Variables Darlehen fürs Grundstück und später bauen – mehr Sinn oder Gefahr?

  • Guten Abend zusammen,


    vor einer Weile hatte ich bereits ein Thema eröffnet wo ich um den Rat bzgl. des anstehenden Bauvorhabens gefragt hatte und viele Anregungen / Appellen zur Vorsicht von euch erhielt.

    Nun grübeln wir weiter, was eine gesunde Alternative werden könnte. Wir kamen auf die Idee, uns erstmal nur das GS zu sichern und in ein paar Jahren, wenn das Kind bereits nicht mehr so pflegebedürftig ist und ich evtl wieder ins Berufsleben voll einsteigen kann, uns mit dem Thema Hausbau zu beschäftigen.


    Anbei noch mal die aktuellen Eckdaten:


    GS-Preis: 162.00€ für 550m2 in Berliner Speckgürtel (im Vergleich ist es wirklich ein Schnäppchenpreis gerade 🙉😩)


    KNK: knapp unter 14.000€


    EK: 30.000€, allerdings würden wir davon nur die KNK bezahlen wollen, den Rest als Puffer lassen.

    Miete: 880€ warm


    Autokredit: 280€ / mntl noch 3-4 Jahre


    Netto-Gehalt Mann: 2730€ / mntl + 13 Gehalt. Vollzeit, unbefristet, jährliche Gehaltserhöhung 300-400€

    Netto - Gehalt Frau: 1800€ für TZ, aktuell im Mutterschutz, ab April 2021 ca. 1100€ Elterngeld + 200€ Kindergeld.


    Nebenbei ist mein Mann noch selbstständig was ihm ca. mind. 6000-10.000€ jährlich (brutto) als Zugewinn bringt.


    Unsere Überlegung ist es, ob es nicht sinnvoll wäre, uns das GS zum aktuell geringen Preis zu sichern? (ggf. durch variables Finanzieren) um in 2-3 Jahren zu bauen oder im worst case zu verkaufen? Der aktuelle Preis für das gleiche GS in diesem Wohngebiet liegt 2021 bei 182.000€ und im nächsten Jahr soll der um noch 20.000€ steigern.


    Was uns allerdings den Kopf macht, sind die folgenden Punkte:


    a) ob wir in 2-3-4 Jahren eine Bank finden, die uns Hausbau finanziert und das offene Kredit übernimmt? Denn in dieser Zeit schaffen Wir es definitiv nicht, das GS abzubezahlen. Nicht mal die Hälfte ist realistisch. Ich denke, es wären dann eher so 20-30%. Hausbau wird auch definitiv teurer...Auf der anderen Hand sehe ich aber die vermeintliche Wertsteigerung des Grundstücks und Erhöhung der Gehälter.


    Das zweite Kind ist nicht geplant :)


    b) Wenn wir uns für diesen Weg entscheiden sollten, wäre es wahrscheinlich am besten, das GS variabel zu finanzieren? Oder wie seht ihr das?

    c) ist das überhaupt stemmbar (jetzt auch seitens der Bank)? In dem Fall wäre mein Mann wahrscheinlich der einzige Darlehensnehmer, da ich bereits das Mutterschaftsgeld beziehe.


    Danke im Voraus für eure Erfahrungen/ Anregungen.


    VG😊

  • Genau so haben wir es auch gemacht. Grundstück mit variabler Finanzierung (monatlich. Kündbar) und dann das his mit 15jährigem Darlehen. Ob sich das bei euch rechnet, müsst ihr rechnen. Probleme sehe ich aber keine.

    Bedenkt aber die doppelten Kosten wegen der Grundschuld (beim Rechnen)


    Frage ist immer - steigen die Zinsen?

    Und wann wollt ihr bauen (warum warten??)

    Dann macht es nämlich vielleicht auch Sinn jetzt voll zu finanzieren und Nach 12 Monaten nur die vorfälligkeitszinsen zu zahlen.

  • sorry, aber in Niedrigzinszeiten macht das nur Sinn, wenn es wirklich das einzigartige Grundstück wäre und Ihr Euch das unbedingt sichern wollt, aber keinen Kredit für das gesamte Vorhaben bekommt und ihr auf die Art noch mehr EK ansparen wollt.

    Ansonsten vielleicht nur psychologisch sinnvoll, wenn man aber richtig kalkuliert, ist das einzig Sinnvolle, Grundstück kaufen und asap bauen, damit ihr aus der Miete kommt und diese zum Abzahlen mitbenutzen könnt. Die gesamte Bausumme wird nicht niedriger, wenn man zuerst Grundstsück kauft und erst in paar Jahren baut. Einzigste was ihr dabei spart, sind die Kreditzinsen, was aber das wenigste ist derzeit. Beim später Bauen müsst ihr aber auch die Erhöhung der Baukosten dazurechnen, also entweder gleich bauen oder ganz sein lassen.

  • a) ob wir in 2-3-4 Jahren eine Bank finden, die uns Hausbau finanziert und das offene Kredit übernimmt?

    Wenn die Zahlen passen, dann auf jeden Fall.

    b) Wenn wir uns für diesen Weg entscheiden sollten, wäre es wahrscheinlich am besten, das GS variabel zu finanzieren? Oder wie seht ihr das?

    Das hängt davon ab wie zuverlässig Dein Zeitplan ist. Du musst halt mit einem höheren Zinssatz rechnen. Da es auf eine 100% Finanzierung hinausläuft wird dieser sowieso schon höher liegen.


    LIegt der realistische Zeitplan eher bei 5 Jahren als bei 2, dann wäre auch ein Kredit mit 5 Jahren Zinsbindung denkbar. Nachteil, bei einem variablen Zinssatz kannst Du problemlos im großen Stil tilgen, aber ob das in Eurem Fall wirklich ein Argument ist?



    c) ist das überhaupt stemmbar (jetzt auch seitens der Bank)? In dem Fall wäre mein Mann wahrscheinlich der einzige Darlehensnehmer, da ich bereits das Mutterschaftsgeld beziehe.

    Die Bank wird mit ziemlicher Sicherheit Euch beide in die Verantwortung nehmen, zumal wenn der Kaufvertrag für das Grundstück auf Euch Beide läuft.


