Mangel oder kein Mangel? Unebener Übergang zwischen Trockenbauwand und Betonwand?

  • Worum geht's?

    Wir stehen kurz vor der Vorbesichtigung unserer Neubauwohnung. Obwohl wir zum Glück kaum Mängel sehen, sind wir uns bei einem Punkt nicht sicher:

    Im Wohnzimmer gibt es eine Trockenbauwand, die direkt an eine Betonwand anschließt. Dabei geht leider die Trockenbauwand nicht eben in die Betwonwand über sondern steht ca. 3-4mm hervor. Das hinterlässt eine sehr deutlich sichtbare "Stufe" zwischen Trockenbauwand und Betonwand und stört uns optisch schon sehr.


    Stellungnahme Bauleiter bisher:

    Nach einem ersten Gespräch mit dem Bauleiter gab er zwar zu, dass man das im Trockenbau schöner hätte lösen können, aber es immer zu einer Unebenheit zwischen solchen Wänden kommt, ergo "normal" sei. Spachteln macht aus seiner Sicht keinen Sinn, weil früher oder später ein Riss entstehen würde.


    Unsere Frage:

    Sollten wir diese "Unebenheit" also Mangel aufführen oder ist dieser Übergang tatsächlich im Rahmen der Toleranz?


    Lösung?

    Falls Mangel, mit welchem Kostenausgleich würde man einen solchen Mangel bewerten, wenn man davon ausgeht, dass ein Neubau der Wand ausgeschlossen werden soll?

  • Falls Mangel, mit welchem Kostenausgleich würde man einen solchen Mangel bewerten, wenn man davon ausgeht, dass ein Neubau der Wand ausgeschlossen werden soll?

    20 (in Worten Zwanzig) Euronen. Mehr gibts für optische Mängel nicht. Schmerzensgeld wie bei Schönheistchirurigen gibts nicht

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

    • Offizieller Beitrag

    sondern steht ca. 3-4mm hervor.

    Ein derartiger Flächenversatz ist sicherlich nicht normal.


    Korrekt ist aber, dass...

    ...früher oder später ein Riss entstehen

    wird, da Beton schwindet und der GK dies nicht tut.


    Schöner wäre es sicherlich gewesen bewusst eine Fuge (zB mit Schattenfugenprofil) auszubilden.


    Der Flächenversatz ist funktional sicherlich kein Mangel, optisch aber schon.


    Was tun (was hätte man tun können)? Gemauerte Wand etwas stärker verputzen (3 - 4mm) oder GK-Wand korrekt setzen. Jetzt ist es natürlich ungleich aufwendiger. Wenn noch kein Bodenbelag vorhanden ist, dann wäre die Korrektur mittels aufspachteln der gemauerten Wand wahrscheinlich die einfachere Lösung.

    • Offizieller Beitrag

    Naja, eine Fuge würde durch den Versatz doch gesetzt sozusagen ( nicht ganz ernst nehmen).

    Aber Fakt ist doch, dass man den Übergang immer irgendwie sehen wird.

    • Offizieller Beitrag

    20 (in Worten Zwanzig) Euronen.

    Einspruch !


    Du hast vergessen, dass es sich hier um einen hohen optischen Mangel handelt, >2m, folglich könnte man hierfür 22,95 € ansetzen.


    Unsere Frage:

    Sollten wir diese "Unebenheit" also Mangel aufführen oder ist dieser Übergang tatsächlich im Rahmen der Toleranz?

    Ja, das ist ein optischer Mangel.


    Stellungnahme Bauleiter bisher:

    Nach einem ersten Gespräch mit dem Bauleiter gab er zwar zu, dass man das im Trockenbau schöner hätte lösen können, aber es immer zu einer Unebenheit zwischen solchen Wänden kommt, ergo "normal" sei. Spachteln macht aus seiner Sicht keinen Sinn, weil früher oder später ein Riss entstehen würde.

    Diese Stellungnahme ist eine Ausrede, man hätte das besser lösen können.


    Lösung?

    Falls Mangel, mit welchem Kostenausgleich würde man einen solchen Mangel bewerten, wenn man davon ausgeht, dass ein Neubau der Wand ausgeschlossen werden soll?

