Womit Ölheizung BJ. 1989 in altem Hexenhäuschen ersetzen?

  • :) Hallo liebes Forum,

    wir haben ein altes Hexenhäuschen im Alpenvorland (86919). Baujahr ~1910 mit Anbau aus den 60er Jahren, der Altbau ist unterkellert der Anbau nicht. Im Anbau ist die Küche und ein meist unbewohntes Gästezimmer und der Heizbedarf somit in aller Regel deutlich geringer, da in der Küche noch ein Holzherd steht.


    Bestand und Bedarf

    Die Dämmung der Außenwände ist eher schlecht, die Fenster sind zwar doppelglasig aber alt. 2018 hat ein Hagelsturm unser komplettes Dach zerstört, sodass nun ein neues zeitgemäßes Ziegelsatteldach mit guter Dämmung verbaut ist.

    Momentan haben wir eine Viessmann Ölheizung Baujahr 1989 samt 2000l Öltank im Keller die bisher keine größeren Probleme bereitete (Details im Anhang). Auch das Warmwasser wird von dieser zentral aufbereitet. Mit dem alten Dach brauchten wir je nach Winter so 1900-2500l pro Jahr. Mit dem neuen Dach fehlen noch die Erfahrungswerte, es deutet sich eine Verbesserung an. Das Haus hat ca. 115m2 Wohnfläche die mittels Typ 33 und Typ 22 Heizkörpern beheizt werden.

    Wir sind regelmäßig mit unserem Kind für mehrere Tage zu Besuch, allerdings vor allem im Sommer, entsprechend stark schwankt der Warmwasserverbrauch, da meistens eine aber manchmal 4 Personen im Haus leben, dann wird auch der Anbau mehr beheizt. Unser Wasser ist recht hart (21H), bisher ist keine Entkalkungsanlage verbaut und wir haben sie nie vermisst. Sollten wir eine verbauen?
    Wir legen wert auf eine hygienische Wasserversorgung, Wasserkomfort ist nicht ganz so wichtig, es muss nicht gleichzeitig geduscht und gebadet werden. Am liebsten wäre uns eine Lösung ohne größeren Brauchwassertank.

    Heizung

    Da die Heizung in die Jahre gekommen ist und es grade größere Förderprogramme gibt denken wir über eine Modernisierung nach. Der geringste Eingriff wäre wohl eine neue Ölheizung mit Brennwerttechnik, allerdings werden diese nicht gefördert, also könnten wir auch warten bis die jetzige Heizung den Geist aufgibt.

    Pellet?

    Eine Pelletheizung erscheint im Betrieb sehr aufwändig. Meine Mutter wird bald 70 und lebt häufig alleine im Haus. Im Alter möchte ich ihr keine größeren Strapazen zumuten, auch wenn sie jetzt noch mit Begeisterung Holz macht und in der Küche verschürt, kann ich mich nicht darauf verlassen, dass das auch in Zukunft so bleibt.

    Gas?

    Bei Gas kann ich die Kosten nicht so recht abschätzen. Ein Gasanschluss wäre für den lokalen Versorger wohl denkbar wenn sich die Nachbarn beteiligen. Wir bräuchten dann wohl ca. 60-70m Gasleitung auf eigenem Grund. Alternativ könnte man einen Tank im Garten vergraben, begeistert sind wir aber von der Vorstellung nicht. Wir sind etwas verwirrt von der aktuellen Politik, einerseits heisst es fossile Brennstoffe sollen massiv verteuert werden um erneuerbare Energien zu fördern, andererseits werden Gasbrennwertgeräte massiv gefördert?

    Kaminofen

    Aus Romantikgründen könnten wir uns vorstellen einen kleinen Speicherofen oder auch wassergeführten Kaminofen im ca. 32m2 Wohnzimmer aufzustellen. Momentaner Favorit wäre ein Spartherm Lungo mit 6kw, weil uns das Design gefällt. Ich frage mich ob der Ofen schon zu groß für den kleinen Raum wäre? Allerdings müsste er an den gleichen Schornstein an dem momentan auch die jetzige bzw. künftige Verbrennerheizung hängt was in meinen Augen problematisch bis unmöglich werden könnte.


    Wärmepumpe?
    An sich dachte ich, dass ohne Niedrigenergiehaus und FBH eine Wärmepumpe keinen Sinn macht. Allerdings bin ich in anderen Foren auf einige User gestoßen die scheinbar erfolgreich Panasonic Wärmepumpen an normalen Heizkörpern betreiben?

    Eine Wärmepumpe wäre uns sehr sympathisch, da sie den Weg für den Kamin ebnen würde und sie scheinbar recht wartungsarm und umweltfreundlich sind. Wir wäre auch bereit dafür etwas Mehrkosten in Kauf zu nehmen und uns so Öl/Gastank bzw. den Gasanschluss zu sparen.

    Um den Weg für die Wärmepumpe zu ebnen könnten die über 30 Jahre alten Heizkörper getauscht und teilweise deutlich vergrößert werden. Im Wohnzimmer sind beispielsweise gerade 2x Typ 33 in 120x30cm verbaut, sie könnten aber ohne Probleme 60 vll sogar 75cm hoch werden und so ihr Volumen verdoppeln. Auch hoffe ich, dass moderne HK etwas an Leistungsfähigkeit dazu gewonnen haben.

    Das haus hat ein NO und ein SW Dach. Das Außengerät einer Splitwärmepumpe könnte gut zB an der SO Seite des Hauses Platz finden. Damit wären ca 4-5m Strecke zwischen Aussengerät und jetzigem Ölkessel. An dessen Platz auch die neue Heizung stehen könnte. Direkt darüber am gleichen Kamin ist das Wohnzimmer und der potentielle Platz für den Kaminofen.