    Ich würde zuerst einmal überlegen, ob 2 oder 3 Jahre, oder eher 4-5 Jahre an Zeit eingeplant wird. Dann Angebote einholen für eine Finanzierung mit variablem Zinssatz und für 5 Jahre. Dann kann man auch vergleichen. Wichtig ist, dass die Angebote auch wirklich alle Kosten enthalten.


    Knackpunkt ist in meinen Augen die 100% Finanzierung, die treibt den Zinssatz in die Höhe. Andererseits, das Grundstück zu finanzieren und das "kleine" Darlehen zu tilgen ist sinnvoll, später hat man dann EK und kommt bei der Finanzierung für das Haus sicherlich in einen Bereich von 80% Beleihung. Das verbessert die Konditionen wenn es dann um ein "großes" Darlehen geht.


    ca. mind. 6000-10.000€ jährlich (brutto) als Zugewinn bringt.

    Für die Bank braucht es hier ordentliche Zahlen. "Brutto" hilft nicht viel, also den Gewinn vor (nach) Steuern berechnen.

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  • Für die Bank braucht es hier ordentliche Zahlen. "Brutto" hilft nicht viel, also den Gewinn vor (nach) Steuern berechnen.

    Das ist richtig. Darüber hinaus wirken sich Einkünfte aus einer nebenberuflichen Selbstständigkeit oder freiberuflichen Tätigkeit nicht zwingend positiv auf die Bonität der Kreditnehmenden aus. Das sollte man die heute ja gerne hinzugezogenen Kreditvermittler bzw. Bankberater oder -beraterinnen aber vor der offiziellen Anfrage beantworten (können).

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Danke für Eure Antworten.


    Ich fasse alles in diesem Posting zusammen, anstatt jedem Einzelnen von euch zu antworten – hoffentlich geht das so :)


    1) sicherlich wäre es besser, alles auf ein Schlag zu finanzieren, jedoch geht es nicht mehr, da ich bereits im Mutterschutz bin und wir somit kein „großes“ Darlehen bekommen. Der GS Preis liegt aber im Vergleich zu den heutigen Preisen in der Region unter dem Marktwert und die Lage ist auch super, deswegen haben wir die Überlegung, uns jetzt erstmal nur das GS zu sichern. Oder eben auf den Hausbau komplett verzichten und erst nach der Elternzeit auf die Suche nach einer ETW gehen (was dann nicht unbedingt günstiger wird)...


    2) Die Selbstständigkeit lassen wir in die Finanzierung nicht einfließen, die ist einfach mal als Puffer für den Haushalt gedacht. Wobei die Steuern bisher nicht viel vom Brutto gefressen haben dürften– 2019 hatte mein Mann quartalsweise ca. 300€ Vorauszahlungen gemacht, dann aber 1200€ (also das gleiche) zurückerstattet bekam.

    3) Danke für den Tipp mit 5 Jahren Annualitätsdarlehen. Die Konditionen wären höchstwahrscheinlich besser als variable Finanzierung, aber dann sind wir ja an diese Bank gebunden? Bzw. finden kaum eine andere Bank die uns finanziert oder sehe ich das falsch?


    4) Für mich ist es gar kein Problem wenn wir beide als Darlehennehmer auftreten, nur ging ich davon aus, dass das Mutterschaftsgeld von der Bank gar nicht angerechnet wird?


    Verstehe ich das richtig dass das was wir ins GS einzahlen später beim Ablösen mit dem „großen“ Kredit als EK angerechnet wird?


    Rein rechnerisch, stelle ich es mir schwierig vor, während der Elternzeit neben der Miete und der Ratenzahlung Bargeld zur Seite zu legen. Deswegen auch der Zweifel, ob wir in ein paar Jahren das Darlehen für den Hausbau bekommen, da unser EK in Form vom Bargeld nicht gravierend steigt, solange ich nur das Elterngeld beziehe. Nach der EZ würden wir hypothetisch wieder besser dastehen, da ich wieder auf meinen TZ- Verdienst komme (oder geringfügig weniger) und mein Mann in der Zwischenzeit seine jährliche Gehaltserhöhung erhält. Ab diesem Zeitpunkt würden wir es versuchen, das Darlehen für Hausbau zu bekommen.

    So sind die 💭 Gedanken, zwischen denen wir jetzt hin - und her- gerissen sind.

  • Habt ihr das ganze eigentlich irgendwann mal mit eurer Hausbank besprochen?

    Du schreibst in deinen Annahmen mit ziemlich vielen Konjunktiven, die sich zumindest teilweise auflösen ließen, wenn man mal mit einem potentiellen Kreditgeber gesprochen hat.

  • Habt ihr das ganze eigentlich irgendwann mal mit eurer Hausbank besprochen?

    Das wundert mich auch etwas. nach dem ersten Gespräch mit einer Bank sieht mitunter manches anders aus.


    Und nach meiner Beobachtung (die ausdrücklich nicht repräsentativ sein muss) ist das Zeitfenster kurz vor der Geburt und einige Zeit nach der Geburt von Kindern (hier: einige Jahre) aus der Sicht von Banken kein sonderlicher günstiger Zeitpunkt um einen Kreditantrag zu stellen. Auch das spricht für ein baldiges ausführliches Gespräch mit der Hausbank und auch schon mit einem der großen Hypothekenvermittler!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Bezüglich des variablen Darlehens müssen wir mit der Bank / mit einem Finanzberater noch reden und Angebote einholen. Das kommt noch.


    Die Idee entstand als Plan B, nachdem uns das Darlehen für die komplette Baufinanzierung abgelehnt wurde ( trotz der Zusicherung des Finanzberaters dass wir das zu 99% Prozent hinbekommen, dass wir in der Vorprüfung einen grünen Ampel hatten, etc.pp.) Von der Idee erstmal nur das GS zu finanzieren hatte er uns ursprünglich abgeraten, aber ich würde mich auf seine Aussage nicht mehr komplett verlassen und habe mich deswegen auch an das Forum gewandt.

  • Das wundert mich auch etwas. nach dem ersten Gespräch mit einer Bank sieht mitunter manches anders aus.


    Und nach meiner Beobachtung (die ausdrücklich nicht repräsentativ sein muss) ist das Zeitfenster kurz vor der Geburt und einige Zeit nach der Geburt von Kindern (hier: einige Jahre) aus der Sicht von Banken kein sonderlicher günstiger Zeitpunkt um einen Kreditantrag zu stellen. Auch das spricht für ein baldiges ausführliches Gespräch mit der Hausbank und auch schon mit einem der großen Hypothekenvermittler!


