Dachsparren verstärken

  • Hallo zusammen,


    bin mir nicht sicher, ob mir hier jemand helfen kann Ich plane aktuell unseren Dachbodenausbau und bevor ich die Dämmung einbringe, habe ich zwei Fragen und hoffe, jemand kann Tipps/Hinweise geben über die weitere Vorgehensweise.


    Wir haben ein Brettbinder und laut der Statik (siehe Grafik) reichen die vorhanden Sparren vollkommen aus für den Ausbau, jedoch bin ich mir unsicher, was die PV-Anlage (20-25kg/m² ?) angeht, die wir für später mal geplant haben.


    Ich hatte nun überlegt die Sparren zu verstärken. Dafür würde ich die Dachsparren seitlich mit M12 Bauschrauben und Mutter + Bulldog-Dübel (Strong-Tie C1-50) und Bauscheiben verstärken.


    Verstärkung: auf einer Seite mit 40x160 verstärken, reicht das? Kann ich überhaupt mit Bulldog-Dübel (Strong-Tie C1-50) arbeiten? Denn die vorhandenen Dachsparren sind ja "nur" 50x160. Welches Verbindungsmittel macht hier sinn?


    Freue mich über jeden Hinweis/Tipp Danke! BG und bleibt gesund!


    Ich freue mich auch über Kontaktaufnahme durch Tragwerksplaner... Hatte hier in unserer Region nicht viel Glück in der aktuellen Situation.

  • Der Knackpunkt bei Brettbindern sind die Nagelplatten. Dort werden i.d.R. die kleinstmöglichen verbaut, was nicht selten zu einer rechnerischen Auslastung von annähernd 100 % führt. Werden die Nagelplatten überlastet und verlieren ihre Tragfähigkeit, droht das Versagen der Konstruktion, ähnlich hier.


    Evtl. gibt es den Hersteller der Binder noch, und ein dortiger Statiker weist Dir eine Verstärkung nach. Ich bin zwar auch Tragwerksplaner, habe aber keinerlei Unterlagen zu Nagelplatten. Das wird bei Kollegen nicht viel anders sein, deshalb ist die Suche nach einem Statiker nicht einfach.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Der Knackpunkt bei Brettbindern sind die Nagelplatten. Dort werden i.d.R. die kleinstmöglichen verbaut, was nicht selten zu einer rechnerischen Auslastung von annähernd 100 % führt. Werden die Nagelplatten überlastet und verlieren ihre Tragfähigkeit, droht das Versagen der Konstruktion, ähnlich hier.


    Evtl. gibt es den Hersteller der Binder noch, und ein dortiger Statiker weist Dir eine Verstärkung nach. Ich bin zwar auch Tragwerksplaner, habe aber keinerlei Unterlagen zu Nagelplatten. Das wird bei Kollegen nicht viel anders sein, deshalb ist die Suche nach einem Statiker nicht einfach.

    Danke für Deine Antwort Thomas, aber was hat denn die verlinkte Konstruktion mit meinem Dach zu tun? Ist doch eine andere Bindervariante/Konstruktion?! Und ich bin etwas überrascht, dass ein Tragwerksplaner, du sprichst ja auch von den Kollegen, keine Aussage dazu treffen kann, wie man das eventuell optimieren könnte (ich möchte hier keine kostenlose Statische Berechnung!!!, freue mich nach wie vor über Kontaktaufname und dann mit entsprechende Auftrag...), nur weil die Nachweise für die Nagelbinder nicht vorhanden sind. Würde ja bedeuten, ich habe gar keine andere Wahl, als alles abzureißen und dann ein neues Dach? Denn nach über 30 Jahren glaube ich nicht, dass der Hersteller oder wer auch immer die Nachweise hat bzw. mich überhaupt ernst nimmt, wenn ich anfrage....


    BG Ijaz

  • Würde ja bedeuten, ich habe gar keine andere Wahl, als alles abzureißen und dann ein neues Dach?

    Nein. Es gibt zwischen schwarz und weiß noch div. Schattierungen.

    Holzdimensionen kann man örtlich messen, Nagelplatten gab es so viele Varianten, da weiß heute keiner mehr, was da vor 30 Jahren genommen wurde. Mist, is aber so. Brettbinder waren halt billig und das rächt sich jetzt - ggf. am Käufer

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Nein. Es gibt zwischen schwarz und weiß noch div. Schattierungen.

