Reihenendhaus - Satteldach anheben (1Meter+)

  • Hallo Community,



    wir überlegen derzeit den Dachstuhl unseres 1972er Reihenendhauses mit Satteldach (30°) anzuheben. Man liest viel darüber und ich habe schon ein Bild gesehen, bei dem dies sogar bei einem Reihenmittelhaus durchgeführt wurde.


    Leider finde ich im Internet nur sehr wenige Firmen, die das anbieten. Hat jemand von Ihnen Erfahrung damit und kann evtl sogar ein Unternehmen empfehlen?



    Vielen Dank!

  • Hallo MLS,


    ich gehe davon aus, allerdings würde ich mir auch in diesem Punkt Beratung von einem erfahren Profi wünschen. Es ist ein Reihenendhaus einer 5er-Kette. Es ist nicht komplett in einer Reihe mit dem Nachbarhaus verbaut sondern um ca 2 Meter Versetzt. Eine nebenstehende 3er-Kette des selben Baujahres ist mindestens ein Meter höher als unseres. Fast alle Häuser der Straße wurden in den frühen 70ern errichtet.

  • soll denn nur die Dachneigung verändert werden oder das gesamte Dach in der vorhandenen Neigung angehoben werden?

    Ist denn geplant die Geschoßdecke zu erhöhen, oder soll zusätzlicher Bodenabstellraum geschaffen werden?


    Geklärt werden muss neben dem Baurecht auch ob das Dach Gemeinschaftseigentum ist und somit eine Zustimmung der Miteigentümer erforderlich ist.

  • Technisch ist alles Mögliche möglich. Bevor man an technische Belange geht, sind erst einmal grundsätzliche Fragen zu klären. Ich könnte mir gut vorstellen, dass das Gebäude bei dem hohen Sockel durch die Aufstockung in die Gebäudeklasse 4 rutscht und dann vor allem der bautechnische Brandschutz nicht mehr passt. Für die unteren Geschosse ist bei einer Änderung der Gebäudeklasse selbstverständlich der Bestandsschutz weg. Ob es jetzt Gkl. 2 oder 3 ist, kann ich nicht beurteilen. Das hängt davon ab, ob das Reihenhaus aus 1 oder mehreren Gebäuden besteht.


    Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass die Abstandsflächen nicht mehr passen.


    Deshalb mein Hinweis auf die Planersuche. Ein Forum ist damit überfordert.

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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Hallo und danke schon mal für die Antworten.


    Die Dachneigung soll nicht geändert werden.


    - Als Kostenschätzung kann ich nur das sagen, was ich im Internet gefunden habe. U.a. steht im Netz eine Preisspanne von ca 8.000 bis 12.000 Euro. Ein neuer Dachstuhl käme angeblich mehr als doppelt so teuer. Es soll in diesem Zuge auch neu eingedeckt werden und ich denke auch über eine Aufsparrendämmung nach.


    Link gelöscht



    - Wir sind Alleineigentümer. Vermutlich muss der Nachbar aber zustimmen (schätze ich)


    - eine weiter Geschossdecke ist nicht geplant. Ich gehe im Moment von einer Anhebung im Bereich1m - 1,5m aus.

    Einmal editiert, zuletzt von Thomas T. ()

  • Off-Topic:

    Ob es jetzt Gkl. 2 oder 3 ist, kann ich nicht beurteilen. Das hängt davon ab, ob das Reihenhaus aus 1 oder mehreren Gebäuden besteht.


    Laut Bauplan ist es Wand an Wand gebaut. Theoretisch müsste man es sogar abreißen können, ohne dass das Nachbargebäude tangiert würde. (Das würden wir natürlich nicht wollen).


    Off-Topic:

    Deshalb mein Hinweis auf die Planersuche. Ein Forum ist damit überfordert.


    Sicher, ich hatte nur gehofft hier jemanden zu finden, der bereits Erfahrung mit ähnlichen Projekten hat.

  • Ich habe den Link gelöscht.


