Wieso werden so viele EFH ohne Architekten gebaut?

  • Hallo Liebes Forum,


    das ist mein erster Beitrag, bin aber schon seit wenigen Wochen dabei.

    Bei mir steht in 2-3 Jahren der Neubau an. Grundstück ist schon vorhanden und von Freunden und Bekannten bekam ich schon häufiger den Tipp, dass man gar nicht früh genug damit beginnen kann, sich in die Materie einzuarbeiten.


    Nun ist es aber so, dass ich mehrere Neubauten bereits aus nächster Näge beobachten konnte.

    Drei Neubauten in der Straße und ein paar Arbeitskollegen haben in den letzten 4 Jahren gebaut.


    Bei fast allen ist irgendetwas gröberes schief gelaufen. Keller auch nach Jahren noch feucht, Kachelofen so überdimensioniert, dass man es im Raum kaum aushält, wenn angeschürt ist, Im Obergeschoss maximal 19 Grad Celcius, weil irgendwas mit LWWP und oder Planung schief gelaufen ist, etc.


    Mittlerweile bin ich soweit, dass ich mir denke, dass das als Laie doch überhaupt nicht möglich ist alles zu durchblicken.

    Sich blind auf die ausführenden Gewerke zu verlassen halte ich mittlerweile auch für einigermaßen fahrlässig.

    Und jetzt war mein Vater sogar 20 Jahre Mauerer und der Bruder ist Elektroniker (hat schon sehr oft auf dem Bau geholfen) und der Schwiegervater Fließenleger, also alle haben Bauerfahrung.

    Aber auch die sagen "Lieber ordentlich planen lassen, das trauen wir uns nicht zu".


    Wieso bauen dann so viele Leute ohne Architekt? Ist ein Architekt so "teuer", als dass er es nicht wert wäre, diese ganzen Planungsfehler zu vermeiden?

    (Kann das ein Architekt überhaupt?!)


    Machen es viele, weil es früher auch so war?

    Damals gab es ja bei weitem noch nicht so viele technische Möglichkeiten und Dinge, über die man sich den Kopf zerbrechen musste (so zumindest mein Vater)


    Besten Dank für den Austausch!

  • Wieso bauen dann so viele Leute ohne Architekt?

    Keine Ahnung. Vermutlich weil jeder bauen kann aber nicht jeder kann einen Kühlschrank oder Fernseher bauen. Deshalb muss man da viel mehr vergleichen ;)


    Eine gute und unabhängige Planung ist Gold wert. Leider gibt es auch bei den Planern nicht nur Sonnenschein.

    _____________________


    Im übrigen sollte man im Leben mindestens 3 Häuser bauen.

    Das erste für einen Feind, das zweite für einen Freund und frühestens das dritte für sich selbst.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Weil der Verband der Hausbaufirmen vor Jahr(zehnt)en sehr gut und erfolgreich Werbung gemacht hat gegen Architektenbauten im EFH-Bereich und die Kammern erst in den letzten Jahren in der Richtung Öffentlichkeitsarbeit machen.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Tatsächlich denke ich, dass viele denken (zum Teil...nur zum teil!) zu Recht, dass das Bauen mit Architekt teuer ist.


    Fangen wir also bei diesem zentralen Thema (Preis/ Kosten) an. Wer Kosten um jeden Preis senken will, wird beim Franchiser (StadtLandFluss & Co.) idR die weniger kostenintensive Lösung erhalten. Da wird ein Standardgrundriss, passend für ein ebenes Grundstück auf selbiges geklatscht und danach von Nachunternehmern hochgezogen. Meines Wissens haben viele sogar eine recht ordentliche Werkplanung. Reicht einem das, dann kann das tatsächlich, so schlimm ich es finde, die richtige Lösung sein. Etwas teurer wird es dann beim GU/ GÜ oder eben Architekten, die versuchen, je nach ihren Möglichkeiten und Engagement, eine individuelle Lösung zu konzipieren.