    Um herauszufinden ob eine WP realistisch wäre habe ich einen kleinen Test gemacht:
    Aussentemperatur -3°C
    Vorlauftemperatur: Kesseltemperatur 45°C (geregelt über Steigung auf 0.8)
    Heizkörper im Wohnzimmer, voll aufgedreht. Übrige Räume noch nicht. Umwälzpumpe unverändert.
    Temperatur im Wohnzimmer: 19-20°C

    Ich bin nicht sicher wie diese Werte zu interpretieren sind, für mich als Laien klingt es nicht total entmutigend.

    Warmwasseraufbereitung?
    Mir ist auch nicht klar wie man am besten die Warmwasserversorgung bei einer WP gestaltet. Als Laie war meine naive Vision, dass die WP einen Hygienespeicher betanken könnte dem dann ein Durchlauferhitzer hinterhergeschaltet wird. So wäre das Wasser dann auch im Sommer ausreichend warm. Das hätte auch den Vorteil die Phasen der WP etwas zu verlängern, da wir ja nur mit Heizkörpern weniger Wasser im Kreislauf haben als bei einer FBH auch wenn ein Pufferspeicher wohl etwas Effizienz kostet? Dieser Pufferspeicher würde auch ermöglichen in der Übergangszeit solare Überschüsse in Wärmeenergie zu wandeln.

    Nach meinen bisherigen Recherchen scheinen die Panasonic Wärmepumpen am effizientesten ohne Pufferspeicher betrieben zu werden, auch scheint es regelungstechnisch nicht trivial einen wasserführenden Kamin einzubinden (siehe zB die Diskussion hier) Regelung Wärmepumpe mit wasserführendem Kamin

    Wir sind eher Freund von "keep it simple stupid" Ansätzen, deswegen würde ich dann vermutlich eher auf einen klassischen Speicherofen ausweichen den man auch bei einem Stromausfall sorglos betreiben kann.

    PV Anlage?

    Auf dem Dach denken wir über eine PV Anlage nach, wird sie als Teil der Heizung geplant gibt es anscheinend mehr Förderung? Allerdings überlegen wir in ca. 5-10 Jahren den Dachboden herauszunehmen und das Dachgeschoss zu renovieren, sodass es etwas höhere Decken bekommt. Im Zuge dessen würden dann ein paar Dachfenster dazu kommen. Mir ist nicht klar wieviel Aufwand es wäre dann Solarzellen vom SW auf das NO Dach wandern zu lassen?

    Danke fürs dabei bleiben

    Was würdet ihr empfehlen? Wie sollte die neue Heizung dimensioniert werden - das müsste sich doch aus den bisherigen Verbrauchswerten ganz gut errechnen lassen?

    Vielen Dank für Eure Zeit und Hilfe!

  • Es stellt sich doch nur folgende Frage:


    1: Fördergelder abgreifen oder was einfaches einbauen.


    Denn was wohl nur halblebig erwähnt wurde: es lebt ja wohl jemand permanent im Gebäude. (Oma)

    Also muss das Ding problemlos händelbar sein für jegliche Personengruppe.


    Klar kann man den Müll der im anderem Forum hochgelobt wird einsetzten, aber dann bitte auch mit gleichen Enthusiasmus dann auch selber betreiben und pflegen. Denn alees andere wird dich tierisch Ärgern, auf dauer.


    2. Mit einer Wärmepumpe kannst ja mal versuchen so ein Gebäude mit paar Heizkörpern warm zu bekommen. aus wenn es a bissle größer werden.



    Geh erstmal in dich und klär ab was du wirklich willst. Dabei spielt der Energieträger erstmal keine Rolle.

    :lach: Leute, kennt Ihr Quarantäne-Kaffee? Der ist wie normaler Kaffee aber mit Vodka drin und ohne Kaffee. :D

  • Hmm danke für die Antwort. Was wäre denn das einfache in Deinen Augen?

    Ich hatte gehofft, das wäre deutlich geworden. Wir wollen ein möglichst wartungsarmes, pflegeleichtes Heizkonzept für unser Haus, das möglichst automatisiert durchläuft. Wir haben alle recht viel Freude am Holz verfeuern, allerdings kann das nur eine unterstützende Säule sein und die Heizung muss auch ohne auskommen.

    Mit dem jetzigen Öltank ist es schwierig. Einige Zulieferer können uns nicht beliefern, da die Zufahrt recht eng ist, deswegen müssen wir immer Aufpreise für den kleinen Tankwagen zahlen. Ich vermute mit einem Gastank würde es ähnlich werden. Für einen Gasanschluss müssten ca 200m Leitung verlegt werden, davon ca 60-70m auf eigenem Grund.

    Pelletheizungen scheinen recht wartungsintensiv und nicht sonderlich ausfallsicher? Wenn ich gerade im Ausland bin und die Heizung ausfällt wäre das kein Spaß. Momentan könnte das meine Mutter noch gut bewältigen aber wer weiß wie es in 10 Jahren aussehen wird.

    Kurz gefasst egal wofür wir uns entscheiden es wird immer größeren Aufwand erfordern. Aus ideellen Gründen würden wir gerne den Absprung von fossilen Brennstoffen schaffen. Aber eben nur wenn es sich auch wirtschaftlich realisieren lässt.

  • eine Frage für mich wäre....wie soll das Haus in ferner Zukunft benutzt werden wenn die Oma mal nicht mehr da ist ?

