Wärmedämmung Sichtbeton-Anbau: Problem mit Feuchtigkeit/Schimmel

  • Hallo zusammen,


    wir haben ein Haus Bj.1958 gekauft, das vor 5 Jahren diverse Renovierungsmaßnahmen bekommen hat. Unter anderem wurde der Eingangsbereich durch einen Sichtbeton-Anbau erweitert (Bild siehe Anhang).


    Leider stellten wir im ersten Winter fest, dass die Ecken des Anbaus feucht sind und sich inzwischen auch Schimmelspuren gebildet haben (in den oberen äußeren Ecken).


    Eine Ursache war sicher das Flachdach, das in den ersten 4 Jahren nur eine Dichtschlämme als Abdichtung von oben hatte. Inzwischen ist eine Bitumen-Abdichtung drauf gekommen.


    Der Deckenaufbau ist - soweit ich es erkennen kann - von außen nach innen wie folgt:


    Bitumenbahn 2-lagig

    Sichtbeton mit Armierung

    Dämmfolie mit Faserdämmmatte ca. 30-40mm

    Installationsebene ca. 20mm

    Gipskarton ca. 20mm


    Wenn ich den Aufbau bei ubakus.net eingeben ist es nicht verwunderlich, dass im inneren Feuchtigkeit auskondensiert.



    Meine Frage ist:


    Wie würdet ihr das Problem lösen? Bringt es etwas, eine Flachdachdämmung außen aufzubringen? Ginge das als Umkehrdach ausgeführt? Oder alternativ die Dämmmatte innen rauswerfen und irgendein Hightech-Produkt (Vakuumdämmung?) innen verkleben?


    Ich will mir nicht den Handwerker sparen, aber genau die lokalen Handwerker hier aus dem Ort haben das so gebaut. Und daher fehlt mir das Vertrauen....


    Viele Dank für die Hilfe!

    Jörg

  • Wenn man das Dach von oben anschaut, dann staut sich da hinten in der Ecke anscheinend das Wasser. Ich würde zuerst einmal prüfen, ob dort alles dicht ist. Das Bild "Feuchte_Stelle.jpg" kann ich jetzt nicht mit Kondensat in Verbindung bringen, da würde ich bei Kondensat andere Konturen erwarten. Das sieht eher so aus, als würde tatsächlich Wasser von oben nach unten laufen.

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  • Wenn man das Dach von oben anschaut, dann staut sich da hinten in der Ecke anscheinend das Wasser. Ich würde zuerst einmal prüfen, ob dort alles dicht ist. Das Bild "Feuchte_Stelle.jpg" kann ich jetzt nicht mit Kondensat in Verbindung bringen, da würde ich bei Kondensat andere Konturen erwarten. Das sieht eher so aus, als würde tatsächlich Wasser von oben nach unten laufen.

    Es ist tatsächlich so, dass das Gefälle zum Dachgully (der auf dem Carport ist) unzureichend ausgebildet ist und sich da hinten eine Pfütze bildet. Das Dach ist im Herbst mit 2 Lagen Bitumen versehen worden. Der Zimmermann der das Dach abgedichtet hat ist sich aber 100%ig sicher, dass das dicht ist. Wie könnte ich das Gegenteil beweisen?


    Die "Triefnasen" sehen tatsächlich so aus als würde da massiv Wasser reinlaufen. Dazu muss ich aber sagen, dass ich zuvor durch einen der Deckenspots ein Endoskop gesteckt habe um mal zu sehen wie es an der Schimmelstelle unter der Gipsplatte aussieht. Ich vermute, dass ich bei der Aktion Kondensatwasser zur Wand befördert habe. Die "Triefnasen" sind nach der Endoskop-Aktion erstmalig aufgetaucht. Sonst ist "nur" der Putz feucht. Ein Messgerät zeigt 88 Digits an der Stelle bis hoch zu 100 ganz im Eck.



    EDIT: Das Drohnenbild ist noch vom Sommer bevor die Bitumenbahn aufgeschweißt wurde.

  • Da müsste schon eine Menge Kondensat zusammenkommen, und dann noch die scharfen Konturen, für mich ist das nicht stimmig.


    Warten wir mal ab was noch an Einschätzungen kommt.

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  • Ein Messgerät zeigt 88 Digits an der Stelle bis hoch zu 100 ganz im Eck.

    Hochfrequenzmessungen funktionieren an / bei / mit Stahlbeton wegen dessen fehlender Homogenität und der Stahleinschlüsse nicht.


