Anbau geplant unentschlossen mit oder ohne Architekt

  • Hallo,


    ich habe eine ganze menge gegoogelt aber vor lauter Werbung leider die eine richtige Antwort gefunden, ich hoffe das mir hier ein paar Fachleute helfen können.

    Ich plane in 10 Jahren einen Anbau an mein Haus in Mannheim, ich besitze das Haus lasse aber meine Oma bis auf Lebensende, was hoffentlich noch sehr lange dauert darin wohnen. Das Haus hat eine sehr alte Bauweise und ist schlangenförmig gebaut, daher muss zunächst einmal ein Anbau folgen von 12 qm um ein richtiges Badezimmer zu bekommen. Ich plane 50.000 zu investieren aber nach Möglichkeit nicht in den kleinen Anbau, da ich viele Freunde habe die die Elektrik können und den Einbau von Badewanne, Wasserleitungen, Heizung sowie fließen möchte ich diesbezüglich einiges selbst machen. Was wohl niemand kann ist Mauern Abflüsse legen und verputzen.

    Mir wird ständig nahe gelegt einen Architekten zu beauftragen der Planung übernimmt und sich um die Genehmigungen kümmert. Ich lese überall. das bei einem Architekten die kosten leicht gesprengt werden können und das er gleich alles übernehmen möchte inklusive Bauüberwachung. Natürlich verstehe ich das es ein sehr anerkannter Beruf ist der nun mal sein Geld kostet es aber natürlich auch wert ist.


    So viel mal vorab, jetzt die eigentlichen Fragen.

    - Kann man den Architekten nur für die Planung bezahlen und das anmelden beim Bauamt, so dass ich dann den Plan habe und ein Bauunternehmen suchen kann. Mir ist wichtig das man auf dem Plan genau sieht wo Anschlüsse zu verlegen sind und wie man am besten ein Dach bauen kann was anspruchsvoller ist zu mindestens für einen Laien.

    - Mir geht es wie ihr seht darum das ein vernünftiger Rohbau gemacht wird, mit einem ordentlichen Plan kann das aber normalerweise auch ein Bauleiter oder täusche ich mich

    -Wenn das erste geht wie werden dann die kosten berechnet, ich zahle für die normalen arbeiten die meine Bekannten können ja sonst nur Bier ;)

    - Würdet ihr mir generell abraten den Architekten frühzeitig von anderen arbeiten zu entbinden.

    - Ich weis dass das schwer zu beziffern ist aber was würde mich ein Architekt nur für die zwei Punkte kosten und würde er es auch machen wenn er meint evtl. zu wenig zu verdienen.



    Ich möchte mich für eure Zeit bedanken und hoffe auf aufschlussreiche Antworten


    mfg

    Andreas Götz

  • Ich plane in 10 Jahren einen Anbau an mein Haus

    Glaubst Du dass es sinnvoll ist, heute im Januar 2021 über Budget, Preise und Vorgehensweise in 10 Jahren, also Januar 2031 nachzudenken? Was bekommst Du in 10 Jahren für 50.000,- €? Bereits heute dürfte das nur für einen sehr kleinen Anbau ausreichen.


    :haue:


    Die Baupreise sind in DE in diesen 10 Jahren durchschnittlich um 27% gestiegen, in Baden Württemberg um 31,2%. Das sind die durchschnittlichen Steigerungen (Baupreisindex), je nach Gewerk sehen diese noch ganz anders aus. Wie sich die Baupreise in den kommenden 10 Jahren entwickeln werden, das steht in den Sternen.


    Es wäre theoretische auch denkbar dass die gesetzlichen Anforderungen so verschärft werden, dass sich die Baukosten verdoppeln, wer weiß das schon. Es gibt eine Landesbauordnung, ein Gebäudeenergiegesetz, und viele andere Vorschriften die man berücksichtigen muss, aber auch diese "Vorschriften" ändern sich, und das kann einen erheblichen Einfluss auf die Vorgehensweise und die Kosten haben.


    Mir wird ständig nahe gelegt einen Architekten zu beauftragen der Planung übernimmt und sich um die Genehmigungen kümmert. Ich lese überall. das bei einem Architekten die kosten leicht gesprengt werden können und das er gleich alles übernehmen möchte inklusive Bauüberwachung. Natürlich verstehe ich das es ein sehr anerkannter Beruf ist der nun mal sein Geld kostet es aber natürlich auch wert ist.

    Auch hier kann man nur über den aktuellen Stand diskutieren. Niemand kann vorhersagen wie es in 10 Jahren aussehen wird. Wer weiß, vielleicht ist bis dahin der Beruf des Architekten ausgestorben, oder man darf auf Anordnung der Behörden nur noch aus 3 Standards wählen, oder man muss mindestens 3 Planer beschäftigen, oder was weiß ich.


    - Mir geht es wie ihr seht darum das ein vernünftiger Rohbau gemacht wird, mit einem ordentlichen Plan kann das aber normalerweise auch ein Bauleiter oder täusche ich mich

    Ein Bau"leiter" hat mit Planung gar nichts zu tun.


    Hier ein link zur aktuelle Bauordnung für BaWü.


    Landesrecht BW LBO | Landesnorm Baden-Württemberg | Gesamtausgabe | Landesbauordnung für Baden-Württemberg (LBO) in der Fassung vom 5. März 2010 | gültig ab: 01.03.2010


    Dort findest Du unter §43 alles zum Entwurfsverfasser, unter §45 sind die Aufgaben des Bauleiters beschrieben.


