Architekturstudium - nun auch nebenberuflich, dual und an einer Privatuni möglich!

  • Wie ich eine heute eingegangenen Bewerbung entnehmen konnte, bietet die IUBH Internationale Hochschule (ehemals International University of Applied Sciences Bad Honnef – Bonn) ein Studium der Architektur mit B.A.- und M.A.-Abschluss als Fernstudium und duales Studium in Zusammenarbeit mit Unternehmen an. Die Aufnahmevoraussetzungen lesen sich sehr interessant:

    Das Studium kostet mit jährlicher Progression von 50 € monatlich 650,- bis 800,- € / Monat. Auf den Abiturdurchschnitt wird bei der Bewerbung nicht geschaut. Es gibt auch keine (künstlerische) Aufnahmeprüfung, wie auf inzwischen an vielen Hochschulen eingeführt.


    Genau das hatte offensichtlich den Bewerber für ein Praktikum bei mir dazu gebracht, sich dort für ein duales Studium einzuschreiben. Seine Qualifikation besteht lt. Unterlagen aus einem Abi-Notendurchschnitt von 3,0, drei vor 4 Jahren in den Schulferien offensichtlich bei Familienangehörigen absolvieren Betriebspraktika mit einer Dauer von 3 Tagen, 3 Wochen und 4 Wochen und, ja, und ... weiter nichts. Die Note in Kunst lag in mehreren Grundkursen immer im unteren 3er-Bereich, die Kenntnisse in Mathe und Physik waren bescheiden, Leistungsfächer waren Biologie und Geographie, in denen es jeweils für eine schwache 3 reichte. Nun ist das erste Semester um und er hat noch keinen "Praktikumsbetrieb" gefunden, der ihn beschäftigen will. Er bietet mir folglich an, vorerst kostenlos für mich zu arbeiten, um sein Studium überhaupt fortsetzen zu können. Genaugenommen sucht er also einen "Ausbildungsbetrieb" für mehrere Jahre, kein Praktikum.


    Die IUBH stellt es sich so vor, dass die "Ausbildungsbetriebe" den Studierenden die Studiengebühr (s.o.) bezahlen und möglichst auch noch eine Vergütung. Die Studierenden arbeiten dann Vollzeit und studieren bis zum Bachelor 4 Jahre, also 8 Semester, quasi"nebenher". Danach würde sich noch ein Master-Studium anschließen, um dann die Möglichkeit der Kammeraufnahme und damit die volle Bauvorlageberechtigung zu erlangen. Das wußte der junge Mann allerdings nicht.


    Als Absolvent eines formal fünfjährigen Vollzeitstudiums und nach rd. 20 Jahren Vollzeittätigkeit in Architekturbüros kann ich mir schwer vorstellen, wie was Modell funktionieren soll. Noch weniger kann ich mir vorstellen, wie man insbesondere Entwerfen im Fernstudium lehren und lernen soll. Dass von der Universität keine einzige Lehrperson konkret benannt wird, spricht für mich schon Bände. Mit gutem Lehrpersonal wirbt man doch ...


    Was würden die Kolleginnen und Kollegen dem Bewerber schreiben?


    (Zur Klarstellung vorab: Ich habe keine allgemeine Abneigung gegen inhaltlich oder formal neue Ausbildungsformen und ich weiß auch, das insbesondere zum MBA führende nebenberufliche Studiengänge in der Wirtschaft sehr nachgefragt werden. Ich habe auch keine generelle Abneigung gegen duale Studiengänge. Nur konkret diesen kann ich mir nicht so recht sinnvoll vorstellen.)

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • ... da haben sich ein paar Leutchen Gedanken gemacht, wie die UNI gehalten werden könnte.


    Vielleicht werden demnächst auch Chirurgen im Ferndstudium ausgebildet. Die Fehler können sie dann ja verbuddeln lassen.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Ich habe die Seite der IUBH nur mal kurz überflogen, verstehe dies aber als klassisches Duales Studium, bei dem man gleichzeitig eine Berufsausbildung und ein Studium absolviert. Im vorliegenden Fall also eine Ausbildung zum Bauzeichner und ein Architekturstudium. D. h. meiner Meinung nach, dass viele, was im klassischen Präsenzstudium in den Vorlesungen und Seminaren gelehrt und gelernt wird, in den "Ausbildungsbetrieb" ausgelagert wird. Im konkreten Fall also zum Beispiel das Erlernen des Entwerfens, zumindest auf dem Niveau wie es auch ein Auszubildender erlernen würde. Die Hochschule würde hier lediglich ergänzend tätig sein.

    Ob das bei Architekten sinnvoll ist? Keine Ahnung, bin ja keiner, kann ich daher nicht beurteilen. Aber in anderen Studiengänge ist ein Fernstudium nicht ungewöhnlich. Auch bei Bauingenieuren nicht.