    Der Plan ist doch mit dem Nettoeinkommen des Mannes nur das GS zu finanzieren. Was geht in dem Fall meine EZ die Bank was an, geschwiegen denn, dass es gegenüber der Bank nicht zwingend erwähnt werden muss?


    162.000€ Darlehen wäre doch rechnerisch im Netto-Einkommen des Mannes „drin“ – oder sehe ich das falsch? Wenn mein EG angerechnet wird, desto besser, dann stehen wir in Augen der Bank besser da (Gesamt Netto ohne 13 Gehalt und Selbstständigkeit wird dann während der EZ 3900€ im Monat ausmachen).


    Wir holen uns definitiv Angebote und schauen, ob wir die Rate während dieser Zeit stemmen können – aber ich verstehe irgendwie nicht, was an meiner Fragestellung merkwürdig ist.

  • sorry, aber in Niedrigzinszeiten macht das nur Sinn, wenn es wirklich das einzigartige Grundstück wäre und Ihr Euch das unbedingt sichern wollt, aber keinen Kredit für das gesamte Vorhaben bekommt und ihr auf die Art noch mehr EK ansparen wollt.

    Ansonsten vielleicht nur psychologisch sinnvoll, wenn man aber richtig kalkuliert, ist das einzig Sinnvolle, Grundstück kaufen und asap bauen, damit ihr aus der Miete kommt und diese zum Abzahlen mitbenutzen könnt. Die gesamte Bausumme wird nicht niedriger, wenn man zuerst Grundstsück kauft und erst in paar Jahren baut. Einzigste was ihr dabei spart, sind die Kreditzinsen, was aber das wenigste ist derzeit. Beim später Bauen müsst ihr aber auch die Erhöhung der Baukosten dazurechnen, also entweder gleich bauen oder ganz sein lassen.

    Leider geht das z.Z. nicht das gesamte Bauvorhaben zu finanzieren bzw. wir bekommen für die Darlehenssumme einfach keine Finanzierung, da ich im Mutterschutz bin. Das GS ist aber tatsächlich in einer Wunschlage und wird zum relativ moderaten Preis angeboten, deswegen erachten wir es schon als sinnvoll, uns Jetzt mindestens den Bauplatz zu sichern.


    Die größte Unsicherheit ist dabei eben, ob wir nachher das größere Darlehen bekommen, da wir wie gesagt während meiner Elternzeit kein nennenswertes EK ansparen werden können.

  • Die Idee entstand als Plan B, nachdem uns das Darlehen für die komplette Baufinanzierung abgelehnt wurde ( trotz der Zusicherung des Finanzberaters dass wir das zu 99% Prozent hinbekommen, dass wir in der Vorprüfung einen grünen Ampel hatten, etc.pp.)

    Was genau führte denn zur Ablehnung und weshalb schreibst Du erst jetzt davon? Das ist ein ganz wesentlicher Faktor für alle Überlegungen!

    Der Plan ist doch mit dem Nettoeinkommen des Mannes nur das GS zu finanzieren. Was geht in dem Fall meine EZ die Bank was an, geschwiegen denn, dass es gegenüber der Bank nicht zwingend erwähnt werden muss?

    Wenn man morgen die erste Stufe eines zweistufigen Prozesses / Weges beginnen will, sollte heute abschließend gesichert sein, dass die zweite Stufe auch tatsächlich so funktionieren kann, wie man sich das heute vorstellt.

    ... ich verstehe irgendwie nicht, was an meiner Fragestellung merkwürdig ist.

    Nichts, das habe ich auch nicht geschrieben. Aber Du hast uns - wie sich jetzt gezeigt hat - nicht die ganze Geschichte geschrieben.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Was genau führte denn zur Ablehnung und weshalb schreibst Du erst jetzt davon? Das ist ein ganz wesentlicher Faktor für alle Überlegungen!

    Wenn man morgen die erste Stufe eines zweistufigen Prozesses / Weges beginnen will, sollte heute abschließend gesichert sein, dass die zweite Stufe auch tatsächlich so funktionieren kann, wie man sich das heute vorstellt.

    Nichts, das habe ich auch nicht geschrieben. Aber Du hast uns - wie sich jetzt gezeigt hat - nicht die ganze Geschichte geschrieben.


    Ja, da hast du möglicherweise recht – da ich vor kurzem ein Thema zu unserem kompletten Bauvorhaben bereits geöffnet hatte, habe ich diesen Beitrag als Teil 2 der Gesamtgeschichte gesehen. Ihr habt da aber natürlich nicht so einen Überblick und das Ganze nicht mehr im Kopf, ich ergänze also.


    Wir hatten bei der Diba kurz vor meinem Mutterschutz eine Kreditanfrage gestellt. Die Beleihungssumme 499.000€ (GS + Hausbau + einiges in EL, da mein Mann beruflich und aus der Familie viel Unterstützung bekommen kann). Meine bevorstehende EZ war der Bank nicht bekannt. Trotzdem kam eine Ablehnung, unser FB hat uns kein Grund nennen können und meinte, ihm wurde der Grund auch nicht genannt. So wie einige von euch mir im ersten Thread geschrieben habt, war die Finanzierung schon sehr eng, ohne Puffer zusammengenäht, und ich denke, so hat es auch die Bank abgeschätzt. Vielleicht waren aber auch die Schufa Auskünfte nicht ideal : mein Mann hat zwar 99% Score, aber da standen noch zwei Dispokredite drin, die er erst vor kurzem geschlossen hat. Die Nachweise dass sie getilgt sind hat er gesondert zur Schufa eingereicht. Ich habe keine Dispos oder sowas, jedoch liegt mein Score bei 97,5% – warum, weiß ich nicht). Es kam also zur Ablehnung und wir haben den Antrag nur bei der Diba gestellt.


    Nun entsteht für uns, wie beschrieben, die Frage, ob wir es versuchen sollten, mind. den guten Bauplatz zu sichern und uns nach der EZ bemühen, mehr EK anzusparen...Dabei uns beruflich zu steigern (vor allem mein Mann), damit wir auch den anschliessenden Hausbau hinkriegen.


    Wie gesagt, ich hatte schon vor der EZ in Teilzeit gearbeitet, deswegen gehe ich nicht davon aus, dass mein Einkommen nach der EZ geringer ausfällt als davor.


