Abrechnung von Parkett nach VOB/C (DIN 18356)

  • Bei einer Aufmaßprüfung fiel auf, dass das Aufmaß eines Parkettlegers bei mehreren unterschiedlich geschnittenen, aber gleich großen Wohnungen immer um ziemlich genau 3,0 Prozent je WE abweicht, immer nach oben. Der Parkettlager erklärt auf Nachfrage zu dieser Auffälligkeit, dass nach VOB/C immer auf den Rohbau abgerechnet werde und bei Trockenbauwänden auf das Ständerwerk.


    Bei Prüfung des relevanten Teils der VOB/C, der DIN 18 356 zeigt sich, dass in dieser tatsächlich geregelt ist:

    Uuups, so hat noch niemand mit mir abegerechnet, aber (*1) ist eindeutig - jedenfalls soweit es um verputzte Bauteile geht. Wieder 'was gelernt.


    Aber wie steht es mit Trockenbau-Vorsatzschalen und Trockenbau-Wänden (*2) ? Und welche Bauteilschicht wird dann als Bezugsebene für das Maß genommen? Gilt die Hinterkante der äußersten Lage oder die Oberfläche der untersten Lage oder die Außenkante Ständerwerk oder was?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Skeptiker

    Hat den Titel des Themas von „Abrechnung Parkett VOB/C“ zu „Abrechnung von Parkett nach VOB/C (DIN 18356)“ geändert.
  • Die Regelung ist zwar bekannt, aber angewendet hat die bei mir auch noch niemand ;)


    Ein anderes Beispiel ist das nachträgliche einputzen von Öffnungen.

    Die meisten rechnen nach Variante 1 ab obwohl Variante 2 richtig wäre. Wenn die Öffnung dann noch < 2,50 m² ist, kommt einiges mehr raus.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Die gleiche Regelung gilt auch bei vielen anderen Ausbauarbeiten.


    Hintergrund ist die Regelung aus der DIN 18299 wonach die Leistung vorrangig aus Zeichnungen zu ermitteln ist und da i.d.R. nur die Rohbaumaße angeben werden.


    Daraus abgeleitet würde ich für Trockenbauwände und Vorsatzschalen die fertig bekleidete Wand als Grundlage sehen.

    Der Sonderfall des unterschnittenen Sockels wurde ja ausdrücklich erwähnt.

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    5.Mose 27:18

  • Noch ein schönes Beispiel ist in Nr. 5.1.4 DIN 18451 Gerüstarbeiten zu finden, sobald die Rüstung nicht NUR für die Fassadenarbeiten erstellt wurde, sondern auch das Dach bearbeitet wird.


    Da kann man sich dann schnell mal um 1-2 m Höhe bei der eingerüsteten Fläche streiten.

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    5.Mose 27:18

  • Noch ein schönes Beispiel ist in Nr. 5.1.4 DIN 18451 Gerüstarbeiten zu finden, sobald die Rüstung nicht NUR für die Fassadenarbeiten erstellt wurde, sondern auch das Dach bearbeitet wird.


    Da kann man sich dann schnell mal um 1-2 m Höhe bei der eingerüsteten Fläche streiten.

    JA, ist es dann ein Schutzgerüst oder ein Arbeitsgerüst? :D

    :lach: Leute, kennt Ihr Quarantäne-Kaffee? Der ist wie normaler Kaffee aber mit Vodka drin und ohne Kaffee. :D

  • Wir haben uns mit dem Parkettleger recht pragmatisch geeignet: Da der Ansatz bezüglich der Massivwände korrekt ist, bezüglich der GK-Wände und Vorsatzschalen aber ziemlich sicher unberechtigt, bekommt er die Hälfte der Massendifferenz und wir sparen uns die detaillierte Nachprüfung, da es sich pro Etage nur um 150 € handelt. Und dann trinken wir ein :bier: und der Bauherr freut sich auch, weil er bei 5 Geschossen knappe 500 € weniger gezahlt hat, als erst erwartet.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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