Pultdach Abstandsfläche Bayern

  • Hallo,

    wie wird die Abstandsfläche eines Pultdaches in Bayern berechnet? Zählt die Fläche über der Wandhöhe wie beim Satteldach als Giebel und wird damit zu 1/3 der Firsthöhe, also beim PD 1/3 der höheren Wandhöhe? Oder ist die gesamte Wandfläche als solche anzunehmen und es würde sich somit eine schräge Abstandsfläche ergeben? Oder wird die mittlere Wandhöhe angenommen -also z.B. Traufe 6,0m, First 8,0m= Grenzabstand 7,0m?

    Danke für fundierte Antworten!

  • Fundierte Antwort: Heute oder in 10 Tagen?


    Am 01.02. tritt die novellierte BayBO in Kraft. Da ist dann nämlich alles anders!


    Wenn also nach dem 01.02.:


    Für die Giebelwand gilt dann Folgendes:

    Abstandsfläche = 0,4 x (Wandhöhe bis zur Traufe + Wandhöhe bis zum First) Hierbei wird die anrechenbare Höhe nicht mehr als Rechteck angesetzt, sondern in seiner realen Form (also beim Pultdach als Trapez), allerdings in einer um das 0,4-fache gestauchten Form.


    Obacht: Auf den Traufseiten ist ab dann 1/3 der Dachhöhe mit anzusetzen (war bisher bei Dächern bis 45° nicht so)


    Anbei ein Bildchen:



    PS: Und die 0,4 x h gilt nunmehr auf allen vier Seiten des Gebäudes, nicht nur auf 2 Seiten bis max. 16m Länge....das war einmal.


    PPS: Das wird am 01.02. gewesen sein....so ... jetzt ist's richtig.

    Einmal editiert, zuletzt von Thomas B ()

  • Und die 0,4 x h gilt nunmehr auf allen vier Seiten des Gebäudes, nicht nur auf 2 Seiten bis max. 16m Länge....das war einmal.

    ...wenn Du Dich da mal nicht täuschst - viele Gemeinden arbeiten bereits an Satzungen und basteln so ihr eigenes Abstandsflächenrecht.

    Das kann noch lustig werden - ich freue mich schon! :sos:

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Eben, Rose, genau diese Regelung á la novellierte BayBO hatte zB Nürnberg schon vor einigen Jahren, Erlangen nunmehr seit letzten (?) Jahr bereits für sich auserkoren.


    Gut oder schlecht...? Egal. Ich wollte dem TE nur aufzeigen, dass die alte Regelung erst einmal ab 01.02. obsolet ist. Kann natürlich sein, dass gerade deren gemeinde explizit die alte Regelung für sich beibehält....wer weiß. Eher unwahrscheinlich, denke ich.

  • ...wenn Du Dich da mal nicht täuschst - viele Gemeinden arbeiten bereits an Satzungen und basteln so ihr eigenes Abstandsflächenrecht.

    Das kann noch lustig werden - ich freue mich schon! :sos:

    Das geht? Ich dachte, es sei übergeordnet, bin aber überhaupt nicht in den Thema drin.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung


  • Das geht?

    Das geht!


    Die Abstandsflächenregeln der BayBO 2021 hat Nürnberg (wie schon geschrieben) schon vor ein paar Jahren vorweggegriffen. Erlangen folgte (ich glaube) letztes Jahr.


    Ist natürlich schon toll, wenn es die BayBO + örtliches Baurecht (B-Pläne usw.) gibt. Jetzt kam in den letzten Jahren dann noch Abweichungen von der BayBO hinzu. Das macht das Planen natürlich nicht wirklich leichter.


    Man könnte sich natürlich auch die generelle Frage stellen, wozu es dann überhaupt noch einer BayBO (LBO) bedarf. Wahrscheinlich für die Gemeinden/ Städte, die zu faul sind eigene, lokale Regeln zu erlassen.:eek:

  • Man könnte sich natürlich auch die generelle Frage stellen, wozu es dann überhaupt noch einer BayBO (LBO) bedarf. Wahrscheinlich für die Gemeinden/ Städte, die zu faul sind eigene, lokale Regeln zu erlassen.:eek:

    naja, das ist jetzt schon ein wenig abwertend...Ich bin Marktgemeinderat in einer kleinen Gemeinde in Bayern. Wenn wir hier eine eigene Satzung erarbeiten und rausgeben wollen, dürften wir wohl unsere Planstellen verdoppeln. Das macht wohl keinen Sinn.