    Was ohne Kenntnis der Örtlichkeiten angeboten wird, kann nicht seriös sein. Evtl. stellt Skeptiker nochmal seinen Wurfzettel ein, finde den Beitrag gerade nicht. Auf diesem Niveau dürften sich alle solche "Angebote" befinden.

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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Bei solchen Reihenhausanlagen oder Kettenhäusern (wenn hier nicht Giebel an Giebel stehen, sondern Baukörper dazwischen sind, wie zB die Garage) gibt es häufig Bebauungspläne, die der Gestaltung recht enge Grenzen aufzeigen (Dachneigung aber auch Traufhöhe usw.).


    Das heißt nicht, dass eine Erhöhung des DG unmöglich sein muss...sie kann es aber.


    Also: erst einmal gucken was der Bebauungsplan sagt, sofern es einen gibt.

  • Sorry, ich hoffe ich habe nicht gegen die Richtlinien verstoßen. In dem Link ging es mehr um die Ausführung als um den Preis.

    Kein Problem. Steinigungen finden nur Mo.- Mi. von 18:00 Uhr bis 20:00 Uhr statt. ;)


    Die Preisangabe hilft aber nicht wirklich weiter, weil der Leistungsumfang fehlt. Bei solchen Aktionen sind es die vielen "Kleinigkeiten" die den Preis in die Höhe treiben. Aus dem Bauch heraus würde ich mal sagen, dass am Ende der Preis sicherlich die 30.000, vermutlich auch 40.000, evtl. auch 50.000, € erreichen kann bis der "Wohnraum" bezugsfertig ist. Da lohnt es sich mit spitzer Feder zu rechnen bevor man Aufträge erteilt.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • 1. Dachstuhl anheben

    2. Unterfüttern

    3. Fallrohre verlängern

    4. Wände aufmauern/herstellen

    5. Fassade ergänzen


    An Punkt 3 habe ich Beispielsweise gar nicht gedacht. Die Fassade müssen wir demnächst eh neu anlegen lassen. Sind dann eben einige m² mehr


    Darf ich fragen was "Unterfüttern "ist?

  • Ich habe den Link gelöscht.


    Was ohne Kenntnis der Örtlichkeiten angeboten wird, kann nicht seriös sein. Evtl. stellt Skeptiker nochmal seinen Wurfzettel ein, finde den Beitrag gerade nicht. Auf diesem Niveau dürften sich alle solche "Angebote" befinden.

    gerne doch ... hier entlang bitte!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Wenn das Dach eh neu gedeckt werden soll, würde ich den Dachstuhl samt Deckung rückbauen und neu bauen, ggf. unter Wiederverwendung neuer Materialien. Das haben wir schon gemacht und machen wir demnächst bei einem ähnlichen Haus wieder.


    Aber zu allererst sollten gleichermaßen die statischen Optionen und die Genehmigungsfähigkeit geprüft werden. Der Bau von Gauben ist keine Option?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Hallo Skeptiker,


    vielen Dank. mit Gauben habe ich mich bisher nicht beschäftigt, weil ich alles mit Solarpannels belegen wollte aber evtl ist das doch eine Option. Ich habe immer gehört, dass Gauben so teuer seien.


    Könntest Du mir zu Deinem anstehenden Projekt etwas mehr erzählen? Dauert so etwas nicht Wochen, bis die Dachhaut wieder dicht ist?

  • Ein paar Gauben sind sicher deutlich günstiger als das ganze Dach anzuheben (so es baurechtlich überhaupt zulässig ist!)


    Bevor ich mir Gedanken über die technischen Notwendigkeiten und die daraus resultierenden Kosten mache, würde ich erst einmal klären was überhaupt baurechtlich geht!

  • So, habe mit dem Bauamt telefoniert. Es gibt keinen Bebauungsplan. Dachgauben braucht man nur "anzuzeigen". Nach telefonischer Auskunft wäre auch die Dachanhebung erlaubt. Der Nachbar muss aber zustimmen. anderem weil Die Dachanhebung um ca 1,5 sind nach erster Einschätzung kein Problem.


