Obergeschoss erst nachträglich ausbauen heutzutage sinnvoll?

  • Eine allgemeine Frage an die Experten.

    Ist es generell unsinnig bei einem Neubau zuerst das Untergeschoss voll auszubauen, um darin die ersten... sagen wir mal 10 Jahre zu leben und erst im Anschluss das Obergeschoss auszubauen?


    Zumindest bezüglich der Heizung (z.B. Wärmepumpen) dürfte das doch aufgrund der unterschiedlichen Heizlasten Probleme geben, oder?

    Nimmt man eine zu kleine, reicht es später nicht. Nimmt man eine zu große wäre es pure Verschwendung, oder?


    Ich frage deshalb so doof, weil es zumindest hier früher häufiger so gehandhabt wurde.

    Großer bis sehr großer Grundriss, so dass man im EG alles unterbringt und erst wenn das zweite Kind kam, hat man oben ausgebaut.


    Wie ist denn eure Einschätzung dazu.

    Rein aus Interesse:)

  • Das kannst du dir selber beantworten wenn du dich damit mal konkreter beschäftigst.


    A) Warum willst du es aufteilen?

    - Finanzielle Gründe

    - Wirtschaftliche-Technische Gründe


    B) Was passiert wenn es aufgeteilt wird?

    - Später wieder arbeiten im Haus mit staub und dreck.

    - evt teurer, da Preissteigerung bzw Inflation

    - Andere Vorstellungen in 10 Jahren.

    - ect ect ect.

    :lach: Leute, kennt Ihr Quarantäne-Kaffee? Der ist wie normaler Kaffee aber mit Vodka drin und ohne Kaffee. :D

  • Pauschal kann man die Frage nicht beantworten.

    Ich kann mir schon Konstellationen vorstellen, in denen sowas Sinn macht.


    Ob es Sinn macht, die Fläche für eine Zeit x (20 Jahre bis die Kinder ausm haus sind) zu verdoppeln? Fraglich. Ggf. kann das OG kleinr ausfallen.


    Wegen der Heizung hätte ich überhaupt keine Bedenken. Bei modern gedämmten Häusern kommt as auf die Hülle an, sprich es macht wenig Unterschied ob die alles heizt oder nur das EG. Denn wenn du nur im EG heizte, heizt du das OG passiv mit, und mit WP führt das wieer zu höheren VL.. also alles Unsinn.

    Du musst von Anfang an das ganze Haus heizen.


    Problematisch könnte Warm- oder auch Kaltwasser-Stagnation sein. Sollte man Bedenken!


    Als sinnvoll erachte ich einen späteren Ausbau unter folgenden Randbedingungen:

    - man kann und will viel selbst machen, aber ohne Zeitdruck, und schön nach und nach

    - man hat die Kohle für den Ausbau nicht

    - man will dem späteren potentiellen Partner eine Mitgestaltungsmöglichkeit geben


    Von was reden wir überaupt?

    Bodenbeläge, Türen, Wandfarbe und Sanitär?


    Oder gar Innenputz und Estrich? (wird nicht funktionieren).

    Treppe?


    Das Einspaarpotential ist begrenzt.

  • Warum?

    -> weil aktuell kein Bedarf an mehr Wohnraum, später aber schon.

    -> Finanzielle Entlastung zu Beginn des Bauvorhabens.

    -> Trends in der Gestaltung der Räume (Fließen, Türen, etc) ändern sich und daher hat man oben erst später renovierungsbedarf.




    - Das OG würde jetzt in meinem speziellen Fall durch eine maximale Kniestockhöhe von 0,5 erheblich kleiner ausfallen.

    - Das mit dem "viel selber machen" ohne Zeitdruck triffts ziemlich gut.


    Von was wir reden?

    -> Weiß ich nicht, daher frage ich ja euch hier im Forum was alles möglich und sinnvoll ist :-D



    Wir reden hier aktuell ja ohnehin nur über Ideen und Erfahrungen, heißt ja nicht, dass ich das so umsetzen will, aber mich interessiert der rege Austausch darüber.


    Danke bereits :thumbsup:

  • Hm, ich habe das jetzt nicht so oft gesehen, dass ein Stockwerk später ausgebaut wurde. Ich erstelle Energieausweise und bin daher in vielen älteren Häusern unterwegs.

