Altbau Fensterschreck

  • Hallo Allerseits,


    unser Altbau aus 1959 hat noch die originalen Fenster drin, einfachverglast und Holz. Diese wollen wir alle tauschen und haben sehr pessimistische (dachten wir) mit 15000 Euro kalkuliert. es handelt sich um 10 normale und 7 eher kleine Fenster.

    Unser erstes Angebot beläuft sich nun alleine vom Material her auf 18000 Euro, ohne Einbau. Grund dafür sind lt. Anbieter die Kästen. Diese sind im preislich im gleichen Bereich wie das Fenster selbst, manchmal etwas drüber, manchmal etwas drunter.


    Natürlich wollen wir energetisch sinnvoll sanieren, aber wir stellen uns nun die Frage ob wir Alternativen haben. Ich habe keinerlei Erfahrungswerte und würde daher gerne wissen ob freundliche Forenteilnehmer ihren Eindruck schildern könnten:


    1. Wäre es nicht günstiger die Rolladenkästen nachträglich zu dämmen?

    2. Da wir ohnehin entkernen, besser von Innen nachträglich dämmen? Schmutz wäre erst mal kein Problem. Ich habe Systeme gesehen die von außen „eingesägt“ werden, mit dem Vorteil dass innen kein Einzug großer Eingriff mit Schmutzbildung entsteht.
    3. Gibt es generell eine „Idee“ wie wir mit der Situation umgehen können?


    Danke und lieben Gruß in die Runde!

  • ob und wie und was wird dir bei diesen angaben nur ein verkäufer ganz genau sagen können.

    der sagt dir, was in seinem portfolio steckt. das muss für dich dann passen.


    eine passgenaue antwort erfordert zumindest ein mindestmass an herstellerunabhängiger kompetenz.

    am besten im bereich planung/sanierungsplanung, bauphysik und evtl. tragwerksplanung.

    die ganze aktion muss dann auch im kontext mit dem gebäude und weitern massnahmen gesehen werden.

    ja. das kostet.

  • zum Punkt 2: Prinzipiell würde ich außen dämmen. Das ist die physikalisch einfachere Variante.

    Zu Punkt3: Wie mls schon schrieb, eine fachgerechte Planung und Ausführung. Geh zum Architekten. Keine Sorge, der ist nicht soooo teuer. Der spart eher Frust und am Ende auch Geld. Der sagt dir was zu machen ist, der holt auch andere Fachleute, die nötig sind, mit ins Boot und der kann die Ausführung auch überwachen, damit kein Pfusch gemacht wird. Mit einer gescheiten Ausschreibung vom Fachmann an die richtigen Betriebe geschickt, kommen oft andere Zahlen rein, als wenn man als Laie einfach zum nächsten Glaser geht und fragt was koschd.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • wir) mit 15000 Euro kalkuliert. es handelt sich um 10 normale und 7 eher kleine Fenster.

    17 Fenster, z.T. (alle?) mit Rollläden und dann auf < 900 €/Stück hoffen incl. Montage :lach:

    2. Da wir ohnehin entkernen, besser von Innen nachträglich dämmen?

    Innendämmung ist grundsätzlich wesentlich aufwändiger und damit teurer, weil es bauphysikalisch anspruchsvoller ist.

    1. Wäre es nicht günstiger die Rolladenkästen nachträglich zu dämmen?

    Günstiger als WAS???

    3. Gibt es generell eine „Idee“ wie wir mit der Situation umgehen können?

    So planen (lassen), dass die Arbeiten SINNVOLL abschnittsweise ausgeführt werden können. Und dann alle X Jahre einen Abschnitt abarbeiten!

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Danke für die Antworten. Hier nun die Auflösung.


    17 Fenster, z.T. (alle?) mit Rollläden und dann auf < 900 €/Stück hoffen incl. Montage :lach:

    ja, wo ist das Problem? Die „kleinen Fenster“ bekommen wir für 380 Euro.


    Günstiger als WAS??

    habe ich vielleicht nicht klar genug formuliert: günstiger als Rolladenkästen aufzusetzen.


    wir haben nun ein Angebot inklusive Haustüre für 15.000 Euro, allerdings nur nach Abzug BAFA mit 20% Förderung.
    VEKA Fenster. Dabei werden die alten Rolladenkästen weiter benutzt und nachträglich gedämmt.

  • Selbst die "öffentliche Hand" sagt, das Aufträge nur an leistungsfähige, zuverlässige und fachkundige Unternehmen vergeben werden dürfen. Angebote, die offensichtlich unauskömmlich sind, dürfen keinen Zuschlag erhalten.


    [Schade nur, dass die "öffentliche Hand" sich an die eigenen Grundsätze nur äußerst selten hält.]


    Nimm ruhig den billigsten. Noch etwas suchen und dann bietet einer 14 T€ (ohne Leistung).


    Glaubst Du ehrlich, dass fachkundige Leistung für Null zu haben ist?