    Wenn es darum geht für jetzt und die nächsten Jahre was gutes und einfaches zu haben wäre wohl ein Ersatz der Ölheizung gegen neuen Ölheizung das sinnvollste...


    Eventuell könnte man den Verbrauch und den Wohnwert mit gezielten Dämmmassnahmen verbessern und dafür Förderungen bekommen

    Aber dazu sollte sich ein Fachmann mal das Objekt Vorort anschauen und beurteilen


    Man kann sich von einem Energieberater einen sogenannten individuellen Sanierungsfahrbahn ( ISFP) machen lassen.

    Damit bekommt man für recht wenig Geld ( 300-500 euro) einen kompletten energetischen Zustandsbericht des Hauses und Sanierungsvorschläge

    Also ein sehr guter Einstieg in das Thema ......

    .

  • Pelletheizungen scheinen recht wartungsintensiv und nicht sonderlich ausfallsicher?

    Meine Pelletheizung läuft seit 9 Jahren ohne Zwischenfälle, sie bekommt 1 mal im Jahr eine Wartung vom Heizungsbauer, Aschekasten wird 4-5 mal im Jahr ausgeleert und vor dem Betanken sauge ich den Staub aus dem Bunker ( Schrägbodenbunker mit Förderschnecke ).

    Der Zusatzaufwand gegenüber Gas oder Öl ist, denke ich, recht überschaubar, mit vielleicht 1,5 Std/Jahr für Aschekasten entleeren und Bunker aussaugen.

  • Die Gebäudeeschreibung spricht eher gegen eine Wärmepumpe.

    Natürlich wird auch eine WP funktionieren, aber zu welchem Preis? Ein Ölverbrauch von 1.900 - 2.500 Liter p.a. für 115m² deutet auf eine hohe spezifische Heizlast hin. Der Einsatz von Heizkörpern lässt darauf schließen, dass höhere Heizwassertemperaturen benötigt werden. Das alles kommt einer WP nicht entgegen, und wenn Du am Ende bei einer realistischen JAZ von 3 landest, dann kostet jede kWh Wärme auch richtig Geld, da bist Du schnell bei 9Ct./kWh Wärme oder gar noch höher.


    Eine PV Anlage als Ergänzung mag dann zwar ganz lustig sein, das treibt aber die Investitionskosten wieder in die Höhe, und du wirst damit trotzdem nur einen Teil des jährlichen Wärmebedarfs abdecken können. Wie sich das dann auf die Gesamtbetrachtung auswirkt das muss man rechnen.


    Auf der anderen Seite stehen die Rahmenbedingungen, inkl. Deiner Anforderungen (wartungsfrei usw.).


    Für einen Vergleich brauchst Du möglichst belastbare Zahlen. Die Variante "Erdgas" könnte bei 200m Entfernung richtig teuer werden, dazu solltest Du aber den Netzbetreiber fragen. Die üblichen Preislisten sind dafür weniger geeignet, und selbst da schwanken die Preise zwischen den Anbietern schon erheblich. Es würde mich aber nicht wundern, wenn man für den Erdgasanschluss irgendwo bei 15-20T€ landet.


    Einige Zulieferer können uns nicht beliefern, da die Zufahrt recht eng ist, deswegen müssen wir immer Aufpreise für den kleinen Tankwagen zahlen.

    Wie weit entfernt müsste ein größerer LKW parken?


    Dieses Problem wird Dich bei jeder Anlieferung treffen, egal ob Öl, (Flüssig)Gas oder Pellets. Pellets als Sackware anliefern lassen wird teurer, und Du müsstest jedes Jahr 4-5 Tonnen an Pellets durch die Gegend tragen, das kann auch nicht Sinn und Zweck der Übung sein. Der LKW kann problemlos bis 30m einblasen, alles darüber kostet Aufpreis, und wenn Du Pech hast, dann liegt später mehr Staub im Lager als Pellets.

    Auch die Fahrzeughöhe könnte ein Thema sein.


    Es gibt also bei allen Varianten Vor- und Nachteile. Gibt es überhaupt ausreichend Platz für ein Pelletlager? Wenn bisher nur ein einzelner 2.000 Liter Tank im Keller stand, dann reicht dessen Grundfläche nicht aus. Du bräuchtest bei 2m Raumhöhe und einem Lager mit Schrägboden eine Grundfläche von ca. 6m².


    Ein weiterer Punkt wäre die regelmäßige Reinigung. Ein Pelletkessel muss öfter gereinigt werden als ein Ölkessel, aber auch das hält sich in Grenzen. Hier kommt es auch auf den Kessel an (Größe Aschekasten, Menge an verbrannten Pellets). So ganz grob, in der Heizsaison alle 1-2 Wochen den Aschekasten leeren, alle 4-6 Wochen die Brennkammer ausbürsten. Mit etwas Routine dauert diese "kleine" Reinigung so 15-30 Minuten, einmal jährlich sollte man der Kiste eine Wartung gönnen.


    Dagegen könnte man einen Ölkessel oder eine Gastherme fast schon als wartungsfrei bezeichnen.


    Die Frage ist also, welche Nachteile kann man noch vertreten und wie gewichtet man die Vorteile der jeweiligen Variante.