    Ob der Bewerber im konkreten Fall geeignet ist? Tja, wer weiß das schon im voraus...


    Edit:

    Der Masterstudiengang in Architektur führt zu einem Master "Immobilienmanagement". Ob damit eine Kammermitgliedschaft inkl. Vorlageberechtigung möglich ist, kann ich nicht beurteilen. Hört sich für mich aber nicht so an.

    Der Bauende soll nicht herumtasten und versuchen. Was stehen bleiben soll, muß recht stehen und wo nicht für die Ewigkeit doch für geraume Zeit genügen. Man mag doch immer Fehler begehen, bauen darf man keine. (Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre)

  • Brauchst Du Nachwuchs und findest keinen? Dann ist das immerhin ein Kandidat, der es genug will, um Geld für die Ausbildung zu zahlen. Wenn Du keinen Nachwuchs brauchst oder bessere Kandidaten hast, dann sag' ihm einfach ab. Präsenzunterricht wird an der Uni m.E. völlig überbewertet. Und am Ende muss er ohnehin erstmal praktisch arbeiten, da ist es doch sinnvoll nicht erst nach 5 Jahren Theorie damit anzufangen, sondern möglichst früh.

    Der gesunde Verstand ist die bestverteilte Sache der Welt, denn jedermann meint, damit so gut versehen zu sein, dass selbst diejenigen, die in allen übrigen Dingen sehr schwer zu befriedigen sind, doch gewöhnlich nicht mehr Verstand haben wollen, als sie wirklich haben. ~ René Descartes

  • Brauchst Du Nachwuchs und findest keinen?

    In unserer Branche gibt es genug Nachwuchs und der findet auch zu mir - mit abgeschlossenem Master und gelegentlich auch zum Zwischenpraktikum.

    Dann ist das immerhin ein Kandidat, der es genug will, um Geld für die Ausbildung zu zahlen. Wenn Du keinen Nachwuchs brauchst oder bessere Kandidaten hast, dann sag' ihm einfach ab.

    Nein, der junge Mann ist eben gerade nicht bereit, dafür zu zahlen (das wäre dann das "normale" Studium), nicht das "duale". Zahlen soll ich ja die Studiengebühren. Momentan studiert er dual "auf Pump", weil er noch keinen Betrieb gefunden hat und muss Ende März für das erste Semester 3.900 € Studiengebühren nachzahlen, wenn er bis dahin keinen "Ausbildungsbetrieb" findet, der diese rückwirkend übernimmt. Deshalb bietet er großzügig an, kostenlos bei mir zu arbeiten - nachdem ich bereits 3.900 € gezahlt habe - für nichts.

    Präsenzunterricht wird an der Uni m.E. völlig überbewertet.

    Dem würde ich für Wissensvermittlung keineswegs widersprechen wollen, denn das sehe ich sehr gut bei meiner Tochter in der 8. Klasse im "saLzH". Aber beim Erwerb von Fähigkeiten wie der des Freihandzeichens und vor allem der des Entwerfens kann ich mir das schwer vorstellen. Das ist auch genau die Stelle, an der Home-office trotz aller verfügbaren Hilfsmittel bisher noch nicht funktioniert.

    Und am Ende muss er ohnehin erstmal praktisch arbeiten, da ist es doch sinnvoll nicht erst nach 5 Jahren Theorie damit anzufangen, sondern möglichst früh.

    An fast allen Hochschulen sind Pflichtpraktika auf Baustellen und in Büros bis zum B.A. abzuleisten. Das ist fraglos sinnvoll. Im Büro kann man technisches Zeichnen lernen, aber nicht Entwerfen. Gelernte technische Zeichner und Zeichnerinnen unterliegen beim Studienbeginn auch oft dem Irrtum bereits alles gelernt zu haben und quasi schon fertig zu sein. Ganz ähnlich sieht es im Gesundheitsbereich mit der Ausbildung von Pflegepersonal und Medizinern aus: Das eine baut weder inhaltlich noch formal auf dem anderen auf. Beide haben eine Schnittmenge von Fähigkeiten, benötigen aber doch völlig unterschiedliches Wissen und Können.


    Aufgrund seines fehlenden Vorwissens würde ich den Jungen vorerst nur als unbezahlten Praktikanten nehmen und dann muss ich immer noch eine Arbeitsplatz für ihn bereitstellen und eine Betreuungsperson mit nicht nur anfänglich 1 - 2 Stunden/Tag. Technische Zeichnerinnen kann man sofort engagieren, aber Absolventinnen und Absolventen mit Master sind nur wenig teurer und wissen in Regelfall erheblich mehr. Außerdem können sie entwurflich denken.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ich bin grundsätzlich für eine höhere Durchlässigkeit des Bildungssystems und unterstütze auch immer Ausbildungen die näher an der Praxis sind.