    Wenn die Stahlbetondecke nicht oberhalb der Verglasung thermisch getrennt ist, ist diese Innendämmung noch lachhafter als an sich schon. Das ist doch bauphysikalisch kompletter Nonsens. Wer denkt sich sowas aus? Die Innenecken dürften allein schon als geometrische Wärmebrücken ein Riesenproblem haben.


    Natürlich muss die Konstruktion wärmegedämmt werden. Eine geeignete und nur teure (nicht sündhaft teuere) Innendämmung aus Kalziumsilikat sollte erwogen werden. In zwei Extremfällen habe ich schon 'mal mit Vakuumdämmungen gearbeitet: Sobald die Fläche größer als 3 oder 4 m2 ist, will die niemand bezahlen ... Weshalb hat man das Ding nicht aus Leichtbeton gebaut? Funktionierende Beispiele gibt es - und dann am besten gleich als WU-Konstruktion! Das wäre es gewesen! So ... naja

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Oben drauf zu dämmen halte ich ebenfalls nicht für einfach, wenn ich mir den dünnen Randabschluß anschaue.

    Alfons Fischer : Was wäre Deine These? Kondensat oder Undichtigkeit?

    Ich hätte auf ersteres getippt.


    Aber eine Idee, wie man das lösen könnte...

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Hochfrequenzmessungen funktionieren an / bei / mit Stahlbeton wegen dessen fehlender Homogenität und der Stahleinschlüsse nicht.

    Danke für die Aufklärung - es beruhigt mich ein wenig wenn ich den Wert nicht für voll nehmen kann.


    Wenn die Stahlbetondecke nicht oberhalb der Verglasung thermisch getrennt ist, ist diese Innendämmung noch lachhafter als an sich schon. Das ist doch bauphysikalisch kompletter Nonsens. Wer denkt sich sowas aus?

    Ein lokales Architekturbüro in Zusammenarbeit mit einer lokalen Baufirma. Die Baufirma ist groß, daher hatten wir darauf vertraut, dass die Renovierungsarbeiten auch qualitativ hochwertig ausgeführt worden sind. Meine Frau steht auf Sichtbeton und ich kannte mich bisher nur mit Autos aus. Aber man lernt ja dazu im Leben....leider manchmal unter Schmerzen.


    Von einer thermischen Trennung der Verglasung kann ich nichts erkennen. Nach Kalziumsilikat werde ich gleich mal Ausschau halten. Wer wäre der richtige Handwerker für die Anbringung einer solchen Dämmung?

  • Wenn ich mir deine Bilder anschaue, dann sehe ich auf dem Dach sichtbare abgetrocknete Pfützen(das haben die anderen

    hier ja auch schon bemerkt). Die Feuchtigkeit ist laut deinem Bild ja links neben der Eingangstür?

    Genau an dieser Stelle sieht man aber auch von außen sichtbare dunkler Ablaufspuren am Beton unterhalb

    der Blechverkleidung.

    Läuft das Wasser vom Dach herunter, weil es sich da aufstaut(siehe Bilder), oder läuft dies

    unterhalb der Blechverkleidung heraus?

    Ansonsten haben ja die Kollegen dazu schon einiges geschrieben bezüglich Kondensat und Dämmung.

    Besteht das Problem nur in den kalten Monaten, oder auch im Sommer?

    Ansonsten sollte man die Messgeräte laut Herstellervorschrift benutzen, da hier sonst

    Fehlinterpretationen möglich sind(auch hier hatte ja Skeptiker etwas geschrieben).

    Verschiedene Untergründe und die Nähe zu Ecken oder der Hand spielen hier jeweils

    eine große Rolle.


    LG Oliver

  • aktuell ist es draußen so kalt, wie schon längere Zeit nicht mehr...


    die Ablaufspuren können auch von Kondensat kommen.

    eine Innendämmung, gerade bei Stahlbetonbauweise, ist ein ehrgeiziges Unterfangen. Dann noch Deckenspots, also Einbauspots in einer nur 30mm starken Dämmung?


    Ich befürchte, hier wird man sich erst mal die Planung ansehen müssen, um hieraus die weitere Vorgehensweise abzuleiten.

  • Es ist tatsächlich so, dass das Gefälle zum Dachgully (der auf dem Carport ist) unzureichend ausgebildet ist und sich da hinten eine Pfütze bildet. Das Dach ist im Herbst mit 2 Lagen Bitumen versehen worden. Der Zimmermann der das Dach abgedichtet hat ist sich aber 100%ig sicher, dass das dicht ist. Wie könnte ich das Gegenteil beweisen?

    In dem du bei trockenem Wetter die Fläche kontrolliert flutest. Den Bereich mit Folie/Sandsäcke eingrenzen und dann Wasser drauf geben.

