Umwidmung landwirtschaftliche Fläche in Bauland

  • Hallo, alle zusammen!


    Meine Frage bezieht sich auf eine Umwidmung von landwirtschaftlicher Fläche in Bauland. 500 Quadratmeter sind schon seit Jahrzehnten mit einem Bauernhaus, Stall und seit 3 Jahren mit einem neuen Schuppen bebaut. Laut Bauamt könnten wir jetzt noch weitere 1300 Quadratmeter umwandeln. Hier sollen für die Kinder der 2 Eigentümer je zwei Doppelhäuser entstehen und eventuell noch ein drittes Haus zur Vermietung, falls wir das Bauernhaus abreißen würden.


    Momentaner Quadratmeterpreis 5 Euro, umgewidmet dann ungefähr 230 Euro, also eine Wertsteigerung von rund 300.000,-- Euro. Es ist nicht geplant zu verkaufen.

    Jetzt zu meinen Fragen:


    1. Wie wird diese Wertsteigerung versteuert als Privatperson? Kann man diese mit den Kosten eines Bauvorhabens als Privatperson (Erbengemeinschaft) gegenrechnen?


    2. Würde es Sinn für die 2 Eigentümer machen, dafür eine GmbH zu gründen und das Grundstück vor Umwidmung als Sacheinlage einzubringen?

    Anschließend Umwidmung, und dann die Wertsteigerung, also den Zugewinn, den die GmbH erzielt hat, mit dem Aufwand der Baukosten gegenrechnen, um wenigstens erstmals keine Steuern dafür zahlen zu müssen und mehr Geld für das Bauvorhaben zur Verfügung zu haben. Wäre das möglich?


    Anschließend vermietet die GmbH die Häuser.

    Hierbei wäre man ja auch dann Vorzugsteuer abzugsberechtigt, oder? Müsste man dann auch die Mietverträge inklusive UST gestallten?


    3. Gibt es eine andere, bessere Möglichkeit?


    Da bei uns Bauland astronomisch teuer und fast nicht zu bekommen ist, wäre das die einzige Möglichkeit für uns Kinder, Haus und Garten zu finanzieren. Wenn möglich, also finanziell machbar, wären auch die Eigentümer/Eltern, die das Grundstück als Erbengemeinschaft vor Jahren bekommen haben, einverstanden.


    Für sämtliche diesbezügliche Informationen wäre ich sehr dankbar, da wir dringendst abklären müssen, ob diese Idee überhaupt realisierbar für uns wäre.:rulez:=o


    LG, Markus

  • 500 Quadratmeter sind schon seit Jahrzehnten mit einem Bauernhaus, Stall und seit 3 Jahren mit einem neuen Schuppen bebaut.

    Das muss nicht zwangsläfig bedeuten, dass die Fläche als expliztes Bauland ausgewiesen ist. Die Genehmgungen könnten auch im Zusammenhang mit der landwirtschftlichen Nutzung erteilt worden sein.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Wir sprechen zwar die gleiche Landessprache, doch müssen wir zunächst mal klären, aus welchen Sprachbereichen die Vokabeln "explizit", "Bauland", "ausgewiesen" und "Umwidmung" stammen und was sie in Deinem Fall bedeuten.

    "explizit" heißt ausdrücklich, eindeutig, klar. Wo, wie und durch wen wurde die Einordnung als Bauland zum Ausrdruck gebracht.

    "Bauland" kommt für sich alleine im BauGB gar nicht vor, in der BauNVO nur einmal in Zusammenhang mit der GRZ-Berechnung. Gibt es eine Zuordnung zur Art der baulichen Nutzung gemäß §1 BauNVO? Wer hat diese Zuordnung vorgenommen?

    Wie ist "ausgewiesen" zu verstehen? Wer weist was in welcher Form aus, z.B. Liegenschaftskataster, Flächennutzungsplan oder Bebauungsplan?

    "Widmung" ist ein Begriff aus dem Straßenrecht, hinter dem ein formeller Akt steht. Die Bedeutung in Bezug auf Bauland ist nicht definiert. Bauland entsteht durch Satzungen (Bebauungspläne, Innenbereichssatzungen, Abrundungssatzungen, etc.), in denen dann auch näher spezifiziert ist, was dort gebaut werden kann. Wie soll es in Deinem Fall entstehen?

    Laut Bauamt könnten wir jetzt noch weitere 1300 Quadratmeter umwandeln.