    Unser altes preußisches Schulsystem, was dafür ausgelegt ist gute Beamte zu formen, versagt in immer mehr Bereichen. Da ist es nur löblich wenn neue Formen ausprobiert werden.


    Zu dem Bewerber an sich: Ich würde Ihn nicht aufgrund seiner bislang erbrachten schulischen Leistungen vorverurteilen. Wenn du Interesse an Ihm als Mensch und Mitarbeiter hast und das in dein Büro passt, lass Ihn Probearbeiten. Wenn es nicht passt, sag Ihm ab und gut ist.


    Meine Vermutung ist, dass wenn er motiviert ist und echtes Interesse hat, bei dir hundert mal mehr lernen wird, als bei einem noch so hoch dekorierten Professor.


    Just my 2 cents.

  • Es gibt sicherlich Themen, die man -eigenes lernen vorausgesetzt- gut per Fernstudium meistern kann. Physik, Chemie, Baurecht...alles irgendwie so erlernbar.


    Aber entwerfen? Da braucht's doch den direkten Input, auch das Abgucken bei Kommilitonen, nicht abkupfern, aber eben Eindrücke, Ideen mitnehmen, andere Ideen, sich beeinflussen lassen oder auch Ideen anderer als schlecht erkennen. Oder Entwurfsgruppen, Köpfe zusammenstecken,...das fehlt da m.E.

  • Ja klar ist die alleinige schulische Ausbildung nicht sinnvoll. Praktika müssen dabei sein. Nur halt nicht Praktika mit ein wenig Theorie.


    Und auch klar, wer das Studium abgeschlossen hat, beginnt erst mit der Ausbildung.


    Ich muss da immer an unseren "jungen" Architekten (auch schon wieder 10 Jahre her) denken. Der wollte partou nicht von seiner Millimeterplanung abweichen. Mit viel Mühe habe ich ihm dann einen cm abgehandelt.

    In der Umsetzung hat es sich dann durch Zufall so ergeben, dass er für das Objekt genau zum kritischen Zeitpunkt die Vertretung in der Objektüberwachung machen durfte. Er war anschließend sowas von froh, dass da wenigsten noch 10 mm waren und nicht alles neu geplant oder gar weggeschmissen werden musste.

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    5.Mose 27:18

  • Ich bin grundsätzlich für eine höhere Durchlässigkeit des Bildungssystems und unterstütze auch immer Ausbildungen die näher an der Praxis sind.

    Bauen, inzwischen jeder Beruf, ist immer Theorie und Praxis. Und natürlich sind alle auf fachspezifischen Vorbildung aufsetzende Hochschulzugangberechtigungen eine sinnvolle Ergänzung um das starre Bildungssystem in D durchlässiger zu machen. Die gibt es aber auch schon seit über 40 Jahren. Eine ganz allgemein formulierte dreijährige Berufserfahrung wie hier finde ich dann aber doch etwas dünn. Wobei vermutlich niemand nach drei Jahren Tätigkeit als Bauhelfer direkt ins Studium einsteigen wird, aber egal, möglich wäre es jedenfalls.


    Ich habe ganz deutlich den Eindruck, dass es dem Anbieter um möglichst viele zahlende Studierende geht, um nichts anderes, gerade nicht um möglichst viele qualifizierte Absolventinnen und Absolventen.

    Zu dem Bewerber an sich: Ich würde Ihn nicht aufgrund seiner bislang erbrachten schulischen Leistungen vorverurteilen.

    Ich verurteile ihn nicht. Ich kann nur weder eine Begabung noch eine Interesse für die benötigten Fächer oder das Bauen selbst erkennen. Und alle Praktikumsbescheinigungen wurden innerhalb von 2 Tagen unmittelbar vor Bewerbungsschluss der Hochschule erstellt.

    Meine Vermutung ist, dass wenn er motiviert ist und echtes Interesse hat, ...

    Das ist eben beides nicht erkennbar. Er hat offenbar jetzt erst verstanden, worauf er sich eigentlich eingelassen hat, auch wieder in letzte Sekunde.

    ...bei dir hundert mal mehr lernen wird, als bei einem noch so hoch dekorierten Professor.

    Dass er bei mir eine Top-Ausbildung bekäme ist nicht die Frage und zwar inkl. Entwerfen, aber nur am Rande, denn ich bilde nicht aus, weil es bei mir keinen Sinn hat und weil ich Bauzeichner in unserem Bereich des Bauens für keinen Beruf mit echter Zukunft halte. Aber er will ja auch Architektur studieren, nicht Bauzeichner lernen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Das ist eben beides nicht erkennbar. Er hat offenbar jetzt erst verstanden, worauf er sich eigentlich eingelassen hat, auch wieder in letzte Sekunde.