  • Hallo zusammen,


    erstmal vielen Dank an jeden der sich hier Zeit nimmt zu antworten. Da ich das Vertrauen in die lokalen Handwerker etwas verloren habe ist das mehr als wertvoll!


    Heule : Zu den Pfützen: Ja das Gefälle ist nicht richtig ausgebildet. Auch ist das Entwässerungskonzept fragwürdig (komplette Norddachhälfte mit 5x8m wird auf das Flachdach geleitet und geht über einen 70er Dachgully in die Abwasserleitung). Die dunklen Ablaufspuren im Beton kommen vermutlich daher. Oder weil der Beton 4Jahre lang ohne Abdichtung von oben dem Regen ausgesetzt war. Inzwischen ist eine 2-lagige Bitumen-Abdichtung drauf - zeitgleich kam die Attikaabdeckung dazu.


    Die feuchten Stellen sind nur im Winter zu sehen. Auf der Seite des Türscharniers ist es am schlimmsten, auf der Gegenüberliegenden Seite (Richtung Carport) sind aber auch schon dunkle Spuren zu sehen. (Bild im Anhang).


    Ich fasse zusammen:


    1. der ganze Anbau ist bauphysikalischer Murks

    2. Empfohlen wird eine Innendämmung in Form von Kalziumsilikatplatten. Die geringere Dämmfähigkeit wird durch die Feuchteregulierung kompensiert.

    3. Dämmung auf dem Dach in Form von XPS-Dämmung oder ähnliches hat noch niemand empfohlen - warum eigentlich nicht?


    Viele Grüße

    Jörg

  • Ich befürchte, hier wird man sich erst mal die Planung ansehen müssen, um hieraus die weitere Vorgehensweise abzuleiten.

    Und wenn keine Planung vorhanden ist? Es gibt nur die Zeichnung des Architekten und viele Rechnungen. Das Haus ging über eine Treuhand (Erbenverwalter) an uns, kein Kontakt zum Vorbesitzer.

  • Joerg1978 langsam langsam, das war jetzt selektives Lesen Deinerseits. Bin gerade unterwegs und antworte später ausführlicher ( Zitieren ist anstrengend an Handy)

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  • Dämmung auf dem Dach in Form von XPS-Dämmung oder ähnliches hat noch niemand empfohlen - warum eigentlich nicht?

    weil ich nicht gern was zur Behebung empfehle, ohne die Ursache zu kennen.



    Und wenn keine Planung vorhanden ist? Es gibt nur die Zeichnung des Architekten und viele Rechnungen.

    Zeichnungen sind doch schon mal ganz gut. Was sagen die zur Innendämmung aus? Insbesondere die Details sind nicht uninteressant...

  • So langsam kommen wir dem Problem etwas näher.

    Feuchtigkeit nur in den kälteren Zeiten und im Bereich

    der Eingangstüre.

    Werden im Eingangsbereich Kleider und Schuhe

    im Winter nass oder feucht abgestellt?
    Gibt es im Eingang eine Heizung?

    Klingt für mich jetzt erstmal nach Wärmebrücken

    und Taupunktunterschreitung sowie Kondensatbildung.

    Um das genauer zu untersuchen, solltest du dir einen

    Fachmann nach Hause holen.

    Danach weißt du ganz genau wo dein Problem oder

    die Probleme liegen.


    LG Oliver

  • Alfons Fischer : Das ist alles was ich vom EG habe. Ich habe die Architektin aber nochmal angeschrieben ob es noch Unterlagen zum Dämmkonzept gibt.


    Heule : Heizung hier in rot eingezeichnet - die heizt auch volle Hütte. Der Flur bleibt dennoch ziemlich kalt. Mit dem offenen Treppenhaus geht ein Großteil der Wärme nach oben. Kleider sind auch im vorderen Bereich, das ist richtig.


    Welchen Fachmann empfielst Du mir denn? Ich hab schon unter "Bauphysiker" gesucht aber keine vernünftigen Treffer in der Umgebung gefunden....

  • X/


    wirklich?


    Danach wurde gebaut? War die Dame nicht mit der Erstellung irgendwelcher Ausführungsplanung beauftragt?

    Nach der Honorarberechnung i.H.v. 21t€ netto hat sich der damalige Bauherr von der Architektin getrennt und die Gewerke selbstständig in Auftrag gegeben.


    Aber nach irgendwelchen Plänen muss die Baufirma ja die Schalung hingestellt haben. Und die hab ich jetzt nochmal angefragt. Sorry, mehr hab ich nicht....