    Was hat das Bauamt zu dieser Aussage gebracht?


    Wie wird diese Wertsteigerung versteuert als Privatperson?

    Da Wertsteigerung keinen Geldfluss erzeugt, wird auch keine Steuer fällig.

  • Da Wertsteigerung keinen Geldfluss erzeugt, wird auch keine Steuer fällig.

    Ist das wirklich so????


    Bei uns im Ort (ist schon einige Jahre her) wurde ein alter Bauernhof + Flächen dazu in Bauland umgewandelt. Daraus ergab sich eine massive Wertsteigerung für den Eigentümer, der daraufhin (so wurde es mir berichtet) einige der sich nach Neuaufteilung der Flächen ergebenden Parzellen verkaufen musste um die Steuern begleich zu können. Naja...Hörensagen..ich weiß. Deswegen frage ich ja auch nach.

  • Hallo,


    erstmals vielen Dank für den Kommentar. Sicherlich kann es vorkommen, dass ich, da ich ja nicht aus der Branche komme, zum Teil falsche Ausdrücke verwende. Prinzipiell hoffe ich, dass man trotzdem versteht, was ich meine, bzw. was mein Anliegen wäre.....

    Mein Schwiegervater bekam am Bauamt einen Ausdruck mit einer Karte seines Grundstücks, auf dem die gesamte mögliche Grundstücksfläche zur Bebauung rot eingezeichnet war (Grundstück ist ja wesentlich größer, einige ha landwirtschaftliche Fläche). Diese Fläche umfasst ung. 1.800 Quadratmeter, liegt direkt an der Bundesstraße, inklusive der bereits bebauten 500 qm (Bauernhaus, Schuppen, Stall). Diese Fläche würde genehmigt werden, wobei sie noch umgewidmet/umgewandelt werden müsste (zur Zeit noch landwirtschaftliche Fläche, was laut Beamten auch gemacht werden würde bei Antrag).

    Diese Info war jetzt die gleiche, wie auch schon vor ein paar Jahren, im Zuge des Neubaus des 130 qm Schuppen. Mein Schwiegervater wollte laut eigenen Angaben aber dieses Antrag nicht stellen, da er Angst vor der Wertsteigerung des Grundes und der aus seiner Sicht damit verbundenen Steuerbelastung hatte..... soweit unser Wissensstand, wahrscheinlich hat er da etwas falsch verstanden, da er dachte, die Wertsteigerung sei zu behandeln wie ein Ertrag.


    Müsste also keine Wertsteigerung versteuert werden?

    Welche Kosten entstehen sonst?

    Als Firma bauen oder als Privatperson?

  • 1. Wie wird diese Wertsteigerung versteuert als Privatperson?

    meines Bescheidenen Wissens nach ist eine Wertsteigerung einer Immobile erst dann zu versteuern, wenn sie realisiert wird, das Grundstück also verkauft wird.

    Das aber auch nur, wenn die Immobilie kürzer als 10 Jahre in deinem Eigentum war UND NICHT selbstgenutzt war.


    Achtung: Falls das Grundstück Betriebsvermögen eines landwirt. Betriebs sind, KANN es anders sein. Weiß ich aber nicht.


    Verstehe ich das richtig: das/Die fraglichen Grundstücke sind im Besitz 2er Personen als Erbengemeinschaft. Diese Personen haben je wieder 2 Kindern, die jeweils einen Teil des Grundstücks für ihre DHH bekommen sollen?

    Wohnen die beiden EIgentümer auf dem fraglichen Grundstück?


    Evtl. macht es Sinn die Grundstücke VOR der Umwandlung zu übergeben (zu verschenken) weil dann die Erbschafts-/Schenkungssteuer auf einer niedrigeren Wert basiert (wobei bei 300.000€ gesamtwert das sowieso alles Schenkungssteuerfrei sein dürfte, aber es könnte ja später (innerhalb 10 Jahre) mehr dazu kommen.

    Dafür aber bitte einen Steuerberater konsultieren!


    Die Schnapsidee mit der Firma.. verfolge mal nicht weiter. Ich denke nicht, dass das zielführend ist.

  • Servus,


    Du hast das vollkommen richtig verstanden. Eigentlich sollten die Häuser gebaut werden, erstmals aber nur zwei Hälften von den Kindern bewohnt werden, die anderen Zwei sollten einstweilen vermietet werden, da sie erst in ein paar Jahren benötigt werden. Das Bauernhaus sollte in Wohnungen umgebaut werden und auch vermietet.....

