Altbaudämmung mit grauen Steinplatten

  • Hallo zusammen,

    was bin ich froh auf dieses Forum gestossen zu sein.

    Wir haben vor kurzem eine DG Wohnung erworben. Da ich alles etwas auf den neuen Stand bringen möchte habe ich mir das kleine Zimmer mit braunen Panellen vorgenommen. Der Vorbesitzer hat wohl versucht eine Untersparrendämmung zu machen. Allerdings mehr schlecht als recht. Nachdem ich die Panelle entfernt habe, musste ich feststellen wie er mit der Querlattung das Schrägdach total durchlöchert hat. Scheinbar hat er nicht die Stellen für Schrauben und Nägel gefunden.


    Habe jetzt das ganze abgerissen. Die Decke und die Schrägwände waren aus gepresstem Stroh mit Putz drüber.


    So, zu meinem Problem:

    Zwischen den Sparren befinden sich so graue Steinplatten direkt dahinter die Ziegel.

    (Bild 3)

    Edit: leider werden die Bilder verdreht

    Ich würde gerne eine neue Dämmung vornehmen. Müsste ich zwischen Dämmung und Steinplatten eine Unterspannbahn ziehen oder kann ich die Dämmung direkt an die Steine setzen mit folgender Dampfbremse. Oder müssen die raus ?

    Habe bissi Bedenken wegen Feuchtigkeit.


    Sorry für den langen Text und vorab schonmal vielen Dank...

  • Ausmauerung der Sparrenebene mit Steinplatten ( Ytong, Bims o.ä. ) erscheint mir etwas merkwürdig, aber in Verbindung mit Putz auf " Stroh " war´s zumindest in der Fläche luftdicht, weshalb der TE auch von Kondensatschäden nicht berichtet. Aber vermutlich ist das bewohnte DG nicht ausreichend warm geworden.


    Nach dem Abriss wird nach einem neuen Aufbau gefragt. Denkbar wäre u.a.:


    - Außen winddicht und zusätzliche Absicherung gegen Leckwasser durch eine Unterspannbahn, also Dachziegel abnehmen und gegebenenfalls gleich erneuern.


    - neue Zwischensparrendämmung aus z.B. Mineralwolle


    - Dampfbremse


    - Untersparrendämmung mit max. 20 % der Dicke der Zwischensparrendämmung


    - neue Verkleidung.


    Das Ganze dann nach vorheriger Klärung der örtlichen Gegebenheiten und unter Beaufsichtigung der Arbeiten durch einen Fachmann.

  • ja, so eine Ausmauerung ist mir vor Jahren auch mal untergekommen... Ich meine, das war im Spessart, ein Gebäude mit Forstbezug... Der räumliche Zusammenhang zu Eurem Vorhaben ist also da...

    Gibt es, wenn auch selten.

  • Ist das Gebäude noch vor dem 2.WK gebaut worden? Ist es eine Gegend, die im 2.WK kräftig gebombt wurde? Dann könnte es eine Maßnahme gegen Brandbomben gewesen sein. Schönes Anschauungsobjekt der Vergangenheit, aber untauglich für heutige Verhältnisse.

    Evtl. das komplette Dach sanieren. Raus mit den Steinen und gescheit aufbauen mit Dämmung usw.


    Ansonsten kenne ich das nur von alten italienischen Palazzi, wo man das Dach mit Ziegelsteinen gedeckt und über diesen die Nonnnen- und Mönchsdeckung in Mörtel verlegt hat.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Danke für die Antworten..


    Ja das Haus steht unter Denkmalschutz.

    Bj. 1898, wurde wohl in den 40ern neu aufgebaut. Hanau gehört auch zu den Städten die stark mitgenommen waren im WK. Dachsanierung wird wohl erst mit Zustimmung der anderen Eigentümer möglich sein, daher brauche ich erstmal eine vorrübergehende Lösung.

    Meine Überlegung war, dass ich unter die Steinplatten, die auf den Sparren aufliegen, ein Mineralwolldämmung reinmache mit folgender Bremse und Querlattung.

    Wichtig wäre nur zu wissen ob ich die Dämmung direkt unter die Steine also zwischen die Sparren machen kann ohne Unterspannbahn.


    Vielen Dank

  • Sind das sicher Steinplatten?

    Auf dem Foto sieht mir das eher naach Heraklith aus (Sauerkrautplatten). Allerdings ist die Aufnahmedistanz für eine vernünftige Bestimmung zu groß.

  • Es hätte, auch Vorteile was Schallschutz betrifft. Nur müsste man das mit einem Fachmann vor Ort absprechen wie die Dämmung aufgebaut werden soll, sonst kompostiert man noch die Sparren. Eigentumswohnung? Ist das Dach nicht Gemeinschaftseigentum?

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • ja, das ist das, was ich auch kenne.


    ich glaube, eine Onlinebeurteilung wird in diesem Fall nicht funktionieren.

    Es sollten meines Erachtens unter Berücksichtigung der Randbedingungen des Objekts und der Vorstellung des Bauherrn die Möglichkeiten, auch unter Berücksichtigung aktueller Fördermöglichkeiten, beleuchtet werden.

  • Das Dach steht also im Gemeinschaftseigentum einer Wohnungseigentümergemeinschaft. Also darfst Du daran keine baulichen Veränderungen ohne Zustimmung der anderen Wohnungseigentümer vornehmen.


    Die WEG hat in einer Eigentümerversammlung darüber zu beschließen, ob und was an dem Dach gemacht werden darf. Die WEG führt dann idR die beschlossene Maßnahme aus, kann diese aber auch an Dich deligieren.


    Es war mithin nicht gut, dass Du der WEG mit dem Abbruch der vor der Bimsstein-Ausfachung angebrachten " Sauerkrautplatten " vorweggegriffen hast.


    Da das Objekt auch noch ein Denkmal ist und die DG-Wohnung offenbar selbst genutzt werden soll, ist auch noch an die Steuerersparnis zu denken. Diese beläuft sich auf jährlich 9 % der Umbaukosten über die Dauer von 10 Jahren. Diesen Sonderausgabenabzug nach § 10 EStG bezogen auf Deinen Miteigentumsanteil gibt es allerdings nur, wenn die weiteren Maßnahmen ( Abbruch ist eh nie steuerbegünstigt ) vor der Ausführung mit dem Denkmalamt abgestimmt und von diesem genehmigt worden sind. Unterrichtet Du das Denkmalamt nicht vor dem ausführungsbeginn, gibt es keinen Sonderausgabenabzug und u.U. auch noch Theater, wenn das Denkmalamt irgedwann später von dem Umbau erfährt.


    Richtiger Weg wäre daher:


    Füße jetzt erst mal still halten.


    WEG informieren, was Du vorhast ( offenbar energetische Sanierung ). Klären, ob die WEG mit der Maßnahme einverstanden ist und ob sie sich an den Kosten beteiligt.


    Denkmalamt und gegebenenfalls Bauamt ( Baugenehmigung erforderlich ? ) einschalten.


    Fachleute mit der Planung und Bauüberwachung beauftragen.


    Schon schrecklich, was Erwerber von denkmalgeschützten Eigentumswohnungen so alles eigenmächtig tun. Aber gut das Du gefragt hast.