Dach undicht - was tun?

  • Liebes Forum,


    wir haben uns entschieden unser Dach mit einer Zwischensparrendämmung zu isolieren, das Dach von außen zu reinigen und beschichten zu lassen. Beim begehen des Dachstuhls ist uns aufgefallen, dass es undicht ist (Siehe Bilder). Die Fachfirma, welche die Reinigung und die Isolierung durchführt, sagt einige Ziegel seien wahrscheinlich verrückt und die würden sie wenn sie oben sind wieder gerade rücken. Heute war es soweit und wir haben keinerlei Abdicht arbeiten wahrgenommen. Bei Nachfrage verwies der Chef der beiden Handwerker auf verrückte Ziegel, die jetzt wieder gerade gerückt worden sind . Mir fällt es schwer das zu glauben, zumal Jetzt von unten isoliert wurde und ein potenzielles Leck nicht mehr von unten sichtbar ist.


    ich weiß, dass per Ferndiagnose kaum eine Aussage getroffen werden kann, wäre aber sehr dankbar für Einschätzung auf Grundlage des Bildes. Teilweise hatte der Schnee sich auch unter der unterspann gesammelt.


    wie kann ich die Firma hier nicht aus der Pflicht entkommen lassen?


    Vielen Dank

  • wir haben uns entschieden unser Dach mit einer Zwischensparrendämmung zu isolieren, das Dach von außen zu reinigen und beschichten zu lassen.

    Beim Einbringen einer Wärmedämmung spricht man in D im Bauwesen üblicherweise von "dämmen".

    ... wir haben keinerlei Abdicht arbeiten wahrgenommen. Bei Nachfrage verwies der Chef der beiden Handwerker auf verrückte Ziegel, die jetzt wieder gerade gerückt worden sind . Mir fällt es schwer das zu glauben, zumal Jetzt von unten isoliert wurde und ein potenzielles Leck nicht mehr von unten sichtbar ist.

    Die Bilder zeigen eine Situation ohne jeden Abdichtung, Unterspannbahn, Wärmedämmung.


    Was ist in diesem Fall mit "Isolierung" gemeint, eine Wärmedämmung oder eine Abdichtung? Was genau sollte ausgeführt werden?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Die Bilder wurden gemacht bevor die fachfirma eine zwischensparrendämmung angebracht hat. Die Mineralwolle wurde von unten zwischen die Sparren geklemmt und mit einer dampfsperre beklebt. Mit der Firma abgestimmt war, dass verrückte Ziegel bzw. die Ursache der Undichtigkeiten behoben wird bevor die Dämmung angebracht wird. Nochmal konkret. Es wurde gedämmt, aber nicht abgedichtet. Frage. Sind Schäden wie auf den Bildern zu sehen durch verrückte Ziegel möglich und durch gerade Rücken wieder instandsetzbar?


    Besten Dank

  • auf den ersten Blick sieht das wie Flugschnee aus.

    Das mit den verrückten Ziegel kann zwar theoretisch sein, würde ich aber hier nicht als (alleinige) Ursache vermuten: hier liegt es eher an den großen Lüftungsöffnungen am First.

    hier hätte man vermutlich den First abnehmen und eine Firstrolle/Firstdichtband montieren sollen, bevor man den First wieder montiert...


    ich hoffe, der Dachaufbau wurde vor der Ausführung mal bauphysikalisch beleuchtet. Die Unterspannbahn (diese Art ist typisch für die 1980er und maximal frühen 1990er Jahre) ist ja möglicherweise diffusionsdicht, da sind ein paar Besonderheiten zu berücksichtigen.

  • Mir ist weiter unklar, was bei diesem Dach wie "abgedichtet" werden sollte. Wo sollte welche Art von "Abdichtung" angebracht werden?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Zitat

    wie kann ich die Firma hier nicht aus der Pflicht entkommen lassen?

    indem Du das Dach jetzt von einer Fachfirma untersuchen läßt. Das Dach sollte hierbei auch an einigen Stellen geöffnet werden, um nachzusehen, ob das Gebälk und die Zwischensparrendämmung trocken sind.


    Nach den Bildern war auf der Dachunterseite Schnee und das Gebälk nass. Wie gleichwohl eine Zwischensparrendämmung und eine Dampfbremse eingebaut werden konnte, ist nicht nachvollziehbar. Das Dämmunternehmen dürfte seiner Verpflichtung zur Anmeldung von Bedenken nicht nachgekommen sein.


    Im Übrigen dürfte der TE auf einen " Dachbeschichter " reingefallen sein. Eine Beschichtung dürfte bei derart viel Schnee nämlich kaum ausgereicht haben.


    Aber prüfen lassen: Wenn Gebälk und Dämmung feucht/nass sein sollten, hat der Beschichter den vertraglich geschuldeten Erfolg nicht herbeigeführt und haftet ( Geld zurück, weil Beschichtung nicht ausreichend ist/war und Schadensersatz für durchfeuchtete Dämmung).