    Also eine weitere verlorene Seele, sei es durch das Bildungssystem oder die soziale Herkunft, die nach 10 Jahren Schule weder weiß was Sie kann, noch was Sie werden will. Katastrophe...

  • Na, wenn Du keine Nachwuchssorgen hast, dann sag' Ihm einfach ab, mein Standardsatz dafür geht so: Vielen Dank für Ihre Bewerbung und das damit verbundene Interesse an unserem Unternehmen. Leider können wir Ihnen derzeit kein Jobangebot machen. Für Ihre Suche wünsche ich Ihnen viel Erfolg, MfG etc.


    Wenn du nichts in ihm siehst, dann würde ich mir auch nicht die Zeit und Mühe für ein unbezahltes Praktikum machen. Bringt nichts.


    Was den Fernunterricht betrifft, so kann man sicherlich auch das Entwerfen über entsprechende kollaborative Plattformen lernen, ich würde das nicht so pessimistisch sehen. Und Freihandzeichnen kann man doch auch in einem VHS Sommerkurs lernen, oder? :D

    Nichts für ungut, aber wozu soll ein Architekt besonders gut Freihandzeichnen können, wenn der Beruf heute weitgehend digital abläuft? Die meisten Bauherren würden sich wahrscheinlich ein, zwei Kurse mehr in Projektmanagement wünschen, statt schöner Handzeichnungen auf Büttenpapier...

    Off-Topic:

    - Wer richtig zeichnen lernen will, dem empfehle ich übrigens die Zeichenschulausbildung der Meißner Porzellanmanufaktur (dazu braucht man kein Studium, muss sich aber mit eigenen Werken bewerben)

    Der gesunde Verstand ist die bestverteilte Sache der Welt, denn jedermann meint, damit so gut versehen zu sein, dass selbst diejenigen, die in allen übrigen Dingen sehr schwer zu befriedigen sind, doch gewöhnlich nicht mehr Verstand haben wollen, als sie wirklich haben. ~ René Descartes

  • Naja, ein weiterer besserer Bauzeichner, bzw Bautechniker. Eine alleinige Berufszeit von drei Jahren wäre mir als Zugangsvoraussetzung zu wenig. Da muss schon mehr da sein. Man kann auch nachträglich das Fachabi machen und geht auch nebenher. Ist kein Ding.


    Aber ich muss auch meinen Vorredner zustimmen. Es fehlt der Dialog mit den Lehrenden und den StudentInnen. Eines der spannendsten Phänomene auf der Hochschule fand ich die Streitkultur. In Kolloquien haben sich auch die Profs über die Entwürfe gefetzt, wo auch die Studierenden lernen konnten. Man lernt auch das Vorstellen der eigenen Entwürfe vor Publikum. Gerade gestern hat man im TV in TTT den Mangel an der Streitkultur in den Hochschulen bemängelt und dann kommt jetzt Skeptiker mit einem Beispiel daher, das genau das bestätigt. Genau diese Studienform ist ein zusätzlicher Sargnagel in der Streitkultur. Wie sollen diese Menschen Verantwortung übernehmen, wenn sie sich nicht ausdrücken können, weil sie es nicht auf der Hochschule gelernt haben? Wenn sie nicht mal gelernt haben über Alternativen zu debattieren und nachzudenken? Das ist doch alles auch Teil des Entwurfsprozesses. Ja und auch, wie sollen sie richtig freihand zeichnen lernen, wenn es ihnen keiner zeigt und beibringt, wenn sie nicht üben können? Im Büro wird gearbeitet und nicht gelernt. Im Büro lernt man durch machen. Aber was für Jobs kann ein Lehrling im Büro übernehmen, wo er zeichnen lernen kann? Und dann noch im Zusammenhang mit Entwerfen? Mir fällt nix ein. So jemand ist dann doch nur Belastung, weil man sich mit ihm beschäftigen muss und kaum im produktiven Alltag einsetzen kann. Genau dafür sind doch die Hochschulen da, damit sie diesen Job übernehmen. Ich behaupte auch, dass nur ein kleiner Teil der Architekten sich als Ausbilder für andere Architekten eignen. Sicher, ein/e BauzeichnerIn ist schnell ausgebildet. Aber eine/n ArchitektIn ist schon ein anderes Kaliber.


    Nix gegen neue Ausbildungsformen, aber hier scheint sich eine Hochschule ohne Absprache mit den Betroffenen Architekten vorgewagt zu haben.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Im Büro wird gearbeitet und nicht gelernt.

    Jein.


    Ich habe im Büro schon was gelernt. Habe aber auch was zurück gegeben.


