Welche Erdwärmepumpe für ein Neubau in Rendsburg

  • Guten Tag, wir sind gegenwärtig in der Ausführungsphase unseres EFH (Stadtvilla 200qm Wohnfläche) . Leider ist das Vertrauen zu den Generalunternehmen sowie den Fachbetrieb, welches nach gegenwärtigen Stand die Bosch Junkers Supraeco STM-80 1 installieren soll, aufgebraucht. Ich wollte hier gerne eure Meinung ersuchen ob diese EWP richtig gewählt wurde oder ob man hier auf ein effizienteres Model umschwenken sollte. Ich verfolge das Ziel die Heiz- sowie Stromkosten auf ein minimum zu halten. Es wird auch eine Photovoltaikanlage mit 8,64 KWp und 10 KWh Stromspeicher verbaut werden. Der Wärmeschutznachweis liegt mir auch vor. Aus diesen habe ich, zur besseren Beurteilung zwei Bilder den Beitrag beigefügt.
    Als Laie fehlt mir leider das Wissen in dieser Sache, sodass ich über die Einen oder Andere Empfehlung sehr Dankbar bin.


  • Wurde keine Heizlastermittlung nach EN12831 durchgeführt?


    Schau mal ob Du in Deinem Nachweis einen Wert Ht´ findest, spezifischer Transmissionswärmeverlust. Irgendwas 0,xxx W/m²K.


    ob man hier auf ein effizienteres Model umschwenken sollte.

    Zuerst muss man wissen, welche Heizleistung überhaupt benötigt wird. Dazu wird anhand der Gebäudedaten die Heizlast ermittelt (s. EN12831). Dann kann man in die Datenblätter der verschiedenen Wärmepumpen schauen.

    Die Effizienz einer WP hängt maßgeblich von der Quelle bzw. Temperaturunterschied Quelle zur Senke (Heizkreistemperatur) ab. Die beste WP wird nur mäßige Ergebnisse liefern wenn dieser Grundsatz nicht beachtet wird.

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  • Also, Hüllfläche 530m², als AT nehmen wir mal -14°C, dann komme ich auf 3.525W, gerundet also 3,5kW

    Lüftung 756m³ bei 0,25Luftwechsel, ohne WRG, macht noch einmal 2.381W, also etwa 2,4kW


    Macht zusammen 3,5kW Transmissionsverluste + 2,4kW Lüftungsverluste = 5,9kW.


    Die Heizlast nach obiger Abschätzung bewegt sich also in der 6kW Klasse. Die angebotene WP liefert um die 7,6kW Heizleistung, bei B0W35 einen COP von 4,7. So völlig daneben ist die Dimensionierung nicht.


    Unabhängig von der Beheizung sollte man auch das Thema Warmwassererzeugung betrachten, zumindest so lange die WP auch parallel noch Warmwasser machen soll.


    Was wäre in Deinen Augen eine "effizientere" WP?

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  • Wurde denn eine BAFA-Förderung für effiziente WP beantragt?

    Wenn nein, warum nicht? (Einige Tausend Euro).


    Es wird auch eine Photovoltaikanlage mit 8,64 KWp und 10 KWh Stromspeicher verbaut werden

    Lass den unsäglichen Speicher weg und investiere das Geld lieber in einer Vergrößerung der Anlage.

    Gerade in Komb. mit Wärmepumpe kannst du viel besser den Strom direkt verheizen. Im Winter bleibt eh nicht übrig für den Speicher, und im Sommer wird der Speicher nicht leer weil nur ein paar kWh Nachts daraus genutzt werden können.

    Mach 3 Seiten von deinem Walmdach voll. Ich hab nur 2 gemacht und bereue es.

  • Zitat

    Was wäre in Deinen Augen eine "effizientere" WP?

    Das kann ich leider nicht sagen, da mir schlichtweg das KnowHow fehlt.

    Die Lüftung ist mit WRG. Ich gehe davon aus dass sich der Wert dann verringert.


    Zitat

    Wurde denn eine BAFA-Förderung für effiziente WP beantragt?

    Ja, wurde es... mit reichlich Spielraum nach oben.


    An den Speicher wollte ich eigentlich festhalten. Zudem wird dieser in SH mit 2400€ bezuschusst. Strom wird auch in einer Cloud "gutgeschrieben". Gegenwertig werden 3 Dachseiten zu ca. 75% belegt werden. Reserven sind also noch da...

  • Die Lüftung ist mit WRG. Ich gehe davon aus dass sich der Wert dann verringert.

    Das ist richtig. Die Lüftungsverluste werden deutlich reduziert. Die Heizlast wird also eher um die 5kW herum liegen.


    Was ist als Quelle geplant? Tiefenbohrung?

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  • Ich kenne jetzt die Bodenverhältnisse nicht, aber 140m Tiefenbohrung ist bei der Heizlast üppig. Da sollte die Anlage gute Arbeitszahlen liefern.

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  • Zitat

    Ich kenne jetzt die Bodenverhältnisse nicht, ...

    Torfig, sandig und feucht. W/m 44,8


    Zitat

    Bohrung über mehr als 100m`? das wäre mir neu. Wohl eher 2 x 70m?

    Gem. der Genehmigung/Erlaubnis ist die Bohrung bis 150m zulässig.

  • Gem. der Genehmigung/Erlaubnis ist die Bohrung bis 150m zulässig.

    ungewöhnlich, weil in 100 m Tiefe das Bergrecht beginnt und deshalb dann (zumindest hier in der Gegend) eher auf mehrere Teilbohrungen gewechselt wird, wegen bestimmter vorherrschender geologischer Formationen meist auf X x 70 m.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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