    Hier wird mE die Lösung mit Architekt oder zumindest eine Hybridlösung (Planung Architekt; Ausführung GU). Die Kosten sollten hier in etwa gleich sein. Von GU-Seite hörte ich früher immer das Argument "...das hohe Architektenhonorar fällt bei uns natürlich nicht an, da sparen Sie echt was...." . Das ist natürlich Humbug, denn meines Wissens arbeiten auch die GU/ GÜ nicht für Gottes Lohn, sondern mit einer gewissen Gewinnerwartungsabsicht. Da heißt es dann eben nicht "Honorar", sondern einfach "Gewinn".


    Die Aufteilung Planung - Ausführung kann Sinn machen (es gibt so einige Kollegen, die sich eher ungern auf der Baustelle blicken lassen), andererseits ist es natürlich eher bequem irgendwas zu planen, wenn man es später nicht selber umsetzen muss (ich spreche da aus Erfahrung! Habe gerade so einen Fall...furchtbar...egal...ich schweife ab).


    Sollte das Grundstück etwas herausfordernd sein (Zuschnitt, Topographie, Umfeld,...), so ist der Gang zum Architekten ganz sicher die klügere Wahl. Auch wenn man etwas wert auf Design, auf Gestaltung, Entwurf, Erscheinungsbild usw. wert legt, ist der Architekt dem GU vorzuziehen. Zumindest meistens.


    Geht es beim Haus darum ein dichtes Dach über dem Kopf zu bekommen und sind die Ansprüche an Gestaltung und klugen Grundrisslösungen eher nachrangig, kann auch eine GU/ GÜ oder sogar eine Franchiser-Lösung die richtige Wahl sein. Dann aber sollte man sich wenigstens eine externe Bauqualitätsüberwachung gönnen.

  • Wieso bauen dann so viele Leute ohne Architekt?

    Bauen "ohne Architekt" bedeutet noch nicht, dass man ganz ohne Planung baut. Wer sich ein Haus von irgendeinem Fertiganbieter auf´s Grundstück stellen lässt, geht meist ein geringeres Risiko ein, als jemand der sich einen Stempelaugust holt, und dann in Eigenvergabe weiter werkelt.


    Was bedeutet dann "bauen mit Architekt"? LPH1-4? oder LPH1-9? Rundum-Sorglos Paket? oder Sparvariante?


    Das größte Problem besteht wohl darin, dass viele Bauherren einen Architekten "beauftragen" und nicht wirklich wissen, was sie beauftragt haben. Nicht selten wird behauptet, dass man ja einen Architekten hat, und dabei wurde nur bis zur Genehmigungsplanung vereinbart. Gibt es Probleme bei der Bauausführung, dann wird auf den Architekten verwiesen, doch der hat damit oftmals gar nichts zu tun (da nicht beauftragt).

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  • Von GU-Seite hörte ich früher immer das Argument "...das hohe Architektenhonorar fällt bei uns natürlich nicht an, da sparen Sie echt was...." . Das ist natürlich Humbug, denn meines Wissens arbeiten auch die GU/ GÜ nicht für Gottes Lohn, sondern mit einer gewissen Gewinnerwartungsabsicht.

    Was beim GU tatsächlich nicht anfällt, ist das Honorar ab LP 6. Kein GU, den ich kenne, schreibt aus. Außerdem ist (meistens) die Kostensicherheit höher, zumindest, wenn es regional ansässige GU sind. Die leben anders als die Franchiser zum großen Teil von Mundpropaganda, sprich Weiterempfehlungen, und können sich große Ausrutscher gar nicht leisten.


    Ansonsten volle Zustimmung.


    (Ich bin zwar kein Architekt, arbeite aber übrigens ganz gerne mit diesem Modell. Alle LP incl. Tragwerksplanung könnte ich gar nicht in guter Qualität erbringen.)

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • ..Planungsfehler ..vermeiden?

    (Kann das ein Architekt überhaupt?!)

    Die Frage ist nicht Architekt oder kein Architekt sondern Guter Architekt oder jeder andere Zeichnungsberechtigte.