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  • Vielen Dank für die Antworten. Hmm der bisherige Ölverbrauch von 1900-2500l war noch mit dem alten nicht gedämmten Dach (wirklich gar keine Dämmung). Ich denke mit dem neuen gedämmten Dach zeichnet sich schon jetzt eine Verbesserung ab. Außerdem habe ich den Eindruck, dass unsere Heizung die letzten jahre eher suboptimal konfiguriert war, als ich meinen WP Test gefahren habe war eine Steigung von 1.4 eingestellt, seitdem Test fahren wir recht problemlos 1.0. Jahrelang waren die Heizkörper immer kaum aufgedreht und die Heizung sehr heiss eingestellt, das erscheint mir nicht sonderlich effizient?


    Hmm glaube eine Pelletheizung kann ich fast ausschliessen, ob wir selbst einmal als Familie mit Kind in das Haus ziehen können hängt von unserer beruflichen Situation ab. Momentan bin ich in der Wissenschaft tätig und es ist schwer vorrauszusehen. Falls meine Mutter mal nicht mehr in dem Haus leben kann oder möchte ist eine zwischenzeitliche Vermietung nicht unwahrscheinlich, ich denke man kann sich nicht darauf verlassen, dass Mieter mit einer Pelletheizung umgehen können. Auch wäre Lagerfläche für die Pellets wohl nur mit einem Umbau im Keller zu realisieren, ich denke mir das nötige Kapital würde ich dann eher in Sanierungsmaßnahmen stecken die ja auch den Wohnwert fördern.


    Momentan kann der LKW kann bei Anlieferung ca 20m an das Haus heranfahren, dann werden ca 30m Schlauch bis zum Öltank geführt.


    Wenn wir eine JAZ von 3 erreichen, wäre ich schon zufrieden. Nach meiner Milchmädenrechnung läge die Schmerzgrenze irgendwo um die 2.5. Außerdem gehe ich davon aus, dass die Ölpreise in den nächsten Jahren überproportional steigen werden.


    Pessimistische Milchmädchenüberschlagsrechnung:

    Ich gehe von einem kalten Winter mit 2400l Heizölverbrauch aus. Gerundet hat Heizöl einen Heizwert von 10kWh pro l, also 24000kWh Heizbedarf.


    Wenn ich das richtig verstanden habe dürfte ich hier noch mit dem Wirkungsgrad der Heizung multiplizieren? und käme so auf grob 24000 kWh * 0.85 Wirkungsgrad = 20400kWh?


    Nun nehme ich meine Wärmepumpe bringt es nur auf eine JAZ von 2.4 (Die schlechteste Wärmepumpe in der Frauenhofer Studie hat 2.6 geschafft, allerdings haben fast alle dort FBH).


    Ich bräuchte also 24000 / 2.4 = 10000 kWh Strom um das Haus zu heizen. Für den Strom bezahle ich etwa 25cent pro Kwh (gerade weniger). Das Resultat wären dann 2500 Euro Heizstromkosten im Jahr, erstmal eine ordentliche Stange Geld. Stimmt die Rechnung soweit?


    Ich glaube aber es gibt mehrere Ansatzpunkte diese Summe zu drücken:

    * bessere JAZ als 2.4 erreichen

    * über Kaminofen an kalten Tagen zu heizen und das Feuer genießen

    * über eine Solaranlage vor allem in der Übergangszeit Strom generieren und den der Heizung zuzuführen

    * mildere Winter durch den Klimawandel (auch mit dem alten Dach kamen wir oft schon deutlich unter 2400l)

    * Wirkungsgrad der jetzigen Heizung in der Rechnung berücksichtigen?


    Dem gegenübergestellt würden 2400l Heizöl Stand heute rund 1400 Euro kosten, allerdings müssten wir wegen dem 2000l Tank zusätzlich zwei Anlieferungen bezahlen. Ein modernes Brennwertgerät würde den Verbrauch sicher etwas drücken. Allerdings glaube ich, dass auch bei einem Brennwertgerät die Wartungskosten etwas über einer WP liegen würden?

    Auf der Habenseite für die WP steht dann:
    * künftig kein Stress mehr mit Heizöl
    * Platzgewinn im Keller (momentan wird der Platz aber eh nicht benötigt)
    * Rechtsicherheit, meine Heizung wird nicht übermorgen verboten

    * Kaminofen im Wohnzimmer (Füße nach dem Kitesurfen am Feuer wärmen!)
    * Heizungstausch alle 15-20 Jahre günstiger als mit Öl
    * hoffentlich weniger klimaschädliche Heizung

  • Was die obige Rechnung noch nicht berücksichtigt sind die Anschaffungskosten.
    Ich würde für den Austausch des Ölbrenners und Reparaturen grob 15.000 Euro veranschlagen. Das gleiche für die Umstellung auf WP.

    Letztere wird aber massiv gefördert, sodass von der Ersparnis die Mehrkosten beim Heizen im Vergleich zum Öl wohl mehrere Winter gedeckt wären. Hinzukommt, dass die WP ermöglicht noch weitere Optimierungsmaßnahmen am Haus (zB bessere Fenster) mit verstärkter Förderung anzugehen?

    Rechne ich mir das schön? Wo ist mein Denkfehler?

  • Vorweg noch die Anmerkung, dass man gerade bei einer LWP auch das Thema "Lärm" auf dem Schirm haben sollte. Das wird immer wieder vergessen, bis dann die Nachbarn auf der Matte stehen.

    Stimmt die Rechnung soweit?

    Bei der WP könntest Du mit 20.400kWh p.a. rechnen, da die Kesselverluste ja nicht anfallen. Unabhängig davon gibt es noch Anlagenverluste, die kann man bisher noch nicht vorhersagen.


    Die 85% für eine Ölheizung sind ein typischer "gemittelter" Wert der über ein Jahr angesetzt werden kann. Im Sommer für die WW Erzeugung liegt der Wert deutlich schlechter, manche Anlagen erreichen da nicht einmal 50%.


