Womit 45 Jahre alte Holzrahmen aufarbeiten, die seit 35 Jahren nicht mehr gestrichen wurden.

  • Hallo zusammen,


    ich habe ca. 45 Jahre alte Holzfenster vor mir, die ca. 10 Jahre lang jedes Jahr mit Xyladecor gestrichen wurden, sonst wurde nichts gemacht. Die Fenster sind nicht lackiert, und das Holz sieht sehr sehr trocken aus. Durch einen großen Überhang sind die Fenster zum Glück nie nass geworden. Ich möchte die Fenster eigentlich nicht austauschen, aber alle Fenster stundenlang abschleifen und dann x-Mal streichen, traue ich mir auch nicht zu.

    Ich würde am liebsten wenn nötig die Fenster 1x abschleifen , und dann gründlich mit ?????? streichen. Was wäre dafür das beste und am einfachsten anzuwendende Material ?


    Außerdem habe ich noch reichlich qm Holzverkleidungen unter dem Vorbau, der ebenfalls sehr trocken ist. Das Holz wurde vermutlich auch mit Xyladecor gestrichen, ist aber teilweise schwarz gestrichen. Könnte man auf diese recht großen Flächen das Material auch mit einer Sprühpistole aufbringen?


    Die Mechanik der Fenster scheint soweit eigentlich in Ordnung zu sein, teilweise etwas schwergängig. Reicht es alle beweglichen Zapfen etc. zu reinigen und z.B. mit WD40 einzusprühen?



    Was soll ich in meinem Fall für Material nehmen?

  • aber alle Fenster stundenlang abschleifen und dann x-Mal streichen, traue ich mir auch nicht zu.

    Im ersten Schritt wird Dir nichts anderes übrig bleiben. Da nicht bekannt ist, womit die Fenster bisher gestrichen/lasiert wurden, muss man erst einmal den alten Kram runter schleifen. Dann die Schichten neu aufbauen, das erfordert mindestens 2-3 Anstriche.

    Danach hängt der Aufwand davon ab, wie regelmäßig man die Fenster einer "Wartung" unterzieht. im Idealfall, sagen wir mal alle 2-4 Jahren, genügt dann ein kurzes Anschleifen und ein einmaliger Anstrich als neue "Deckschicht". Bei Fenstern die intensiv der Witterung ausgesetzt sind, sollte man jährlich den Zustand überprüfen und bei Bedarf nacharbeiten.



    Könnte man auf diese recht großen Flächen das Material auch mit einer Sprühpistole aufbringen?

    Lasuren lassen sich auch sprühen, gerade aber im Freien muss man aufpassen, dass sich der Sprühnebel nicht in der ganzen Umgebung verteilt. Benachbarte Flächen muss man sowieso schützen. Ich bevorzuge daher entsprechende Pinsel, die gibt es ja in unterschiedlichen Breiten, als Lasurpinsel mit etwas längeren Borsten, da kommt man auch schnell voran.


    Reicht es alle beweglichen Zapfen etc. zu reinigen und z.B. mit WD40 einzusprühen?

    Im Prinzip ja, für die Mechanik von Fenstern würde ich aber auf WD40 verzichten, da dessen Schmierfähigkeit begrenzt ist. Die Wirkung lässt für meinen Geschmack sehr schnell nach. Für (Fenster)beschläge gibt es entsprechende Beschlagöle/-sprays. Die sind unter anderem so eingestellt, dass ihre Schmierfähigkeit länger anhält. So lange die Mechanik nicht völlig verrostet/verschmiert/verklebt ist, wird erst einmal jedes Schmiermittel funktionieren, ich habe aber keine Lust alle paar Monate durch´s Haus zu rennen um die Mechanik der Fenster zu schmieren, oder im schlimmsten Fall erst noch zu reinigen.


    Was soll ich in meinem Fall für Material nehmen?

    Zum Schmieröl habe ich ja schon etwas geschrieben, und wenn es um Lasuren oder Lacke geht, da habe ich keine echten Favoriten. Ich halte mich an die bekannten Markenhersteller und habe zumindest das Gefühl, dass ich damit ganz gut fahre. Benötige ich eine Grundierung und Decklack, dann versuche ich im "System" zu bleiben, da ich unterstelle, dass der Hersteller diese Kombination getestet hat. Ob dann die Dose vom Hersteller x ein bisschen teurer ist als vom Hersteller y, das ist mir nicht so wichtig, denn ich brauche das Zeug ja nicht täglich.


    Abgesehen davon versuche ich Holz im Außenbereich zu reduzieren, da ich keine Lust mehr habe, jedes Frühjahr zu kontrollieren und nachzuarbeiten. Die Optik von verwittertem Holz gefällt mir nicht, das ist aber Geschmackssache. Deswegen habe ich mit der Zeit die Holzfenster durch Kunststoff ersetzt, Holzgeländer durch Edelstahl usw.

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  • Ich würde am liebsten wenn nötig die Fenster 1x abschleifen , und dann gründlich mit ?????? streichen. Was wäre dafür das beste und am einfachsten anzuwendende Material ?

    Als Erstes - "1x streichen" wird nie was - egal welches Material.

    Schlichtweg, weil zu wenig Material aufgebracht wird, umd das Holz so zu schützen, dass eine akzeptable Zeit hält.


    Was meinst Du mit ?????????

    Material oder Optik? Mir ist jetzt nicht ganz klar was das Ergebnis sein soll.


    Soll es wieder Lasur werden, heißt Du siehst die Holzstruktur weiter durch?

    Dann anschleifen und 2x mit einer "Compactlasur" streichen, Das sind so Hybride zwischen Dünn- und Dickschichtlasuren.