    Nach der langjährigen Erfahrung im Netz gibt es einen Großteil an Architekten, die auch nicht besser oder sogar schlechter sind als die Bauzeichner. Ich weiß gar nicht, wie oft ich den Satz "Mit dem Entwurf vom Architekten sind wir unzufrieden" schon gelesen habe und dies untermauert wurde mit katastrophalen Entwürfen und Planungen.

    Dazu kommt die finanzielle Unsicherheit. Ich glaube, ich habe noch nie eine realistische Budgeteinschätzung eines Architekten gesehen. Sie sind immer viel zu niedrig. Beim Bauen kommt dann das Erwachen. Aber das interessiert den Archi wenig. Der Bauher steht blöd da und muss nachfinanzieren. Die GUs bieten alles aus einer Hand zum Festpreis und oft verhältnismäßig günstig - da schläft der Bauherr ruhiger. Solange das Haus von der Stange auf das Grundstück passt, gibt es wenig Grund, sich einen Architekten zu nehmen.


    Sicher gibt es auch tolle Archis, die echt ihr Geld wert sind. Aber finde mal einen!

    VG! Katja

  • Die GUs bieten alles aus einer Hand zum Festpreis und oft verhältnismäßig günstig -

    Ja - und wenn sie sich verkalkuliert haben, dann wird an der Qualität von Ausführung und Material (noch mehr als üblich) gespart. Oder wasmeinst Du, woher Sendungen wie Die Bauretter kommen?

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Das Verkalkulieren passiert durchaus beiden.

    Hatte kürzlich so ein Bauwerk, wo sich ein Franchiser verkalkuliert hat, kerne dafür einen Architekten, der nahezu immer kostentechnisch trifft.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Ein weiterer Punkte der gerne vernachlässigt wird, "wie sieht es mit der Bauüberwachung aus?"


    Wer überwacht den Bauablauf im Sinne des Kunden? Wird nur zur Abnahme externer Sachverstand hinzugezogen, dann ist das zwar besser als nichts, aber was soll der Fachmann dann noch beurteilen? Die meisten kritischen Stellen sind dann schon längst unter Putz oder Tapeten verschwunden.

    Hat man die Möglichkeit den Bauablauf durch einen eigenen SV überwachen zu lassen, dann gibt es das auch nicht gratis.


    Man muss also aufpassen, dass ein niedriger Preis nicht nur durch weniger Leistungen oder Leistungsumfang verursacht wird. Für einen Vergleich müssen auch die Leistungen vergleichbar sein, und zwar nicht nur m² oder Anzahl der Steckdosen, sondern auch Planungs- und Überwachungsaufgaben.

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  • Dazu kommt die finanzielle Unsicherheit.

    Das stimmt natürlich....

    Zitat

    Ich glaube, ich habe noch nie eine realistische Budgeteinschätzung eines Architekten gesehen. Sie sind immer viel zu niedrig.

    Siehst Du...alles eine Sache der Wahrnehmung. Bei mir ist es genau umgekehrt. Meine Kostenschätzungen sind -natürlich- auch von einer gewissen Unsicherheit betroffen, liegen aber in der Regel immer recht gut. Tatsächlich sind bei mir schon einige Kunden / Bauherrn abgesprungen, als ich denen "meine Kostenschätzung" präsentiert hatte. Was....so teuer...? Das macht XY aber (bestimmt ) billiger.


    Echte Kostenmehrungen kommen zumeist durch zusätzliche Wünsche (vorher Laminat, jetzt dann doch lieber Parkett...kostet natürlich mehr, wird aber als "Fehlkakulation" wahrgenommen.)

  • Aktuell wieder im grünen Forum einen Beitrag dazu gelesen:

    Architekt : Extrem Große Unterschiede vom Bauplan-Preis zur Kostenplanung


    Das ist nur ein zufällig raus gepicktes Beispiel - ähnliche hatten wir hundertfach im Orangeforum. Natürlich sieht man hier ja immer gerade die Problemfälle - wer keine Probleme hat braucht auch keinen Rat. Und natürlich gibt es genauso viele Probleme mit GUs und Fertighausanbietern.