    Tatsächlich war mein Praktikumssemester im Büro das 6.te Semester. Da konnte man schon was, konnte zeichnen, wusste die Deckendurchbrüche darzustellen sind, konnte Bauanträge auch ohne fremde Hilfe klöppeln...usw. usf.


    Am Anfang aber (1. + 2. Semester) wäre ich Niemandem eine Hilfe gewesen. Da hätte ich nur Arbeitskraft Anderer gebunden.

  • Man lernt im Büro indem man produktiv ist. War bei mir ja auch nicht anders als bei dir. Aber ich war dort nicht nur und habe nur zugeschaut wie es geht und geübt. Was ich gelernt habe, habe ich im produktiven Alltag gelernt.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Es fehlt der Dialog mit den Lehrenden und den StudentInnen. Eines der spannendsten Phänomene auf der Hochschule fand ich die Streitkultur. In Kolloquien haben sich auch die Profs über die Entwürfe gefetzt, wo auch die Studierenden lernen konnten. Man lernt auch das Vorstellen der eigenen Entwürfe vor Publikum. Gerade gestern hat man im TV in TTT den Mangel an der Streitkultur in den Hochschulen bemängelt und dann kommt jetzt Skeptiker mit einem Beispiel daher, das genau das bestätigt. Genau diese Studienform ist ein zusätzlicher Sargnagel in der Streitkultur. Wie sollen diese Menschen Verantwortung übernehmen, wenn sie sich nicht ausdrücken können, weil sie es nicht auf der Hochschule gelernt haben? Wenn sie nicht mal gelernt haben über Alternativen zu debattieren und nachzudenken? Das ist doch alles auch Teil des Entwurfsprozesses.

    :thumbsup:

    Ja und auch, wie sollen sie richtig freihand zeichnen lernen, wenn es ihnen keiner zeigt und beibringt, wenn sie nicht üben können?

    :thumbsup:

    Im Büro wird gearbeitet und nicht gelernt. Im Büro lernt man durch machen.

    Naja, wer nicht mit geschlossenen Augen arbeitet, lernt bei der Arbeit noch einmal wahnsinnig viel. Nicht umsonst braucht es zwei Praxisjahre für die Aufnahme in die Kammer und Kollegen mit < 5 Berufsjahren gelten in vielen Büros als blutige Anfänger und ahnungslos, weil sie nur Entwerfen können, aber nicht bauen. Aber ja, man lernt im Büro tatsächlich eher durch Machen und Reflexion darüber, aber dafür muss man schon Wissen mitbringen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ich habe ganz deutlich den Eindruck, dass es dem Anbieter um möglichst viele zahlende Studierende geht, um nichts anderes, gerade nicht um möglichst viele qualifizierte Absolventinnen und Absolventen.

    Ist das nicht bei jedem nicht staatlichen Anbieter der Fall? Pest und Cholera. Auf der einen Seite der Profit orientierte Player, auf der anderen Seite die behäbige staatliche Institution die sich mit ihrem langsamen Denken selber abschafft.


    Ich glaube jemand mit Herzblut ist es egal wo er das Wissen erfährt der wird trotzdem gut. Jemand der Arbeit als Pflicht empfindet wird vermutlich auch nie über seine Fähigkeiten hinauswachsen. Ob da die Ausbildung, oder eher Vorbildung den signifikanten Unterschied macht? Was einen Unterschied macht ist intrinsische Motivation. Dein Bewerber ist hingegen maximal extrinsisch motiviert. Das würde ihm vermutlich auch in der UNI so gehen.


    Zur Vermittlung der notwendigen Fähigkeiten kann ich in Ermangelung selbiger nichts sagen.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Gestern lag passenderweise und wie dazu bestellt das Architektenblatt im 03/2021 im Briefkasten und auf der letzten Seiet findet sich ein Artikel des Vorsitzenden der BAK genau zum Thema dieses Threads: Dem Architekturstudium im Homeoffice.


    Die Kernaussagen darin lauten aus meiner Sicht:

    Zitat

    Die meisten Themen in Architektur und Städtebau sind sogenannte „wicked problems“. Den Begriff der „bösartigen Probleme“ prägten in den 1960er-Jahren Horst W. J. Rittel und Melvin Webber. Für solche Probleme gibt es keine eindeutige Lösung, kein Richtig oder Falsch, höchstens Gut oder Schlecht. Aber selbst diese Bewertung hängt davon ab, wie man das Problem formuliert und welche Erklärung man für die Lösung findet. ... Hochschulen müssen dafür vordenken, ihr Potenzial zu interdisziplinärer Arbeit nutzen, Studierende sollen frische Impulse geben. Dafür braucht es inspirierende Arbeitsräume für den Austausch untereinander und mit anderen Fachrichtungen, Werkstätten und Hightech-Labore, intensiven Diskurs und sinnliche Erfahrung.


