Wie am besten temporär genutzte Werkstatt/Wintergarten heizen?

  • Hallo Freunde des Bauens,

    ich frage mich, ob ich einen Elektroheizlüfter in meinen temporär genutzten Wintergarten/Werkstatt einbauen soll oder nicht.
    Hat da jemand erfahrung? Oder soll ich den Raum an das Heizsystem anschießen? Wie gesagt, der Raum wird selten genutzt.

    Zu dem Raum:

    - Ca 35 qm groß soll der Raum werden. Höhe ca. 3,00 m. Also nicht gerade klein. Aber eben nicht dauerhaft genutzt, sondern temporär.
    - 2 Außenwände, da an einer Ecke gelegen.


    Eine Klimaanlage ist auch eine Option. Der Verglasungs-Anteil ist nicht gerade klein. Solare Gewinne würden in bestimmten Momenten auch eine Kühlung des Raums erfordern (Wobei ich hier noch überlege, auch mit Vordächern entsprechend für mehr Verschattung zu sorgen.

    Und noch ein Hinweis: Wir werden viel Fußbodenheizung vorsehen; das Konzept liegt definitiv bisher auf niedrigen VL-Temperaturen.

    Also die Fragen sind:

    - soll ich den Raum an das Heizsystem anschießen?
    - Ab welchem Temperatur-Wert macht es keinen Sinn mehr? Also Gaszentralheizung ist geplant.
    - Ist eine Klimaanlage zu empfehlen?

    Beste Grüße
    und Danke schonmal:)

  • Welche Raumtemperatur soll erreicht werden?


    Bei einer sporadischen Nutzung könnte ich mir eine FBH mit niedrigen Systemtemperaturen verkneifen. Die passt aufgrund ihrer Trägheit nicht zu einem sporadisch genutzten Raum. Unter Umständen könnte man noch mit Gebläsekonvektoren am Heizkreis arbeiten, die erwärmen zumindest relativ schnell die Raumluft, so dass der Raum gefühlt "warm" ist.


    Falls klimatisiert werden soll, dann würde ich über eine Split-Klima nachdenken, und diese auch zum Heizen einsetzen. Nachteilig könnte die Geräuschentwicklung sein. Bei sporadischer Nutzung spielt der "Stromverbrauch" keine so große Rolle.


    Die Raumgröße ist nicht so das Problem, die Heizlast lässt sich ja rechnen. Dabei beachten, dass ausreichend Aufheizleistung mit einkalkuliert wird, damit der Raum auch bedarfsgerecht beheizt werden kann.


    Welche Variante die geringeren Investitionskosten verursacht, das muss man rechnen. Aus dem Bauch heraus würde ich schätzen, dass die Split-Klima etwas günstiger wird. Hier fallen auch weniger Arbeiten für die Verlegung von Rohren etc. an, insbesondere wenn man den Heizkreis nicht so einfach erweitern kann (räumliche Nähe?)

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Oder so Heizplatten aus Naturstein. Die in der Nähe anbringen, wo man arbeitet.


    Aber mir gefällt die Idee von R.B. besser, da sie auch eine Kühlung vorsieht. Dürfte aber ein höherer Anfangsinvest sein.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung


  • Oder so Heizplatten aus Naturstein.

    Auf eine E-Direktheizung würde ich nicht setzen, egal ob man Marmorplatten, Granit, oder vergoldet. Wenn die Heizung sehr selten in Betrieb sein sollte, und man auf el. Strom setzen möchte, dann einen möglichst kostengünstigen el. Heizkörper, vorzugsweise mit Gebläse. "Design"-objekte sind an sich sehr teuer, ohne technischen Zusatznutzen.


    Die Wärmekapazität solcher "Stein"platten wird gerne überschätzt.

    Bei Marmor wären es beispielsweise 0,244Wh/(kg*K).