    Ob das in 10 Jahren noch Gültigkeit hat? Wer weiß.



    möchte ich diesbezüglich einiges selbst machen.

    Es spielt keine Rolle was Du machen möchtest sondern was Du machen darfst und auch (fachlich) machen kannst. Man kann beim Hausbau schon einiges selbst machen, aber man darf halt nichts alles selbst machen. Das betrifft beispielsweise einige Arbeiten für die der Handwerker eine Konzession benötigt. Da muss man sich vorher informieren, evtl. kann man die Eigenleistung auch mit den Handwerkern abstimmen.


    Wichtig ist, dass man auch die fachlichen Kenntnisse hat um die Arbeiten korrekt auszuführen. Das klingt einfacher als es ist. Nur weil man schon einmal eine Steckdose gesehen hat bedeutet das noch nicht, dass man auch eine Elektroinstallation erweitern kann.


    ....das bei einem Architekten die kosten leicht gesprengt werden können und das er gleich alles übernehmen möchte inklusive Bauüberwachung.


    Was der Architekt möchte, das spielt nur eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist, dass man klar vereinbart, was der Architekt zu leisten hat und welche Kosten dafür entstehen.

    Kosten werden meist dann gesprengt, wenn es keine unmissverständliche Vereinbarung gibt. Der Architekt denkt dann es wurde ein Garage vereinbart, der Bauherr glaubt, er bekommt dafür eine 400m² Villa.


    Man muss also den Leistungsumfang und die Kosten festlegen und sich dann einigen. Es kann natürlich sein, dass ein Architekt einen Auftrag ablehnt, das ist sein gutes Recht, genau so wie der Kunde sich für einen anderen Architekten entscheiden kann.

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  • Hallo und Danke für deine Ehrliche Antwort.


    Es ist nun mal so das ich meiner Oma ein Wohnrecht auf Lebenszeit gegeben habe und das kann von mir aus noch 20 Jahre sein. Ich bin absolut kein Fachmann aber ich denke nicht dass ein kleiner Anbau von 12qm (1 Bodenplatte 2 Wände und ein einfaches Flachdach) bei dem ich den Innenausbau exklusive Strom und Wasserleitung verlegen in Eigenregie machen kann. Mein Erspartes von 50.000 sollte das doch abdecken.


    Selbstverständlich sieht alles noch mal anders aus in 10-20 Jahren und bis dahin hab ich mit Sicherheit auch noch mehr angespart aber für mich ist das auch alles Neuland und ich versuche Informationen zu bekommen wo ich nur kann auch wenn es dann vielleicht veraltet ist.


    Was momentan für mich fakt ist, ich benötige eine Bodenplatte, zwei Wände und ein Flaches Dach darauf und die Genehmigung des Bauvorhabens . Evtl liege ich hier auch ganz falsch und ich benötige nur eine Bauzeichnung was geplant ist und kein Architekt. Ich denke ich werde mich weiter schlau machen auch wenn dies wohl nicht so einfach sein wird ..


    Auf jeden fall danke für die Hilfe bzw Erleuchtung

  • ein kleiner Anbau von 12qm

    12m² ?


    Da kann es sein, dass das drumherum teurer wird als die eigentlichen Baukosten. Bedenke auch, dass Firmen bei solchen Kleinaufträgen entsprechende Aufschläge verrechnen. Man muss also zuerst einmal jemanden finden der das zu einem akzeptablen Preis macht.



    Danke für deine Ehrliche Antwort.

    Danke. Ehrliche Antworten sind unsere Spezialität, auch wenn das nicht alle verstehen.

    Es hilft Dir nun mal nicht, wenn ich schreibe, dass alles kein Problem ist, und später stellt es sich völlig anders dar.


    Nur mal ein Beispiel. Ein guter Bekannter meiner Eltern hat sein Haus irgendwann 197x gebaut. Nach etwa 12-13 Jahren hat er das Haus um gut 5-6m verlängert. Diese Erweiterung war teurer als die ursprünglichen Baukosten für das Haus.

    Jetzt kann man natürlich 197x und ca. 1990 nicht mit dem Jahr 2021 vergleichen doch das Beispiel zeigt wie teuer so ein "Anbau" werden kann.

    Das lässt sich 10 Jahre im voraus noch nicht einmal abschätzen.


    Dein Anbau mit 12m² sollte heute für 50.000, € machbar sein, zumal wenn auch Eigenleistung möglich ist, und man keine zu hohen Ansprüche stellt. Die Kosten werden auch maßgeblich dadurch bestimmt, wie dieser Anbau genutzt werden soll. Ein Badezimmer mit 12m² wird halt etwas teurer als ein Abstellraum oder Büro mit 12m². Du schreibst von Elektro, Fliesen, Sanitär, so dass ich ein Badezimmer vermute.


    Zum Thema "Mauern", da würde ich auch überlegen, ob Du ein massives Mauerwerk möchtest (Thema Wärmedämmung nicht vergessen), oder ob man evtl. auf HRB (Holzrahmenbau) setzt. Welche Variante günstiger wird, das müsste man dann im Detail rechnen. Aber wie gesagt, das kann man heute zwar rechnen, doch damit hat man noch lange keinen Preis für das Jahr 2031 (oder später).

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