    Deshalb sieht die Bundesarchitektenkammer Tendenzen kritisch, in unseren Fachrichtungen reine Fernstudiengänge anzubieten oder große Teile der Lehre in Büros zu verlegen. Ob solche Studiengänge überhaupt zur Eintragungsfähigkeit führen können, obliegt der Beurteilung der Eintragungsausschüsse in den Länderarchitektenkammern. Unbestritten sind Praktika wichtig, um Gelerntes erfahrbar zu machen und mit den Anforderungen der Berufsrealität abzugleichen. Das Know-how aus der Praxis bereichert Ausbildung ungemein. Die Möglichkeiten der digitalen Interaktion in der Lehre werden rasant zunehmen. Die Hochschule als realer Erfahrungsort bleibt aber unersetzlich. Selten waren sich berufliche Praxis und Hochschulen so nah.

    Um noch einmal auf den Bewerber zurückzukommen:

    Ich glaube jemand mit Herzblut ist es egal wo er das Wissen erfährt der wird trotzdem gut. Jemand der Arbeit als Pflicht empfindet wird vermutlich auch nie über seine Fähigkeiten hinauswachsen. Ob da die Ausbildung, oder eher Vorbildung den signifikanten Unterschied macht? Was einen Unterschied macht ist intrinsische Motivation. Dein Bewerber ist hingegen maximal extrinsisch motiviert. Das würde ihm vermutlich auch in der UNI so gehen.

    Genau diese intrinsische Motivation und eine deutlich sichtbare Begabung konnte ich auf den ersten Blick nicht erkennen.

    Also eine weitere verlorene Seele, sei es durch das Bildungssystem oder die soziale Herkunft, die nach 10 Jahren Schule weder weiß was Sie kann, noch was Sie werden will. Katastrophe...

    Naja, wenn ich mich bei den heute über Sechzigjährigen erkundige, wie diese zu ihrem Beruf kamen, dann wussten die wenigsten zum Ende ihrer Schulausbildung, wohin sie wollten und nur bei noch weniger davon verlief der dann begonnene Weg geradlinig und ohne Unterbrechungen. Mir scheint der Blick zurück verklärt da manche Biographie und eine bestimmte Zeit.

    Na, wenn Du keine Nachwuchssorgen hast, dann sag' Ihm einfach ab, ... Wenn du nichts in ihm siehst, dann würde ich mir auch nicht die Zeit und Mühe für ein unbezahltes Praktikum machen. Bringt nichts.

    Meine Absage hatte ich bereits am Sonntagabend parallel zu meinem Post hier versandt. Ich sah da tatsächlich keinen Sinn. Das habe ich in diesem speziellen Fall etwas anders als hier auch deutlich geschrieben und dabei meine Gründe aus dem hiesigen Anfangspost kurz erläutert.


    Innerhalb von wenigen Minuten bekam ich schon eine Antwort: Ich hätte als einziger von mehrere hundert Angeschriebenen auf die Anfrage geantwortet. Er würde durch meine ausführliche Antwort allmählich zu verstehen beginnen, weshalb das so sei und jetzt über den Wechsel an eine Präsenzhochschule nachdenken. Bisher habe er in seinem Studium noch keine Face-to-Face-Entwurfskorrektur gehabt und sei sich überhaupt nicht sicher, ob das Fach das richtige für ihn sei. Das Studium habe so verlockend geklungen ganz ohne NC und Aufnahmeprüfung. Wenn nur die Studiengebühr nicht wäre ... . Er werde sich vielleicht im Sommer noch einmal bei mir melden.


    Ich bin dann 'mal gespannt, glaube aber nicht so recht daran. Ein Berufener ist er bisher kaum.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Zitat aus einem Zitat - echt unterste Stufe und deshalb ENTSCHULDIGUNG.

    "Die meisten Themen in Architektur und Städtebau sind sogenannte „wicked problems“. Den Begriff der „bösartigen Probleme“ prägten in den 1960er-Jahren Horst W. J. Rittel und Melvin Webber. Für solche Probleme gibt es keine eindeutige Lösung, kein Richtig oder Falsch, höchstens Gut oder Schlecht. Aber selbst diese Bewertung hängt davon ab, wie man das Problem formuliert und welche Erklärung man für die Lösung findet. ... Hochschulen müssen dafür vordenken, ihr Potenzial zu interdisziplinärer Arbeit nutzen, Studierende sollen frische Impulse geben. Dafür braucht es inspirierende Arbeitsräume für den Austausch untereinander und mit anderen Fachrichtungen, Werkstätten und Hightech-Labore, intensiven Diskurs und sinnliche Erfahrung."