    Bisher war unser Lebensstil ganz anders, wir haben uns in die Richtung des Hauses gar nicht bemüht, daher wenig EK gespart. In den letzten Monaten haben wir uns aber schon gut darauf umstellen können und kommen ohne überflüssigen Konsum gut klar. Auch die Prios haben sich mit dem Alter / mit der Zeit geändert. Das Eigentum steht am Platz 1 als Ziel.


    Aber sicher haben wir auch Zweifel und können es jetzt schwer abschätzen, ob wir das „große“ Darlehen nachher bekommen. Auf der einen Hand sehe ich ein, dass die Baupreise in der Zeit deutlich teurer werden. Auf der anderen Hand, haben wir bis dann etwas in das GS eingezahlt, das Grundstück wird auch eine Wertsteigerung drin haben (weiß nicht ob die Bank den aktuellen oder den tatsächlichen GS - Preis als EK anrechnet?) und von der mind. einer Gehaltserhöhung (bei meinem Mann) können wir sicher ausgehen. Worst - Case Szenario: wir bekommen kein Darlehen für den Bau und müssen das GS verkaufen.


    So, ich hoffe, die Geschichte ist nun vervollständigt :)

  • Wir hatten bei der Diba kurz vor meinem Mutterschutz eine Kreditanfrage gestellt. Die Beleihungssumme 499.000€ (GS + Hausbau + einiges in EL, da mein Mann beruflich und aus der Familie viel Unterstützung bekommen kann).

    Als ich gestern Deinen thread gelesen habe, ging mir eine Rechnung mit 460T€ durch den Kopf, und als ich dann die Zahlen verglichen habe, sagte mein Bauchgefühl "das wird eine enge Kiste". Jetzt sind es sogar 500T€.


    Um ehrlich zu sein, mich wundert die Ablehnung nicht. Bei 500.000,- € und nur ein paar Euro EK, muss man schon ein schlüssiges Konzept vorlegen. Wir reden hier über eine monatliche Belastung um die 2.000,- €, bei gesicherten EInkünften von 2.700,- €, da spielt keine Bank mit. Also wird versucht die Kapitaldienstfähigkeit durch weitere Einnahmen zu untermauern, doch da ist die wichtigste Frage, ob diese auch "langfristig" erzielbar sind. Das Kindergeld kann man einrechnen, das wird mit hoher Wahrscheinlichkeit die nächsten 18-25 Jahre gezahlt, und der Bund als Zahler hat eine gute Bonität. Aber wie sieht es mit den weiteren Einnahmen aus?


    1. Du schreibst 300-400€ Gehaltssteigerungen pro Jahr, das wären immerhin ca. 15% jährlich, das ist nicht plausibel. Kannst Du das über mehrere Jahre nachweisen und gibt es einen Vertrag der diesen Zuwachs auch zusichert? Oder waren das Steigerungen aufgrund Jobwechsel? oder sonstiger besonderer Umstände? (Boni o.ä.)

    Angesichts der aktuellen Situation und Kurzarbeit, ist es wahrscheinlicher, dass die Arbeitnehmer in den meisten Branchen in nächster Zeit mit Kürzungen rechnen müssen, bestenfalls mit gleichbleibenden Einkünften. Von Steigerungen können nur wenige träumen, und dann auch nur im Bereich 1-3%.


    2. Dann rechnest Du mit Elterngeld, doch dieses wird nur 12 Monate gezahlt (soweit ich mich erinnere). Was kommt dann? Ein weiteres Kind ist nicht geplant, ist die Rückkehr in den Job sicher? Wie sieht es mit Betreuungskosten für das Kind aus? Was bleibt dann vom zusätzlichen Einkommen übrig?


    3. Als weiteren Baustein nennst Du die nebenberufliche Selbständigkeit, die Du mit "Bruttoeinnahmen" zwischen 6.000,- €und 10.000,- € p.a. bezifferst.

    Wie lange ist Dein Mann nebenberuflich selbständig? in Welcher Branche? SInd die Zahlen nachweisbar oder nur geschätzt? Das sind alles Frage die sich auch eine Bank stellt.

    Es gibt Branchen, da sehen die Banken "rot". Dazu gehören alle möglichen Beraterberufe, aber auch Branchen wie beispielsweise IT. Fallen dann auch noch beide Punkte zusammen, dann verzocken die Banken das Geld lieber selbst als es Dir zu verleihen. Da musst Du so viel Gewinn nachweisen, dass Du die Bank gar nicht mehr brauchst.


    d.h. Du brauchst verlässliche Zahlen (Gewinnermittlung usw.), am besten min. über die letzten 3 Jahre, bestätigt von einem Steuerberater, zur Not reichen auch die Steuerbescheide (Stichwort: 4 Augen Prinzip).


    Lässt sich daraus ableiten, dass man auch zukünftig mit Einnahmen durch "Betriebs"Gewinne rechnen kann, dann werden diese auch, zumindest teilweise, angesetzt.


    4. Um die Baukosten zu reduzieren hast Du anscheinend mit Eigenleistung gerechnet, keine Ahnung wie hoch der Anteil ist den Du angesetzt hast Eigenleistung ist ein Punkt, der wird fast immer schöngerechnet, das wissen auch die Banken. Wer hier hoch pokert der wird unglaubwürdig. Wenn ein Elektriker angibt, dass er die E-Installation selbst ausführt und dadurch 5.000,- € an Eigenleistung einbringt, zzgl. 5.000,- € an Material das er aus Eigenmitteln bezahlt, dann ist das plausibel. Wenn ein Fachfremder angibt, dass er mit Hilfe von Freunden und Verwandten das Haus quasi im Alleingang baut, dann werden die Zahlen im besten Fall kritisch hingterfragt, meist jedoch mit eine dicken roten Stift durchgestrichen.


    Man muss also unterscheiden zwischen Eigenmitteln und Eigenleistung, und diese müssen auch noch plausibel sein.


    5. Lebenshaltungskosten sind ebenso ein wichtiger Punkt bei der Frage, wie es um die Kapitaldienstfähigkeit steht. Da spielen auch bereits vorhandene Kredite eine nicht unerhebliche Rolle (monatliche Rate, Laufzeit).