    Das wird der Punkt sein über den man streiten kann (wird). Zuerst aber muss die Firma eine Beseitigung des Mangels ablehnen (Unverhältnismäßigkeit oder was auch immer). Dann muss man den Wert feststellen, und eine Wertminderung. Dazu reichen die paar Bilder nicht aus. Eine Bagatelle ist das nicht, ein Wohnzimmer hat nun mal eine höhere Priorität als eine Abstellkammer, und der Versatz wird auch einem unbedarften Gast auffallen. Wenn das eine Luxuswohnung im Wert mehrerer Mio € ist, dann wird man den Schaden anders bewerten als im Sozialwohnungsbau. Es gibt also viele Kriterien anhand derer man den "Schaden" bewerten muss.


    Sehr wahrscheinlich wird sich dann der Schaden im einstelligen Prozentbereich bewegen, evtl. auch 10%.

    Liegt der "Wert" dieses Stück Wand also bei 200,- € dann wäre der Schaden 20,- €.


    Wie das nun in Deinem Fall konkret aussieht, dazu sollte sich das jemand anschauen sprich "begutachten". Ansonsten ist es sehr wahrscheinlich, dass man mit seiner Einschätzung falsch liegt, unter- oder überschätzt.


    Obwohl wir zum Glück kaum Mängel sehen, sind wir uns bei einem Punkt nicht sicher:

    Eine Abnahme in Eigenregie ist zwar möglich, aber nicht zu empfehlen, zumindest so lange man nicht selbst vom Fach ist. Im Idealfall holt man sich schon während der Bauphase den jeweils "passenden" Fachmann hinzu, am Ende sind sowieso die meisten Mängel unter Putz und Tapete verschwunden.

  • Diese Stellungnahme ist eine Ausrede, man hätte das besser lösen können.

    Du meinst, die Ausrede hätte besser gelöst werden können?

    z.B. "Das muss so sein, damit man immer weiß, wo die Trockenbauwand anfängt und man nicht versehentlich einen schweren Hängeschrank daran befestigt..."?

    :D


    \IronieModus off

    • Offizieller Beitrag
    Off-Topic:

    Das nenne ich mal eine kreative Erklärung! Sogar eine sinnvolle!

    back to topic: Den Übergang wird man aber doch so oder so sehen, oder?

    Ob nun als Schattenfuge oder als nicht so gelungenen Vorsprung. Was da die Ursache war, würde mich mal interessieren.

    • Offizieller Beitrag

    Was da die Ursache war, würde mich mal interessieren.

    Ich vermute Standardprofile für den Trockenbau, beplankt, und dann war dieses Wandstück ein bisschen dicker als geplant. :D

  • Was da die Ursache war, würde mich mal interessieren.

    Ich würde mal sagen: Meßfehler auf allen Seiten:

    Der Trockenbauer hat sich beim Anlegen des Ständerwerks (Berücksichtigung des Plattenstärke) vermessen

    Der Bauleiter hat sich bei der Kontrolle der Ausführung in Sachen Ebenheit vermessen

    Der TE Hat sich bei messen des Versatzes vermessen


    In Addition kommen 4 mm raus. Real sind vielleicht nur 2 oder 3 (+ x° Winkelabweichung)

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

    • Offizieller Beitrag

    20 (in Worten Zwanzig) Euronen. Mehr gibts für optische Mängel nicht. Schmerzensgeld wie bei Schönheistchirurigen gibts nicht

    Das halte ich für ein widerlegbares Gerücht............

    War aber vermutlich eh nur überspitzt formuliert.


    Ich sehe die Sache eher als unzumutbar an.

    Der Versatz ist nicht nur erkennbar, sondern drängt sich einen regelgerecht auf.

    Von daher, weg mit dem 2. Bauteil (die Betonstütze war vermutlich zuerst da) und alles auf Neu.

    • Offizieller Beitrag
    Off-Topic:

    vielleicht im falschen Hosenbein der Zeit gelandet?

    Aber ernsthaft: Rückbau???:eek: Das erscheint mir doch zu sehr Kanonen auf Spatzen. Aber mir fehlt da die Erfahrung.

    • Offizieller Beitrag

    Stell Dir vor das wäre ein Auto.

    Die Tür würde um das Maß aus der Karosse ragen..............

    Das ist auch mit zulässigen Toleranzen nicht zu erschlagen.

    4,0 mm auf 1,0 cm Länge ??????

    Zudem, benachbarte Bauteile......

    Nein, dass gehört gebessert. Evtl. die Betonwand mit Spachteln angleichen???

    Aber Vorsichtig mit dem Farbaufstrich.