    Nach Deiner Rechnung zahlst Du im Vergleich zu Öl über 1,- €/Liter, wobei Du die kWh Strom mit 0,25 € ziemlich niedrig angesetzt hast. Ein eigener WP Tarif wird sich kaum lohnen. Sind in den 25Ct./kWh auch die Grundgebühren enthalten? Oder mit irgendwelchen Boni schöngerechnet?

    Der Ölpreis wird wieder ansteigen, aber auch die Stromkosten werden nicht günstiger. Wenn ich momentan meine Jahresendabrechnung mache, und dann durch die Anzahl der bezogenen kWh dividiere, dann lande ich meist um die 27Ct./kWh, in einem Fall knapp 29Ct./kWh.


    Das Thema PV hatte ich schon angesprochen. Hier fallen erst einmal Investitionskosten an, und dann muss man schauen, wie man die Erträge selbst verwerten kann, ansonsten gibt es nur 8Ct./kWh für die Einspeisung.

    Nehmen wir einmal an, Du bräuchtest bei 21.000kWh thermisch und JAZ von 3 immerhin 7.000kWh el. Strom p.a. Davon entfallen beispielsweise gut ein Drittel auf die Monate Januar und Februar, und das natürlich nicht nur tagsüber sondern auch am frühen Morgen oder späten Abend, oder gar in der Nacht. Um die 30% entfallen auf die Monate November und Dezember also eher "kurze" Tage mit wenig Sonnenschein.

    Bleiben wir mal bei Januar + Februar, da liefert eine PV Anlage ganz grob etwa 6,5% ihres Jahresertrags, und das überwiegend an den wenigen sonnigen Tagen, und logischerweise nur tagsüber. Das ist aber nur eine grobe Hausnummer. Wieviel davon kannst Du während dieser Tage selbst verwerten?

    Rechnet man das für alle Monate hoch, dann kann man vielleicht 20% des Jahresertrags, evtl. auch noch 30% selbst verwerten. Geht man von einer Anlage in der 10kWp Klasse aus, dann könnte diese vielleicht 2.000kWh oder 3.000kWh für die WP bereitstellen, 4.000 bis 5.000kWh müssten man also aus dem Netz beziehen. Dann stehen Dir pro Jahr sagen wir mal 2.000kWh zu je 0,27Ct. und 7.000kWh zu je 8Ct. zur Verfügung, um die Betriebskosten der PV Anlage und die Investitionskosten zu amortisieren, also etwa 1.100,- € pro Jahr.


    Bitte beachten, das ist keine exakte Berechnung und auch keine Planung, sondern nur mal eine grobe Abschätzung damit Du Dir die Größenordnung vorstellen kannst. Es lohnt sich auf jeden Fall genauer zu rechnen.


    Natürlich kann man so eine Anlagenkonstellation noch optimieren, und auch sein Nutzerverhalten entsprechend anpassen, ABER kann bzw. möchte Deine Mutter das? Nach meiner unmaßgeblichen Erfahrung lässt im Alter das Interesse an so einem "Hobby" drastisch nach. Mein Vater hat Heizöl gekauft sobald ihm der Sinn danach war, und da war es egal, ob der Liter 50Ct. oder 1,- € gekostet hat, oder ob noch ein Vorrat für 3 Jahre im Keller lagerte. Heizkurve optimieren? Das habe ich einmal versucht, bis ich zuhause war, hatte er die Kurve wieder nach oben gedreht, schließlich war der Heizkörper mal kalt (kein Wunder bei 24°C Raumtemperatur).

    Auch ein hoher Heizölverbrauch hat ihn nicht wirklich gestört, ob 3.500 Liter oder über 4.000 Liter pro Jahr, das war egal. Dann war es halt ein kalter Winter.


    Worauf ich hinaus möchte, Deine sicherlich gut gemeinten Versuche könnten an der Praxis scheitern. Vielleicht wäre es eine Überlegung wert, die vorhandene Anlage weiter zu betreiben bis sie auseinander fällt, selbst wenn das Heizöl 70 oder 80Ct./Liter kosten sollte.

    Ich würde daher bei einem Vergleich auch diese Option mit einbeziehen, und ehrlich gesagt, ob man bei einer Heizöllieferung ein paar Euro mehr bezahlt weil der mit einem kleineren LKW anfahren muss, das spielt jetzt keine so große Rolle.


    So, und wenn man nun unbedingt Geld investieren möchte, dann könnte man überlegen, ob Modernisierungsmaßnahmen sinnvoll wären.

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  • Hmm meine Mutter ist Ingenieurin (Landschaftsarchitekt) und versteht die thermischen Zusammenhänge. Tendenziell ist sie sparsamer als ich (Nachkriegskind). Sie sagt sie würde auch einen Pelletkessel sauber machen, aber ich will ihr das nicht zumuten.

    Hmm momentan zahlen wir rund 23c pro kWh Strom. Die Grundgebühr ist da nicht drin, aber einen Stromanschluss brauchen wir ja in jedem Fall. Deswegen habe ich mit 25cent gerechnet. Teilweise scheint die WP einen eigenen Zähler zu brauchen, der dan wohl auch nochmal etwas kostet, ich denke aber das wird sicher nicht kriegsentscheidend. Mit 7000 kWh wäre ich mit meiner Rechnung schon ordentlich im Plus.