    Ich glaube, meine persönliche Enttäuschung bei den Archis rührt vor allem daher, dass sie eigentlich den Mercedes von der Gruppe darstellen sollten. Leider bekommt man oft nur nen Lada untergejubelt oder gar kompletten Schrott zu überhöhten Preisen.

    VG! Katja

  • grünen Forum

    :lach::rb:<x


    Da hat jemand ohne echte Info einzuholen einen Planer beauftragt und will dem jetzt die eigenen Versäumnisse anhängen. Klar, im Grünen findet er viel Klakeure.

    meine persönliche Enttäuschung

    rührt also auch von aus Uninfomiertheit und überzogenen Erwartungen (Lada vs. Mercedes) Aber immer schön "die Architekten" bashen :wall:

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Leider bekommt man oft nur nen Lada untergejubelt oder gar kompletten Schrott zu überhöhten Preisen.

    Das kann passieren, ich bezweifle jedoch, dass es sich dabei um die Mehrzahl handelt.


    Wie ich oben schon geschrieben habe, gibt es oft Missverständnisse, was beauftragt wurde und was man dafür an Leistung bekommt. Viele Bauherren, vermutlich die Mehrzahl, "kaufen" ein Haus wie ein Auto, Waschmaschine oder einen teuren Fernseher. Verständlicherweise kennen sich die meisten mit Bauthemen nicht aus, also versucht man sich zu informieren, vor dem Autokauf schaut man sich ja auch Prospekte an, liest Datenblätter oder macht sogar eine Probefahrt. Letzteres funktioniert bei einem Haus nur bedingt (Referenzobjekte, Vorführhäuser).


    Natürlich ist es wichtig, dass man sich informiert, aber noch viel wichtiger wäre eine klare Kommunikation. Dabei ist es egal ob es sich um einen Fertighausanbieter handelt oder einen Architekten. Eine klare Kommunikation bei den Verhandlungen, und dann klare schriftliche Vereinbarungen, sind das "Geheimrezept" für ein erfolgreiches Bauvorhaben. Kann ich das als Bauherr nicht selbst bewerkstelligen, dann muss ich mir Hilfe holen. Dazu gehört auch, sollte etwas besonders günstig erscheinen, dann muss man hellhörig werden und doppelt und dreifach nachhaken. Sobald es um Geld geht ist immer Vorsicht geboten.

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  • Natürlich ist es wichtig, dass man sich informiert, aber noch viel wichtiger wäre eine klare Kommunikation.


    Ich würde mich mal als nicht ganz unerfahren Laien bezeichnen. Haben kürzlich 2 Angebote eingeholt. Eines von einem Projektplaner für ein größeres Bauvorhaben.

    Der hat den m²-Preis für eine fertige Wohnung (schlüsselfertig) mit 1250,-€ beziffert. Ehrlich, selbst wenn ich alles vom billigsten nehme und nur Rumänen auf der Baustelle rumpfuschen, das kann nicht gehen. Das weiß der doch auch - kann mir niemand erzählen. Der wollte unbedingt den Auftrag, denke ich. Was mit dem Budget hinten raus wird, war ihm wohl egal.


    Der 2. plant einen Umbau. Der ist sehr nett und hat nur die Planungsaufgaben + Unterlagen. Wir haben klar kommuniziert, dass wir LP 1-5 wollen. Er bietet nur 1-4 an, was natürlich nur ein Bruchteil der Kosten ist, da die 5 bei uns der größte Aufwand ist. Ich frag ihn, was mit 5 ist. Die Antwort: Er hat es erstmal nicht mit angeboten, um uns nicht zu erschrecken. Er hatte Angst, dass wir es dann nicht machen. Als unerfahrener Erstbauer hätte ich mich aber schön gewundert, wenn es dann konkret würde.


    Offenbar ist klare Kommunikation seitens der Profis gar nicht erwünscht bzw. nicht usus, da man sonst weniger Aufträge hätte.

    VG! Katja

  • Das kann passieren, ich bezweifle jedoch, dass es sich dabei um die Mehrzahl handelt.

    Nein, wie gesagt, eher die Minderheit, da man ja nur die Problemfälle erfährt.

