Auflager unter Stahlträger (Anbau Flachdach für Dachterrasse)

  • Guten Tag an alle Forumsteilnehmer,

    es wäre prima wenn mir jemand eine Alternative zu den jetzigen Sandwichlagern, siehe Zeichnung, nennen könnte, da diese bei einem Preis von 2600,- € pro qm sehr kostspielig sind.


    Der Anbau hat ein Flachdach das als Terrasse geplant ist. Fläche ca. 4,3 m x 4,3 m. Die Berechnung für die Stahlträger wurden von einem Statiker durchgeführt. Es sind 5 Stahlträger in einem Abstand von ca. 85 cm angedacht. Aufgrund der geringen Aufbauhöhe kann nur eine Dämmschicht von 40 mm aufgebracht werden. Um eine Kältebrücke zu vermeiden wurden die Sandwichlager der Firma Heim Elastomere empfohlen.


    Genehmigung des Baurechtsamtes liegt vor.


    Im Voraus bedanke ich mich für die Unterstützung,


    Mit den besten Grüßen

    Oliver

  • Konstruktionen mit Sandwichlagern zur Entkoppelung von hoch belasteten Auflagerpunkten kenne ich unter dem Herstellername "Calenberg-Ingenieure" eigentlich nur für punktförmige Auflager mit bspw. 10 cm x 20 cm oder ähnlichen Abmaßen. Ich würde deshalb davon ausgehen, dass sie auch hier nur an den Auflagerpunkten auf den tragenden Wänden vorgesehen sind. Dazwischen würden dann die PUR /PIR-Dämmung unter den Stahlprofilen durchgeschoben. Damit gäbe es dein Kostenproblem nicht. Aber:


    Dies würde bedeuten, dass an die HEA-100 in voller Länge die Dachabdichtung angeschlossen werden müsste. Dies ist an sich schon fragwürdig und wird noch schwieriger wenn man drüber nachzudenken beginnt, dass die Konstruktion der Abdichtung erstens ein Gefalle benötigt und zweitens durchhängen wird, die Stahlkonstruktion auch, aber vermutlich nicht parallel. Und dann kann man anfangen zu überlegen, welche Probleme das bereits nach sich zieht und wie man damit umzugehen gedenkt. Außerdem bin ich mir ziemlich sicher, dass unterseitig (= hier warmeseitig) der Wärmedämmung noch eine Dampfsperre anzuordnen ist. Außerdem bezweifle ich, dass die gewählte Konstruktion den energetischen Anforderungen des GEG an ein im Jahr 2021 errichtetes Flachdach entspricht.


    Zusammenfassend sehen für mich die beiden Planauszüge wie Auszüge aus einem statischen Nachweis aus, die noch nicht mit den energetischen und bauphysikalischen Anforderungen koordiniert und in einer abgestimmten Ausführungsplanung zusammengefasst wurde. Wenn es eine koordinierte Ausführungsplanung noch nicht gibt. dann sollte diese jetzt erstellt werden. genau dafür sind Architektinnen und Architekten da, auch bei kleineren Baumaßnahmen wie dieser. Ohne qualifizierte Ausführungsplanung geht's über kurz oder lang in die Hose / Tonne.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Hallo Skeptiker,

    danke für die Antwort. Calenberg und Heim ist das Gleiche. Laut Calenberg ist eine Dimension von 10 cm x 20 cm vollkommen ausreichend und für den zweck überdimensioniert. Nur von Calenberg gibt es mit 40 mm Aufbau keine andere Lösung. Die Zeichnung und die Vorschläge stammen vom Statiker. Laut Baurechtsverordnung kann bei der Dämmung abgewichen werden wenn die Bauhöhe es nicht zulässt. Dies ist hier der Fall.

    Daher meine Frage ob du ein anderes günstigeres oder besser geeignetes Auflager kennst?


    Vollkommen richtig, dass die Dämmung unter den Trägern angebracht werden und das auf die Betondecke eine Abdichtung sowie auf der Dämmung erfolgt.


    Mit den besten Grüßen

    Oliver

  • Laut Baurechtsverordnung kann bei der Dämmung abgewichen werden wenn die Bauhöhe es nicht zulässt.

    Was ist diese ominöse "Baurechtsverordnung" und was sagt sie genau?

    Daher meine Frage ob du ein anderes günstigeres oder besser geeignetes Auflager kennst?

    Hoch druckfest und günstiger wären XPS und Schaumglas. Ob die ausreichen weiß ich nicht. Aber ich halte die gesamte Konstruktion aus den genannten Gründen für noch nicht abschließend geplant. Die kosten für die Auflage sind aus meiner Sicht nicht das primäre Problem.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Zusammenfassend sehen für mich die beiden Planauszüge wie Auszüge aus einem statischen Nachweis aus, die noch nicht mit den energetischen und bauphysikalischen Anforderungen koordiniert und in einer abgestimmten Ausführungsplanung zusammengefasst wurde. Wenn es eine koordinierte Ausführungsplanung noch nicht gibt. dann sollte diese jetzt erstellt werden. genau dafür sind Architektinnen und Architekten da, auch bei kleineren Baumaßnahmen wie dieser. Ohne qualifizierte Ausführungsplanung geht's über kurz oder lang in die Hose / Tonne.

    Mir ist derzeit auch noch nicht klar, wie z.B. die Dämmung und Abdichtung an der Unterseite der Träger halten soll oder wie das Nierschlagswasser abgeführt werden könnte. Die Kosten für die Dämmung unter den 10 Auflagerpunkten sind da nur noch marginal.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • ein anderes günstigeres oder besser geeignetes Auflager

    da gibt´s unterschiede, aber die sind nicht signifikant. gilt ebenso für grundsätzlich andere lösungen, etwas dämmwirkung erzielen möchte - also genau so:

    Die Kosten für die Dämmung unter den 10 Auflagerpunkten sind da nur noch marginal


    ohne jetzt die frage zu beantworten, wäre mir zuerst eine andere frage eingefallen: gibt es keine andere lösung als die tragende stahlträgerkonstruktion? was man sieht, sieht ordentlich aus - aber wäre das nicht grundsätzlich anders gegangen?

  • Hallo,


    aus welchem Grund werden die Stahlträger nicht direkt auf die Decke gelegt? Dann könnte man diese doch voll Überdämmen bei gleicher Aufbauhöhe. Zusätzliche hätte man zwischen den Trägern noch Dämmung. Die Abdichtung wäre dann obenauf, so wie sich das gehört. Lager braüchte man dann gar nicht. Die von Skeptiker angesprochenen Punkte bleiben dann noch zu lösen. ODer habe ich einen Verständnisfehler?

    Jochen