    ... für mich ECHTES Architektengeschwafel. Erinnert mich an eine Baubeschreibung zu einem Bodenbelag in einer Kantine, wo "von sinnlicher Darstellung der Verköstigung" geschwafelt wurde.

    Gut dass die im zweiten Absatz dann zur Sache kamen ;)

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    5.Mose 27:18

  • Ich hab mir damals im Bau-Ing. Studium zum Beginn des 2. Semsters ein Büro gesucht, welches einem "noch ahnungslosen Studenten" eine Chance gibt.

    War die beste Entscheidung meines Lebens. Der Chef interessierte sich erst mal nicht für Noten und ging rein auf Bauchgefühl. Ich hab Vollzeit (natürlich klassisch) studiert und dann mit wenigen Stunden pro Woche immer mehr im Büro mitgemacht. Die Stunden und meine Erfahrung sind praktisch mit jedem Jahr gestiegen (bis zur vollen Werkstudententätigkeit 20h/Woche) und ich hab mir wissenstechnisch mehr im Büro mitgenommen als an der Hochschule. Hochschule war später eher nur noch die "Pflicht". Der Chef hat dann auch mit meiner Zuarbeit Geld verdient. Tatsächlich würde ich es immer wieder so machen. Auch wenn ich zu Beginn tatsächlich weniger verdient hatte als z.B. in der Gastro mit Trinkgeld.

    Dafür war der Support (Zugriff auf Regelwerke, Drucker, Software, andere Ing zum fragen) mit keinem anderen Geld aufzuwerten.

    War später praktisch eher so ein inoffizielles kooperatives Studium.


    Trotz meiner persönlichen Erfahrungen hätte ich bei den genannten EIngangsvoraussetungen glaube ich genauso wie Skeptiker gehandelt.

    Irgendwie las sich das alles viel zu "unrund". Dazu kommt noch, dass auch die Interaktion mit anderern Studierenden auch nicht fehlen sollte. Da hat man gelernt mit anderen zusammen zu arbeiten. In einem bezahlten Studium oder Lehrgang ist der Teilnehmer am Ende immer noch Kunde. Je mehr Kunden erfolgreich bestehen desto besser für den "Ruf" der Bildungseinrichtung (innerhalb einer bestimmen Zielgruppe). Daher ist es auch das Ziel möglichst hohe Abschlusszahlen zu haben. Masse statt Klasse. Darauf nicht zu achten ist ein Luxus den sich nur staatliche Hochschulen leisten können. Das wird aber auch weniger.

  • Innerhalb von wenigen Minuten bekam ich schon eine Antwort: Ich hätte als einziger von mehrere hundert Angeschriebenen auf die Anfrage geantwortet.

    Vielleicht wäre ein Studium Medienkommunikation für den Bewerber angebracht. Wie Massenmailings funktionieren, weiss er ja anscheinend schon...

  • Zitat

    Hochschulen müssen dafür vordenken, ihr Potenzial zu interdisziplinärer Arbeit nutzen, Studierende sollen frische Impulse geben. Dafür braucht es inspirierende Arbeitsräume für den Austausch untereinander und mit anderen Fachrichtungen, Werkstätten und Hightech-Labore, intensiven Diskurs und sinnliche Erfahrung.

    Der Satz ist wahrscheinlich 1:1 aus dem Prospekt der Hochschule Weihenstephan, Fachrichtung Brau- und Getränketechnologie (vulgo: Bierstudium) abgeschrieben. :D

    Der gesunde Verstand ist die bestverteilte Sache der Welt, denn jedermann meint, damit so gut versehen zu sein, dass selbst diejenigen, die in allen übrigen Dingen sehr schwer zu befriedigen sind, doch gewöhnlich nicht mehr Verstand haben wollen, als sie wirklich haben. ~ René Descartes

  • Hach was wär das schön wenn es sowas:

    inspirierende Arbeitsräume für den Austausch untereinander und mit anderen Fachrichtungen, Werkstätten und Hightech-Labore, intensiven Diskurs und sinnliche Erfahrung.

    an deutschen Hochschulen zur genüge gebe.


    Mag sein dass es so etwas vereinzelt gibt, will ich ja gar nicht leugnen aber ist das die Realität...