    Herr Ralf Dühlmeyer hat es zusammen gefasst: Die Erwartungen waren falsch.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Ich bin jetzt irritiert, das Angebot ist von „Deutsche Fenster“.
    Herr Ralf Dühlmeyer hat sich, ohne die Fenster zu kennen, über die Preisvorstellung amüsiert.
    Wo möchte ich denn hier fachkundige Leistung „für Null“?

    Das Angebot für 18000....darin waren 6000 Alleine für NEUE externe Rolladenkästen enthalten.
    Beides Angebote von Fachbetrieben.

  • Die „kleinen Fenster“ bekommen wir für 380 Euro.

    Incl. Rollläden mit Montage???? Oder Internet (ohne Lieferung)?

    Herr Ralf Dühlmeyer hat sich, ohne die Fenster zu kennen, über die Preisvorstellung amüsiert.

    Ja. Weil ich Preise für


    10 normale und 7 eher kleine Fenster

    kenne. Dabei ist es irrelevant, ob es um enster 100*100 oder 80*80 geht

    Angebot inklusive Haustüre für 15.000 Euro, allerdings nur nach Abzug BAFA mit 20% Förderung.

    Also 18.000 €. So langsam kommen wir in realistische Dimensionen.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Meine Rolladenkästen von 1963 bekam man kaum vernünftig gedämmt und vor allem kaum Luftdicht. Ich würde sie mir gut ansehen und überlegen, wie man die dicht bekommt. Ich habe sie abgebaut und nur einen. der bleiben musste, neu gebaut. Das ist pro Kasten viel Arbeit und Zeit (oder Geld), die man eigentlich nicht übrig hat.

  • Wir diskutieren wohl aneinander vorbei.

    und haben sehr pessimistische (dachten wir) mit 15000 Euro kalkuliert.


    Ich bin jetzt irritiert, das Angebot ist von „Deutsche Fenster“.


    Ob "Deutsche Fenster" fachkundig, leistungsfähig und zuverlässig ist, stand (noch) nicht zur Diskussion. Ihr seid mit einer Preisvorstellung rein gegangen, die anscheinend/offensichtlich unzutreffend war.

    Herr Ralf Dühlmeyer hat es zusammen gefasst: Die Erwartungen waren falsch.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • es handelt sich um 10 normale und 7 eher kleine Fenster.

    Was verstehst Du unter "normale" Fenster?


    Meinst Du damit 1m x 1,2m, irgendein Standardprofil in weiß, 2 fach Verglasung? Das würde ich unter "normal" im Sinne von typisch verstehen. Also das was man braucht im zumindest die EnEV (GEG) zu erfüllen. Was sind dann in Deinen Augen "kleine" Fenster? So 40 x 60 wie man sie in einem Gäste-WC verbaut?


    Richtig ist, dass ein Rolladen den Preis eines Fensters problemlos verdoppeln kann, denn auch bei Rolläden gibt es viele Ausführungen. Besonders "teuer" wird es bei großen Fensterflächen, mi E-Antrieb usw. PVC? Alu? Da gibt es so viele Möglichkeiten die einen nicht unerheblichen Einfluss auf den Preis haben.


    Was gibt es bisher an Rolladen? Ich bin kein Freund von Aufsatzrolläden, weil diese diese die Durchsicht und den Lichteinfall deutlich einschränken können, schließlich fehlen ca. 20cm an Höhe. Andererseits ist es nicht immer so einfach möglich einen vorhandenen Rolladen zu ersetzen. Unter Umständen lässt sich der vorhandene Rolladen aufrüsten, so dass er vergleichbare Wärmedämmwerte erreicht wie ein neuer Aufsatzrolladen.


    Anhand der wenigen Informationen und der vielen möglichen Ausführungen kann man die Preise nicht bewerten.


    Bsp.:


    Die „kleinen Fenster“ bekommen wir für 380 Euro.

    Das geht noch günstiger. Ich habe schon "kleine Fenster" für 40, - € + MwSt. gekauft. Was sagt uns das? Richtig, das sagt gar nichts aus.


    Ob nun der von Dir genannten Preis von 15.000,- € oder 18.000,- € gerechtfertigt ist, das steht in den Sternen, niemand wird das seriös beurteilen können, ohne weitere Informationen zum Leistungsumfang.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • wir haben nun ein Angebot inklusive Haustüre für 15.000 Euro, allerdings nur nach Abzug BAFA mit 20% Förderung.
    VEKA Fenster. Dabei werden die alten Rolladenkästen weiter benutzt und nachträglich gedämmt.

    Rein aus Interesse: Sind da neue Rolladenpanzer und die Dämmung der Kästen (wieviele sind das eigentlich?) mit dabei?

  • Hallo Zusammen,


    ich versuche zusammen zu fassen und dabei die Fragen zu beantworten....


    Was beide Angebote bei uns so verschieden macht:

    Der erste Fensterbauer hat von vorne herein komplette Rolladenkästen als Aufsatz mit kalkuliert. Unser Sachverständiger sagte dass sei nicht wirklich nötig.
    Bei 5 Fenstern im Erdgeschoss wurden die Panzer und Rolladenkästen 2007 bereits neu gemacht aber beim „draufklopfen“ sagte der SV dass man scheinbar nicht gedämmt hat. Ich werde die Kästen demnächst öffnen, wenn man nachträglich dämmen kann wäre es gut, wenn nicht dann müssen laut Fensterbauer neue Panzer und Gestänge rein.