    Dem entgegen muss ich auch sagen, dass die schönsten Projekte von freien Architekten waren. Das ist natürlich die andere Seite der Medaille. Wenn es richtig schön werden soll, dann brauchts auch ein bissl Künstler. :)

    VG! Katja

  • Ich glaube, man geht deswegen eher zu den Hausbaufirmen (egal ob GU/GÜ oder wie sie sich sonst nennen), weil man einen schönen Prospekt hat, mit einem Musterhaus und einem Preisschild dran. Das hat der Architekt nicht (warum denn nicht?). Diese Musterhäuser sind meist von Architekten geplant und durch gerechnet und wenn man sie so baut durchaus auch OK. Der örtliche GU/GÜ hat seine Firmen mit denen er zusammen arbeitet und weil er immer mit den gleichen Vorgaben daher kommt und er ihnen immer Aufträge garantiert und sie somit immer Arbeit mit ihm haben, machen die ihm einen Festpreis und damit kann er kalkulieren und kann so seine Preise halten. Das funktioniert aber nur mit dem Musterhaus, so wie dieses im Katalog steht.


    Leider aber will fast keiner das Musterhaus haben, so wie es im Katalog steht, obwohl die oft vernünftig geschnitten sind. Baut man, will man unbedingt seine persönliche Note noch rein bringen. Schiebt eine Wand da und dort und schon funktioniert die berechnete Statik nicht mehr und auch die Standard-Ausstattung passt nicht mehr und die Handwerker können ihre Festpreise nicht mehr halten.


    Was also macht der GU/GÜ? Entweder er haut kräftig Extras drauf, dann wird der Bau teurer als im Katalog und am Ende wird der Bau doch nicht günstiger als beim Architekten, aber man bildet es sich trotzdem ein, weil der Lockpreis so niedrig war. Dann brüstet man sich überall damit, dass man günstiger gebaut hat als mit Architekt, obwohl das gar nicht stimmt.


    Oder er spart überall etwas ein, alles billich, alles gepfuscht, irgend wie die Erwartungen im nicht passenden Korsett hinein gequetscht, Hauptsache er kommt mit der Kohle zurecht, die vereinbart wurde und nichts an seinem Gewinn angetastet wird. Oder eine Kombination von oben und diesem Absatz. Dann kommen die Probleme, die man hier im Forum lesen kann und man hat bis zum eigenen Ableben ständig Ärger mit dem Haus. Und dann schimpft man auf alle, die mit dem Bau zu tun haben, auch auf die Architekten, obwohl die nix damit zu tun haben.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Leider aber will fast keiner das Musterhaus haben, so wie es im Katalog steht, ...

    Hier hat kein GU mehr einen Katalog, nur noch Beispiele gebauter Häuser. Kataloge werden eher bei den großen Franchisern vorzufinden sein.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Ich glaube, man geht deswegen eher zu den Hausbaufirmen (egal ob GU/GÜ oder wie sie sich sonst nennen), weil man einen schönen Prospekt hat, mit einem Musterhaus und einem Preisschild dran. Das hat der Architekt nicht (warum denn nicht?).

    Ja warum habe ich eigentlich nicht ein oder zwei Musterhäuser herumstehen, durch die ich interessierte Kunden führen kann? Eine mögliche Antwort könnte sein, dass es mir am nötigen Kleingeld fehlt ein oder zwei Häuser (nebst Grundstück) einfach als "Werbung" in die Landschaft stellen zu können.


    Natürlich haben wir "Musterhäuser". Nämlich, die Häuser, die wir geplant haben. Aber da kann man natürlich auch nicht ernsthaft alle Nase lang Jemanden hinschicken. Letztendlich leben wir was die Aufträge anbelangt von Empfehlungen oder eben von den Gebäuden, die jedermann von der Straße aus sehen kann.