    Holzdimensionen kann man örtlich messen, Nagelplatten gab es so viele Varianten, da weiß heute keiner mehr, was da vor 30 Jahren genommen wurde. Mist, is aber so. Brettbinder waren halt billig und das rächt sich jetzt - ggf. am Käufer

    Und diese Schattierung sind ein großes Geheimnis oder was muss man dafür tun? Verstehe nicht, wieso hier nicht auf die Frage eingegangen wird, sondern nur was alles schlecht ist und passieren könnte angesprochen wird. Herr Dühlmeyer, erzählen Sie doch von den Schattierungen oder was muss ich dafür tun. Ich hab erwartet, das sollte ich lieber lassen, dass es hier nicht so zugeht, wie in einigen anderen "Foren", wo immer gleich mit Angst gearbeitet wird und alles schlecht gemacht wird und keiner auf die eingentlichen Fragen eingeht. Ich bin gerne bereit erbrachte Dienstleistungen zu vergüten, jedoch bin ich immer noch nicht weiter....

  • Hier arbeitet KEINER mit Angst und bei solchen Antworten bin ich ganz schnell wieder raus - EOT

    "KEINER" Wie darf ich denn die Verlinkung der eingestürzte Konstruktion interpretieren und wie weit sind wir denn nach 6 Antworten gekommen? Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag und vielen Dank für die konstruktive Zusammenarbeit.

  • Die einzig richtige und vernünftige Antwort hast Du bereits in #2 bekommen.


    Ergänzend höchstens noch, dass auch für die Untergurte, sofern ich die Daten richtig gelesen habe, nahezu keine Lasten berücksichtig wurden.


    Die Dachkonstruktion ist schlichtweg (fast) nicht ausbaufähig.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Die einzig richtige und vernünftige Antwort hast Du bereits in #2 bekommen.


    Ergänzend höchstens noch, dass auch für die Untergurte, sofern ich die Daten richtig gelesen habe, nahezu keine Lasten berücksichtig wurden.


    Die Dachkonstruktion ist schlichtweg (fast) nicht ausbaufähig.

    dann Frage ich noch mal: Was heißt "(fast)" können Sie eine Statische Berechnung vornehmen, wenn ich Sie beauftrage oder wie bekommt man heraus, was mit "Sshattierungen" und "(fast)" gemeint ist? Oder doch schwarz und weiß und alles abreißen?

  • Danke für Deine Antwort Thomas, aber was hat denn die verlinkte Konstruktion mit meinem Dach zu tun?

    Das ist das gleiche Konstruktionsprinzip. Holzquerschnitte werden stumpf gestoßen und mit Nagelplatten verbunden.

    Ich bin gerne bereit erbrachte Dienstleistungen zu vergüten, jedoch bin ich immer noch nicht weiter....

    Hier sind nicht viele Statiker zugange, und ich habe keine Unterlagen zu Nagelplatten, da die konstruktive Durchbildung das Binderwerk macht. Die, die ich kenne, haben alle ihre hauseigenen angestellten Statiker, die nichts anderes machen als die Nachweise ihrer Konstruktionen. Noch nicht mal für unverschämt viel Geld wäre ich in der Lage und willens, hier im Detail weiterzuhelfen.


    Als Tipp habe ich schon den ehemaligen Binderhersteller genannt. Evtl. kann ein anderer Binderhersteller oder ein Prüfingenieur für Baustatik da weiterhelfen.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Eigentlich wurde alles gesagt. Ich halte solche Dachkonstruktionen für nicht ausbaubar, innerhalb eines vernünftigen Budget. Da kann man gleich ein neues Dach aufbauen. Wenn man sich solche Konstruktionen auswählt, muss man sich sicher sein, dass man nicht ausbauen will. Wer solche kauft, muss wissen, dass er das Dach nicht ausbauen können wird. Will man nicht lesen, ich weiß, aber es muss gesagt werden. Mach bitte nicht selber an dem Dach herum!

