Flachdach Attikaabdeckung Detailausbildung, insbesondere Ecken

  • Hallo zusammen,


    ich melde mich mal wieder. Bei unserer Flachdachabdichtung (manch einer hier weiß Bescheid) gab es größte Probleme mit dem ausführenden Betrieb. Nun haben wir das aber hinter uns und es fanden umfangreiche Überarbeitungen statt.


    Jedenfalls kommt die Attikaabdeckung jetzt von einem anderen Betrieb. Die haben heute losgelegt. Abgedeckt wird mit einem pulverbeschichtetem (unser Wunsch) Aluminiumblech. Die Männer haben zunächst die Anschluss-Bitumenbahnen auf der der Attika zurückgeschnitten (siehe Fotos). Diese ragten über die Attikakante hinaus und hingen gute 5-10cm runter. Damit sollte die Gebäudekante/Putzkante geschützt werden, solange das Blech noch nicht drauf ist. Aktuell ist nur Armierungsputz drauf, Oberputz soll bei besserer Witterung erfolgen.


    Was mich jetzt stört, ist das sehr rigoros weggeschnitten wurde (siehe Fotos). Ob das problematisch oder egal ist, würde ich gerne die Experten hier fragen. Jedenfalls ist das heute Nacht (ordentlich Regen angesagt) stellenweise alles frei bewittert, da die Arbeiten nicht fertig geworden sind.


    Ansonsten ist die Eckausbildung (hab leider heute kein Foto davon mehr machen können), nicht so doll. Hier wurden die Bleche auf Gehrung geschnitten und lassen aber durchaus einen Spalt zwischen einem halben und 1cm komplett offen. Man kann also von oben durch den Spalt in den Ecken bis aus die Bitumenbahnen schauen. Müsste hier nicht ein Eckverbinder o.ä. eingesetzt werden oder die Bleche über Eck verschweißt sein?


    Ich wäre sehr dankbar für eure Einschätzung. Danke!


  • Moin,


    die Abdichtung sollte bündig mit der Außenkante des Mauerwerks abgeschnitten werden. Ein herunterkleben kann erforderlich sein, ist jedoch nicht immer die Regel. Das kommt auf Untergrund, Materialien usw an diesen neuralgischen Punkt drauf an. Die Regel stellt das bündige Abschneiden da.


    Was mir bei deinen Fotos auffällt, es mangelt vermutlich an der regelkonformen vertikalen Überdeckungslänge des äußeren Blechschenkels zur letzten horizontalen Fuge in der Putzfassade.


    Zu deinen Ecken: Sichtbar durchschauen sollte nicht der Fall sein, wenn gleich darunter eine wasserdichte Abdichtung sein soll. Oftmals wird die obere Abdeckung waagerecht ausgeführt und die Verblechung anschließend mit dem notwendigen 3° Gefälle zur Dachinnenseite. Dies würde dann hier fehlen. Stehendes Wasser könnte sich somit kapillar in die Trennfuge zwischen Abdichtung und Fassade ziehen und zum Schaden führen.


    Man kann das mit Fertigecken lösen. Ich hänge dir mal 2 Bilder an aus einem meiner Projekte die ich letztes Jahr gemacht habe.

  • Moin,


    wie Kalle schon geschrieben hat, ist wahrscheinlich der senkrechte Schenkel der Abdeckung, der den Putz überdeckt, zu kurz. Das muß man sich vor Ort mal messen, wieviel die Mauerabdeckung die obere Putzkante überdeckt.

    Kalle : Was ist denn auf deinem ersten Bild auf der Gehrung von der Außenecke? War das die Flachdachsanierung mit Bedenken zur Kiesverwehung?

  • Moin Elopant,


    nach Berechnungen des Ing Büro muss das so sein. Ist auch ganz gut für die Wartung 😂

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Danke für die Rückmeldungen.


    bzgl. der Ecken nochmal:

    Die Bitumenbahnen der Attika haben (leichtes Gefälle) zum Dach, da das Holz unter diesen auf einem Keil aus Dämmstoff befestigt wurde. Darunter ist YTONG als Attikamauer auf der Betondecke. Gibt es denn neben den fertigen Eck-Stücken auch Eckverbinder (ähnlich wie bei Eck-Fensterbänken)?