    Ich war auch auf einer Hochschule. Da gab es 20.000 Studenten. Man war eine Matrikelnummer und musste sich gut selbst organisieren können. Die Professoren mussten auch Lehren. Welch eine Qual für manche. Die wollten doch viel lieber Ihrer Forschung frönen. Darum wurden das Stellen der Aufgaben und Klausuren an Doktoranten bzw. auch mal Masterstudenten weitergereicht. So klafften oft Aufgaben und Vorlesung auseinander. Die Vorlesung habe ich immer als eine völlig überholte Form der Lehre wahrgenommen. Einer betet vor hunderten Studenten sein Wissen in Geschwindigkeiten runter, in denen man nicht schafft geistig zu folgen, geschweige denn Fragen zu formulieren, was ja auch nicht gewünscht sein kann. Denn wenn nur jeder 10te eine Frage stellen würde, wäre der Stoff nicht in der vorgegebenen Zeit vor lesbar. Ich kann mich noch gut an Mathe I erinnern, wo ich bis zu 30 DIN A4 Seiten von der Tafel abgeschrieben habe, weil der Professor die Auffassung hatte, dass man auch durch das Abschreiben was lernt...Katastrophe


    Diese veraltete System sollte genauso abgeschafft werden wie das reine Fernstudium hier sinnlos ist.


    Naja, wenn ich mich bei den heute über Sechzigjährigen erkundige, wie diese zu ihrem Beruf kamen, dann wussten die wenigsten zum Ende ihrer Schulausbildung, wohin sie wollten und nur bei noch weniger davon verlief der dann begonnene Weg geradlinig und ohne Unterbrechungen. Mir scheint der Blick zurück verklärt da manche Biographie und eine bestimmte Zeit.

    Seit 60 Jahren keine sinnvolle Entwicklung im System um besser auf das Leben vorzubereiten... wenn das kein Armutszeugnis ist, weiß ich auch nicht mehr. Für mich persönlich hat die schulische Bildung nur noch einen sehr geringen Stellenwert. Das wird auch mit ABI nicht besser. Dafür muss ich mir nur meine eigene Rechtschreibung, Fremdsprachen, etc. angucken ;-) um zu wissen das auch bei mir das System gescheitert ist, ich hatte halt nur Glück beim Elternhaus :-)

  • Ich hab mir damals im Bau-Ing. Studium zum Beginn des 2. Semsters ein Büro gesucht, welches einem "noch ahnungslosen Studenten" eine Chance gibt.

    War die beste Entscheidung meines Lebens.

    In BaWü wurde ja 1974 die "Berufsakademie" in´s Leben gerufen, Studiengänge in Kooperation mit Firmen, ca. 50% Theorie (Vorlesungen) und 50% Praxis in den Firmen. Zugangsvoraussetzungen analog zu den sonstigen Hochschulen in BaWü, man brauchte halt zusätzlich einen Vertrag mit einem Unternehmen. Das waren meist Mittelständler und Großunternehmen, eher selten Kleinbetriebe. Abschluss Dipl. Ing. (BA).

    Für die Studenten war das ziemlich stressig, Vorlesungen, Klausuren, das war alles ziemlich eng getaktet, dafür gab es im Gegenzug auch ein paar DM pro Monat. Schwierigkeiten gab es zu Beginn in anderen Bundesländern, da wurde der Abschluss erst nicht anerkannt, insbesondere wenn jemand in den Staatsdienst wechseln wollte. Das war aber eher selten der Fall, die meisten Studenten blieben zumindest die ersten Jahre in ihrem Ausbildungsbetrieb. Für die Firmen war das ein großer Vorteil, da die Absolventen nicht nur eine Menge Theorie gelernt hatten, sondern zielgerichtet im Unternehmen ausgebildet wurden.


    Seit Frühjahr 2009 wurden die BA in DHBW (Duale Hochschule Baden-Württemberg) umgewandelt, die Abschlüsse entsprechend angepasst (Bachelor-, Master-Studiengänge). Geblieben ist der Mix zwischen Theorie und Praxis, der sich durch ein paar Wochen "Praktikum" nicht ersetzen lässt.


    Es gibt also einen Bedarf an solchen Studiengängen, insbesondere für Studenten die zuvor noch keine Ausbildung abgeschlossen haben.


    Zu Fernstudiengängen habe ich ein gespaltenes Verhältnis, was vielleicht auch daran liegt, dass ich aus der Technik komme, und da sind praktische Fähigkeiten einfach unerlässlich. Die wenigsten Absolventen sehen ihre Zukunft in der Wissenschaft und theoretischen Forschung. Praktische Fähigkeiten lassen sich aber nicht an wenigen Tagen Praktikum oder anhand irgendwelcher Youtube Tutorials erlernen, dafür braucht es ein entsprechendes Umfeld (Labor, Werkstatt, Fertigung) und jemanden der einem anleitet. Dieses Umfeld haben die wenigsten Studenten zuhause, und die Hochschulen können in ihren Labors auch nur kleine Teilbereiche abdecken.

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  • Bei dem würde ich Mathematik studieren wollen. So kann man auch lehren!


    Wir hatten auch so uninteressierte Professoren, die teilweise nur 1-2x /Semester erschienen. Fand ich extreme Frechheit.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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