• Sehr geehrtes Expertenforum,


    ich habe hier Fotos angehängt und dazu folgende Frage:


    Sind derartige Setzrisse in einer Neubauwohnung, die nach 3 Jahren innerhalb von Wochen entstehen normal? Derartige Risse laufen durch einen Großteil der Wohnung. Außerdem reißen Ecken und Deckenverbindungen zu den Innenwänden in einer Weite von ca. 2mm.


    Ich wäre für Ihre Unterstützung und Information sehr dankbar.


    Viele Grüße

    Windy

  • Was reisst denn da? Sind das die Fugen zwischen Estrich und aufgehenden Wänden? Ist der Estrich ein Heizestrich (Fußbodenheizung)?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Ist das jedesmal die Sockelfliese, welche sich von der Wand löst?

    Falls Ja, welcher Fußbodenaufbau ist vohanden?

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Hallo de Bakel,


    vielen Dank. Ja, es sind immer die / alle Sockelfliesen. Der Fußbodenaufbau.... ich bin nur Laie, soweit ich weiß Fußbodenheitzung, schwimmender Estrich... und darauf die Steingut-Fliesen.

    Wie gesagt, Neubau, vom Bauträger gekauft, 3 Jahre bewohnt, vor 5 Jahren, angebl. nach geltenden Vorschriften gebaut. Mehr kann ich zum Aufbau so leider nicht sagen.

  • Zunächst die Gute Nachricht: Es ist "nur" ein optisches Problem.


    Leider kann ich es auf den Bildern nicht wirklich erkennen. Wurden da Kehlsockelfliesen vewendet?

    Es sieht alls danach aus, als ob der Estrich bei der Belegung noch zu frisch war und sich jetzt die erforderliche Luft gemacht hat.


    P.S.: War die FB-Heizung ggf. die letzte Zeit wegen z.B. Urlaub deutlich runter geregelt?

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Merci.

    Das "NUR" optische Problem soll mich zur Behebung in der Wohnung ca. 2.500,--€ kosten, weil alle Riemchen von der Sockelfliese wegen Spannung gelöst und neu auf die Wand aufgebracht werden müssen. Der Abstand zur Wand von ca. 1cm ergibt sich aus der Schiefstellung der Riemchen. Der Bauträger will nichts davon übernehmen. Dass der Boden wohl noch nicht trocken genug war, hat der Fliesenleger "versehentlich" bei der Begutachtung erwähnt.

    Ob das eine Kehlfliese ist weiß ich nicht. Der Fliesenleger hat die Riemchen passend zu den Fliesen bestellt und fehlende aus den Fliesen geschnitten. Die sahen genauso aus.

  • die nach 3 Jahren innerhalb von Wochen entstehen

    Das finde ich merkwürdig.


    Ein Abreißen der Fuge zwischen Fliese und Sockel ist ja normal, da sich der Estrich ein wenig setzen kann...müsste man dann halt neu verfugen.


    Aber dass die Sockelfliesen nach "innen" kippen....nach 3 Jahren.....keine Idee warum.

  • Abgerissen sind alle Sockelfliesen an ihrer Oberkante von der aufgehenden Wand? Sind Boden- und Sockelfliesen im Übergang Boden- zu Sockelfliese weiter miteinander fest verbunden?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Komisch finde ich auch, dass die Haftung der Sockelfliesen und Estrich größer ist als die zwischen Fliese und Wand. Normalerweise werden die doch nur an die Wand geklebt und zwischen Sockel und Bodenfliese elastisch verfugt.

  • Das finde ich merkwürdig.


    Ein Abreißen der Fuge zwischen Fliese und Sockel ist ja normal, da sich der Estrich ein wenig setzen kann...müsste man dann halt neu verfugen.


    Aber dass die Sockelfliesen nach "innen" kippen....nach 3 Jahren.....keine Idee warum.

    Deshalb hatte ich Kehlsockel vermutet.