    Banken arbeiten hier gerne mit Pauschalen, 2 Erwachsene + 1 Kind = x.xxxx,- €/Monat. Diese Pauschalen sind regional unterschiedlich. Sinnvoll ist, wenn man hier seine bisherigen Lebenshaltungskosten erfasst und ausgewertet hat, so dass man bereits einen Überblick hat. Diese Zahlen könnte man dann den neuen Lebensumständen entsprechend anpassen, beispielsweise zukünftig Kita Kosten, höhere Strom- und Heizkosten usw.


    d.h. Banken interessieren sich verstärkt für die Werthaltigkeit ihrer Investition und die Kapitaldienstfähigkeit des Kreditnehmers.


    Die Werthaltigkeit ist wichtig, weil die Bank damit rechnen muss, dass die Finanzierung den Bach runter geht. Muss das Objekt verwertet werden, dann wird in den meisten Fällen nur noch ein Teil des Verkehrswertes erzielt. Das können dann bei einer ZV schon mal 70% sein, je nach Marktlage auch weniger. Bei Ladenhütern wird auch schon mal bei unter 50% ein Zuschlag erteilt.

    Mit diesem RIsiko muss die Bank rechnen, und das führt dann auch zu schlechteren Zinskonditionen bis hin zu Ablehnung.


    Ein potenzieller Kreditnehmer löst dieses Problem am einfachsten in dem er möglichst viel Eigenkapital mit einbringt. Je geringer das Risiko für die Bank ist, um so besser werden die Konditionen und um so höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Bank so ein Vorhaben finanziert.


    Je höher das Risiko um so genauer schaut die Bank auf die Kapitaldienstfähigkeit. Das Ziel ist nicht das Objekt nach kurzer Zeit zu verwerten, sondern man möchte möglichst lange an dieser Investition verdienen, und das funktioniert nur, wenn der Kreditnehmer die Raten auch bezahlen kann.


    Hierfür ist wichtig, dass der Kreditnehmer ausreichend Einnahmen darlegen kann, die möglichst langfristig erzielbar sind.


    .........warum, weiß ich nicht). Es kam also zur Ablehnung..........

    Ich vermute, dass hier mehrere Faktoren mit reinspielen. Vereinfach könnte man sagen, der Hausbau war für Eure finanziellen Verhältnisse eine Nummer zu groß.


    Übrigens, der Focus auf den Schufa Score hilft nicht weiter, der ist hier nicht kriegsentscheidend. Ob 98% oder 99%, das mag vielleicht ein Gesamtbild bestätigen, hat aber keinen EInfluss auf die grundsätzliche Entscheidung. Meine Hausbank vor Ort fragt die Daten bei den meisten Kunden noch nicht einmal ab.


    So, wenn nun der Hausbau in der aktuellen Situation für Euch eine Nummer zu groß ist, Ihr aber unbedingt dort bauen möchtet, dann wäre der Kauf des Grundstücks eine Option. Das Grundstück kann später als EIgenkapital in die Finanzierung mit eingebracht werden, das verbessert die Konditionen. Ihr braucht aber trotzdem liquide Mittel für einen Hausbau, denn da gibt es oftmals kleinere Rechnungen die zu bezahlen sind, für unerwartet Dinge usw. Dafür kann man nicht jedes Mal zur Bank rennen, Rechnung einreichen, oder Dispo beanspruchen.


    Übrigens, der Kauf des Grundstücks wäre auch ein guter und fast risikoloser Test, ob Ihr auch über mehrere Jahre eine höhere Belastung bezahlen könntet. Rechnet einfach mit einer Belastung vergleichbar mit der Gesamtfinanzierung, zieht davon die Miete ab, und zahlt den Rest in die Grundstücksfinanzierung, alternativ einen Teil in das Grundstück und einen Teil auf irgendein Konto auf dem das Geld angespart wird (ja ich weiß, da gibt es keine Zinsen, aber Guthabenverzinsung ist momentan Euer geringstes Problem).


    Was vielleicht auch noch eine Möglichkeit wäre, ein zweiter Kreditgeber. Da muss man aber wirklich mit spitzer Feder rechnen.

    Bausparkassen dürfen beispielsweise bis zu 30.000,- € als Blankodarlehen vergeben, bei höheren Darlehensbeträgen und Besicherung durch Grundschuld gehen sie auch in den Nachrang. Rechnet man die Finanzierungskosten, dann ist diese Variante aufgrund der Abschlussgebühren meist nicht besonders attraktiv, in Eurem Fall stünde aber die Entlastung des Hauptkreditgebers im Vordergrund, dessen Konditionen könnten besser werden, und bei einer Mischkalkulation könnte so eine Lösung trotzdem noch von Vorteil sein. Wie Du siehst schreibe ich hier viel im Konjunktiv, da muss man sich wirklich hinsetzen und rechnen, sonst zahlt man drauf.


    Die Strategie wäre dann eine Gesamtfinanzierung in x Jahren, bestehend aus Grundstück (Darlehen teilweise schon getilgt, evtl. auch Wertsteigerung), Fremdkapital durch BSpk. , und Fremdkapital durch den Hauptkreditgeber. Euer Eigenkapital steckt dann im getilgten Anteil des Grundstücks zzgl. einer eventuellen Wertsteigerung, und bei der BSpk. sowie ein paar Euro liquiden Mitellen für Unerwartes. Zusammen könnte man damit vielleicht 10% oder gar 20% der dann anfallenden Gesamkosten abdecken, so dass der Hauptkreditgeber nur noch mit 80% oder 90% rechnen muss.


    Am Ende muss das Gesamtbild auch von der monatlichen Belastung her passen, deswegen muss man rechnen, rechnen und noch einmal rechnen.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Leider geht das z.Z. nicht das gesamte Bauvorhaben zu finanzieren bzw. wir bekommen für die Darlehenssumme einfach keine Finanzierung, da ich im Mutterschutz bin. Das GS ist aber tatsächlich in einer Wunschlage und wird zum relativ moderaten Preis angeboten, deswegen erachten wir es schon als sinnvoll, uns Jetzt mindestens den Bauplatz zu sichern.


    Die größte Unsicherheit ist dabei eben, ob wir nachher das größere Darlehen bekommen, da wir wie gesagt während meiner Elternzeit kein nennenswertes EK ansparen werden können.

    nochmals Sorry, aber was soll sich denn in 5 Jahren viel ändern? Wieviel könntet ihr von dem Kredit für das Grundstück in dieser Zeit abbezahlen, was dann grundlegend die Rahmenbedingungen für den zusätzlichen Kredit für das Haus ändern würde?

    Realistisch könntet ihr vielleicht 12.000EUR pro Jahr zusparen, grundsätzlich wird sich aber die Summe für den Hausbau bis in 5 Jahren wahrscheinlich genau um diesen Betrag erhöhen.

    Aus Bankensicht hat sich dann nicht viel geändert, der Finanzierungsbedarf wird immer noch sehr hoch sein, vielleicht hat sich Euer Einkommen deutlich verbessert, aber das ist Spekulation.

  • nochmals Sorry, aber was soll sich denn in 5 Jahren viel ändern? Wieviel könntet ihr von dem Kredit für das Grundstück in dieser Zeit abbezahlen, was dann grundlegend die Rahmenbedingungen für den zusätzlichen Kredit für das Haus ändern würde?

    Realistisch könntet ihr vielleicht 12.000EUR pro Jahr zusparen, grundsätzlich wird sich aber die Summe für den Hausbau bis in 5 Jahren wahrscheinlich genau um diesen Betrag erhöhen.

    Aus Bankensicht hat sich dann nicht viel geändert, der Finanzierungsbedarf wird immer noch sehr hoch sein, vielleicht hat sich Euer Einkommen deutlich verbessert, aber das ist Spekulation.

    der Gedanke geht mir natürlich auch durch den Kopf, aber in 4-5 Jahren wird sich finanziell definitv was ändern können, da wir beide unsere Einkommen Höchstgrenzen noch gar nicht erreicht haben. Sicher steht es heute nirgendwo schwarz auf weiß, aber zu sagen, dass sich die Finanzlage gar nicht ändert, wäre eher unwahrscheinliche Worst Case Spekulation oder?


    Was mir jetzt einfällt, was in 4-5 Jahren potenziell anders wäre :


    1) 280€ / Monat Autokredit ist weg.
    2) Das Netto-EK meines Mannes wird in diesem Zeitraum selbst mal ohne Jobwechsel zu 100% steigern. Letztes Jahr hatte er 18% Gehaltssteigerung gehabt, 2021 ist eine 10% Steigerung ebenso angedeutet worden. Das liegt daran dass er im Job immer mehr Versntwortung übernimmt/ Projekte leitet und mit jedem Projekt steigert sich auch sein Gehalt. Er ist in der Ingenieurbranche tätig, und z.Z. wohl den Durchschnitt verdient, daher kann man davon ausgehen, dass da auch im Fall des Jobwechsels Luft nach oben noch gibt.
    3) Ich verdiene z.Z. in meiner Branche eher sogar unter dem Durchschnitt, was für mich bisher nie ein Problem war, da ich parallel noch nebenberuflich selbstständig war und was mir ca 500-1000€ Netto im Monat gebracht hatte. Stehen wir wirklich vor der Notwendigkeit, mehr Geld aufzutreiben, kann ich mir entweder einen neuen Job suchen (vorher war ich in den größeren Firmen deutlich höher bezahlt aber hatte weniger Flexibilität im Bezug auf meine Nebentätigkeit) oder ich könnte sagen, ich gehe Vollzeit arbeiten. Im jetzigen Job habe ich 10% Gehaltserhöhung / Jahr drin. Aber das habe ich aus der Berechnung bewusst rausgenommen.


    Also, ich sehe das schon als Worst Case dass wir beide auf dem selben Einkommensniveau bleiben.

    Solange wir in Berlin wohnen, entstehen auch keine / kaum Kita Kosten. Daher wäre es auch passend, in 4-5 Jahren anfangen zu bauen. Das letzte KiTa Jahr ist in BB kostenfrei.

    Wenn wir jetzt aber das GS nicht sichern, dann sieht die Welt (in meinen Augen) schon anders aus – dann würde ich tatsächlich sagen, wir verabschieden uns mal vom Thema Haus – denn auch heute liegen die meisten GS Preise deutlich höher, eher im Bereich ab 250. 000€ Aufwärts.


    Aber, wie gesagt, während der EZ wird es uns nicht möglich sein, extra EK anzusparen – eben nur das was dann ins Grundstück fließt.


    So sind jetzt meine Gedanken:), sorry wenn etwas chaotisch dargestellt.

  • wenn Ihr Euch da dann sicher seid, dann wäre der nächste Schritt, einen Kredit für das GS zu beantragen, damit Ihr wisst, ob und wie es weitergeht. Das ganze dann mit realistischen Annahmen mal durchrechnen, wie Du auch sagst, worst case wäre immer noch das GS später zu verkaufen, wenn die Preise steigen, wäre es sogar als "Geldanlage" zu sehen.

  • Hi, danke für so einen ausführlichen Beitrag.


    Die angelehnte Finanzierung war tatsächlich sehr grob auf die Kante genäht, das hat alles unser FB gemacht und einige „Kleinigkeiten“ sind uns erst im Nachhinein nach der Antragstellung bekannt geworden, die ich auch nicht für plausibel und nicht für glaubwürdig gehalten habe.


    Z.B. hat er die Finanzierung für 39 Jahre beantragt, da wären wir aber schon in der Rente, und die Banken finanzieren eh nur bis zur Rente, soweit ich mich belesen habe? Des Weiteren, hat er auch Gesamtsumme für das Bauvorhaben 580.000€ angegeben und 81.000€ als EL angegeben was auch in meinen Augen sehr unglaubwürdig erscheint. Das hat er aber so gemacht, damit wir einen besseren Zins bekommen, da kaum EK. Leider haben wir davon erst im Nachhinein erfahren, was auch unser Versehen war aber es musste alles schnell gehen und wir haben uns komplett auf seine Erfahrung verlassen. Wie auch immer, ist es schon Geschichte. Jetzt entstehen für uns zwei Optionen: entweder GS sichern und uns anstrengen oder eben nach einer ETW suchen.


    Was deine restlichen Fragen betrifft:


    1) das Einkommen meines Mannes ist letztes Jahr (auch bereits während der ersten Corona Welle) um 18% gestiegen. Davor das Jahr um 10%. Das hängt auch direkt mit der Verantwortung zusammen, er übernimmt immer mehr / größere Projekte die er leitet und dementsprechend steigert sich sein Lohn (Ingenieurbranche). Rein vergleichsweise befindet er sich gerade in der Mitte (Durchschnittsgehalt), also da ist noch Luft nach oben. Ausfälle wg Corona gab es bisher in seinem Unternehmen und in seiner Branche keine. Schwarz auf weiß steht es zwar nicht im Vertrag, aber in diesem Jahr übernimmt er weitere neue Projekte, die dann wiederum eine Grundlage für die Steigerung bilden.