    Jochen

  • Ich wundere mich etwas, dass in Bayern jede Kommune ihr eigenes Abstandsflächenrecht basteln darf. Was ist da der geschichtliche Hintergrund?


    Aus Brandenburg und Berlin kenne ich das nicht, hilfreich für Planer und Bauherren ist es auch nicht.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • naja, konnte ich so direkt nicht so rauslesen. In Zeiten wo wir ökologische Konzepte für Raine und Wegeränder (diesen Fall hatten wir kürzlich diskutiert) brauchen, anstatt der Natur einfach wieder Platz zu lassen, muss man sich schon fragen was den Bürokraten noch alles so einfällt.

    Jochen

  • Je unsinniger der schön dotierte posten ist, desto mehr output (heiße Luft) muss der erzeugen.

    Andernfalls könnte ja jemand auf die Idee kommen, dass der Posten unnötig ist und ihn wegrationalisieren.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • naja, konnte ich so direkt nicht so rauslesen. In Zeiten wo wir ökologische Konzepte für Raine und Wegeränder (diesen Fall hatten wir kürzlich diskutiert) brauchen, anstatt der Natur einfach wieder Platz zu lassen, muss man sich schon fragen was den Bürokraten noch alles so einfällt.

    Naja, ein Konzept könnte doch sein, der Natur an Raine und Wegesrändern einfach freien Lauf zu lassen. :D

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • naja, das ist jetzt schon ein wenig abwertend...Ich bin Marktgemeinderat in einer kleinen Gemeinde in Bayern. Wenn wir hier eine eigene Satzung erarbeiten und rausgeben wollen, dürften wir wohl unsere Planstellen verdoppeln. Das macht wohl keinen Sinn.

    Also "meine" Gemeinden sind so groß nicht - und da sind schon einige Satzungen im Entstehen...

    Ich wundere mich etwas, dass in Bayern jede Kommune ihr eigenes Abstandsflächenrecht basteln darf. Was ist da der geschichtliche Hintergrund?

    Die spinnen die Bayern - würde Asterix sagen.

    Es gab bisher schon die Möglichkeit für die Gemeinden, Abstandsflächen zu verkürzen, s. den aktuellen Art. 6 Abs. 7 BayBO.

    Das wurde m.W. selten bis nie genutzt. Jetzt wollen wohl einige Gemeinde zum alten Abstandsflächenrecht zurück.


    Alleine die Vollzugshinweise zur neuen BayBO befassen sich auf mehreren Seiten mit dem neuen Art. 6. Ich bin vor allem gespannt, ob da in zehn Jahren noch irgendwer durchblickt was wann wie genehmigt wurde und ob Bestandsschutz greift... :wall::wall::wall:

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Die spinnen die Bayern - würde Asterix sagen.

    Bayern gehört eh nicht zu DEUTSCHLAND - duck und weg


    P.S.: Ihr wisst ja, wann der 3. Weltkrieg ausbricht, oder?

    Hinweis: Ostfriesenwitze


    Und zur Krönung, auch wenn es nervt:

    Ein Bayer war in England zum Urlaub. Als er zurück kam, wurde er gefragt, wie es war.

    Naja, ganz gut, nur die Sprache: Zu i sagens "Ei", zu Ei sagens egg, zu Eck sagens corner und zu Koaner sagens no body.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Sind denn Franken echte Bayern?

    Wie Bitte?


    Ich glaube ich lese nicht ganz richtig!


    Nein, Franken sind weder echte noch unechte, noch assimilierte, noch Bayern ehrenhalber, noch sonst irgendwie oder irgendwo bayerisch.


    Franken sind m.E. echte Deutsche und EU-Bürger, nicht aber Bayern.

  • Franken sind Deutsche? Ich dachte Franken seien Franken und nix anderes. :P


    Wir sagen immer, dass wir nach Deutschland fahren, wenn wir mal über die Grenze fahren... :D

    Von daher, gar nicht mal so unrecht. Wenn ich mal in die Schweiz fahre, dann verlasse ich sogar Europa, denn eigentlich ist die Schweiz ja so was wie ein eigener Kontinent. Wobei man ja inzwischen ja so paar Brücken geschlagen hat mit Schengen und so...:D

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...