    Was immer wieder mal ist, dass man ein Dach ausgebaut hat oder sich zum Ausbau vorgerichtet hat. Aber so richtig oft - das könnte ich nicht bestätigen.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • -> Weiß ich nicht, daher frage ich ja euch hier im Forum was alles möglich und sinnvoll ist

    ohne jetzt dein handwerkliches Geschick zu kennen würde ich sagen sinnvoll möglich escheint mir das bei:


    - Bodenbelägen

    - Malerarbeiten

    - Trockenbau (Dachschrägen beplanken!)

    - Innentüren

    - Fliesen und Endmontage sofern ein 2. Bad oder WC geplant ist, ggf. auch Installation wenn man einen Installteur in der Familie/Freundeskreis hat


    meine persönliche Heimwerkermeinung.


    Mehr fällt mir nicht ein, Innenputz weglassen ist nicht wegen Luftdichtigkeit, Fenster sowieso nicht, Estrich macht viel zu viel Dreck später, Treppe auch nicht wirklich.
    Elektro muss unter Putz, genauso wie Sanitär.


    Ist sicher nicht die Regel das Leute das so machen, aber ich kenne auch ein paar Fälle. Aber eher von früher. Heimwerker werden immer weniger. Heute fühlt sicher jeder Europaletten-zamschrauber als Heimwerker.

  • Ich kenne jetzt nur einen einzigen Fall wo die Ausbaureserve später auch genutzt wurde. Ansonsten liegen die Flächen heute noch so brach wie zum Zeitpunkt des Hausbaus.

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  • Ich kenne jetzt nur einen einzigen Fall wo die Ausbaureserve später auch genutzt wurde. Ansonsten liegen die Flächen heute noch so brach wie zum Zeitpunkt des Hausbaus.

    Genau so ist es auch bei Nachbarn meiner Eltern, riesen Grundfläche, OG seit 20 Jahren nicht aausgebaut.

    Der gesunde Verstand ist die bestverteilte Sache der Welt, denn jedermann meint, damit so gut versehen zu sein, dass selbst diejenigen, die in allen übrigen Dingen sehr schwer zu befriedigen sind, doch gewöhnlich nicht mehr Verstand haben wollen, als sie wirklich haben. ~ René Descartes

  • Alle vier Haeuser, die mein Vater in den 60ern bis 80ern gebaut hat waren so, erstmal halbfertig und man ist in die fertigen Teile eingezogen und hat dann nach und nach ausgebaut, und dabei auch wirklich alles bis auf sicherheitsrelevante Teile selbst gemacht. Ich denke aber das das bei heutigen Anforderungen wesentlich schwieriger ist, Sichtwort Luftdichtigkeit, Daemmung, ggf. Schalldaemmung, Abdichtung im Bad, Aufwaendigere Sanitaerinstalletion (UP), etc etc. als Anfang der 60er bis noch vielleicht in die 80er Jahre.

    Und: Man wohnt irgendwie immer in der Baustelle, muss man moegen. Man hat immer wieder den Dreck und Laerm im Haus. Renovierungen darf man auch noch einschieben, und zu guter letzt: Man investiert quasi seine gesamte Freizeit.

    Wie gesagt muss man echt moegen.


    Abgesehn davon, fallen mir nur finanzielle Gruende ein, sowas aufzuschieben. Und dann waere die Frage, ob man nicht ein wenig kleiner plant (2x 12 qm fuer die Kids statt einmal 20+ usw.). Anbauen kann man ja eventuell immer noch, falls es denn wirklich sein muss.


    Und lohnt es sich wirklich ein Haus mit riesiger Grundflaeche dann fuer 10 Jahre Nutzung als Kinderzimmer im Dach auszubauen um dann anschliessend wieder 30 Jahre Leerstand zu haben? Nachdem wir Kinder ausgezogen sind geht meine Mutter vielleicht noch einmal im Monat ins OG, ein paar Mal uebernachten Gaeste und ansonsten ist das halt ungenutzt und wird im Alter auch nicht attraktiever, falls man keine sehr platzintensiven Hobbys pflegt.

  • Und lohnt es sich wirklich ein Haus mit riesiger Grundflaeche dann fuer 10 Jahre Nutzung als Kinderzimmer im Dach auszubauen um dann anschliessend wieder 30 Jahre Leerstand zu haben? Nachdem wir Kinder ausgezogen sind geht meine Mutter vielleicht noch einmal im Monat ins OG, ein paar Mal uebernachten Gaeste und ansonsten ist das halt ungenutzt und wird im Alter auch nicht attraktiever, falls man keine sehr platzintensiven Hobbys pflegt.

    like. Das ist allgemein etwas, das man sich beim BAu eines Hauses für eine Familie überlegen sollte. und wie man damit umgeht, wenn die Kids aus dem Haus sind. Da halten wir Deutschen doch sehr an dem Eigentum fest. Wobei es der aktuelle Immobilienmarkt auch nicht einfacher macht, umzuziehen.