  • Das wird Lustig: :corn:


    Ein Dachbeschichter beschichtet ja nur die bestehenden Deckung. Was will der am Satus Quo dadurch ändern? Ob der Dachbeschichter Ahnung vom First und Lüftungsöffnungen hat?

    Hat der Trockenbauer die fachliche Qualifkation, zu erkennen das der First dazu neigt, bei Schneesturm , Schnee einzufangen, ohne je diese Bilder zu gesicht bekommen zu haben?

    Warum taucht eigentlich jetzt, nach vollbrachter Tat diese Frage erst auf? Die Bilder können ja garnicht so alt sein und warum wurde das nicht mit den Gewerken VOR Arbeitsaufnahme diskutiert?. Im Nachgang hier Ursache und Fehler zu suchen ist fragwürdig.

    Dafür wäre im Einbezug der Jeweiligen Fachfirma und eines Fachmanns für Dachdeckerarbeiten ein Brainstorming viel effektiver gewesen. Aber der wahrscheinlich war die auftretende Merhkostenproblematik in dem Moment wichtiger als eine Problemlösung fachlicher Art.

    (Das ist natürlich rein spekulativ)

    :lach: Leute, kennt Ihr Quarantäne-Kaffee? Der ist wie normaler Kaffee aber mit Vodka drin und ohne Kaffee. :D

  • Zitat

    Bei Nachfrage verwies der Chef der beiden Handwerker auf verrückte Ziegel, die jetzt wieder gerade gerückt worden sind .

    Das hört sich danach an, dass der Dachbeschichter auch die Zwischensparrendämmung ausgeführt hat ( ein- und derselbe Vertragspartner des TE ).


    Wenn es so gewesen sein sollte, dann wirds womöglich unangenehm für den " Chef ". Denn dann fängt es schon damit an, dass der " Chef " wegen der fehlenden USB von der Zwischensparrendämmung hätte abraten müssen und natürlich erst Recht, wenn er auch noch den eingetriebenen Schnee mit massiver Durchfeuchtung des Gebälks gesehen haben sollte ( Feuchteregel max. 20 % bei Dachgeschoßdämmung ). Denn er hatte bei Abweichungen von den aRdT auf Bedenken gegen den DG-Ausbau hinweisen müssen und zwar bei dem TE, einem offensichtlich unwissenden Laien, so klar, eindeutig und unmißverständlich, dass dieser es auch versteht. Dass er dies getan hat, hätte der " Chef " im Streitfall darzulegen und zu beweisen.


    Der Hinweis auf die " verrückten " Ziegel war im Hinblick auf die offensichtlich fehlende USB, die nach den aRdT einer Zwischensparrendämmung entgegenstand, selbstverständlich völlig unzulänglich.


    Anders wäre es nur, wenn der TE vom " Chef " auf die Unzulänglichkeiten hingewiesen worden wäre und der TE es gleichwohl so ausgeführt haben wollte.


    Bereits der Verstoß gegen die aRdT wäre ein Mangel. Jetzt sollte nur noch zur Abrundung untersucht werden, ob die Beschichtung und die Neuausrichtung der " verrückten " Ziegel den geschuldeten Erfolg ( Dach ist dicht und Eintrieb von Flugschnee ist jetzt und in Zukunft - Dauerhaftigkeit ! - ausgeschlossen ) erbracht hat. Wohl kaum. Denn wenn es so wäre, könnte man die Anforderung an ein gedämmtes Steildach ( = nur mit Zusatzmaßnahme USB ) auch gleich vergessen.


    @Chief: Aus Deiner Sicht als Experte war der TE selbstverständlich viel zu gutgläubig. Aber darauf käme es nicht an, wenn der " Chef " als vorgeblicher oder tatsächlicher Fachunternehmer seiner Verpflichtung zur Bedenkenanmeldung nach § 4 Abs. 3 VOB/B analog/ § 242 BGB nicht nachgekommen sein sollte.


    Der Unternehmer muß den Laien vor risikobehafteten Baumaßnahmen bewahren!


    Worum es sich bei den " Dachbeschichtern " in aller Regel handelt, muß hier ja wohl nicht weiter vertieft werden. Die " lackieren " Ziegel und alle Anschlüsse und Durchdringungen des Dachs bleiben außer Betracht.