    Selbst wenn so ein Heizkörper ein Gewicht von 20kg auf die Waage bringt, wären das nur etwa 5Wh/K. Berücksichtigt man nun die zulässige Oberflächentemperatur und die Temperatur am "Heizdraht", dann sieht man schnell, dass die Wärmekapazität überschaubar ist. Sie ist mit Sicherheit höher als bei einem el. Heizkörper bei dem nur Luft durch die "Glühwendel" geblasen wird, aber deutlich geringer als oftmals vermutet wird.


    Ein Vorteil wäre der Berührschutz, und die Masse beeinflusst auch die Hysterese und das Regelverhalten positiv, aber auf die Effizienz hat das keinen Einfluss.


    ein Holzofen wäre noch eine Möglichkeit, gerade wenn durch Garten / Werkstatt viel Holzreste vorhanden sind.

    Ging mir auch zuerst durch den Kopf, gerade in Verbindung mit "Werkstatt". Schornstein bzw. Schornsteinfeger belasten dann die Investitions- bzw. Betriebskosten. Wenn kostenlose Holzabfälle verbrannt werden können, dann könnte das ein Nullsummenspiel werden, je nachdem was man unter "gelegentlicher" Nutzung versteht.


    Im Fall einer Klimaanlage würde ich zuerst mal Heiz- und Kühllast abschätzen, für´s Heizen noch etwas Aufheizleistung dazu, dann landet man vermutlich irgendwo in der 2-3kW Klasse. Da gibt es Geräte die mit ein bisschen Zubehör (Konsole, KM Leitung) vielleicht um die 500,- € kosten, als Inverter mit etwas mehr Komfort auch um die 1.000,- €. Montage hängt von den Rahmenbedingungen ab, die wird wohl auch irgendwo um die 500,- € liegen, wenn´s kompliziert wird dann auch etwas teurer.


    Stromverbrauch p.a. lässt sich bei sporadischer Nutzung nicht vorhersagen. Da ist dann zwischen 0kWh und 1.000kWh p.a. alles möglich.


    Gebläsekonvektoren zum Anschluss an den Heizkreis gibt es bereits in der 500,- € Klasse, aber deren Heizleistung ist halt bei niedrigen Heizwassertemperaturen überschaubar . Bei höchster Gebläsestufe kommt man bei 35/30 vielleicht in Richtung 1kW. Rechnet man jetzt noch Zubehör/Montageteile und die Montage selbst hinzu, dann dürften die Kosten schnell in eine Größenordnung kommen, die über der einer Split-Klima liegt.


    Da sollte man wirklich mit spitzer Feder rechnen, denn bei diesen Rahmenbedingungen haben die Investitionskosten mehr Gewicht als die Betriebskosten.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Und so Infrarotteile?


    Je nachdem, was man unter gelegentlich versteht, würde ich möglichst in Richtung kis gehen (keep it simple), in der Hinsicht sind so Gebläse, wie Du geschrieben hast oder Heizkörper zum Einstecken unschlagbar.


    Beim Nachdenken bzgl Hitzeschutz wäre ein außen gelegener Sonnenschutz sinnvoller, als ein System, das die Wärme erst mal wieder nach außen transportiert. Das beste ist ja, die gar nicht erst rein zu lassen. So mein Gedankengang.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung


  • Schornstein bzw. Schornsteinfeger belasten dann die Investitions- bzw. Betriebskosten.

    Wenn man keine Ansprüche ans Design hat, dann kommt ja mit was gebrauchtem sehr günstig hin:


    https://www.ebay-kleinanzeigen…n-ofen/1676697972-87-6598


    Wenn man das Ding dann "mobil" betreibt, also nicht ortsfest, dann brauchts auch keinen Kaminkehrer.



    Man sollte sich nochmal genau überlegen was sporadisch oder gelegentlich bedeutet.

    Für 2 tage im Jahr machen andere Arten Sinn wie für 20 Tage.