    Die Frage ist auch, ob dieses Bauvorhaben nicht besser im Gesamten, also als Firma (Grundstücke wären Sacheinlage) ausgeführt werden sollten?

  • Ergänzend muss ich noch anfügen, d die Eigentümer nicht auf dem Grundstück wohnen, das Bauernhaus vermietet haben.....


    Steuer bei Wertsteigerung durch die Umwandlung ist das Hauptproblem - falls es das gibt...

    Firma, also GmbH für den Häuserbau/Wohnungen, ist schon aus Haftungsgründen ein Thema, aber auch wegen Vorsteuerabzug beim Bauen...

  • Bei uns im Ort (ist schon einige Jahre her) wurde ein alter Bauernhof + Flächen dazu in Bauland umgewandelt. Daraus ergab sich eine massive Wertsteigerung für den Eigentümer, der daraufhin (so wurde es mir berichtet) einige der sich nach Neuaufteilung der Flächen ergebenden Parzellen verkaufen musste um die Steuern begleich zu können. Naja...Hörensagen..ich weiß. Deswegen frage ich ja auch nach.

    Ja, das kann schon so sein - wenn z.B. eine Betriebsentnahme (steuerliche Entnahme aus dem landwirtschaftlichen Betriebsvermögen) erforderlich ist.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Ja, das kann schon so sein - wenn z.B. eine Betriebsentnahme (steuerliche Entnahme aus dem landwirtschaftlichen Betriebsvermögen) erforderlich ist.

    ja das klingt sinnig.

    Keine Ahnung ob das funktioiert, aber dann wäre es natürlich sinnvoll die Wertsteigerung erst später zu realisieren.

    Damit die Entnahme möglichst klein ist.


    Aber ich rate dringend (!) zum Besuch beim Steuerberater / Steuerfachanwalt.

  • Bei Betriebsentnahmen sollte nach Möglichkeit in den landwirtschaftlichen Betrieb reinvestiert werden. Falls nicht, hat das schon zu manchem bösen Erwachen geführt. Ungefähr die Hälfte des Wertzuwachses geht dann ans Finanzamt. Also der Steuerberater wäre hier auch mein erster Ansprechpartner.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Steuern könnten anfallen, aber ggfs vermieden werden, das sollte sich ein Kollege anschauen.

    Der gesunde Verstand ist die bestverteilte Sache der Welt, denn jedermann meint, damit so gut versehen zu sein, dass selbst diejenigen, die in allen übrigen Dingen sehr schwer zu befriedigen sind, doch gewöhnlich nicht mehr Verstand haben wollen, als sie wirklich haben. ~ René Descartes

  • Ist das wirklich so????

    Da das Steuerrecht noch komplizierter als das Baurecht ist, greift meine Aussage zu kurz, da sie abhängig von bestimmten Konstellationen und Steuerart nicht stimmt. Die Grundsteuer beispielsweise erhöht sich tatsächlich nur aufgrund der Umwandlung in baureifes Land.

    Steuern könnten anfallen

    Nur aufgrund der Tatsache, dass aus landwirtschaftlicher Fläche baureifes Land geworden ist? Ich denke, da muss aber noch etwas anderes geschehen, z.B. der Verkauf einer Teilfläche.


    Daraus ergab sich eine massive Wertsteigerung für den Eigentümer, der daraufhin (so wurde es mir berichtet) einige der sich nach Neuaufteilung der Flächen ergebenden Parzellen verkaufen musste um die Steuern begleich zu können.

    Das klingt für mich eher nach Wertausgleich bei einer Baulandumlegung. Da die Ausgleichszahlungen an die Gemeinde geleistet werden müssen, könnte das Hörensagen daraus Steuern gemacht haben.

    auf dem die gesamte mögliche Grundstücksfläche zur Bebauung rot eingezeichnet war

    Hier vermute ich einen Auszug aus dem Flächennutzungsplan. Der alleine macht aber aus landwirtschaftlicher Fläche kein baureifes Land, sondern nur Bauerwartungsland.

    Diese Fläche würde genehmigt werden, wobei sie noch umgewidmet/umgewandelt werden müsste (zur Zeit noch landwirtschaftliche Fläche, was laut Beamten auch gemacht werden würde bei Antrag).

