Dämmung Neubau - Betondecke und Dachgeschoss

  • Hallo zusammen,


    eins vorweg - ich finde super, dass es das Forum gibt - schon viele Anregungen für die Planung erhalten.


    Nun zu meinem Anliegen: Ich plane den Neubau eines Bungalows in Massivbauweise. Die Decke zum Dachgeschoss soll betoniert werden.

    Zunächst bleibt der Dachboden ungenutzt/ungeheizt (bzw. wird als Lagerraum verwendet). GGf. erfolgt mittelfristig der Ausbau eines Spielzimmers für die Kinder bzw. ein Hobbyzimmer (Malen) für meine Frau. D.h. künftig gemischte Nutzung: Lagerbereich (ungeheizt); Spiel-/Hobbyzimmer (geheizt)


    Ich möchte hinsichtlich der Dämmung bereits nun den Dachboden für die spätere Nutzung vorbereiten um bei der späteren Installation vor der Luftdichtigkeitsebene arbeiten zu können.


    Der Dachstuhl (ca. 25-30 Grad Neigung) ist als Walmdach mit zwei Pfettenkränzen geplant. In dem "inneren" Pfettenkranz möchte ich gerne eine Decke einziehen.

    In der Dachfläche werden 2 Dachflächenfenster eingebaut:

    Zur Verdeutlichung der Situation füge ich zwei selbsterstellte Zeichnungen bei (bitte die Ausführung des Dachstuhls nicht kritisch betrachten - wie der Zimmerer das später genau macht, wird noch festgelegt).


    Die Dämmung im Dachgeschoss möchte ich selbst machen. Der Architekt rät, auf die Betondecke (dachbodenseitig) eine Dampfbremse aufzubringen.


    Die Betondecke soll als Dachüberstand ca. 80 cm über das Mauerwerk geführt werden. Zudem gibt es im Wohnzimmer einen Freisitz (ca. 2x6m) der ebenfalls mit der Betondecke überdacht sein soll.


    Meine Idee ist nun folgende:

    Dämmung jeweilis mit Mineralwolle (Rockwool oder IsoVer)


    - Dämmung der Betondecke dachbodenseitig im Bereich der "Auskragungen"

    - Pfettenkranz 1 hochseitig dämmen bis Anschluss Schräge (Maßnahmen treffen, dass vertikale Dämmung nicht nach hinten fällt)

    - Zwischensparren ab Pfettenkranz 1 bis zum Pfettenkranz 2 dämmen (je mit Überlappung

    - Zwischendecke (Pfettenkranz 2) komplett dämmen (darüber entstünde dann ein ungedämmter "Spitzboden" der nicht zugänglich sein soll/muss

    - komplette Dampfbremse (rot) vom Boden Pfettenkranz 1 über Zwischendecke bis zum gegenüberliegenden Pfettenkranz 1 führen und absolut luftdicht ausbilden

    - Anschluss an Betondecke / ggf. an Dampfbremse der Betondecke

    - vor Pfettenkranz1 und unterhalb der Zwischendecke (jeweils raumseitig) kommt eine mind. 6 cm dicke Installationsebene damit beim Setzen von Steckdosen u.a. die Luftdichtigkeitsebene nicht beschädigt wird; wo möglich, wird diese Installationsebene ebenfalls gedämmt;

    - Bau der benötigten Zimmer in Trockenbauweise

    - raumseitig Abschluss mit GK oder OSB-Platte (ohne zusätzliche Dampfbremse)

    - Abgrenzen Pfettenkranz 1 (Höhe ca. 75cm) komplett herum mit OSB-Platten - in den Bereich dahinter werde ich nie mehr müssen (durch die geringe Dachneigung ist da sowieso kaum Platz)


    In der Zeichnung ist ersichtlich, dass die Dämmung in den Zwischensparren mit einer HInterlüftung zur Außenseite versehen ist. Auf die Sparren kommt noch eine Dachschalung sowie eine diffusionsoffene Unterspannbahn. Das Dach wird mit Ziegeln eingedeckt.


    - Dämmung der Auskragungen im Außenbereich mit ca. 10cm EPS vollflächig verkleben, vernetzen und mit Haus verputzen


    Was meint Ihr zu den Planungen - sind diese soweit sinnvoll oder ergeben sich hier irgendwo gravierende Mängel.


    Vielen Dank vorab für eure Gedanken und Informationen.

    Schönen Sonntag und Gruß

    Paul

  • ... kleine Ergänzung:

    In der Zeichung habe ich die Führung der Dampfbremse des "äußeren Kranzes" falsch dargestellt X/

    Natürlich soll die vor die Standhölzer der Pfette gesetzt werden; das gäbe sonst ein riesiges Gefummel.


    So soll`s wahrscheinlich werden ...


    Wobei ich mir die Frage stelle, ob die Pfette dann eine klassische Wärmebrücke ergibt und was man dagegen tun kann.


    Danke für eine Antwort und Gruß

    Paul

  • Wenn das OG unbeheizt bleibt, muss der Taupunkt an der ungedämmten Decke des EG berechnet werden.


    Zusätzlich beheizt man bei der Konstruktion das gesamte Gebäudevolumen, obwohl man das OG wahrscheinlich die nächsten Jahre oder Jahrzehnte überhaupt nicht nutzt.


    Einfacher zu dämmen und später auszubauen, wäre eine Holzbalkendecke.


    In den Planungen sollte man auch zusätzliche Wasser- und Abwasser-, sowie die Heizungsverteileranschlüsse vorbereiten.

  • Danke für die Kommentare.

    Betondecke ist so gut wie gesetzt - auch wegen der besseren Belastungsmöglichkeiten.

    Ich denke, wenn ich so dämme wie geplant, dürfte wahrscheinlich der Taupunkt kein Problem sein, da der Dachboden nicht unter 0 Grad sinkt und die Flächen der Auskragung beidseitig isoliert werden.


    Zudem meint der Architekt, dass auf eine Dampfsperrre bei NEUEN Betondecken (auf der Oberseite) nicht verzichtet wird.

    D.h. ein Feuchteproblem würde ich demnach ja nur auf der unteren Raumseite der Betondecke bekommen, wenn


    - die Luftfeuchtigkeit sehr hoch wäre

    - die Luftzirkulation nicht gegeben ist


    BauKing

    Erforderliche Leitungen werden direkt mit berücksichtigt - Danke trotzdem für den Hinweis!

    der Hinweis mit dem höheren Heizbedarf durch die schlechte Wärmeisolierung von Beton stimmt natürlich; aber wahrscheinlich wird der Teilausbau des DG ziemlich zeitnah umgesetzt.


    Beste Grüße

    Paul