Hybridbau empfehlenswert (EG massiv-OG Holzständer)?

  • Hallo,

    ich weiß nicht, ob ich hier im Forum richtig bin, aber lasse es mal auf einen Versuch ankommen ;)

    Ich plane derzeit ein Einfamilienhaus, unterkellert, 2 VG+1DG, Satteldach. Bauherren sind noch nicht festgelegt, ob massiv oder Holzständer, tendieren aber eher zu HSB. Meiner Meinung nach wäre es die beste Lösung, das EG massiv mit Stahlbetondecke über EG zu erstellen und das OG und DG in Holzständerbauweise mit Holzbalkendecke.

    Vorteil EG massiv wäre,

    1. die Sockelabdichtung wäre unproblematischer- OK FFB EG ist nur ca 10cm höher als OK Gelände, es gibt bodentiefe Fenster,

    2. im EG befinden sich die Schlafräume, im OG Wohnräume. Über Teile des EGs gibt es ein Flachdach, welches als Balkon im OG dient. Abdichtung auch hier unproblematischer als auf Holzbalkendecke

    3. Die Stahlbetondecke bringt Speichermasse, besserer Trittschall

    Vorteile OG/DG Holzständer:

    1. Einbringen von mehr Eigenleistung möglich (innerer Beplankung, Dämmung der AW, Innenwände)

    2. mehr ökologische Baumaterialien (Holzfaser- oder Zellulosedämmung, bestenfalls Lehmauplatten als innere Beplankung)

    Wie ist die Bewertung der Fachleute für diese Bauweise ? Nachteile, die ich nicht bedacht habe?

    Danke für konstruktive Beiträge/Kritik!

    Gruß

    • Offizieller Beitrag

    deine denkweise gefällt mir - noch besser gefällt mir ein reinrassiger holzbau :)

    ich könnte gegen die pro-massivbau-argumente andiskutieren, gänzlich ausräumen könnte ich die per fernwartung nicht.

    wesentlich pro "komplett holz" wäre für mich die einfachere schnittstelle massiv-holz: ab bopl geht das tragwerk als ein (!) gewerk weiter, kein schnittstellenthema zB im treppenhaus; schnellerer fortschritt kompensiert wegen schallschutz die ggfs. aufwändigere holzdecke .. usw.

    apropos decke: sicher, dass das e. holzbalkendecke wird? vielleicht wäre (auch als ersatz für die stb.decke) eine (dünne) massivholz- oder brettsperrholzdecke eine option ..

    • Offizieller Beitrag
    Off-Topic:

    sowas würde ich u.a. als massivholzdecke - zusammenfügung einzelner, einsinniger holzfladern - verstehen; andere massivholzdecken sind bspw. neuzeitliche dippelbaumdecken (balken an balken) oder "umgekippte" leimbinder. das kann man bestimmt noch anders "sortieren". im neubau kommen i w nur 2 arten vor, über die muss man nicht lange diskutieren, sondern entscheiden - das kann lange dauern ..


    ontopic:

    wir hatten in den letzten jahren, auch bei "konservativen", d.h. bei "mauerwerks"bauherren, öfter den fall, dass zumindest das DG komplett in holz gebaut werden konnte. ich mag durchaus auch anspruchsvolle betonkonstruktionen wie gewalmte sargdeckel, aber ein "holz"dach und giebelwände in holzbaubauweise .. das passt einfach.

  • Meep:


    Dafür gibt es keine Eindeutige Aussage. Gerade wenn das Gebäude spannende Bauteile hat die nicht üblich sind bei HSB bzw Anstrengender.

    Gehen tut es auf jedenfall. Wird gerne verwendet wenn man ein bestehendes Gebäude um ien Stockwerk erhöhen möchte. Ohne , mir zumindest nicht bekannten, negativen Auswirkungen.


    Man kann auch ein Gebäude in Massiv bauen, aber ökologisch Mit Holz ausstatten bzw aufwerten.

    Naturholzböden. Einbauschränke und Raumteiler in Holz. Offene Holztreppe. Holztüren und Holzfenster.

