Geruchs-Imissionen 4 % über Normwert (Landwirtschaft) - Einzellfallbegründung?

  • Guten Morgen,


    wir möchten gerne in einer bestehenden Dorfstruktur in einer Baulücke ein Einfamilienhaus errichten. Nun ist aufgrund der Nähe zu einem Milchviehbetrieb eine erhöhte Geruchsbelastung von 4 % über den erlaubten 15% für Dorfgebiete heraus gekommen. Es gibt aber die Möglichkeit für eine Einzelfallentscheidung. Kann mir jemand von Ihnen sagen, was genau wir in diese Stellungnahme für eine Einzelfallentscheidung am besten alles aufnehmen sollten? Die wirklich sehr nette MItarbeiterin im Bauamt sagte nur, wir müssen sie überzeugen, warum die 4 % nicht so schlimm sein.


    Wir wohnen bereits direkt neben dem Baugrundstück und sind auch hier aufgewachsen. Zudem besteht eine familiäre Beziehung zu dem Hofeigentümer (Stiefvater). Das Gutachten gibt nur komplexe Zahlen und Berechnungen her.


    Vielen Dank für Ihre Mühe!

  • Wie verpackt man abstrakte Tatsachen (Gerüche) in knallharte Fakten (Mathematik) ?

    Sowas geht nur in Deutschland :P


    Die Mitarbeiterin im Bauamt will überzeugt werden, dass Sie wissen was sie tun. Spätestens wenn das Haus einmal verkauft werden soll/muss und der nächste Eigentümer die feine Stadtnase hat, kann es Ärger geben. Dann wird über den Gestank geschimpft, geklagt und prozessiert. In dem Fall will die Mitarbeiterin vom Bauamt einen Zettel haben, dass sie nach reiflicher Abwägung der verschiedenen interessen entschieden hat.

    Die engen familiären Bindungen zum Hof sind da ein gutes Argument. Ebenso "das trainierte Riechorgan".

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Wie verpackt man abstrakte Tatsachen (Gerüche) in knallharte Fakten (Mathematik) ?

    Dafür gibt es Geruchsgutachten. Ich kenne zwar keins, aber es scheint objektive Maßstäbe zu geben. Bei Lärm ist es ja ähnlich, wie schon Wilhelm Busch wusste:


    Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden

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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Ja es gibt verschiedene Messverfahren, die die Geruchsbelastung auf eine Geruchsstundenhäufigkeit in % als Gesamtbelastung heraus rechnet. Also fallen ihn auch nicht noch mehr Ansätze als die Ortsüblichkeit für Landwirtschaft und die persönliche Gewöhnung ein? Vielen Dank für ihre Mühe!

  • Ein handfestes Argument wäre m.E. der Einbau einer kontrollierten Wohnraumlüftung. Das macht eine fensterunabhängige Lüftung möglich, zu Zeiten in denen der Geruch am stärksten ist. Idealerweise sollte die Zuluft von der von der Emissionsquelle am weitesten weg liegenden Stelle kommen.


    Hat denn der Gutachter keine Vorschläge für die vom Bauamt geforderte Begründung?

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!