    Hier müsste nochmal genauer nachgehakt werden, wie genau die Umwandlung stattfinden soll. Ich kenne ja die kreativen Ideen Deiner Gemeinde nicht, aber nach BauGB wäre das nur über die Aufstellung eines Bebauungsplanes möglich. Ich habe aber von Gemeinden gelesen, die §35 Absatz 2 BauGB sehr großzügig handhaben. Rechtlich fragwürdig, aber wo kein Kläger ...


    im Zuge des Neubaus des 130 qm Schuppen

    Wurde damals dort Landwirtschaft betrieben und wird das auch heute noch getan?

  • Selbst wenn jemand von uns mit so etwas zu tun gehabt hätte: Würdest Du wirklich aufgrund einer Aussage in einem Forum in Aktion treten? Bei solchen zu erwartenden Kosten?


    Die nächsten Schritte wurden Dir von den fachlich versierten bereits gegeben:

    Geh zum Steuerberater.

    Ich füge noch hinzu: Gehe auch zu einem Architekten, der sich Deine Unterlagen anschaut und dann sagen kann, was noch gemacht werden muss, damit man da bauen kann.

    Das sind dann Peanuts im Vergleich zu den, was auf Euch zukommen könnte, wenn ihr falsch liegt. So habt ihr es schriftlich und könnt dann überlegen, wie ihr weiter vorgeht.


    PS: Vergiss das mit der GmbH. Das alleine kann ich schon sagen. Wir haben eine etwas andere Konstellation und auch so etwas überlegt. Da ist viel zu aufwendig.

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  • es wird schon seit ewigen keine Landwirtschaft mehr betrieben

    Hallo, das kann gut sein, trotzdem kann es sich noch um landwirtschaftliche Flächen handeln, die zu dem ehemaligen Hof gehören und als solche ausgewiesen sind. Wenn das Finanzamt da nicht drauf kommt, kann das etliche Jahrzehnte so sein. Wenn jedoch der Hof aufgelöst wird und uns Privatvermögen übergeht, dann werden die Flächen nicht mehr landwirtschaftlich gesehen sondern privat und der Verkehrswert muss besteuert werden. Oftmals ist das erst beim nächsten Generationswechsel, Hofübergabe oder eben Verkauf der Fall.


    Ich wurde vor nicht allzu langer Zeit angeschrieben vom Finanzamt, mit einem Fragebogen, ob ich den meinen landwirtschaftlichen Betrieb noch "solide" führe. Mein Steuerberater hat gesagt, das FA versucht inzwischen (das Land ist ja verkehrserttechnisch zur Zeit gut was wert) die stillliegenden Betriebe aufzulösen um an die Steuern zu kommen.


    Jochen

  • Das Problem mit der Landwirtschaft ist, dass landw. Betriebe nach dem Ertragswertverfahren bewertet werden. Der Wert wird also rückgerechnet aus dem, was man damit verdienen kann.

    Dieser Wert ist viel, viel geringer als der am Markt erzielbare Wert. Daher werden z.B. bei Übergabe eines landw. Betriebes praktisch nie Steuern fällig - außer der Betrieb wird aufgelöst.

  • Escroda das baureife Land soll ja auch verwendet werden oder? Womit dann endgültig keine LaWi mehr möglich ist. Landwirtschaftliches BV kann sich erstaunlich lange als solches halten und ist vielfach begünstigt, aber bei Bauland will der Fiskus gerne mitverdienen, eine Prüfung des Sachverhalts ist daher geboten. Ich persönlich würde damit nicht zum Steuerberater gehen, aber nur weil ich mir die Lösung solcher Sachverhalte selbst zutraue.

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  • Naja, wenn ich mir Deinen Beruf anschaue, dann bist Du ja vom Fach. Aber wenn man 0 Ahnung von der Materie und deren Stolpersteine hat...

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  • Steuer bei Wertsteigerung durch die Umwandlung ist das Hauptproblem - falls es das gibt...

    Firma, also GmbH für den Häuserbau/Wohnungen, ist schon aus Haftungsgründen ein Thema, aber auch wegen Vorsteuerabzug beim Bauen...

    Immobilien GmbH macht man sicherlich nicht wegen des nicht existenten Vorsteuerabzugs bei privater Wohnraumnutzung, sondern als Invest-Vehikel, die überhaupt erst ab gewissen Größenordnungen interessant sind. Die Bank sichert sich übrigens per Bürgschaft und Bescherung i.d.R. auch den Durchgriff auf die handelnden Personen bzw. Grundstücke.

