Isolierschicht runtergebrochen, möglicherweise asbesthaltig

  • Liebes Forum,


    wir haben kürzlich eine schöne Altbauwohnung gekauft, in der nun Renovierungsarbeiten stattfinden. Die Handwerker haben nun in einem Zimmer eine Styropor-Isolationsschicht entfernt, unter welcher sich eine weitere Isolationsschicht befand, die sie auch heruntergebrochen haben. Das Material ist auf jeden Fall faserhaltig und also möglicherweise asbestbelastet. Die erfahrenen Handwerker schienen sich wenig Sorgen zu machen. Nun, da das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, wie ist die beste Art damit umzugehen? Wir wollen auf keinen Fall einen größeren Heckmeck veranstalten. Können wir den eventuell angefallenen Schaden durch den Einsatz von Luftfiltern im Anschluss reduzieren?


    Vielen Dank und viele Grüße

    Lokomotywa

  • Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, aber der Handwerker hat was in die Richtung gesagt. Ich weiß auch nicht ob es eine Dämmschicht war. Auf jeden Fall war sie unter der Styroporschicht, hatte eine eher pappige Konsistenz und enthielt kleine weiße Fasern.

  • Worauf ich eigentlich hinaus will - gesetzt des Falles, es handelte sich um eine Asbestplatte - wie gehen wir vor, um den Schaden für den Raum gering zu halten, aber gleichzeitig ohne dass das komplette Haus in Asbestpanik gerät und isoliert werden muss.

  • Worauf ich eigentlich hinaus will - gesetzt des Falles, es handelte sich um eine Asbestplatte - wie gehen wir vor, um den Schaden für den Raum gering zu halten, aber gleichzeitig ohne dass das komplette Haus in Asbestpanik gerät und isoliert werden muss.

    Es gibt nur exakt zwei Möglichkeiten, nämlich das Material

    1. faserdicht zu kapseln
    2. fachgerecht zu entsorgen

    Aber weshalb untersucht man nicht für +/- 100 € ob es sich um Asbestfasern handelt? Dann und nur dann hat man echte Sicherheit und muss nicht länger rätseln.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Wenn der Maler etwas in der Richtung vermutete, dann hätte er sofort die Arbeiten einstellen und um Klärung bitten müssen. D.h. Du als BauherrIn hättest erst mal eine Probe ins Labor schicken müssen, um dann dem Handwerker Sicherheit zu geben, dass es kein Asbest war. Und wenn es Asbest wäre, dann würde der ganz große Zinnober los gehen. Spezialfirma beauftragen es zu entfernen, ganzes Haus säubern usw.
    Eigentlich hat hier von vorn herein der Handwerker völlig falsch reagiert. Oder es war einfach nur ein Späßchen/Dummlaber. Die Wahrscheinlichkeit ist aber eher gering, dass es Asbest ist.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Die Wahrscheinlichkeit, dass es Asbest ist, ist ja anscheinend gering (sichtbare Fasern). Das Material ist ferner bereits abtransportiert. Angesichts der Tatsache, dass bei einem positiven Befund möglicherweise das ganze Haus isoliert etc. werden müsste, steht hier einem geringfügig erhöhten Krebsrisiko ein ruinöser Kostenfaktor gegenüber - das verstecken wir uns lieber hinter der Unwissenheit. Hätte der Handwerker nicht "Asbest" gebrummt, wüsste ich bis heute gar nicht was Asbest ist. Und außerdem - millionenfach verbauter und unsachgemäß behandelter Asbest in den neuen Bundesländern, asbesthaltige Bremsbeläge etc. haben ja auch nicht zu einem Massensterben geführt. Für uns geht es einfach darum, einen eventuellen Schaden so gering wie möglich zu halten. Also, gesetzt des Falls die Raumluft sei zu x% kontaminiert, wie wir diesen Faktor senken können ohne potentiell den oben anberaumten Zinnober starten zu müssen - dieser hätte in jedem Fall extrem negative Folgen. Also Luftfilter, Luftsauger, feucht auswischen etc. Und ja, das dass in keinem Fall so professionell geht, wie wenn das von Profis gemacht werden würde ist mir klar.


  • Für uns geht es einfach darum, einen eventuellen Schaden so gering wie möglich zu halten.

    Der Schaden wäre ja bereits passiert, wenn das Zeug ausgebaut wurde. Würde der Schaden geringer, wenn man keinem davon erzählt?