    Für 2 tage kann ich auch einfach günstige heizlüfter nehmen, Kostenpunkt 15€ / 2kW.

  • Und so Infrarotteile?

    sind auch nur Elektroheizkörper.


    Bei Werkstatt und 35m² würde ich unterstellen, dass man sich nicht ständig an einem Platz aufhält. Da wäre es komfortabler die Luft im ganzen Raum zu erwärmen.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Wow.

    Danke liebe Leute für die zahlreichen Rückmeldungen!


    @ Anda:

    Die Werkstattnutzung hat zum einen den Vorteil, dass man nicht wirklich dann überall beim Arbeiten angenehme 21 ° braucht, sondern 17 bis 18 ° meist reichen, wenn handwerkliche Arbeiten anstehen. Das spricht schon mal dafür, dass der Heizkörper nicht diesen Comfort mit sich bringt, wie man es beispielsweise bei bewohnten Räumen braucht.


    SirSydom:

    Tja, bei Werkstattarbeiten ist es so, dass mal mehr und mal weniger zu tun ist. Gut möglich, dass man sich in einem Jahr nur ca. 25 Tage darin aufhält; im nächsten Jahr dann ca. 85 Tage – je nach dem, was ansteht. Deinen Link kann ich zwar öffnen, aber sehe nicht das genau von dir ausgewählte Produkt.

    Also als kleinen Heizkörper hätte ich z.B. so was wie das hier im Sinne, oder eben vergleichbar: Thermobile VTB 3000 Elektroheizer - Baushop XXL


    clouliner:

    Klar, wenn ich es stimmungsvoll haben möchte, dann würd ich den Holzofen von Oma hervorkramen (ich habe tatsächlich die Möglichkeit, den zu bekommen. Holz ist auch genug da). Aber bei genehmigungspflichtigen Räumen nehme ich an, dass man dafür keine Zulassung bekommen, diesen auch anzuschließen, oder? Bei reinen Bestandsgebäude ohne Umbau wäre das wahrscheinlich weniger kritisch beäugt. Hat das jemand Erfahrung?


    Zum Thema Klima:

    Die Kühlleistung kann ich dann besser durch außenliegende Verschattung reduzieren; im Hochsommer bei 30 ° Außentemperatur macht das Arbeiten in der Werkstatt eh nicht so richtig Spaß, da bin ich eher Freund von den Wintermonaten, in denen man viel schaffen kann.

    Ein anderer Aspekt ist aber auch, dass ich ein paar Gewächse nicht nur im Winter sondern auch in den Sommermonaten dort mit hineinstellen möchte – und die Pflanzen mögen es warm. ... Kühlen steht also nicht sooo im Vordergrund.


    Also eure Rückmeldung sind schon echt hilfreich. Weiß noch nicht ganz genau, wie ich allerdings hier am besten entscheide.

    Beste Grüße aus Köln

  • aber sehe nicht das genau von dir ausgewählte Produkt.

    is schon weg, war halt so ein alter Wamsler Ofen,


    Was mir aber noch eingefallen ist. Es gibt mittlerweile für richtig kleines Geld Diesel Heizer mit getrennter Abgasführung mit einigen kW. Da stecken im Endeffekt PKW Standheizungen drin.

    Statt mit Diesel läuft das natürlich auch mit Heizöl und damit für sagenhafte 5Cent / kWh.


    Schau mal nach iMars CH-A1 bei banggood.

  • Das ist ein Neubau wenn ich das richtig verstanden habe.

    Warum dann nicht die Fußbodenheizung verlegen und den Thermostat auf 18 Grad stellen?

    Da der Raum im Wohnhaus integriert ist, würde ein zeitweise komplett kalter Bereich ohnehin andere Probleme verursachen.

  • Das ist ein Neubau wenn ich das richtig verstanden habe.

    Warum dann nicht die Fußbodenheizung verlegen und den Thermostat auf 18 Grad stellen?