    Leider hab ich momentan nur Bilderim Kopf und keine in meiner Kamera von Livebeispielen. Holzpergola vorm Haus

    Fensterläden, offens Dachgebälk.

    :lach: Leute, kennt Ihr Quarantäne-Kaffee? Der ist wie normaler Kaffee aber mit Vodka drin und ohne Kaffee. :D

  • Danke erst mal für die Antworten. Dass die Planung und Koordination bes. an den Schnittstellen der Gewerke und in Bezug auf Rastermaße (Fensteröffnungen) aufwändiger ist, ist klar. Die Option massivholz-, brettsperrholz- oder brettstapeldecke ist wahrscheinlich hier schwer umzusetzen, da nicht sehr verbreitet. Die Zimmerer vor Ort (und es soll ein ortsansässiger sein) haben hier so viel zu tun, dass sie gerne auch auf einen Auftrag verzichten, wenn ein Bauherr Sonderwünsche hat ;)... Ich werde es dennoch mal ansprechen...

    • Offizieller Beitrag

    hups, diesmal ist meine Antwort im Nirwana verschwunden.


    mls: #2 fand ich sehr interessant zu lesen.

    1. Einbringen von mehr Eigenleistung möglich (innerer Beplankung, Dämmung der AW, Innenwände)

    Aber Einbringen von Fehlern -> Haftung?

    2. mehr ökologische Baumaterialien (Holzfaser- oder Zellulosedämmung, bestenfalls Lehmauplatten als innere Beplankung)

    Holz als Baustoff und somit sozusagen als CO2 Speicher zu verwenden finde ich charmant. Die Sorge, dass "unten" was passiert, lässt sich durch gute Planung sicher sehr minimieren.


    mls hat bzgl der Decke ja schon Stellung genommen, vielleicht gibt es von anderen auch noch was hinzuzufügen?


    Was mir bei HSB nicht so gefällt, dass wenig Masse da ist.

    • Offizieller Beitrag

    Die Option massivholz-, brettsperrholz- oder brettstapeldecke ist wahrscheinlich hier schwer umzusetzen, da nicht sehr verbreitet

    auch das ist primär ein thema, wie weit und wie gut man plant und kommuniziert. da taucht die frage auf, wer bauphysik, tragwerk, werkstattpläne machen soll - das alles aus einer hand und am besten inkl. ausführung ist .. spannend.


    das thema "decke" wird bei mir immer wieder diskutiert, aber die vorteile der "holzmassivdecke" sind so überwältigend, dass man eigentlich nur schwer da dran vorbeikommt.


    das thema "verbreitung" betrifft zuerst mal den handwerklich hergestellten holzbau (fertigbauer u ä lass ich aussen vor), mit welcher inbrunst sich der holzunternehmer auf die aufgabe stürzt und inwieweit der hausbaumässig vorgebildet ist - weil hausbau ist was anderes, als dachbau, aber mit gscheiten w.plänen (das sind bei uns üblicherweise so 12-25 A1er für ein efh) läuft das. ich erlebe in diesen kreisen, dass holzmassivdeckensysteme durchaus bekannt sind, aber oft balkendecken mit wundersamen aufbauten und wünschen" ausgeschrieben werden.


    meine erfahrung ist, man hat sehr gute chancen, einen (zwingend guten und motivierten) zimmerer für einen guten holzhausbau zu fairen preisen zu gewinnen, wenn der merkt, auf der anderen seite gibt´s von anfang an klare ansagen. mir sind zimmerer als vertragspartner sehr sympathisch, weil die dem baustoff holz und dessen besonderer logistik verhaftet sind.

  • EG in massiv und OG in Holz gibt es in Vorarlberg auch viele gute Beispiele und wird gerne gemacht, vor allem weil es dort nicht viele ebenen Bauplätze gibt und man so das Problem mit Bodennähe umgeht. Warum auch nicht? Über eine Holzmassivdecke würde ich auch nachdenken.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...