  • Eine Eindeckung kann nie wasserdicht sein. Daher ist wahrscheinlich und davon auszugehen das Flugschnee und Schlagregen unter die Eindeckung treiben wird. Deshalb gibt es die Forderung des ZVDH eine Unterspannung als Mindestschutz bei neu erstellten Dächern vorzusehen.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Vielen Dank für die aufschlussreichen Antworten. Der Vertragspartner ("Dachbeschichter") hat sowohl die Dämmung , die Beschichtung der Ziegel Fassadenanstrich angeboten. Bevor die Arbeiten starten sollten, ist zu dem Schneesturm gekommen und wir haben das Leck entdeckt. Daraufhin habe ich ihm die Bilder zukommen lassen und er sich das Dach nochmal angeguckt, der Schnee ist getaut und die Dämmarbeiten sind vor 3 tagen gestartet. Habe ich richtig verstanden, dass er mit Dämmen ohne USB und bei den Temperaturen/Feuchtigkeit nicht hätte starten dürfen?


    Ich habe ihm per WhatsApp die Bilder geschickt inklusive konkrete Fragestellung ob aufgrund von fehlendem USB eine Dämmung sinnvoll ist, sofern Feuchtigkeit/Schimmel droht. Er verwies auf verrückte Ziegel, die von oben wieder gerade gerückt werden und auf die dampfbremse von unten. Ich habe sogar auf hinterbelüftung verwiesen und er sagte nur, da wird's nicht schimmeln.. ich solle mir keine sorgen machen. Auch meine Frage ob der First in Ordnung ist, wurde bestätigt mit verweis auf existierender Metall - first Abdichtung. Aktuell werden die Arbeiten noch durchgeführt und er beteuert, dass das Dach dicht ist, keine weitere USB oder Reparaturen am First braucht. Ich habe ihn gebeten, die Leistung "Prüfung/Abdichtung undichter Stellen im Dach plus Austausch defekter Ziegel im Vertrag zu ergänzen, was er zugesagt hat, bisher aber nicht ausgeführt.


    WIe wahrscheinlich ist, dass er recht hat? ich werde unabhängig von ihm nochmal jemand Fachkundigen aufs dach schauen lassen. Jetzt ist die Dämmung aber schon drin leider.


    Der Dachausbau wurde vor durch den Vorbesitzer gemacht. Zur bauphysikalischen Prüfung kann ich nichts sagen.


    vielen lieben Dank

  • @Chief: Aus Deiner Sicht als Experte war der TE selbstverständlich viel zu gutgläubig. Aber darauf käme es nicht an, wenn der " Chef " als vorgeblicher oder tatsächlicher Fachunternehmer seiner Verpflichtung zur Bedenkenanmeldung nach § 4 Abs. 3 VOB/B analog/ § 242 BGB nicht nachgekommen sein sollte.

    Off-Topic:

    Nur ums kurz zu erläutern wie mein Gedankengang hier war.

    Der Beschichter kommt und propagiert seine Beschichtung und wie toll und schön und gut.....

    Der Trockenbauer kommt und propagiert sein Trockenbaugewerk.

    Beides nicht direkt mit Dachdeckerfachwissen gesegnet. Woher auch, sind ja andere Fachgebiete,

    Auf die Frage des TE,´s woher nun der Schnee kommt, spekuliert der Beschichter, das evt die Eindeckung etwas verschoben ist und die das beim Reinigen und beschichten die Dachsteine geradeschieben könnten.

    Der Trockenbauer weis davon evt nix, weil der Schnee bis er kommt, ja wieder weg ist. Und ich persönlich einem Trockenbauer darin kein Fachwissen attestieren würde.

    Ergo, es sind zwar Fachfirmen da, aber beide nur mit halbwissen, wenn überhaupt.


    Letztendlich ist die Situation ja besser, weil beides Eine Firma wohl ist und somit mehr Fachwissen vorhanden sein könnten, obzw dann kein "Schuldiger" ausgeknobelt werden muss. ;D

    :lach: Leute, kennt Ihr Quarantäne-Kaffee? Der ist wie normaler Kaffee aber mit Vodka drin und ohne Kaffee. :D

  • Zitat

    WIe wahrscheinlich ist (es ), dass er recht hat?

    Meine Glaskugel sagt mir, dass es sehr, sehr unwahrscheinlich ist, das das Dach dauerhaft dicht ist. Das wird der Beschichter Dir aber niemals zugestehen.


    Belanglos ist, ob edas Dach jetzt ( ohne weiteren Schneefall oder Schlagregen ) zeitweise " dicht " wäre. Denn mangels einer USB im Firstbereich durfte das Dach nach den Fachregeln nicht gedämmt werden. In welchem Zustand sich die alte Gitternetz-USB unterhalb des Firstes befindet und ob sie für eine Zwischensparrendämmung geignet war ( möglichst geringer sd-Wert erforderlich ), wissen wir auch nicht.


    Bis zur Klärung durch Fachleute ( = Bauphysiker + seriöses Dachdeckerunternehmen ) würde ich dem Beschichter nichts ( mehr ) zahlen. Denn es steht zu befürchten, dass die Dämmung und die Beschichtung " für die Katz " waren.