    Diese Gestaltungsmodelle sind nicht für Amateure und bedürfen intensiver steuerlicher Gestaltungsberatung, sonst fällt man auf die Nase und zwar hart.

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  • Naja, wenn ich mir Deinen Beruf anschaue, dann bist Du ja vom Fach. Aber wenn man 0 Ahnung von der Materie und deren Stolpersteine hat...

    Genau das meine ich... :-)

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  • Steuer bei Wertsteigerung durch die Umwandlung ist das Hauptproblem - falls es das gibt...

    Firma, also GmbH für den Häuserbau/Wohnungen, ist schon aus Haftungsgründen ein Thema, aber auch wegen Vorsteuerabzug beim Bauen...

    Unterschätze das Thema "GmbH" nicht. Abgesehen davon, dass die GmbH jährlich Bilanzen erstellen und veröffentlichen darf, was natürlich auch Kosten verursacht, wird die Buchhaltung eine spannende Sache, zumal wenn auch die Gebäude durch die GmbH gebaut werden sollen (Vorsteuerabzug). Das ist nichts was man einmal so nebenbei erledigen kann, da sollte man schon aus Eigeninteresse einen Steuerberater zur Hand haben der sich darum kümmert.


    Auch bei der Haftung besteht oftmals der Irrglaube, dass eine GmbH nur mit ihrem Stammkapital haftet, was genau genommen falsch ist. Die GmbH haftet mit ihrem Betriebsvermögen, das kann deutlich mehr sein als "nur" das Stammkapital. Auch die Haftung der Geschäftsführer und Gesellschafter wäre zu betrachten (Stichwort verdeckte Gewinnausschüttung usw.).


    Werden Sacheinlagen eingebracht, so sind diese zu bewerten und zum Zeitwert anzusetzen. Das Anlagevermögen ist regelmäßig zu bewerten um eine Über- oder Unterbewertung zu vermeiden. Diese Bewertungen müssen plausibel sein, im Idealfall erstellt durch einen unabhängigen Sachverständigen.


    Vor diesem Hintergrund sollte man daran denken, dass die Gebäude durch die GmbH erstellt werden sollen, und sofern deren Betriebsvermögen dafür nicht ausreicht, braucht es Fremdkapital, meist eine Finanzierung durch eine Bank. Die GmbH als Kreditnehmer ist bei Banken nicht so gerne gesehen, also bedeutet das schon einmal schlechtere Konditionen, wenn überhaupt ein Kredit genehmigt wird. Reicht die Finanzierungssumme nicht aus, was sehr wahrscheinlich ist, dann sind die Gesellschafter gefragt. Diese wiederum könnten Probleme bekommen, wenn sie kein weiteres freies Vermögen zur Verfügung haben und ihr "Vermögen" ja als Stammkapital in der GmbH steckt.


    Allein aus den hier genannten Punkten können sich eine Menge Konstellationen ergeben, die die Sache unheimlich kompliziert, im schlimmsten Fall unmöglich machen. Am Ende hat man eine GmbH die Kosten produziert aber keinerlei Nutzen.


    Wenn ich richtig verstanden habe, dann stammen Grundstück und Anwesen aus einer Erbschaft der Eltern. Ich gehe davon aus, dass die Erbauseinandersetzung abgeschlossen ist und die Eigentumsverhältnisse rechtssicher geklärt sind. Sollte das noch nicht der Fall sein, dann muss man erst einmal alle Erben an einen Tisch bringen und das klären. Grundbuch einsehen, schauen ob es noch Belastungen gibt, Grundschuldeintragungen die nicht mehr valutieren und zu löschen sind (wo sind die Löschungsbewilligungen?) usw. usw. usw.

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  • das baureife Land soll ja auch verwendet werden oder?

    Ja, und genau das bleibt hier ja im Unklaren genauso wie das aktuell geltende Planungsrecht.

    Wem gehört was, wer soll was erhalten, soll Eigentum übertragen werden, soll parzelliert werden, auf welcher planungsrechtlichen Grundlage wurde der Schuppen (130m²!) genehmigt, welche Nutzung wurde für die Genehmigung angegeben.? Fragen über Fragen.

    Da wir hier im Expertenforum Bau sind, möchte ich den Fokus nochmal auf die baurechtlichen Aspekte legen, die IMHO auch vor den steuerlichen geklärt werden müssten.

