dazu.

    Gruß Werner :)