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • dann Frage ich noch mal: Was heißt "(fast)" können Sie eine Statische Berechnung vornehmen, wenn ich Sie beauftrage

    muss mich auch mal einmischen ;)


    die stat. ber. ist nicht trivial, aber nicht das unlösbare problem.

    afair gibt´s auf dem deutschen markt 2 nagelplattenhersteller - jeder mit eigener software, die ausschliesslich von den binderherstellern gekauft wird. damit geht´s einfacher - aber zur not geht´s auch "händisch".


    zumindest problematisch, vielleicht auch unlösbar, ist der (finanzielle) aufwand für die berechnung.

    sowas macht man allenfalls dann, wenn sehr viel schiefgelaufen ist und wenn´s um mehr als "nur" geld geht.


    die grössenordnung des honorars ("der typ spinnt doch" :P ), die baulichen schwierigkeiten (statisch-konstruktiv, aber auch im ausbau, s. #2 und #3) summieren sich und das wissen die kollegen - keiner weiss vorher, ob die erforderlichen ertüchtigungsmassnahmen überhaupt auf viel gegenliebe, sprich realisierung, stossen.

    insofern wird kein normaldenkender kollege interesse haben, überhaupt irgendwas anzubieten, was möglicherweise sowieso nicht kommt.

    unter wirtschaftlichen aspekten wäre ein neues dach mit üblicher statischer berechnung (soweit ich mich erinnere, ist s-h da ziemlich konservativ?) die günstigere und bessere lösung.


    mein erklärungsversuch kann bestenfalls eine wurfpassung sein - vielleicht wird damit die "zurückhaltung" erklärt.

  • Darf ich mal fragen

    ist das ein 'normales' Wohnhaus ? oder vermutlich ein 'Fertighaus' der frühen Jahre

    Welches Baujahr ??

    Wenn der Dachboden ausgebaut werden soll muss auch die Decke ausreichend tragfähig sein

  • Was für Ein Glück, dass ich keine Ahnung von Statik habe, denn nach dem was ich da an Zahlen sehe, wäre ein Ausbau nicht möglich, egal ob der Untergurt jetzt verstärkt wurde.


    Wurde der Ausbau tatsächlich so genehmigt?


    Aber wer weiß, vielleicht befinden sich darunter ja alle 2m irgendwelche Stützen.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • die untergurte scheinen nicht grossartig auf biegung beansprucht zu sein, aber die reichen für eine zugkraft (aus fachwerkkonstruktion) von rund 4-to.

    is doch nicht so schlecht - aber wie thomas schrieb:

    Der Knackpunkt bei Brettbindern sind die Nagelplatten

  • Off-Topic:

    Irre ich mich oder waren die Nagelbinder nicht auch nach dem Katastrophenwinter 2005/2006 ein großes Thema? Damals haben bei starker Schneelast einige Dächer dieser Art nachgegeben und wenn ich mich richtig erinnere, gab es danach auch ein Rundschreiben der bayerischen Obersten Baubehörde dazu. Außerdem wurde eine weitere Schneelastzone eingeführt, die inzwischen dem Klimawandel zum Opfer gefallen ist. :P

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • So, das hier war nur eine Luftnummer und die Bezeichnung des "Forums" hier suggeriert was anderes...! Wieder was gelernt! Den Tragwerksplaner/ Architekten betrachte ich nun aus einem anderen Blickwinkel. Danke dafür!


    Freut mich, dass ich hier einige unterhalten konnte:bier:


    Fragen sowie Zugang/Account kann gerne jederzeit gelöscht werden.


    Viele Grüße und bleibt gesund

  • Wieder was gelernt!

    Glückwunsch! Aber was?

    Den Tragwerksplaner/ Architekten betrachte ich nun aus einem anderen Blickwinkel.

    Scheinbar (nicht anscheinend) kommst Du in der Realität an.

    Freut mich, dass ich hier einige unterhalten konnte

    Deine Erwartungshaltung konnte leider nicht erfüllt werden. Das liegt aber nicht am Forum. Immerhin gab es hilfreiche Hinweise, die Du aber anscheinend nicht verstanden hast.


    Tschüs und good luck


    Ergänzung: Das Thema bleibt selbstverständlich stehen, da es keinen Grund zur Löschung gibt. Evtl. ist es für später Lesende hilfreich.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas