Garage aus Beton oder doch eher ISO-Sandwich Paneelen?

  • Hallo,


    wir planen eine Doppelgarage mit angrenzendem Lagerraum. Im Lagerraum soll eine Werkbank, Geräte, Fahrräder und Werkzeug gelagert und verwendet werden, in der Garage 2 Autos.

    Anfangs dachten wir an Massivbauweise und hatten 2 Angebote eingeholt - diese lagen jenseits von Gut und Böse (48T bzw. 76T €).


    Also sind wir auf Betonfertiggarafgen gekommen, das Angebot lag bei der Hälfte und alles schien recht unkompliziert.

    Doch je mehr man darüber liest, desto mehr lernt man, dass diese Betonfertiggaragen nach 10 Jahren erste Risse bekommen, undicht werden und hohen Wartungsaufwand benötigen. Doch das schlimmere für uns scheint wohl die FEuchtigkeit und Kälte im inneren zu sein - so würden wahrscheinlich Fahrräder, Werkzeug und Geräte einfach wegrosten. Und wenn ich in der Nachbarschaft schaue, dann sehe ich viele Fertigbetongaragen, die 24h ein offenes Tor haben....


    Also hatte ich weiter gesucht und bin nun auf ISO-Sandwich-Paneele gekommen. Es gibt einfache Stahlgaragen und ISO-Garagen, die jeweils einen ca. 4 oder 6cm Dämmstoff innen haben. Somit ist die Garage gedämmt. Dazu gibt es an verschiedenen Stellen Lüftungslöcher, so kann die Luft zirkulieren und durch die Dämmung entsteht kein Kondenswasser/Schwitzwasser - so zumindest die Erklärungen im Internet. Von außen sind diese Garagen wohl auch geputzt, sehen also ganz normal wie massiv gebaute Garagen aus.

    Vom Preis liegen sie etas über den Betonfertiggaragen.


    Jetzt wollte ich euch einfach mal fragen ob ihr Erfahrungen mit diesen ISO-Paneelen habt bzw. ob es vielleicht noch jemanden gibt, der so eine ISO-Garage besitzt? Mich würden mal die Erfahrungen dazu interessieren. Für mich (im Kopf) musste es immer Stein/Beton sein, aber viele Industrie- bzw. Gewerbebauten setzen wohl schon lange auf diese ISO-Wände. Daher komme ich nun ins grübeln, ob das für eine Garage und speziell für den Lagerraum mit Werkbank und Werkzeugen vielleicht nicht doch die bessere Wahl ist... ?


    Liebe Grüße,

    Andy

  • Ohne Heizung bleibt es innen so kalt wie außen. Mit freier Lüftung ist es innen auch so kalt wie außen. Spannend wird es bauphysikalisch immer dann, wenn ein warmes Auto in eine kalte Garage fährt und dann vorübergehend eine kräftige Konvektion entsteht. Dabei kommt es oft zu Tauwasserausfall / Kondensation an den kalten Oberflächen von Wänden und Dach.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Hallo,


    meine Idee wäre gewesen, dass man im abgegrenzten Lagerraum einen Frostwächter installiert: geht die Temperatur unter 5 Grad, heizt er.

    Im Frühjahr, Sommer und Herbst denke ich hat man draußen Plusgrade und so sollte es in der Garage ähnlich sein.

    Wenn man die Garage ordentlich lüftet bzw. das Fenster im Frühjahr/Sommer/Herbst kippt, müsste es doch gut durchlüften.


    Im Winter ist es draußen sehr kalt, hier müsste man wahrscheinlich wirklich mehr lüften bei der Garage, eventuell das Tor tagsüber geöffnet lassen.


    Meine Hoffnung war, dass eine gedämmte Garage länger benötigt, bis sie innen genauso kalt wie die Außentemperatur ist. Wenn es draußen mal 2-3 Tage richtig kalt ist, hatte ich gehofft, dass die Garage durch die Dämmung ein paar Tage länger benötigt, bis sie so kalt wird.



    Spannend wird es bauphysikalisch immer dann, wenn ein warmes Auto in eine kalte Garage fährt und dann vorübergehend eine kräftige Konvektion entsteht. Dabei kommt es oft zu Tauwasserausfall / Kondensation an den kalten Oberflächen von Wänden und Dach.


    Aber wenn die Garage ringsherum gedämmt ist und vorn am Tor und hinten oben an der Decke Lüftungsschlitze hat und zudem noch ein gekipptes Fenster, müsste dann nicht die warme nasse Luft aufsteigen und so die Feuchtigkeit nach draußen transportieren?


    Liebe Grüße,

    Andy

  • Hallo, meine Idee wäre gewesen, dass man im abgegrenzten Lagerraum einen Frostwächter installiert: geht die Temperatur unter 5 Grad, heizt er.

    Das kann man so machen, es wird aber je nach Wetter teuer.

    Im Winter ist es draußen sehr kalt, hier müsste man wahrscheinlich wirklich mehr lüften bei der Garage, eventuell das Tor tagsüber geöffnet lassen.

    Dann ist es in der Garage genau so kalt wie außen, schon nach einer Stunde.

    Meine Hoffnung war, dass eine gedämmte Garage länger benötigt, bis sie innen genauso kalt wie die Außentemperatur ist. Wenn es draußen mal 2-3 Tage richtig kalt ist, hatte ich gehofft, dass die Garage durch die Dämmung ein paar Tage länger benötigt, bis sie so kalt wird.

    Ja, es dauert ein paar Stunden länger, vielleicht auch einen Tag, aber ohne Heizung wird es einfach kalt.

    Aber wenn die Garage ringsherum gedämmt ist und vorn am Tor und hinten oben an der Decke Lüftungsschlitze hat und zudem noch ein gekipptes Fenster, müsste dann nicht die warme nasse Luft aufsteigen und so die Feuchtigkeit nach draußen transportieren?

    Ja und nein: Du hast dann vor allem erstmal Außenklima in der Garage und damit sehr kalte Oberflächen an denen es sehr schnell zur Kondensation kommt. Lüfte im Winter ein Badezimmer nach dem Duschen oder Vollbad und Du siehst den Effekt an den Scheiben des Fensters.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Aber das ganze was wir hier besprechen ist doch dann bei einer massiv gemauerten Garage exakt das gleiche?


    Wir hatten uns gegen einen Carport entschieden da wir gern ein festes geschlossenes Gebäude haben wollte (Vandalismus / Lager von diversen Dingen / im äußersten Notfall eventuell einmal eine kleine Feier).


    Wenn ihr euch entscheiden müsstet, was würdet ihr in meiner Situation tun:

    - Betonfertigteilgarage

    - Stahlgarage

    - ISO-Paneel-Garage

    - Holzständerbauweise

    - Massivbauweise


    Liebe Grüße,

    Andy

  • Aber das ganze was wir hier besprechen ist doch dann bei einer massiv gemauerten Garage exakt das gleiche?

    Ja, in Mitteleuropa sind alle ungeheizte Gebäude im Winter kalt. Die unterschiedlichen Baustoffe reagieren unterschiedlich auf die anfallende Feuchte.


    Die kostengünstigsten verfügbaren Wandbaustoffe sind Holz und Mauerwerk. Die günstigsten Dachkonstruktionen basieren auf tragenden Bauteilen aus Holz. In beiden Fällen kommen noch Beschichtungen / Beläge dazu, um die Dauerhaftigkeit zu erhöhen. Interessant ist möglicherweise auch noch, ob sich Bauleistungen (teilweise) in Eigenleistung erbringen lassen. Dies spricht auch oft für Holz.

    Wenn ihr euch entscheiden müsstet, was würdet ihr in meiner Situation tun ...

    Das wählen, was zur umgebenden Bebauung, zum persönlichen Geschmack, zur angestrebten Haltbarkeit, zur konkreten Nutzung (Funktionalität) und natürlich auch zum vorhandenen Budget passt und nach Bebauungsplan, Gestaltsatzung etc. zulässig ist.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Also mir stellte sich die Frage auch vor 5 Jahren. Ich wollte ein schön große Doppelgarage (ca 7x8).

    Optisch sollte es ein Flachdach werden, weil es anders schlecht zum Haus gepasst hätte.


    Mich hat der Massivbau (Bodenplatte, Mauerwerk, Betondecke) für ca. 50k zuerst auch abgeschreckt, und ich wollte lang eine "Systemgarage" selbst aufbauen.

    Ich hab mir so ein Teil auch mal in Natura angesehen, und der Besitzer hat mich sogar kurz durchgeführt.

    Die wäre wohl so für 20k drin gewesen (+ Fundament + Aufstellung).

    Sowas hier: Systemgarage | 321haus


    Beton-Fertigteilgaragen fielen bei mir auch raus, aus den von dir genannten Gründen und aufgrund der mangelnden Flexibilität bei den Maßen.


    Am Ende hab ich die Kohle zusammengekrazt für Massiv und bereue es nicht.

    Die Garage ist weitgehend frostfrei, lediglich bei extrem Minusgraden über Tage hinweg kommt der Frost in der Garage an (dieses Jahr Anfang Mitte Feb. hatten wir 5 Tage -10 Grad Tagesdurchschnitt, da hats dann reingefroren).

    Die "Heizleistung" des Erdreiches unter der Garage darf man nicht vernachlässigen!

    Meine Wände sind aus einem Leichtbetonstein, das Dach hat eine Gefälledämmung (war kaum teurer als Gefälleestrich).

    Nur die Druck-und Zugstützen aus StB in den Ecken, die machen etwas Probleme.. da kondensiert schon mal Feuchtigkeit. Da hatte ich dann dieses Jahr auch Eiskristalle am Putz...


    Bzgl. Feuchtigkeit hätte ich wenig Bedenken, wenn:

    - eine ausreichende Lüftung da ist (Lüftungsgitter an gegenüberliegenden Seiten)

    - die Feuchtigkeit der Fahrzeuge abgeführt wird

  • Aber das ganze was wir hier besprechen ist doch dann bei einer massiv gemauerten Garage exakt das gleiche?

    Nicht exakt, denn man sollte die Masse und die Temperaturleitfähigkeit der Baustoffe nicht unterschätzen. Das kann vorteilhaft, aber auch zum Nachteil sein. Hat sich eine Wand durch Außentemperatur und Sonneneinstrahlung aufgeheizt, dann kühlt die raumseitige Oberfläche nicht so schnell ab wenn die Außentemperatur fällt. Das kann sich auch nachteilig auswirken, wenn sich beispielsweise in der Nacht die Wände deutlich abgekühlt haben, und dann am frühen Morgen die Außentemperatur aufgrund von Sonneneinstrahlung schnell ansteigt, dann trifft beim Öffnen der Garage die "warme" Außenluft auf die noch kalten Oberflächen der Wände.


    Eine Garage hat aber nicht nur Wände, sondern auch eine Decke und ein Tor.


    Man sollte also bei der Auswahl der Materialien nicht nur auf deren Wärmeleitfähigkeit schauen.

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  • Wir hatten uns für einen Carport entschieden, um den Problem der Lüftung/Kondensation zu entgehen.


    Fahrräder und andere Fahrzeuge kamen in einem Anbau direkt am Carport unter, ebenfalls Holz mit Trapezdach, Seiten mit Blech. Das war unschlagbar günstig ( lag deutlich unter der Kostenschätzung), da der Handwerker meinen Mann als HiWi genommen hat.


    Kommt also auf die Umstände vor Ort an und dem Geldbeutel.


    Bzgl Partyraum: Einfach mal ein Zelt mieten für so eine Gelegenheit? Garagen ( und auch Carports) haben das Problem, dass sich allerlei in ihnen verstauen lässt und sich somit allerlei in ihnen ansammelt. Wegen einer Party leer räumen macht man einmal oder zweimal, vermutlich nicht häufiger.


    Bzgl Wärmestrahlung: Alfons Fischer hat mir da eine spannende Story einer freistehenden Stahlbetonwand erzählt, die über Nacht die Wärme gespeichert hat und dass das mit der Wärmebildkamera deutlich sichtbar war.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Bei unserem Neubau sind 2 Garagen (9x6 u. 6x6) wie folgt geplant:


    Betonplatte, Holzständerbauweise, Pultdach mit Sandwichelementen. Geht schnell und preislich günstiger als Massivbauweise.

  • echt? Wundert mich.... Ich habe jetzt ein Angebot bez. des Ferienwohnhauses mit 5 Einheiten wie folgt:


    Hanggrundstück, nach hinten abfallend. KG steht vorne komplett mit der Stirnseite im Boden. Rest frei. Darüber kommen 2 Etagen in Holzständerbauweise nebst Dach mit Sandwichelementen. Als ich das meinem Freund (Bauunternehmer) gezeigt habe, der auch das KG Stein auf Stein mauert, sagte er, dass er es dafür nicht bauen kann.