    Wozu sollte man in einem Wintergarten der sporadisch als "Werkstatt" benutzt werden soll, eine FBH verlegen und diesen den ganzen Winter über temperieren?

    Bei einem Wintergarten würde ich von schlechter Wärmedämmung, dafür hohen solaren Erträgen mit starken Schwankungen ausgehen. Hinzu kommt eine sporadische Nutzung. Das spricht alles eher gegen eine FBH.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Wozu sollte man in einem Wintergarten der sporadisch als "Werkstatt" benutzt werden soll, eine FBH verlegen und diesen den ganzen Winter über temperieren?

    Bei einem Wintergarten würde ich von schlechter Wärmedämmung, dafür hohen solaren Erträgen mit starken Schwankungen ausgehen. Hinzu kommt eine sporadische Nutzung. Das spricht alles eher gegen eine FBH.

    Warum nicht?


    Die paar Rohre und die Mischergruppe kosten maximal 700 Euro und paar Stunden Arbeit.


    Und wer es etwas "luxuriöser" mag, kann sich eine beheizte Liegebank hinbasteln.


    0815 und simpel, ist dann einfach die getrennte Mischergruppe samt Heizkörper.


    Da es ein Neubau ist, kommt zu 99% der Handtuchheizkörper ins Badezimmer und dann bräuchte man nicht einmal mehr die Mischergruppe, da bereits eingeplant.

  • Ich habe wohl den Hintergrund des Vorhabens noch nicht verstanden.

    ich verstehe sowohl den Wunsch nach einem Wintergarten wie auch den nach einer nur temporär genutzten Werkstatt. Aber ich sehe absolut keinen Zusammenhang zwischen den beiden Wünschen.

  • Warum nicht?


    Die paar Rohre und die Mischergruppe kosten maximal 700 Euro und paar Stunden Arbeit.

    Die Investitionskosten sind hier nicht das Problem.

    Wozu sollte man einen Wintergarten ca. 180 Tage im Jahr temperieren, nur weil man vielleicht an 25 Tagen für ein paar Stunden dort werkeln möchte? Ein Wintergarten zeichnet sich durch große Glasflächen aus. Das führt zu einer hohen Heizlast, gleichzeitig aber auch an Sonnentagen zu hohen solaren Erträgen. Selbst wenn man diesen die ganze Zeit nur auf 18°C temperiert, geht dafür einiges an Heizenergie drauf.


    Jetzt könnte man auf die Idee kommen, und die RT im Wintergarten während der Nichtnutzung abzusenken. Dann braucht es zum Aufheizen entsprechend viel Zeit und ausreichend Heizleistung.


    Eine sporadische Nutzung spricht also eher für Heizflächen die sich schnell regeln lassen und die eine üppige Aufheizleistung zur Verfügung stellen. Beides spricht mehr gegen eine FBH als dafür.

    Es wird bereits schwierig mit "FBH Temperaturen" und Gebläsekonvektoren den Wintergarten in einer akzeptablen Zeit zu heizen, mit einer trägen FBH hat man da gar keine Chance. Sollte man beispielsweise zulassen, dass die RT während Nichtnutzung auf sagen wir mal 10°C abfällt, dann braucht es 1-2 Tage bis man mit einer schwachbrüstigen FBH wieder auf Solltemperatur kommt. Das wäre alles andere als komfortabel und widerspricht einer "sporadischen" Nutzungsmöglichkeit.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Eine sporadische Nutzung spricht also eher für Heizflächen die sich schnell regeln lassen

    Alles richtig. Trotzdem wäre es mMn essentiell zu erfahren, ob der Wintergarten in- oder außerhalb der thermischen Hülle des Hauses ist. Wenn nämlich ersteres der Fall ist, wird es da erst gar nicht richtig kalt werden.


  • Wenn weder die FBH noch Radiatoren gewünscht sind, dann muss man eben einen Planer engagieren. :D