    Laut Bauamt könnten wir jetzt noch weitere 1300 Quadratmeter umwandeln.

    Wer ist mit Bauamt gemeint? Die Baugenehmigungsbehörde? Ist die auch Planungsbehörde? Oder anders gefragt: Ist die Gemeinde auch für die Erteilung von Baugenehmigungen zuständig?

    was laut Beamten auch gemacht werden würde bei Antrag

    Zu welchem Amt gehören die Beamten? Welcher Antrag ist gemeint? Ein Bauantrag? Oder ein Antrag zur Aufstellung eines Bebauungsplanes (§12 BauGB)?


    An erster Stelle sollte m.E. eine Bauvoranfrage stehen, da ansonsten alle weiteren Überlegungen ins Leere laufen könnten.

  • das hört sich für mich zumindest zum Teil nach Flächen im Außenbereich an. Dort ist Bauen erst mal nicht möglich, es sei denn, Du bist privilegiert, und dann auch nur bei entsprechender Fallkonstellation.

    So wie es sich liest, ist die Privilegierung aber nicht mehr zutreffend. Durch den Abriss des Altgebäudes könnte die Fläche wieder in den Außenbereich fallen und damit Baurecht verwirkt werden.


    Also müsste theoretisch aus der Außenbereichsfläche Bauland gemacht werden. Das geschieht durch Satzung. Die Planungshoheit hierfür hat der zuständige Gemeinderat/Stadtrat. Dieser muss das also wollen und nach Antrag beschließen. Er kann dies aber auch ablehnen, was bei kleinflächigen Erweiterungen sogar häufig der Fall ist. Zum Beispiel, wenn es den Planungen der Gemeinde widerspricht oder entgegenläuft oder auch nur nicht dient.

    Neben dem Verfahren, in dem zunächst eine Planung gemacht werden muss, Träger öffentlicher Belange gehört werden, ökologischer und artenschutzrechtlicher Ausgleich durch zu beauftragende Fachbüros ermittelt wird, steht am Schluss ein Satzungsbeschluss. Der Satzungsbeschluss gelingt aber nur, wenn keine wesentlichen Belange entgegenstehen. Es sind schon viele viele bauleitplanierische Verfahren eingestellt worden, von denen man am Anfang dachte, das funktioniert locker.


    Die Kosten dieses Verfahrens trägt i.d.R. der Antragsteller. Auch die Kosten für noch fehlende straßenmäßige Erschließung, Kanal, Wasser, Strom, Telekommunikation, Straßenbeleuchtung etc. etc. einschließlich derer Planung.

    Dann sind Erschließungs- und Anschlussbeiträge zu zahlen. Und ggf. eine Umlage für in der Zukunft zusätzlich erforderlichen Straßenunterhalt, Straßenreinigung etc. etc.

  • das hört sich für mich zumindest zum Teil nach Flächen im Außenbereich an

    und wie die Erweiterung der Hoffläche zur Bebauung

    Das klingt so als würden die Kinder privilegiert innerhalb eines Generationenübergangs.

    Ich wäre mir da nicht sicher ob das mit klarer Vermietungsabsicht vereinbar ist.

    Darauf hin deutet das für das jetzige Bauernhaus nur ein Ersatzbau für zulässig gehalten wird.

  • Momentaner Quadratmeterpreis des Grünlandes 5 Euro, umgewandelt zu Bauland dann ungefähr 230 Euro, also eine Wertsteigerung von rund 300.000,-- Euro. Es ist nicht geplant zu verkaufen, sondern Häuser für die Kinder zu errichten.

    Jetzt zu meiner Frage:


    1. Wie und wann wird diese Wertsteigerung versteuert als Privatperson? Was für Kosten können ja auf uns zukommen?


    Vielen Dank für eure Antworten, bitte ein Auge zudrücken, falls ich etwas falsch formuliert habe.....

  • Mensch Markus,


    hast du gelesen was wir geschrieben haben?! Ich denke nicht. Deine Frage ist anhand der von dir genannten Infotmationen nicht zu beantworten bzw. mit so vielen Wenns und Danns... du wirst hier keine einfache Antwort bekommen, egal wie oft du die Frage wiederholst, weil es keine einfache Antwort gibt.


    1. Wie und wann wird diese Wertsteigerung versteuert als Privatperson?

    kommt drauf an!


    Was für Kosten können ja auf uns zukommen?

    kommt auch drauf an..


    :cook: