Verlegung von großformatigen Keramikplatten auf der Terrasse

  • Hallo Expertenforum,


    wir haben vor ca. 4 Jahren von einem renommierten Gartenbauunternehmen großformatige 2cm starke Terassenplatten aus Keramik (Colosseo Grigioni der Firma L'altra Pietra) in der Größe 60cmx120cm in Splitt um unser ganzes Haus verlegen lassen. Die Verlegung wurde nach Verdichtung in Splitt ausgeführt. In den Übergängen wurden Fugenkreuze ohne Teller mit 3mm Fugenabstand eingebracht und das ganze mit feinem Splitt lose verfugt. Zwischenzeitlich haben sich viele Platten gesetzt, verschoben und fast alle Platten kippeln. Die Fugenkreuze haben sich an vielen Stellen nach oben herausgedrückt. Wir haben das natürlich reklammiert, und der Gartenbauer hat die Reklammation auch angenommen und wird nachbessern, in dem er die Platten, die nicht mehr sauber liegen selektiv nachverlegen will. Auf eine komplette Neuverlegung und Verwendung von Fugenkreuzen mit Tellern hat er sich bisher nicht eingelassen.


    Die eigentliche Frage ist aber verfugen oder nicht verfugen. Nach einigem hin und her schlägt er jetzt vor, die Platten mit VDW850 plus der Firma GftK zu verfugen.


    Sind Sie bitte so nett und teilen mir mit, wie Sie speziell das Thema verfugen handhaben würden. Und auch, sofern möglich, was das Verfugen ca. pro Quadrtatmeter kosten kann? Weil das macht er natürlich nicht umsonst und will 28.-€ plus MwSt pro Quadtratmeter dafür haben.


    Danke vorab für die Hilfe

  • Auf der Herstellerseite gibt es einen Prospekt zu dem Produkt. Es handelt sich nach meinem Verständnis um eine gebundene Fuge. Ihr Untergrund ist jedoch ungebunden und Ihre Platten sind nur 2 cm stark. Bei der Pflasterverlegung gibt es eine alte Regel, die sagt: "Gebundene Fuge nur bei gebundener Bauweise". D.h., dass das Pflaster dann im Mörtelbett gelegt wird. Dies, weil sich die gebundenen Fugen bei lose verlegtem Pflaster sonst zerstören können, je nach Verkehrsbelastung.

    Da Ihre Platten nur 2 cm stark sind und sich der Untergrund augenscheinlich in Bewegung befindet, weiß ich nicht, ob das halten wird. Wenn Sie sich dazu entschließen, würde ich den Verleger in die Pflicht nehmen und gesonderte Nachbesserungspflichten in einen Vertrag schreiben. Ggf. kann man auch den Hersteller der Fuge befragen, ob das Vorhaben Erfolg verspricht oder nicht. Schreiben Sie den doch einfach mal an und schildern, was gemacht werden soll. Wenn der Ihnen schriftlich gibt, dass das dauerhaft hält und er das auch gewährleistet, wunderbar. Wenn nicht....lassen Sie es. Das wäre meine Vorgehensweise.

    It doesn´t make sense to hire smart people and tell them what to do; we hire smart people so they can tell us what to do.

    Steve Jobs

  • weil sich die gebundenen Fugen bei lose verlegtem Pflaster sonst zerstören können,

    nicht nur können . sie tun es .

    weiß ich nicht, ob das halten wird

    ich weiss es , es wird nicht halten

    Ggf. kann man auch den Hersteller der Fuge befragen, ob das Vorhaben Erfolg verspricht oder nicht.

    man kann ..... die antwort kenne ich schon . erfolg kurzfristig passabel . längerfristig abnehmend bis 0. wobei längerfristig bei einigen monaten beginnt

    Wenn der Ihnen schriftlich gibt, dass das dauerhaft hält und er das auch gewährleistet, wunderbar.

    dieses wunder gibt es nicht ....


    ganz richtig ist feste fuge <-> gebundene bettung .

    und wasserdurchlässige fuge ist sowieso ein zweischneidiges schwert . ich würde das zeug nicht verarbeiten .



    und mal ganz persönliches , nicht angegriffen fühlen , auch wenn es so klingen mag :

    wenn man einem mmn unsinnigem trend folgt , muss man entweder gaaaaanz doll aufpassen ,

    bei der wahl des materials

    bei der wahl des verarbeiters

    wahl bettung/fuge .

    und und und.


    oder halt mit den trendbedingten nachteilen leben ....

    wie z.b. der verformung der für die grösse viel zu dünnen platten ......

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Danke nochmals für die Kommentare so weit!

    Wir sind jetzt in der Zwischenzeit mit dem Gartenbauer übereingekommen gebunden zu verlegen. Kostet natürlich nicht unerheblich, aber ist nun eben so. Wenn damit das Thema dann hoffentlich längerfristig behoben ist.


    Der Gartenbauer plant die Drainmörtelschicht mit Tubag Trass Compound auszuführen und dann die Platten zu kleben und zu verfugen.


    3 Fragen hätte ich noch dazu, um die ich Sie gerne um eine Antwort bitten möchte:


    1. GftK bietet für den Drain Mörtel deren Bettungscompund VDW480 an. Scheint allerdings deutlich teurer zu sein als Tubag Trass Compound. Mein Gartenbauer

    sagt, dass das vergleichbat ist. Ist das korrekt?

    2. Wie dick empfehlen Sie die Drainmörtelschicht?

    3. Ein Teil der Platten liegt über betonierten Gebäudeteilen (Balkonterasse & Garagenübergang). Ist es hier ausreichend die vorhandene Splittschicht mit einer 5-6cm dicken Drainmörtelschicht zu ergänzen? Oder muss hier der Drainmörtel bis auf den Betonuntergrund ergänzt werden und evtl. durch eine Drainmatte die Entwässerung sichergestellt werden?


    Kurze Rückmeldung dazu wäre echt super