    2) meine Rückkehr nach der EZ ist auch ziemlich sicher und erwünscht, im Moment gibt es für mich auch kein Ersatz in der Firma, meine Leistungen werden nur teilweise durch eine externe Agentur übernommen, was mit deutlich höheren Kosten für die Firma verbunden ist. Bei mir gibt es eine unlaute Regel von 10% im Jahr die Gehaltserhöhung. Habe ich dieses Jahr auch schon trotz der Corona erhalten, aber das rechne ich jetzt als Worst Case nicht mit rein. Wobei, ich verdiene in meiner Firma eher Etwas unter dem Durchschnitt, also für mich würde ich finanziell Potenzial sehen im Unternehmenswechsel (was aber weniger erwünscht ist, weil aktuell hab ich sehr viel Freiheit und Flexibilität und weniger Stress, keine Überstunden, usw.) oder eben in der Erhöhung der Arbeitsstunden (aber das lasse ich wg des Kindes erstmal dahinstehen)


    So sieht es bei uns z.Z. aus.


    Betreuungskosten Kind: solange wir in Berlin bleiben, kostet die Kita Betreuung kaum was (23-80€ im Monat, je nach der Art der Verpflegung). Würden wir in 5 Jahren nach BB ziehen, würden wir die Betreuungskosten auch meiden, weil dort das letzte KiTa Jahr kostenfrei ist).

    3) Die nebenberufliche Tätigkeit geben wir bei der Bank gar nicht an. Da ist mein Mann seit 12 Jahren tätig aber eben auf kleiner Flamme, wegen eines VZ-Job. Sein Vater hat eigene Firma im Ingenieurbereich und versorgt ihn mit den Aufträgen quasi. Ich habe meinen Mann dazu gefragt, die 6000k / Jahr ist der aus dem 2019 nachweisbare Netto-Gewinn, 2020 wird es mehr sein, aber noch keine konkrete Zahl, da wir die Steuererklärung noch nicht gemacht haben.

  • Die angelehnte Finanzierung war tatsächlich sehr grob auf die Kante genäht,

    In diesem Thema wurde doch die zu enge Finanzierung mit unrealistischen Zahlen schon behandelt. Alle Einwände wolltest Du nicht wahrhaben, bis Euch die abgelehnte Finanzierung auf den Boden der Tatsachen zurückgebeamt hat.


    Ich befürchte, dass die abgelehnte Finanzierung schon in der Schufa steht. Damit gibt es i.d.R. überhaupt keine Finanzierung mehr. Näheres weiß Euer hoffentlich bankenunabhängiger Finanzberater.


    Mein Tipp: sparen, sparen, sparen! Eure Ausgabenseite habt Ihr schon besser im Griff, und ob die Grundstückspreise in und um Berlin so weiter abgehen wie bisher, weiß keiner. Jedenfalls hat 2020 Berlin Einwohner verloren, und Brandenburg ist überaltert, d.h. trotz Zuzug aus Berlin wird die Bevölkerung schrumpfen. Der Boom könnte also ein Ende finden.

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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Die Idee entstand als Plan B, nachdem uns das Darlehen für die komplette Baufinanzierung abgelehnt wurde ( trotz der Zusicherung des Finanzberaters dass wir das zu 99% Prozent hinbekommen, dass wir in der Vorprüfung einen grünen Ampel hatten, etc.pp.)

    ich darf mich selber aus dem anderen thread zitieren.


    Ich zweifle schon daran. ob es eine Bank geben wird, die Euch das Geld geben wird, aber v.a. für Euch selber ist das Harakiri.


    ich finde es ehrlich gesagt gut, dass wir noch verantwortungsvolle Banken haben (und damit anders als damals in USA Kredite vergeben). In Eurer aktuellen Situation ist das Bauvorhaben in der Größenordnung einfach zu riskant und unverantwortlich.


    Genauso falsch finde ich es jetzt nur ein GS zu kaufen (mal abgesehen davon, warum sollte Euch die Bank das Geld dafür geben?) in der Hoffnung es in ein paar Jahren bebauen zu können bzw. in der Hoffnung dass es eine Wertsteigerung erfährt. Ich bin ein Freund klarer Situationen...

    Neben den Nebenkosten die erst mal entstehen und die als Wertsteigerung erst mal wieder reinkommen müssen, beraubt Ihr Euch der Variabilität etwas passendes im Bestand zu kaufen, Euer "mögliches Kapital" ist gebunden.


    Ich wäre ganz klar dafür, dass Ihr erst mal den Banken zeigt, dass Ihr aktuell EK aufbauen könnt und vor allem zunächst die sonstigen Kredite erst mal abzahlen könnt.

    Wenn die Wohnsituation mit Kind gar nicht mehr tragbar ist, dann zur Miete umziehen, auch wenn die Wohnqualität nicht dem entspricht, wenn es ein neues Haus auf 500m² Grund wäre.

    Ein Kind ist auch in einer 3Zi EG Wohnung mit kleinem Garten zufrieden.

    Wenn Ihr unbedingt kaufen wollt, dann sucht nach sowas oder einem RMH im Bestand wo man selber Hand anlegen kann. Wenn dann wirklich die Einkommen weiter steigen und alles glatt läuft, kann man sich immer noch "vergrößern".


    Klingt hart, ist aber so: leider kann sich nicht jeder ein freistehendes EFH in einer Ballungsregion leisten und manche muss man vor sich selbst schützen.

  • Ich befürchte, dass die abgelehnte Finanzierung schon in der Schufa steht. Damit gibt es i.d.R. überhaupt keine Finanzierung mehr. Näheres weiß Euer hoffentlich bankenunabhängiger Finanzberater.

    Hmm, ich kenne aber einige aus dem Bekanntenkreis die nach der Ablehnung einer Bank, von der anderen Bank die Finanzierung bewilligt gekriegt haben?


    Deine Aussage klingt, als hätte man dann fürs ganze Leben lang 0.0 Chancen auf eine BauFi? Dem ist aber sicherlich nicht so, oder?