    Ja, dass die Solaranlage vor allem im Sommer wo weniger geheizt werden muss Strom liefert ist mir bewusst. Eine hohe Grundlast haben wir nicht im Haus, Gefriertruhe + Kühlschrank + Heizung machen vermutlich den Löwenanteil aus. Jahresverbrauch Strom war bisher so bei 1200-1500kWh. . Wama + Spüma könnte man vor allem tagsüber laufen lassen, aber viel ändern wird das nicht.

    Ich hätte um den Eigenverbrauchsanteil zu optimieren auch wenige Module auf dem NO Dach verbaut. Ich habe aber keine großen Illusionen bisher bin ich von 10% Eigenanteil ausgegangen, ich rechne immer gerne pessimistisch und lasse mich dann positiv überraschen. Ich denke gerade im Winter könnte fast der ganze Solarertrag in der WP versenkt werden, allerdings wird das eben nicht viel sein.


    Natürlich muss die WP eine gewisse JAZ schaffen um förderfähig zu werden. Ich denke, dass Öl in den nächsten Jahren durch erhöhte Gebühren deutlich teurer werden wird. Auch war der Ölpreis schon mal deutlich höher als heute, keine Ahnung wie sich das entwickeln wird. Am Ende ist die Zukunft ungewiss und man muss mit den Werten von heute rechnen.

    Unsere Warmwasseraufbereitung ist gerade mit Sicherheit suboptimal. Der Tank wird nie leer, oft wird tage lang kaum etwas verbraucht, gerade im Sommer wird häufig nur kalt geduscht.

    Deswegen würde ich gerne zu einem System wechseln wo weniger warmes Wasser bevorratet wird und man nur bezahlt wenn man tatsächlich welches verbraucht. Das wäre dann auch hygienischer.

  • Selbst produzierten Solarstrom habe ich bisher mit 16cent verrechnet, ich würde ja ca. 8 cent fürs Einspeisen bekommen und er ist ja nicht umsonst produziert.

    Hmm Abstand zum Nachbarhaus wären bei Aufstellung auf der SO Seite rund 9m, ca 12m bis zum Nachbarfenster. Im Nordosten wäre es mehr als das doppelte, allerdings steht die WP dann im Schatten einer Baumreihe und man müsste deutlich längere Leitungen verlegen. Auch im Eigeninteresse würde ich mich um eine möglichst ruhige WP bemühen. Momentan hört man im ganzen Garten deutlich einen Wasserfall rauschen, da vor dem haus ein 2x 2.5m Wasserfall von einem kleineren bach fliesst. Der würde die WP zumindest bei Regen vermutlich deutlich übertönen.

    Wenn nur 4-5k kWh aus dem Netz gezogen werden müssten wäre ich super zufrieden. Langfristig könnte man diesen Wert noch mit Stromspeichern optimieren, sobald diese ausgreifter und günstiger werden. Ich finde zB Salzwasserspeicherkonzepte sehr spannend, aber denke sie sind noch nicht ganz ausgereift.

  • Soweit ich das verstanden habe kann eine PV gefördert werden wenn sie Bestandteil der Heizungsanlage ist? Auch ist der garantiere Abnahmebetrag für 8.x cent ja eine staatliche Förderung.

    Für große Spekulationen am Heizölmarkt ist unser Tank viel zu klein. Wir müssen mehr oder weniger immer kaufen wenn der Tank leer wird.

  • PV ist doch Photovoltaik? Damit heizt man nicht, eher mit Sonnenkollektoren, also solche, die Wärme sammeln und nicht Strom. Sind in letzter Zeit etwas in Vergessenheit geraten, nachdem alles nach Strom schreit. Da gibt es inzwischen schon solche, die so effektiv sind, dass sie auch in kälteren Tagen gut was zusammen bekommen. Aber ganz allein für sich werden sie nicht funktionieren, eher als Zusatz zu etwas anderem.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • PV ist doch Photovoltaik? Damit heizt man nicht, eher mit Sonnenkollektoren, also solche, die Wärme sammeln und nicht Strom.


    Da gibt es inzwischen schon solche, die so effektiv sind, dass sie auch in kälteren Tagen gut was zusammen bekommen.

    frau maier, du scheinst echt Insiderwissen zu haben. Hast de mal 'n Link?

  • Ich habe damit schon lange nichts mehr zu tun. Aber das war mal vor 20 Jahren Thema. Google halt mal. Wirst bestimmt einiges zusammen bekommen. Will ja keinen Rechthaber Wettbewerb veranstalten, sondern nur Alternativen aufzeigen, mit denen man sich auch mal beschäftigen kann.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Hmm auf Anhieb finde ich es leider nicht mehr. Nur für Stromspeicher bei PV Anlagen scheint es in Bayern zusätzliche Förderungen zu geben. Müsste man rechnen, ich fürchte der Breakeven kommt bei einem typischen Lithiumspeicher recht spät.

    Hmm Panasonic wirbt damit solare Stromüberschüsse zu verheizen:
    - Panasonic Heiz- und Kühlsysteme

    Auch könnte man über einen dynamischen Stromtarif nachdenken und mehr bzw. weniger heizen wenn der Strom gerade günstig oder teuer ist.

  • Ich denke gerade im Winter könnte fast der ganze Solarertrag in der WP versenkt werden, allerdings wird das eben nicht viel sein.

    Ich habe Dir mal als Übersicht ein paar Ertragszahlen als Prozent vom Jahresertrag zusammengestellt.

    Auch hier gilt, nur grob als Orientierung. Wieviel man dafür für die WP verwerten kann, das hängt von sehr vielen Faktoren ab.