    Oder soll es "deckend" werden. Dann anschleifen und (zwecks deckfähigkeit) bis zu drei Mal lackieren. Drei-in-eins-Lacke (z. B. Amarol-Triol)


    In beiden Fällen würde ich (noch) von wässrigen Materialien abraten.

    Die sind nach wie vor nicht so "blockfest" (das ist, sagen wir mal vereinfacht eine Pressdruckverklebung) und auch noch nicht so langlebig, wie lösemittelhaltige Produkte.


    Die Optik von verwittertem Holz gefällt mir nicht,

    Dafür könnte man sogenannte "Wetterschutzfarben" oder auch Dispersionslack genannte Materialien verwenden. Deckend und langlebig!


    Zur Sprühpistole hat der Ralf ja schon geantwortet.

    Gruß Werner :)

  • die Fenster könnte man auch probieren, mit einer Leinölfarbe zu streichen.

    Meine Erfahrung ist, dass die auf fast allem hält.


    gerade wenn vorher mit einem Anstrich gestrichen war, der keinen Film auf der Oberfläche bildete, könnte damit der Aufwand für die Vorarbeit deutlich reduziert werden.


    aber bei 45 Jahre alten Fenstern gehe ich von frühen Isolierglas- oder Verbundfenstern aus. So lange müssen die vermutlich gar nicht mehr halten... Auch das gilt zu berücksichtigen...

  • Hallo,


    erstmal vielen DAnk für Eure schnellen Antworten. Da ich absoluter Laie bin, habe ich mich vielleicht mißverständlich ausgedrückt.


    Also die Fensterrahmen haben keine glatte Oberfläche, sondern sind sehr rauh und man kann die Struktur erkennen. So soll es auch bleiben.


    Die Holzverkleidungen des Überhangs sind bestimmt 150qm, und das möchte ich nicht unbedingt streichen wenn es auch mit einer Sprühpistole geht.

    Da stellt sich nur die Frage welche Art von Lasur? kann man damit sprühen?

    Lasuren lassen sich auch sprühen, gerade aber im Freien muss man aufpassen, dass sich der Sprühnebel nicht in der ganzen Umgebung verteilt. Benachbarte Flächen muss man sowieso schützen. Ich bevorzuge daher entsprechende Pinsel, die gibt es ja in unterschiedlichen Breiten, als Lasurpinsel mit etwas längeren Borsten, da kommt man auch schnell voran.


    Im Prinzip ja, für die Mechanik von Fenstern würde ich aber auf WD40 verzichten, da dessen Schmierfähigkeit begrenzt ist. Die Wirkung lässt für meinen Geschmack sehr schnell nach. Für (Fenster)beschläge gibt es entsprechende Beschlagöle/-sprays. Die sind unter anderem so eingestellt, dass ihre Schmierfähigkeit länger anhält. So lange die Mechanik nicht völlig verrostet/verschmiert/verklebt ist, wird erst einmal jedes Schmiermittel funktionieren, ich habe aber keine Lust alle paar Monate durch´s Haus zu rennen um die Mechanik der Fenster zu schmieren, oder im schlimmsten Fall erst noch zu reinigen.

    Zur Pflege der Mechanik werde ich mir im Baumarkt spezielles Beschlagöl/Spray besorgen.

    Ich will versuchen Folie in die Lücke zwischen Klinker und Holzverkleidung zu bringen, und dann die Sprühpistole einsetzen.

    Ich schätze mal das es so an die 150qm sind. Die Pistole soll nicht für die Fensterrahmen eingesetzt werden, die werden gestrichen.



    "Unnötige" Arbeit sparen klingt gut, aber außer das Xyladecor drauf ist kann ich nichts zu sagen. Das Holz fühlt sich auf jeden Fall sehr rauh an. Da ist nichts glatt. Die Fenster sollten noch 15 Jahre halten.


    Mit ????? ist das Material gemeint. Die Holzstruktur soll gerne erhalten bleiben, da ich glatte Rahmen nicht mag.



    Ich hoffe ich konnte mich verständlicher ausdrücken, und Ihr wißt was ich meine.

  • letztlich musst Du probieren, welcher Anstrich hält. Auch bei Leinöl.

    Wie gesagt, ich kann nur von meiner Erfahrung berichten. Und da hat ein Leinölanstrich auf allen möglichen Oberflächen gehalten: Holz, Metall, alte Farbe etc.

    ein vorheriger ölhaltiger Anstrich sollte bei einem neuen ölbasierten Anstrich hoffentlich auch kein Problem darstellen. Aber es empfiehlt sich, einen Test an unauffälliger Stelle zu machen.

  • man kann die Struktur erkennen. So soll es auch bleiben.

    Ich nehme an, damit ist Lasur gemeint.

    Wenn dem so ist, fällt Leinölfarbe aus, da es das (zumindest von renommierten Herstellern) nicht in Transparent bzw Lasur gibt.


    Zu Lasuren hab ich schon was gesagt.


    Die Holzverkleidungen des Überhangs sind bestimmt 150qm, und das möchte ich nicht unbedingt streichen wenn es auch mit einer Sprühpistole geht.

    Da stellt sich nur die Frage welche Art von Lasur? kann man damit sprühen?

    Wenns denn unbedingt spritzen/sprühen (auf der Fläche) sein soll, sollte man hier zumindest wässrige Materialien nehmen.

    Wetterschutzfarben (Dispersionslack) wenn deckend oder Acryllasuren wenn lasierend.

    Wetterschutzfarbe ist zwar nahezu eine eierlegende Wollmilchsau, aber ein bisschen anschleifen würde bei beiden nicht schaden.

    Gruß Werner :)