    Welche Maße soll ich später prüfen? Abstand der Belchvorderkante zur Putzoberfläche und wie viel tiefer die Blechkante unter dem obersten Putzprofil endet?


    Akut wichtig: grad regnet es ordentlich und die Fotos zeigen den Stand von gestern. Ist das Problematisch bzw. muss ich Folgeschäden fürchten?


    So, wie da die Bitumenbahn zurückgeschnitten worden ist, muss die Attikaabdeckung absolut dicht sein?

  • Das muß man sich vor Ort mal messen, wieviel die Mauerabdeckung die obere Putzkante überdeckt.


    Abstand der Belchvorderkante zur Putzoberfläche und wie viel tiefer die Blechkante unter dem obersten Putzprofil endet?

    :thumbsup:


    Ein Bild von der Eckausführung wäre mal gut. Ich bestelle mir die Ecken immer geschweißt. Einen Eckverbinder ist bestimmt machbar, jedoch muß auch hier die Gradzahl der Ecke angegeben werden und dieser wird dann nach Angabe gefertigt, Kostenmäßig wird der vermutlich nicht viel günstiger, wie eine geschweißte Ecke werden, von daher verstehe ich nicht ganz, wie man auf so eine Idee kommen kann. Sind alle Ecken offen ausgeführt, oder nur eine?

  • Du suchst also hier Hilfe dafür, den Dachdecker für Versäumnisse zu verprügeln, die Du gemacht hast?


    Woher soll der Handwerker wissen, dass Du lieber Ecken aus Formteilen gehabt hättest oder der Fassadenschenkel x cm tiefer hätte gehen müssen, wenn nicht aus einer Ausführungsplanung oder einem LV?

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • :thumbsup:


    Ein Bild von der Eckausführung wäre mal gut. Ich bestelle mir die Ecken immer geschweißt. Einen Eckverbinder ist bestimmt machbar, jedoch muß auch hier die Gradzahl der Ecke angegeben werden und dieser wird dann nach Angabe gefertigt, Kostenmäßig wird der vermutlich nicht viel günstiger, wie eine geschweißte Ecke werden, von daher verstehe ich nicht ganz, wie man auf so eine Idee kommen kann. Sind alle Ecken offen ausgeführt, oder nur eine?


    Wir haben zwei Dachflächen, einmal Garage/Carport mit relativ kleiner Attika. Dort sind die Ecken verschweißt. Auf der Hauptdachecke leider alle offen und auf Gehrung gesägt. Fotos kommen, sobald es das Tageslicht und der Regen erlaubt.


    Ralf Dühlmeyer die, die meine (Leidens-)Geschichte kennen, wissen wo es krankt. Für das Hauptproblem am Dach haben wir einen teuren Gutachter geholt und das hat sich damit immerhin akzeptabel lösen lassen. Ich kann dir nicht sagen, wie viele Lebensjahre ich mit unserem Hausbau verloren habe, aber ich möchte es nicht mehr neu aufrollen.

  • aber ich möchte es nicht mehr neu aufrollen.

    Das wirst Du müssen, wenn Du jetzt auch bei den Firmen, die zur Rettung Deines BV angetreten sind, wieder Mängel anmeldest.

    Zumal dann, wenn Du Ausführungen beanstandest, die nicht zu beanstanden sind (Gehrung vs. Eckformteil)

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Du suchst also hier Hilfe dafür, den Dachdecker für Versäumnisse zu verprügeln, die Du gemacht hast?


    Woher soll der Handwerker wissen, dass Du lieber Ecken aus Formteilen gehabt hättest oder der Fassadenschenkel x cm tiefer hätte gehen müssen, wenn nicht aus einer Ausführungsplanung oder einem LV?

    In dem er die a.R.d.T umsetzt die eh zu seinen vertraglichen Pflichten gehören. Falsch bleibt halt falsch auch mit mangelnder Ausführungsplanung. Die Hilft nur Unwissen aufzudecken und zu vermeiden, entbindet den HW jedoch nicht es richtig zu machen.