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  • Ja, ich denke auch, dass es in dem Rahmen ablaufen würde.

    Das Einsparpotenzial ist dann tatsächlich nicht besonders hoch.


    Und die ständige Baustelle ist natürlich auch nicht besonders toll...

  • like. Das ist allgemein etwas, das man sich beim BAu eines Hauses für eine Familie überlegen sollte. und wie man damit umgeht, wenn die Kids aus dem Haus sind. Da halten wir Deutschen doch sehr an dem Eigentum fest. Wobei es der aktuelle Immobilienmarkt auch nicht einfacher macht, umzuziehen.

    Das stimmt. Mal ist viel zu viel Platz da, dann zu wenig, dann wieder viel zu viel :-D

  • Und lohnt es sich wirklich ein Haus mit riesiger Grundflaeche dann fuer 10 Jahre Nutzung als Kinderzimmer im Dach auszubauen um dann anschliessend wieder 30 Jahre Leerstand zu haben?

    Das ist der entscheidende Punkt, doch die Erkenntnis hat man, frisch verheiratet oder als junge Familie, eher nicht. Dafür habe ich sogar Verständnis. In diesem Alter ist man in der Schaffens- und Aufbauphase, das ist äußerst wichtig, behindert aber manchmal das längerfristige Denken, sprich es fehlt ein wenig der Weitblick.


    Die Bedürfnisse ändern sich im Laufe des Lebens und irgendwann sind die Kinder aus dem Haus. Das geht schneller als man denkt, und bis der "Umbau" fertig ist, sind die Kinder schon so alt, dass sie woanders wohnen. ;)


    Ich würde eine Ausbaureserve nur dann machen, wenn klar ist, dass man diese innerhalb absehbarer Zeit auch nutzen wird, sagen wir mal innerhalb von 5 Jahren. Das wird aber kaum der Fall sein, wenn sowieso schon ausreichend Räumlichkeiten im EG zur Verfügung stehen.

    Aus eigener Erfahrung, mein Elternhaus hatte im EG 2 Kinderzimmer, die wurden aber nie getrennt, also bin ich später in ein Zimmer im Kellergeschoss gewandert. Das war ursprünglich mal als "Spielzimmer" für die Kinder gedacht (auch so eine dumme Idee, wenn man nicht gerade ein Hobby pflegt das viel Platz erfordert), aber die Kinder haben so gut wie immer im EG gespielt.

    Ich habe das Zimmer dann ca. 12-13 Jahre genutzt, die letzten Jahre war ich aber die meiste Zeit in meiner Studentenbude. Nachdem ich dann von zuhause ausgezogen war, fiel das Zimmer in einen Dornröschenschlaf und wurde danach nicht mehr genutzt.

    Die Ausbaureserve im DG ist heute noch so wie damals gebaut, es bestand schlichtweg kein Bedarf.


    Jetzt sollte man noch erwähnen, dass wir hier über EFH reden. Die Planung kann etwas anders sein, wenn man mehrere Wohnungen im Haus plant, die vielleicht später auch noch vermietet werden sollen (können). Auch wenn eine Nutzung als Mehrgenerationenhaus angedacht ist, wird man anders planen.


    Es kann also Gründe geben die für eine Ausbaureserve sprechen, diese sollte man aber hinterfragen.

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  • Ich kenne jetzt nur einen einzigen Fall wo die Ausbaureserve später auch genutzt wurde. Ansonsten liegen die Flächen heute noch so brach wie zum Zeitpunkt des Hausbaus.

    Genau darauf läuft es hinaus und dann hat man viel Geld für viel Volumen für nichts ausgegeben.