  • Mit Katalog meine ich Webseite. Wer hat schon heutezutage Papier... :lach:


    Mit Musterhaus meine ich kein gebautes Haus (ich kenne keinen GU/GÜ mit einem Musterhaus, außer die großen Franchiseunternehmer), sondern ein Standardentwurf, den man anspruchslosen Kunden präsentieren kann, zu einem kontrollierbaren Preis. Wer hat heute schon echte Musterhäuser, in Zeiten der Digitalisierung... :lol:

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Das sind doch alles Musterhäuser der großen Häuslebauer, oder? Welcher der vielen GU/GÜ hat denn wirklich selber solche? Was nützen mir die Musterhäuser eines der großen Anbieter, wenn ich mit GU/GU Mustermann aus meinem Dorf bauen will? Dann kann ich ja auch solche Musterhäuser ansehen, wenn ich mit Architekt bauen will.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Um auf die Frage nochmal einzugehen.


    Warum bauen viele ohne Architekt?


    1. Sie sind Meister in allen nötigen Fachwerken und kennen somit jegliche DIN`S und Regeln ect ect.

    2. Sie haben schon öfters gebaut (mit/ohne Architekt)

    3. Sie bauen so wie sie es wollen ohne die Fehler zu sehen und machen sich aus diesen dann auch nichts.

    4. Sie sehen die Fehler und sind pedantisch dabei diese auszumerzen, und trauen sich Ihre Stimmen gegen Fachleute zu erheben die es besser wissen müssten.

    5. Sie würden evt gerne mit Archtekt bauen, haben es aber nie mitgeteilt bekommen, das es mit Architekt problemloser laufen kann.(Kennen keinen, vertrauen keinem, wissen nicht was der alles für sie machen kann.

    6. Es fehlt schlicht am Budget.


    Die Liste kann man noch länger machen.

    Aber grundlegend sich einfach folgende Dinge.


    Baust du ohne Architekt, so musst du mit deinem nicht vorhandenen Erfahrungsschatz im Bau, alles absegnen solltest was dir vorgelegt wird. Tust du das nicht, bist du der Buhmann und solltest wissen wie du mit deinem Auftragnehmer das lösen willst. Ohne jedem Gewerk mit einem Anwalt zu drohen....

    Man braucht Standhaftigkeit, denn wenn dir ein Gewerk eine Änderung vorschlägt, sollte dir alsbald einfallen was für konsequenzen das für die Anderen gewerke hat und ob es dafür nicht schon zu spät ist.

    UNd zu guter Letzt, du bist dafür verantwortlich wenn du deine Gewerke von Dannen ziehen lässt obwohl es nicht das ist, was du wolltest.

    :lach: Leute, kennt Ihr Quarantäne-Kaffee? Der ist wie normaler Kaffee aber mit Vodka drin und ohne Kaffee. :D

  • Wie soll ein Laie unterscheiden zwischen einem guten und einem schlechten Fachmann, geht auch nicht bei Zahnärzten, Rechtsanwälten oder Goldschmieden.

    Um das beurteilen zu können, müsste man selber schon Fachmann sein und dann bräuchte man keinen Fachmann mehr!


    Wer seine Finanzierung schon auf Kante genäht hat sucht vielleicht ständig nach Einsparpotential und da liegt es nahe, Sachen die man nicht sieht, dürfen auch nichts kosten.


    Ich sage mal, ein Architekten Haus ist immer teurer als ein Kataloghaus, muss es ja, nicht nur weil die Ideen bezahlt werden, sondern die müssen auch noch umgesetzt werden, was zusätzlich Material und und Arbeitszeit verschlingt. Diesen Mehrpreis muss man bereit sein zu zahlen.


    Ich habe durch Zufall ein altes Architektenhaus gekauft, und ich staune heute noch, was damals auf dem Zeichenbrett entstanden ist. Da muss sich jemand

    Stunden/Tage/Wochen nur damit beschäftigt haben das Optimum aus jeder Hausecke rauszuholen.


    Leider gibt es wie in jeder Sparte auch jene, die sich selbst verwirklichen oder nur ein Denkmal setzen wollen und da kommen manchmal Ideen bei raus wo man nur noch mit dem Kopf schütteln kann! Vielleicht liegt hier auch die Angst an Spielereien zu geraten die in der Praxis nur unsinnig sind und nebenbei einen Haufen Geld kosten?