    Zu den Größen - die 7 kleinen Fenster sind ca, 600 x 600 und sie sind hauptsächlich im Flur, 4 davon verteilen sich zu je 2 in den Badezimmern. Bei allen sind die Dämmungen berücksichtigt. Allerdings lassen wir die Badezimmerfenster oben zB aus Milchglas machen und lassen dort vermutlich die Panzer weg.


    Das momentane Angebot, wenn wir auch die neuen Rolladen Panzer austauschen lassen und eine Haustüre einbauen lassen, 3fach Verglasung und dabei BAFA „ziehen“ beläuft sich auf Brutto 14500 Euro.
    Geklärt wird noch ob es energetisch sinnvoll ist. Außenwand dämmen wollen wir nicht und 25 mm Luftspalt zwischen Bims Hohlblock und Klinkerwand machen uns wenig Hoffnung auf Einblasdämmung.
    Es kann also sein dass wir doch auf 2fach Verglasung zurück greifen, die BAFA entfällt und wir dann doch etwas höher liegen.

    15000 waren knapp kalkuliert. Ich habe nie ein Haus saniert und hatte diverse online Rechner ausprobiert, auch den „Bosch Rechner“ und bin dann im Mittel eben immer auf ca. 12 bis 15k€ gekommen.
    Wir haben 2 Angebote eingeholt, der erste, weswegen ich hier auch den Thread eröffnet hatte lag gleich bei 18.000 Euro ohne Einbau (!), dass war dann schon ernüchternd. Allerdings waren hier knapp über 5000 Euro alleine die Aufsatzkästen.

    Der zweite Fensterbauer hat davon klar abgeraten. Er sagte man höre da jeden Regentropfen darauf und man könne eben auch die vorhandenen Kästen nutzen und dämmen. So ist dann das Angebot entstanden, mit allem drum und dran wo wir mit BAFA eben auf 14500 kommen. Das war dann eher wieder beruhigend.


    Wir haben beim Sanierungsplan eine Rangfolge erstellt, es gibt Sanierungen die „Pflicht“ sind und dann in der Priorität absteigend „nice to haves“, so etwas wie Badezimmer vergrößern, Pelletofen im Wohnzimmer, evtl. eine dezentrale KWL in manchen Räumen...wir wollen so im sanierungsplan flexibel bleiben. Sollten die Fenster dann doch eben bei 18.000 landen, dann muss der Pellet Ofen zB erst mal dran glauben und auf nächstes Jahr verschoben werden.


    Wenn ich mir meine eigenen Fragen oben beantworten würde:


    1. Wäre es nicht günstiger die Rolladenkästen nachträglich zu dämmen?


    Ja , in unserem Fall ist es ein Unterschied ob man komplett Aufsatz Rolladenkästen macht, oder nachträglich dämmt. Letzteres ist spürbar günstiger.


    2. Da wir ohnehin entkernen, besser von Innen nachträglich dämmen? Schmutz wäre erst mal kein Problem. Ich habe Systeme gesehen die von außen „eingesägt“ werden, mit dem Vorteil dass innen kein Einzug großer Eingriff mit Schmutzbildung entsteht.


    In unserem Fall kann man von Innen nachträglich dämmen, zumindest ist das Angebot darauf ausgelegt und wurde vor Ort grob als möglich bestätigt. Es soll lt. Internet ziemlich „dreckig“ sein...aber da wir ohnehin „dreckig“ arbeiten werden ist es kein Problem. Wenn ich das Internet richtig verstanden habe soll es wohl etwas anderes sein wenn man in einem schönen sauberen Zimmer nachträglich von innen dämmen will...das fällt bei uns aber dann weg.


    3. Gibt es generell eine „Idee“ wie wir mit der Situation umgehen können?

    Im Nachhinein:

    Aufsatzkästen auf Sinnhaftigkeit hinterfragen. Zweites Angebot einholen. Sachverständigen fragen.


    Wo im Nachhinein mein Fehler lag: beim Überschlagen der Kosten hatte ich außer acht gelassen dass wir energetisch sinnvoll modernisieren wollen und daher die Dämmung und Rolladenkästen außer acht gelassen. Die Ratgeber die ich im Internet bemüht hatte, waren eher auf die einen Fenster an sich ausgelegt, weniger auf eine sinnvolle Integration in das bestehende Haus.
    Auch bin ich leider ein Kontrollfreak und Basis Logiker, was mich dazu verführt hat nach dem ersten Angebot Infos und Meinungen zu suchen. Was mich nach wie vor etwas irritiert ist das reflexhafte „was hattest du denn erwartet, Leistung kostet eben“. Finde das ja lobenswert, gutes Handwerk kostet etwas, das ist klar, wollte ich auch nie in Frage stellen.