    Da es sich aber offensichtlich um einen Standsockel handelt, hätte der an der Wand bleiben müssen.


    In jedem Fall scheinen da handwerkliche Fehler gemacht worden zu sein.


    Das verstehe ich nicht:

    Neubau, vom Bauträger gekauft, 3 Jahre bewohnt, vor 5 Jahren, angebl. nach geltenden Vorschriften gebaut.

    Sofern die Abnahme noch keine 5 Jahre her ist, wäre eventuell Eile geboten um vermutlich vorhandene Gewährleistungsansprüche noch geltend machen zu können.


    Der Sanierungsvorschlag, die Sockelfliesen neu anzubringen ist schonmal nicht ganz verkehrt. Man bekommt damit aber keine 10 mm überbrückt.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Ja, das ist ja der Witz. Die Silikonverfugung zwischen Bodenfliese und Wandfliese ist enorm fest. An der Wand reißt der Putz mit der Fliese etwas heraus. Das muss eine enorme Spannung sein. Davon abgesehen reißt die Verbindung Silikon Wand Boden an anderen Stellen auch.

  • Ich nehme an mit "normal" sind die Risse zwischen Wand- und Bodenflie gemeint. Das sehe ich auch so, aber in anderen Wohnungen und im Hausflur sind die Abstände zwischen Wand- und Bodenfliese mittlerweile so hoch, dass man ein Smartphone dazwischenschieben kann.

  • Ich hatte ja versucht das zu reklamieren, aber der Bauträger lächelt und sagt, dass sind ganz normale Setzungen beim Bau. So lamngsam kann mann verzweifeln, denn ich kann ja nicht einen Sachverständigen nach dem anderen beauftragen. Dann bin ich pleite.


    Wäre toll, wenn es irgendwo eine Info gäbe, dass derartige Abrisse / Setzungen o.ä. beanstandungsfähig sind, weil sie nicht der Regel entsprechen.

  • Ist der Estrich Sondereigentum oder Gemeinschaftseigentum. Was sagt die Teilungserklärung?


    Bei GE wäre eine gemeinsame prof. Analyse durch eine(n) SV für die WEG sinnvoll und danach zu überlegen wie man weiter vorgeht. Ohne örtliche Anschauung geht es da eh nicht weiter.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Ich hatte ja versucht das zu reklamieren, aber der Bauträger lächelt und sagt, dass sind ganz normale Setzungen beim Bau.

    Nein, sind das diese Risse so sicher nicht.

    ... ich kann ja nicht einen Sachverständigen nach dem anderen beauftragen. Dann bin ich pleite.

    Darum wirst Du hier aber kaum herumkommen, denn ohne eigenen Sachverstand hast Du keine Chance, auch Dein Fachanwalt nicht. Aber wenn das Problem alle WE trifft ist das doch der Punkt mit der ganzen WEG tätig zu werden oder zumindest eine Gruppe zu bilden und die Kosten zu teilen. Außerdem sind SV so teuer nun auch nicht.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Vielen Dank für die ganze Hilfe.

    Ich habe hier noch ein Foto von einer anderen Stelle angehängt.

    Für mich ist es wirklich nicht normal.


    Kann denn der Estrich in jeder einzelnen Wohnung zum Gemeinschaftseigentum gehören? Im Flur ja, aber das sagt der Verwalter wieder, dass nicht er, sondern nur die Eigentümer direkt mit dem Bauträger kommunizieren können.

  • Was Sonder- und was Gemeinschaftseigentum ist, legt jede Teilungserklärung für sich fest.


    Ich empfehle meinen Baugruppen immer, den gesamten Bodenaufbau im Gemeinschaftseigentum zu belassen, was schon allein wegen der Trittschalldämmung und der Fußbodenheizung sinnvoll ist. Und ja, die haben das bisher auch immer so festgeschrieben.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • aber der Bauträger lächelt und sagt, dass sind ganz normale Setzungen beim Bau.

    Kann man ja mal so sagen. Hat er, während er lächelte, auf den Kalender geschielt und, leicht schwitzend, gerechnet wann die 5 Jahre rum sind?


    Sollte es noch einen Anspruch auf Gewährleistung geben, so würde ich jetzt erst einmal den Mangel rügen (Einschreiben mit Rückschein), so dass keine Verjährung eintritt.


    Weitere Schritte wären dann ggf. ein SV und evtl. RA.


    Auch dem BT wird klar sein, dass das am Ende teurer werden kann, als die flinke Mängelbehebung.


    Btw.: BT oder GU???


    Nachtrag: Nein, das sind keine ganz normalen Setzungen!

  • jetzt erst einmal den Mangel rügen (Einschreiben mit Rückschein), so dass keine Verjährung eintritt.

    ... wenn nach BGB gebaut wurde (was ich vermute), ist die Rüge nicht ausreichend. Es müssten ernsthafte Verhandlungen sein. oder Klageerhebung.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Sollte es noch einen Anspruch auf Gewährleistung geben, so würde ich jetzt erst einmal den Mangel rügen (Einschreiben mit Rückschein), so dass keine Verjährung eintritt.

    Das reicht nach Einschätzung mehrer Fachanwälte nicht aus, um die Verjährung zu hemmen oder gar zu unterbrechen!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Nee, das funzt nur bei einem VOB-Vertrag.

    Ansonsten ernsthafte Verhandlungen über die Mangelbeseitigung oder Klage.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Diese enorme Hilfe finde ich ganz toll.

    Vielen herzlichen Dank dafür.


    Ich werde mal die anderen Eigentümer ansprechen. Es ist ein BU als Bauträger und Gewährleistung nach BGB. Wir weden da wohl um einen Anwalt nicht herumkommen. Das Gericht muss dann einen Sachverständigen zur Prüfung beauftragen, weil der eigene zwar billiger ist, aber nicht anerkannt wird.


    Das ist dem BU sicher bekannt, der solche Prozesse laufen ja ewig.


    Nochmlas vielen herzlichen Dank.

  • Berittener Bote? Persönliche Übergabe des Schriftstücks? Oder -ganz modern- E-Mail mit Lesebestätigung?

    nein, ganz schlicht rechtzeitige Einreichung einer Klage. Diese setzt aber die vorher fehlgeschlagene, nicht stattgefundene oder explizit abgelehnte Mangelbeseitigung voraus.

    Das Gericht muss dann einen Sachverständigen zur Prüfung beauftragen, weil der eigene zwar billiger ist, aber nicht anerkannt wird

    Das ist so nicht ganz richtig. Es ist immer sinnvoll, frühzeitig, also aus meiner Sicht in jedem Fall vor Einreichung einer Klage den Sachverhalt von eigenem technischem Sachverstand prüfen zu lassen. Ohne Fachwissen werden kaum von Anfang an die richtigen Fragen gestellt. Und ein qualifiziertes Parteigutachten ist ist zwar nur ein Privatgutachten aber eine sehr sinnvolle Basis für späteren gerichtlichen Erfolg. Und, nein, Privatgutachten sind nicht unbedingt billiger als Gerichtsgutachten - zumal die Vergütungen nach JVEG mit Wirkung zum 01.01.2021 im Baubereich deutlich angehoben wurden.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • ich werde mal die anderen Eigentümer ansprechen

    das gleiche mit den nachbarn: vielleicht einer was sinnstiftendes zu sagen .. zB mauern bei regen, vollgesoffene wände o.ä.


    wenn´s vor gericht geht: ohne VORHER eigenen sachverstand hinzuzukaufen wünsche ich viel, sehr viel glück.

    wie´s ohne eigen bezahlten sachverstand und ohne extrem viel glück läuft .. dafür finden sich hier beispiele.