    Wenn man Fehler macht, dann steht man dazu und behebt Sie - fertig.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • es gibt ja auch noch die a.R.d.T, an die sich der Ausführende, auch ohne Planung, zu halten hat.

    Ja. Aber woher soll der neue Ausführende wissen, WIE er die einhalten muss oder was er dafür erfüllen muss, wenn die Randbedingungen noch gar nicht fertig sind.

    Hätte er den Fassadenschenkel jetzt mal eben 30 cm in der senkrechten ausgeführt, wäre das Geschrei Donnerbalken gewesen. ER wär aber auf der sicheren Seite gewesen. Und m. W. n. sind Gehrungen nach den aRdT noch zulässig. (fachgerecht ausgeführt)

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Der äußere senkrechte Schenkel von Abdeckungen soll den oberen Rand von Wandputz oder Wandbekleidungen zum Schutz vor Schlagregen 5 cm überdecken. (Gebäudehöhe bis 8 m)

    Bei Wärmedämmverbundsystemen soll zwischen Außenputz und Abdeckprofil ein Komprimierband eingelegt werden.


    ... so steht es jedenfalls noch in meinem abc der Bitumenbahnen ;)


    P.S.: an @Ralf Dühlmeyer

    Wenn der Unternehmer die Höhe der Kante nicht weiß, weil keine Planung vorliegt, so hat er die verdammte Pflicht die zu erfragen.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Also es sieht noch besser aus, als befürchtet:



    Bei der Garage sieht der Überstand horizontal gut aus (5cm), aber vertikal hat man sich dagegen entschieden:



    Hier hat auch der Betrieb, der die Attika macht die gesamte Abdichtung gemacht. Das Gefälle der Attika zum Dach hin beträgt laut iPhone 6 Grad, das ist also i.O.



    Nun zum Hauptdach, das erste Foto zeigt den horizontalen Abstand zwischen Blechvorderkanäte und Armierungsputz (8mm Oberputz kommen noch drauf):




    Der vertikale Abstand zwischen der Anputzleiste und der Unterkante des Blechschenkels ist hier (im Gegensatz zur Garage) vorhanden, beträgt im Schnitt 12-18mm:





    Nun ein paar Fotos der Ecken:


    (Außenecke)


    (Innenecke)



    Leider ist das Gefälle laut iPhone Wasserwaage sowohl auf der Bitumenbahn, als auch auf den Blechen hier 0 Grad, also nicht vorhanden.



    Die Bitumenbahn hat man ordentlich gestutzt, beim aktuellen Regen ist das Attikabrett, das Fugendichtband (vom Verputzer eingesetzt zwischen Dämmung und Attikabrett) usw. schön nass geworden:




    Wie ist eure Einschätzung? Wo liegen klare Mängel/Verstöße gegen die a.a.R.d.T vor? Was kann man wie korrigieren?


    Die Halter könnte man ggf. noch ein paar wenige cm nach Außen verschieben, um den horizontalen Überstand zu erhöhen. Außerdem könnte man mit Bitumenflicken (hier teilweise schon zum Höhenausgleich eingesetzt) vielleicht auch ein Gefälle unter den Haltern und damit den Blechen schaffen. Allerdings lässt sich an den Blechen selbst ja nichts mehr ändern. Der Betrieb hatte aber extra ein eigenes Aufmaß dafür gemacht...



    In jedem Fall danke für eure Unterstützung!

  • Das die Übrstände zu gering sind, dürfte auch einem Laien klar sein.


    Die "richtige" Lösung wäre, alles in den Schrott und nochmal.

    Als Kompromiss könnte ich mir Einhangbleche vorstellen.


    Die Ecken sind noch nicht fertig. Vielleicht haben sie da ja nur ein Provisorium hergestellt und die geschweißten Ecken (wie unten) kommen noch.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Und m. W. n. sind Gehrungen nach den aRdT noch zulässig. (fachgerecht ausgeführt)

    Diese sind auch zulässig, wenn sie mit Riffelverbinder o.ä. unterlegt sind.

    Die Ecken sind noch nicht fertig. Vielleicht haben sie da ja nur ein Provisorium hergestellt und die geschweißten Ecken (wie unten) kommen noch.