  • Ich sage mal, ein Architekten Haus ist immer teurer als ein Kataloghaus,

    So ein Blödsinn.

    Das GLEICHE Haus in GLEICHER Qualität und GLEICHER Lage ist nicht teurer oder billiger als ein "Fertig"haus.

    Wenn die billiger sind, dann liegt das an minderer Qualität oder Ausführung, ggf, auch beidem.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • So ein Blödsinn.

    Das GLEICHE Haus in GLEICHER Qualität und GLEICHER Lage ist nicht teurer oder billiger als ein "Fertig"haus.

    Naja...so ganz stimmt das nicht, Ralf. Wenn ich mir die "fertigen Pläne" ansehe, an denen bestenfalls nochmals der Nordpfeil gedreht wird und ein Fenster um 12,5cm nach links oder rechts verschoben wird, so ist hier der Planungsaufwand tatsächlich extrem gering. Einige (wir hatten hier im Forum unlängst den Fall...GU...Erhaltungssatzung/ kein Abriss möglich....Bauantrag abgelehnt....dämmert's? ;) ) sparen sich jedwede Planung. Mit der Folge (wie in dem Strang...müsste ihn raussuchen...naja..iss egal) oder es entsteht eben Haus Erika 125 (nur diesmal mit dunklen Dachziegeln...wow individuell....


    Diese Planungen (fertigen Plan auf Lageplan tackern, Staffagen dazu, Formulare fertig machen....1 - 2 Tage Arbeit = 16 x 100 EUR = 1.600 EUR + MwSt) unterscheiden sich natürlich sowohl qualitativ, aber eben auch finanziell von einer Architektenplanung. Diese liegt ja schon bei den LP 1 - 4 schnell mal bei 10.000 Euro. Bauleitung/ Bauüberwachung, Ausschreibung spart man auch (macht ja der GU!). Schon wieder 25.000 Euro gespart. Werkplanung braucht man nicht (soll der GU halt gucken wie er das Ganze hinbekommt. 100stel Planung reicht hier völlig. Der GU ist erfahren!). Wieder 10.000 Euro gespart. Und schon winken Einsparungen von ca. 40.000 Euro. O.K. gemindert durch den Gewinn des GU in Höhe von 60.000 Euro. Aber trotzdem gut gespart....oder?

  • Wenn die billiger sind, dann liegt das an minderer Qualität oder Ausführung, ggf, auch beidem


    Das würde ich so nicht unterschreiben, denn der Planungsaufwand muss ja auch vergütet werden. Bei den Gesamtkosten kann der Fertighausanbieter etwas anders kalkulieren, allein schon aufgrund anderer Abläufe und mehrerer Gebäude pro Jahr. Angestellte Architekten die für einen Hungerlohn arbeiten, Pläne die von irgendwelchen Mitarbeitern in Heimarbeit auf 450,- € Basis gepinselt werden, usw. Wenn der Anbieter nur ein Teil dieser Kostenvorteile in die eigene Tasche steckt bleibt auch noch was für den Käufer übrig.


    Ein freier Architekt muss da ganz anders kalkulieren, sonst fährt er sein Büro an die Wand.


    In meinen Augen ist die Frage nicht, ob man als Kunde etwas sparen kann, sondern in welchem Umfang man sparen kann. Das wird gerne überschätzt, und dann komm das zum Tragen was Du geschrieben hast, Qualität, Ausführung usw. Wenn bei einem EFH beispielsweise 30T€ an Einsparung im Raum stehen, dann ist das durch Kostenvorteile bei der Planung nicht zu erklären.


    Das ist doch bei den einzelnen Gewerken nicht viel anders. wer auf Maß handgefertigte Zimmertüren möchte, der muss tiefer in die Tasche greifen, als wenn er industriell gefertigte Türen in Normgrößen kauft. Bei Planungsaufgaben ist das ähnlich, eine Heizlastermittlung individuell ist für jemanden der das selten macht, viel umfangreicher als für jemanden der ständig damit zu tun hat. So eine Heizungsplanung für ein 08/15 Haus kann wenige Stunden dauern, oder mehrere Tage.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

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