    Jan. 2,5%

    Feb. 4,1%

    Mrz. 7,5%

    Apr. 10,7%

    Mai 14,0%

    Jun. 14,5%

    Jul. 15,0%

    Aug. 13,1%

    Sep. 8,8%

    Okt. 5,1%

    Nov. 2,7%

    Dez. 2,0%


    Nehmen wir mal an, Du hättest eine Anlage mit 10kWp auf dem Dach, diese liefert so um die 9.000 kWh pro Jahr, dann würden davon auf den Januar nur 225kWh entfallen. Gleichzeitig hätte Deine WP einen Bedarf von sagen wir mal 18% des Jahresheizbedarfs bei einer AZ von 3, also 21.000kWh/3 = 7.000kWh, daraus dann 18%, also 1.260kWh.

    Nun musst Du noch berücksichtigen, dass die 1.260kWh über 31 Tage und 24h pro Tag anfallen, während die 225kWh an wenigen sonnigen Tagen über die Mittagszeit geliefert werden. Hier kommt dann die Leistung in´s Spiel, ob der Ertrag komplett oder nur teilweise verwertet werden kann. Wenn die Anlage bei Sonnenschein vielleicht 5kW liefert, die WP aber nur 3kW abnehmen kann, dann geht ein Teil des Ertrags verloren.


    Das gleiche Spiel kannst Du nun auch für Monate machen mit hohen solaren Erträgen, dann ist der Heizwärmebedarf aber gering, sagen wir mal April oder Mai, oder Oktober. Irgendwo habe ich mal einen Beitrag geschrieben in dem ich den durchschnittlichen Heizwärmbedarf in % pro Monat aufgeführt habe. Im April sind das beispielsweise 9% des Jahresbedarfs, um bei unserem Beispiel zu bleiben, 630kWh el. für die WP bei einem solaren Ertrag von 909kWh.

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  • Damit heizt man nicht, eher mit Sonnenkollektoren, also solche, die Wärme sammeln und nicht Strom. Sind in letzter Zeit etwas in Vergessenheit geraten, nachdem alles nach Strom schreit. Da gibt es inzwischen schon solche, die so effektiv sind, dass sie auch in kälteren Tagen gut was zusammen bekommen.

    Solarthermie ist wieder ein anderes Thema, kann man machen, muss man aber nicht. ;)


    Wir können aber gerne auch noch Solarthermie rechnen. als grobe Richtschnur, um die 300-400kWh/m² verwertbarer Ertrag p.a. wenn WW und Heizungsbetrieb unterstützt wird. Bei WW für 1 Person und Heizung mit Heizkörpern sind die Rahmenbedingungen nicht gerade ideal.

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  • Ja, etwa so habe ich mir das vorgestellt. Ich denke das Spiel wird vor allem in der Übergangszeit interessant. Juni / Juli / August sind die einzigen Monate wo kaum geheizt werden muss.

    Solarthermie ist mir nicht so sympathisch ich würde lieber nur PV auf dem Dach installieren. Kabel sind leichter zu verlegen als Rohre und dann braucht es wieder Regeltechnik zur Abstimmung mit der WP? :)

  • Ja was bringt den schon eine WÄrmepumpe, wenn die gegebenheiten schlecht sind und der Eigentümer nicht in die Heizflächenumrüstung investieren will.


    Entweder man machts es gscheit oder garnicht, bei einer Wärmepumpe. Bringt nix, wenn die Wärempumpe erst nach 20000 unnötigen Starts erst vernünftige heizflächen bekommt.


    ZVI. Manchmal schlecht bei der Wahl.

    :lach: Leute, kennt Ihr Quarantäne-Kaffee? Der ist wie normaler Kaffee aber mit Vodka drin und ohne Kaffee. :D

  • Ganz einfach,

    Du machst dir über zu viele Details gedanken und verwurstelst das eine mit dem anderen. Dabei wäre es wichtig, dir selber über punkte klar zu werden die du entweder willst oder nicht. JA vielleicht oder Ne nicht so ganz, sind dabei kontraproduktiv. Sie erschweren letztendlich die Auswahl. Dazu kommen dann noch falsche Annahmen.. und fertig ist die Auswahlsuppe. (Ölheizungen werden nicht verboten im Sinne von, keine neuen mehr. Was steht, das steht!. Hast du noch bock, so kannst du 2025 eine Ölheizung einbauen, sie muss deswegen nicht 2026 wieder raus. Und mache dürfen auch 2027+ noch eine Ölheizung bekommen. Aber das ist ein anderes Thema.

    Appropo, eine Zentralheizung ist nie wirtschaftich. Sie ist ein Produkt des Wohlstandes und in unserem Land ein gewohnter Standart. DU kannst nur wählen und spekulieren was dich die nächste Jahre weniger Geld verbrennt, mit mehr oder weniger arbeit.

    :lach: Leute, kennt Ihr Quarantäne-Kaffee? Der ist wie normaler Kaffee aber mit Vodka drin und ohne Kaffee. :D

  • Welche Punkte konkret?

    Natürlich werden Ölheizungen nicht von heute auf morgen verboten, aber vll. muss man zB neue Abgasnormen erfüllen, oder es werden erhöhte CO2 Abgaben auf Öl eingeführt etc.

    Am Ende muss ich dann viel Geld in der Heizung versenken, welches ich in meinen Augen sinnvoller im Gebäude selbst verbauen könnte. Unser Holzofen in der Küche wäre mit seinen Abgaswerten zB heute illegal und hat nur Bestandsschutz weil er auch Kochstelle ist.

    Mein Onkel 3 Hausnummern weiter musste nun seine Heizung massiv umrüsten um gegenwärtige Abgasnormen zu erfüllen.