    Die Kostenaufstellung war nicht falsch, wir haben die Kosten ziemlich deutlich kalkuliert und mit den tatsächlich angefallenen Kosten unserer Freunde abgeglichen. Nur unser Finanzrahmen bzw. fehlendes EK als Puffer passt halt nicht – da gebe ich dir recht. Geld sparen wir ab jetzt auch, aber die Frage ist, was dieses Sparen gegen Preissteigerung bringt? Ich vertrete da eine andere Meinung und sehe es so, dass man künftig möglicherweise überhaupt keine Chance mehr auf das Eigentum hat mit solchen Preisen.

  • Und welche Gründe hat die Bank, uns das GS nicht zu finanzieren? Rechnerisch wäre das GS doch in unserem Budget drin oder rechnet die Bank es irgendwie anders? 162.000€ wäre doch selbst alleine im Gehalt meines Mannes drin? (Wenn man sich der 100% Formel bedient?)


    Dass das GS im Preis bereits gestiegen ist, ist Fakt. 162.000€ ist der Preis von 2019. Die aktuell bebauten Grundstücke kosten bereits 20.000€ mehr. Und die geschätzten Preise für 2021 liegen im Bereich ab 200.000€ (für die gleiche m2 Zahl). Die KNK betragen 14.000€ – diese Wertsteigerung wäre auf jeden Fall jetzt schon drin. Wir würden das GS jetzt quasi zum aktuellen Bodenrichtwert kaufen.

    Ein Bestandshaus kommt für uns nicht in Frage und ist eine absolut utopische Suchrichtung. Geschwiegen davon, dass sie im Speckgürtel auch deutlich teurer sind als 500.000€, extrem hohe Grundsteuer als KNK und hohes Renovierungsbedarf mit sich ziehen.


    Die einzige Alternative wäre das Erwerb einer ETW nach meiner Elternzeit, aber da bekommen wir für den Preis noch weniger: für ca. 80 m2 würden wir in Berlin 450.000€ Aufwärts zahlen müssen, im Umland würden wir eventuell mit etwas Glück 90-100m2 für den Preis kriegen.


    Ich streite deinen Gedankengang jedoch nicht ab, obwohl es jetzt anders vorkommen mag. So sicher bin ich mir auch nicht, ob es sich lohnt, 4-5 Jahre lang nur das GS zu finanzieren. Oder lieber ab jetzt das Sparprogramm durchstarten und wie gesagt nach der EZ eine ETW zu erwerben, die im Budget drin wäre. Nur denke ich dann, dass wir somit die Chance auf ein Haus endgültig verspielen, wenn die Preise fürs Bauland weiter so drastisch anziehen....

  • ich kenne aber einige aus dem Bekanntenkreis die nach der Ablehnung einer Bank, von der anderen Bank die Finanzierung bewilligt gekriegt haben?

    Das kommt meines Wissens darauf an, ob die Anfrage anonym über einen Dritten gelaufen ist oder man direkt einen Finanzierungsantrag bei der Bank gestellt hat.

    Deine Aussage klingt, als hätte man dann fürs ganze Leben lang 0.0 Chancen auf eine BauFi?

    Nach einigen Jahren wird die abgelehnte Finanzierung wieder gelöscht.

    Und welche Gründe hat die Bank, uns das GS nicht zu finanzieren?

    Der Beleihungswert der Bank beträgt i.d.R. nur einen Bruchteil des Bodenrichtwerts. Wie mir unser Finanzierer vor Jahren erzählt hat, je nach Bank und Lage zwischen 50 und 80 %. Die wollen risikoarm bis -los finanzieren und das Grundstück schnell und ohne Verluste wieder loswerden, falls beim Käufer Sand ins Getriebe kommt. Wenn auch noch die Nebenkosten mit finanziert werden sollen, kann die Bank schon den Grundstückkauf als 150%-Finanzierung betrachten. Dazu ein offensichtlicher Lebensstil, bei dem trotz gutem Einkommen kein EK da ist, das Auto nicht bezahlt, und schon ist die rote Lampe an.

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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Deine Aussage klingt, als hätte man dann fürs ganze Leben lang 0.0 Chancen auf eine BauFi? Dem ist aber sicherlich nicht so, oder?

    Nein, aber die Absage einer Kreditanfrage bleibt ab dem Ende des Jahres der Anfrage drei Jahre gespeichert, wie hier einer der großen Vermittler erklärt.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Nach einigen Jahren wird die abgelehnte Finanzierung wieder gelöscht.

    Naja - evtl. wir haben die längst abgelöste Finazierung unseres 1. Hauses "um die Ohren" bekommen, als wir den Kredit für das 2. nach 10 Jahren verlängern wollten. Da hatten ganz viele sehr tief geschlafen.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Und welche Gründe hat die Bank, uns das GS nicht zu finanzieren?

    neben dem Beleihungswert den Thomas schon genannt hat, bleiben Euch ja bei der monatlichen Belastung die Mietkosten "erhalten" die Ihr beim selbstgenutzen Eigenheim nicht mehr hättet sondern für die Tilgung aufwänden könntet.

    Letztendlich sieht die Bank das so, als würdet Ihr einen Kredit für Aktien o.ä. aufnehmen. Man leiht sich Geld wegen der erwarteten Wertsteigerung die höher sein soll als die Zinskosten.


    Bei Renditeobjekten ist das Gang und Gäbe, das ist der berühmte Hebel den man hier ansetzen kann. Man leiht sich mit möglichst wenig EK Geld von der Bank, die Immobilie trägt sich durch Mieteinnahmen selbst bis sie abbezahlt ist. Eine Form des Vermögenaufbaus.

    In Eurem Fall generiert die Immobilie/das Grundstück aber keine Einnahmen sondern verursacht nur Ausgaben und muss sich allein über Wertsteigerung amortisieren, das ist ist nicht der Banken Lieblingsspiel.

  • Im Endeffekt will die Bank zwei Sachen:


    - einen Schuldner, der den Kredit vertragsgemäß abzahlt

    - Sicherheit, für den Fall dass er es nicht tut


    Die Sicherheit sehe ich bei einem Baugrundstück in gefragter Lage als gegeben.

    Monatsrate bei 3% Tilgung dürfte bei ca. 500€ liegen. davon entfallen anfänglich so grob 130€ auf Zinsen, sind also echte Kosten.

    Wenn die Rate bei euch "locker drin" ist, sehe ich keinen Grund warum ist dafür keine Finanzierung bekommen sollte.


    Die Zinsen sind eigentlich Peanuts, wenn es euer Traumgrundstück ist und ihr euch das sichern wollt.