    Bezüglich der Hohen Kosten für die Aufsparrendämmung bin ich überrascht. Da muss ich nochmal drüber nachdenken. Es geht mir weniger ums Heizen als um die Hitze im Sommer. Evtl ist dann sogar eine Klimaanlage in Verbindung mit Solar besser.

  • Für dachdämmung kann man gute Zuschüsse bekommen...

    Aber ja ...ich habe als Energieberater einige Dachsanierungen begleitet in der letzten Zeit...die lagen alle im Bereich 35 - 60 t€...und das waren alles Einfamilienhäuser

    pro qm so 200 bis 300 €

    aber wie immer gilt ...regional stark unterschiedlich

  • Es geht mir weniger ums Heizen als um die Hitze im Sommer. Evtl ist dann sogar eine Klimaanlage in Verbindung mit Solar besser.

    Da würde ich mir eine Beratung gönnen, denn Wärmedämmung bedeutet nicht gleich Hitzeschutz.

    Man landet dann bei einem mehrschichtigen Aufbau, vereinfacht gesagt, außen dämmen (niedrige Temperaturleitfähigkeit) und innen Masse (hoher Wärmeeindringkoeffizient). Das Ganze muss dann auch noch so gewählt werden, dass der Dachstuhl nicht zusammenklappt, oder der Dachstuhl muss verstärkt werden.

    Alles in allem keine einfache Geschichte wenn man´s richtig machen möchte. Oft werden auch aus Unwissenheit Wunder versprochen, auch von "Fachleuten", und am Ende ist die Enttäuschung groß.


    Die Variante mit der Klimaanlage ist auch möglich, aber wozu dann noch Solar (ich nehme an Du meinst PV)?


    Wie wichtig ist Dir der Hitzeschutz? Pro Jahr haben wir durchschnittlich zwischen 5 und 20 "Hitzetage", also Tage mit Temperaturen > 30°C. Das variiert natürlich von Region zu Region. in Ffm in der Innenstadt sieht es etwas anders aus als bei uns hier auf dem Dorf, 550m ü NN, und einer Menge Wald in der Umgebung. Tage mit Temperaturen > 35°C kommen äußerst selten vor, Nächte mit Temperaturen > 20°C ebenso.


    Jetzt kommt es darauf an, welche Anforderungen Du stellst. Je nach gewünschter Raumtemperatur lässt sich diese im Hochsommer nur mit aktiver Kühlung erreichen, egal wie gut der Hitzeschutz des Gebäudes ist. Lässt man jedoch Raumtemperaturen bis 24°C oder gar 26°C zu, dann reduziert sich die Anzahl der Stunden it Kühlbedarf, erheblich. Dann reichen vielleicht 200h oder weniger um die Spitzen der Hitze abzufangen.


    Nun brauchst Du noch die Kühllast der Räume, und welche Räume klimatisiert werden sollen, und schon kannst Du die zu erwartenden Kosten pro Jahr abschätzen.


    Am Ende landest Du vielleicht bei 50,- € bis 100,- € pro Jahr, je nach Komfortanspruch. Lohnt es sich dafür eine Solaranlage aufzubauen? Mit Sicherheit nicht.


    Nun kannst Du natürlich sagen, dass Du sowieso eine PV möchtest, dann sieht die Welt anders aus, aber wegen der Klimaanlagen Geld in PV investieren, das ergibt keinen Sinn.

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  • Hallo R.B.


    vielen Dank. Ja, ich meine PV und Deine Argumente sind sehr überzeugend. Ich möchte mich generell bei allen Postern hier ganz herzlich bedanken. Es ist sehr angenehm als "Unwissender" seine Gedanken hier mit Profis austauschen zu können, ohne dafür runter gemacht zu werden um im Gegenteil noch sehr gute Denkanstöße zu bekommen.


    Wenn Interesse besteht werde ich posten, wie es weiter geht.