  • Solarthermie ist mir nicht so sympathisch ich würde lieber nur PV auf dem Dach installieren. Kabel sind leichter zu verlegen als Rohre und dann braucht es wieder Regeltechnik zur Abstimmung mit der WP?

    Bei el. Strom ist man flexibler, da kann man einen Teil auch für den Haushalt einsetzen, und Überschüsse einspeisen. Bei Solarthermie hat man im Sommer eine Unmenge heißes Wasser und weiß nicht wohin damit. Wer nicht gerade einen großen Pool hat, oder damit einen Saisonspeicher laden möchte, der muss damit leben, dass ein erheblicher Anteil der Erträge verpufft. Gerade in Verbindung mit WP sollte man daran denken, dass Solarthermie dann hohe Erträge liefert wenn auch eine WP, insbesondere eine LWP, aufgrund hoher Außentemperaturen gute Arbeitszahlen liefert.


    Dafür ist der Platzbedarf geringer, mit sagen wir mal 10m² lassen sich 3.000-4.000kWh an verwertbaren Erträgen erzeugen, die gleiche Fläche als PV Module erntet deutlich weniger.


    Auch Solarthermie ist förderfähig. Seit Anfang des Jahres mit 30%, in Verbindung mit dem Austausch von Wärmeerzeugern auch höher.


    Interessant wird so ein Konzept insbesondere dann, wenn man sowieso einen Pufferspeicher in der Anlage benötigt, beispielsweise weil ein Holzkessel, wasserführender Kaminofen, bedingt auch Pelletkessel, genutzt werden soll. Da übernimmt die Solarthermie dann im Sommer komplett, und während der Übergangszeit teilweise, die Versorgung des Gebäudes und der Bewohner.


    Es gibt auch WP Konzepte die zuverlässiger mit Pufferspeicher funktionieren. Betriebssicherheit ist so eine Sache die von den Optimierern in Foren gerne mal ignoriert wird, schließlich verbringt man ja sowieso sein halbes Leben vor der Kiste. Lieschen Müller sieht das bekanntermaßen anders, die freut sich gar nicht, wenn an Weihnachten eine WP mit einer Fehlermeldung den Dienst verweigert, oder wenn es bei -20°C (wie aktuell in manchen Regionen in DE) nicht warm im Haus wird, weil eine WP auf Kante genäht und ein Heizstab abgeklemmt ist.


    Es kann also Gründe geben die für den Einsatz von Solarthermie sprechen, aber auch hier gilt, planen, rechnen, und dann erst umsetzen.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

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  • aber vll. muss man zB neue Abgasnormen erfüllen, oder es werden erhöhte CO2 Abgaben auf Öl eingeführt etc.

    Schaut man sich die Strompreisentwicklung in den letzten 20 Jahren an, dann wird man feststellen, dass gerade der Preis für el. Strom deutlich erhöht wurde. Da geht es weniger um Umweltschutz oder Wirtschaft, sondern mehr um Politik, wie man an der Verlängerung der Einspeisung für Altanlagen sieht.


    Ich würde nicht darauf wetten, dass irgendein bestimmter Energieträger das Rennen macht, und die Älteren unter uns haben schon mal einen WP Hype erlebt, genau so wie Nachtspeicher usw.


    Mein Onkel 3 Hausnummern weiter musste nun seine Heizung massiv umrüsten um gegenwärtige Abgasnormen zu erfüllen.

    Was für eine Heizung? Holz?

    Ölheizungen die ersetzt werden müssen sind wirklich schon steinalt. Niedertemperaturkessel, Brennwert, das gibt es schon seit Jahrzehnten und die sind auch heute noch zulässig. Ich habe einem einzigen Ölkessel das Licht ausgeknipst, genauer gesagt einem Lufterhitzer Baujahr 1966. Der hatte gut 50 Jahre auf dem Buckel und eine Modernisierung wäre zwar machbar, aber nicht sinnvoll gewesen. Dann habe ich noch 2 Niedertemperaturkessel in Betrieb, beide ca. 30 Jahre alt, und einen Ölbrennwerter knapp 20 Jahre alt. Bei entsprechender Pflege werden die auch in 20 oder 30 Jahren noch funktionieren, und das für Ölkessel ziemlich effizient.


    Ich könnte jetzt auch noch was zu 2 LWP schreiben die ich als Kaskade in Betrieb habe, und die bei 27Ct./kWh Stromkosten momentan nicht gerade viel Freude bereiten.


    Ich würde für die Zukunft trotzdem nicht auf Öl setzen, und es ist auch OK, dass ab 2026 der Einbau von Ölkesseln nicht mehr zulässig ist, soweit ich informiert bin. Das war halt eine politische Entscheidung. Ob diese Entscheidung auf Dauer bestand hat, oder doch wieder geändert wird, das muss man abwarten.

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  • Ich fühle mich mit Strom deutlich wohler, ich denke in Zukunft wird man mit leistungsfähigeren PV Anlagen und besserer Batterietechnik auch den Eigenanteil weiter ausbauen können. Je teurer der Strom wird desto attraktiver wird ja die Selbsterzeugung. Bei meinem Onkel war es eine Holzheizung, keine 30 Jahre alt, die er aber meistens nur 2-3 Tage im Jahr im Einsatz hatte um sein anderes Heizsystem zu unterstützen. Solarthermie scheint bei uns nicht sehr attraktiv wir haben eh schon wenig Warmwasserbedarf und im Sommer wo die Erträge am höchsten sind noch weniger.