    Mach eine Holzbalkendecke rein, lass die offen und mach oben eine Galerie, die man nutzen kann (Leseecke, Bibliothek, Arbeitsbereich, Kuschelecke, TV Ecke oder was weiß ich wie man das noch so nutzen kann). Wenn man später das Dachgeschoss ausbauen will, kann man die Decke noch relativ einfach zu machen und das meiste läuft per Trockenbau. Ist eben eine etwas rustikale Wohnlandschaft. Wenn man es später tatsächlich nicht mehr ausbaut, dann kann man es so wenigstens noch nutzen. Oder so ähnlich. Aber niemals das DG einfach so belassen, was dann eh nie ausgebaut wird.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Das ist der entscheidende Punkt, doch die Erkenntnis hat man, frisch verheiratet oder als junge Familie, eher nicht. Dafür habe ich sogar Verständnis. In diesem Alter ist man in der Schaffens- und Aufbauphase, das ist äußerst wichtig, behindert aber manchmal das längerfristige Denken, sprich es fehlt ein wenig der Weitblick.


    Die Bedürfnisse ändern sich im Laufe des Lebens und irgendwann sind die Kinder aus dem Haus. Das geht schneller als man denkt, und bis der "Umbau" fertig ist, sind die Kinder schon so alt, dass sie woanders wohnen. ;)

    Genau so ist es wohl :-)

  • Quark,

    oft genug gesehen und mitgemacht wie eine Ausbaureserve ausgebaut wird.

    Ob die nun vom damaligen Erbauer erfolgt oder vom nächsten Eigentümer ist nicht kriegsentscheidend.

    Fianziell kann sich das lohnen, je nach Zins. Heutzutage eher weniger, weil der Zins nicht irgendwo bei 10% hängt, sondern eher bei 1-2%.

    Das machte damals einiges aus, ob man 50t DM mehr aufgenommen hat oder nicht. Und dabei will ich mal darauf hinweisen, das ein Haus nicht 500t€ kostet, weil der Erbauer das ausgegeben hat, sondern was er letztendlich samt Zinsen dafür berappen muss/te.


    Wenn eine Ausbaureserve möglich ist, dann vorbereiten, aber so wenig wie möglich drin machen. Denn wenn sie nicht genutzt wird, wäre das ja verschwendet.


    Klar macht Putz und Estrich Dreck, aber idR nur IN der Ausbaureserve. MAcht man das schon rein, dann fehlt ja nicht mehr viel zur Fertigstellung. Dann is der Spareffekt gleich null bis nix.

    :lach: Leute, kennt Ihr Quarantäne-Kaffee? Der ist wie normaler Kaffee aber mit Vodka drin und ohne Kaffee. :D

  • Man muss es doch gar nicht unbedingt Ausbaureserve nennen. Ausbaureserve ist etwas was ich vielleicht mal brauche. Da ist der Sinn fraglich.

    Aber wenn man WEIß dass man Bedarf haben wird und es ausbauen wird, und man es kann und Spaß daran hat, sollte man sich den Plan das nach Einzug fertigzustellen nicht vermiesen lassen.


    Klar macht Putz und Estrich Dreck, aber idR nur IN der Ausbaureserve. MAcht man das schon rein, dann fehlt ja nicht mehr viel zur Fertigstellung. Dann is der Spareffekt gleich null bis nix.

    Ohne Putz wirds aber problematisch mit der Luftdichtigkeit, oder?!

  • Als wir 2009 in unser neu gebautes Haus eingezogen sind waren fertig: Küche, Ess u. Wohnzimmer, Eltern-Schlafzi., Gäste Wc und Bad inkl. HWI. KiZi nur Estrich, Putz u. Dämmung der Decken. Arbeitszimmer danach; KiZi wurden bei Ankunft des jeweiligen Kindes fertig gemacht, Die Galerie mit Eisenbahn erst vor 3Jahren und die Dusche (gut, nur Glastür)im Gäste-Wc erst diesen Jan. Die kizis wurden als Abstell-Rumpelkammer bis zur Fertigstellung verwendet. Der Nachteil war, dass wann immer jemand aus dem Zimmer kam, anschliessen auf den Fliesen im Flur die Staub-Fussspuren zu sehen waren. Gegen Ende des jeweiligen Ausbaus war das schon nervig.

    Vorteile: kein Stress bis zum Einzug alles fertig zu haben, und das Konto konnte wenigstens ein bischen Speck ansetzen. Ausserdem keine zig Jahre alte Tapete an en Wänden oder veraltete Möbel drin.

    Ich denke, wir würden es wieder so machen.

    Bei meinen Schwiegereltern gibt es heute noch 1 Zimmer das sich im Rohbauzustand befindet. Sie haben in den 70ger gebaut.

    Es kommt halt auf die jeweilige Situation an.


    VG M.