    Wurde denn schon das Material zu einem Laboor geschickt? Wenn nicht, brauchst du gar nicht weiter fragen und auch gar nichts weiter machen,

  • Kannst Du an Hand von Bildern Asbest erkennen?

    Nein kann ich nicht.

    Aber wie oft fragt jemand mit einem Foto einer HWL-Platte, ob die asbesthaltig ist? Das kann ich auf dem Foto tatsächlich erkennen.

    Bei einem vliesartigen Gewebe geht das sicher nicht, aber wer weiß wie das Zeug aussieht? Bilder sagen mehr als Worte.

    Mir ist bewusst, dass 100% Sicherheit nur eine Analyse bringt.

  • Der Schaden wäre ja bereits passiert, wenn das Zeug ausgebaut wurde. Würde der Schaden geringer, wenn man keinem davon erzählt?

    Wurde denn schon das Material zu einem Laboor geschickt? Wenn nicht, brauchst du gar nicht weiter fragen und auch gar nichts weiter machen,

    Nein, es wurde nicht zu einem Labor geschickt, und ja, tatsächlich ist der Schaden geringer, wenn man keinem davon erzählt. Es geht mir einfach darum, dass ich uns a) nicht in eine Situation bringen, die wir nicht bewältigen können, in dem wir einen positiven Asbest Test öffentlich machen müssten. Die gesundheitlichen Folgen eines geringfügig erhöhten Krebsrisikos halte ich tatsächlich für bewältigbarer als die Kosten einer kompletten Isolierung und Reinigung eines 20-Parteien Hauses zu stemmen (abgesehen davon, dass das total übertrieben ist). Und b) alles was potentiell in unser Macht steht zu tun, um einer potentiell schon passierten Schädigung auf eigene Faust entgegenzuwirken, also mehrfach nass wischen, HEMA Filter Staubsauger, Luftfilter, den Teil der professionell durchgeführten Aktivitäten den man auch selber stemmen kann.

  • Ich wundere mich tatsächlich etwas, dass solche Fälle nicht schon öfter aufgetreten bzw. dokumentiert sind - ich freue mich auch über Links.

  • Wer in einer derartigen Situation bereitwillig einen potentiell fünf- oder sechsstelligen Betrag riskieren würde und könnte, werfe den ersten Stein.

  • Ich wundere mich tatsächlich etwas, dass solche Fälle nicht schon öfter aufgetreten bzw. dokumentiert sind - ich freue mich auch über Links.

    Solche Fälle treten sicher häufiger auf. Aber auch, dass wie hier, alle Parteine lieber schweigen.

    Man findet aber auch Gerichtsurteile dazu.


    Ihr müsst in der Wohnung leben. schon auss diesem Interesse wüder ich das Material testen lassen.

  • Danke für die sachliche Antwort. Ich denke auch, dass das ziemlich oft passieren muss. Wie würdest du denn bei positivem Befund reagieren, wenn an die große Glocke hängen keine Option ist? Beziehungsweise wie haben in der Vergangenheit andere Leute reagiert? Das Internet ist ja voll von Berichten von Leuten, die sich einer geringen Menge Asbestfasern ausgesetzt haben, und sich dann vor Angst in die Hose machen - diese werden in aller Regel mit Hinweis auf Zahlen und Statistiken plausibel beruhigt.

  • Das Internet ist ja voll von Berichten von Leuten, die sich einer geringen Menge Asbestfasern ausgesetzt haben, und sich dann vor Angst in die Hose machen - diese werden in aller Regel mit Hinweis auf Zahlen und Statistiken plausibel beruhigt.

    Warum fragst Du eigentlich hier, wenn Du das alles nicht so schlimm findest?

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Weil ich finde, dass es zwischen "überhaupt nicht schlimm finden" und "für wahnsinnig gefährlich halten" noch jede Menge Abstufungen gibt und ich mich etwa dazwischen befinde. Ich möchte das Risiko minimieren, aber nicht zu jedem Preis. Würdest du mit dem Hinweis auf ca. 8000 Verkehrstote pro Jahr das Autofahren einstellen? Nein, vermute ich, aber du würdest dein Unfallrisiko minimieren wollen.

  • Das wäre das erste Mal. dass bei so einer Einbausituation eine Asbestpappe verarbeitet worden wäre.

    Also zu Beruhigung feucht wischen und Klamotten waschen, wenn immer noch ein Restverdacht besteht.