    Sie sind zwar noch nicht fertig, aber beschichtete Attikaecken vor Ort schweißen.... das macht man vorher, damit die Schweißnaht mit beschichtet ist und nicht weggebrannt wird.

    Auf dem Bild 1829. jpeg sieht man den zu geringen Überstand über die geputzte Fläche, ebenso bei Bild 1826.jpeg. Ich denke hier liegt ein Kommunikationsproblem vor in Verbindung mit Bauleitung/Ausführender gepennt. War der Grundputz beim Aufmaß der Abdeckung schon ausgeführt? Wobei selbst hier hätte die senkrechte Abkantung der Attikaabdeckung größer ausgeführt werden müssen ( Bild 1826. jpeg ) So eine beschichtete Attikaabdeckung dauert, je nach Hersteller und Jahreszeit, ca. 4-6 Wochen, bis man sie ab Freigabe bekommt.

  • Sie sind zwar noch nicht fertig, aber beschichtete Attikaecken vor Ort schweißen.... das macht man vorher, damit die Schweißnaht mit beschichtet ist und nicht weggebrannt wird.

    Stimmt, aber wenn man in der Ausführungsphase etwas anspricht, was daneben gehen könnte, ist eine der Standardausreden: "Wir sind ja noch nicht fertig."

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Also die Ecken wurden gestern noch weiter bearbeitet. Man hat unter den auf Gehrung zusammentreffenden pulverbeschichteten Blechen weitere Bleche montiert und diese dann mit einem flexiblen Kleber untereinander verklebt. So sieht das aus:




    Ansonsten haben Architekt und der Chef des Betriebs sich die Sache mit mir nochmal angesehen. Der Lösungsvorschlag wäre die Bleche durch verschieben der Halter etwas weiter nach Außen zu setzen, so dass wir einen Abstand von der fertigen Putzoberfläche von 30mm erreichen. Weiters soll der Putz (der Putzer gibt sein ok) höher gezogen werden bis zur Oberkante des Attikaholzes. So kämen wir vermutlich Richtung 50mm, die die Tropfkante tiefer säße, als die Putzoberkante. Ganz erreichen werden wir die 50mm dadurch aber nicht, an manchen Stellen ist es sehr knirsch.


    Das Hochziehen des Putzes soll erfolgen, in dem auf dem bisherigen Amierungsputz (Oberputz ist ja noch nicht drauf) am Attikabereich eine Lage Armierungsgewebe eingeputzt wird (mit Amierungsputz) und bis zur Oberkante der Holzbretts (auf dem die Bitumenbahnen enden) hochgezogen wird. Die bereits gesetzte Anputzleiste soll bleiben.


    Wie ist eure Einschätzung dazu?


    Danke, wie immer, für eure Hilfe hier!!!

  • Ansonsten haben Architekt und der Chef des Betriebs sich die Sache mit mir nochmal angesehen. Der Lösungsvorschlag wäre die Bleche durch verschieben der Halter etwas weiter nach Außen zu setzen, so dass wir einen Abstand von der fertigen Putzoberfläche von 30mm erreichen.

    Dieses Vorhaben wird an den Ecken scheitern. Schiebt man die Außenecken ergibt dass eine breite Fuge.

  • Bin ich zu doof? Was soll das Verschieben bezwecken? Davon wird die Kantung doch nicht länger? Die Horizontale Fuge ab UK Sperrholz wird doch trotz Gewebe ziemlich sicher reißen.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Bin ich zu doof? Was soll das Verschieben bezwecken? Davon wird die Kantung doch nicht länger? Die Horizontale Fuge ab UK Sperrholz wird doch trotz Gewebe ziemlich sicher reißen.

    Du meinst den Putz, weil sich der Untergrund ändert?



    Die man aber durch Neuzuschnitt der Endstücke wieder reduzieren könnte.

    Genau, damit die Fugen nicht größer werden, hat man übrig gebliebene Bleche verwendet.



    Gibt es bei diesem Gewerk auch die "ungewöhnliche Abrechnungsmethode"?

    Ne, aber bei dem Betrieb, über dessen Abdichtungsleistungen ich hier schon ausgiebigst berichtet habe und bei der mir hier die Augen geöffnet worden sind. Also Skepsis hoch zehn...