Welches Brauchwasser System bei langen Abwesenheiten?

  • Moin Zusammen,


    Ich habe ein Frage bzgl. Brauchwasserversorgung.


    ich werde mir eine Scheune im nächsten Jahr zum Wohnhaus umbauen (lassen).


    Wir reden über ca. 90 m² Wohnfläche mit 2 Bädern.


    In dem Haus wird keiner wohnen - zum jetzigen Zeitpunkt. Ich werde es als Ferienwohnung verwenden, d.h. das Haus wird 2 mal im Jahr für jeweils 2 Wochen bewohnt sein.


    Das Haus muß aber schon so geplant und gebaut werden, dass es zu einem Zeitpunkt X voll vermietbar ist. Nur eben jetzt nicht.


    Also nun zur Frage:


    Als Heizung schwebt mir eine FBH mit LWP vor.


    Zur Warmwasserbereitung habe ich noch keine feste Meinung. Ich tendiere zu vollelektronischem zentralen Durchlauferhitzer für beide Bäder und Küche. Das hätte aus meiner Sicht den Vorteil (bitte korrigieren wenn absurd - deswegen habe ich den Thread aufgemacht) dass ich kein "stehendes" Warmwasser in einem Speicher habe. Wie gesagt - das Haus wird im Jahr 3 Wochen benutzt. Da würde mir das Wasser in einem Warmwasserspeicher umkippen.


    Macht meine erste Idee Sinn? Auch vor dem Hintergrund, dass ich das Haus eventuell später vermieten möchte und hier logischerweise dem zukünftigem Mieter eine sinnvolle, praktikable und angenehme/komfortable Lösung bieten möchte.


    Lasst doch mal hören !


    LG


    kandetvara

  • Die Idee macht keinen Sinn ist aber sinnvoll. Wenn Du noch etwas Gutes fürs Gewissen und die Trinkwasserhygiene tun willst, schleife alle Anschlüsse durch und plane an die Enden der Leitungen ein WC mit einer Spülautomatik zum regelmäßigen Wasserwechsel. Stehendes Kaltwasser ist genauso gefährdet wie Warmwasser.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Stimmt ob Standspeicher oder stehendes Wasser in den Rohren. Kommt keimtechnisch aufs gleich raus....

    Es muss sich regelmäßig bewegen. Vor allem in(!) den Leitungen. Ansonsten was ThomasMD sagt.

    Ich korrigiere:

    Es muss regelmäßig ausgetauscht werdern..... Begen wäre ja nur Zirkulieren, was eher schlecht als recht ist.

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • Ok - vielen Dank. Ist aufgenommen. Das mit dem Durchschleifen bis zur Toilettenspülung ist sehr charmant.


    Was haltet Ihr von zentralem Durchlauferhitzer? Ich könnte auch Warmwasserspeicher unterbringen - halte das aber wegen besagten Gründen nicht für zielführend. Was meint ihr?


    Stellt der Durchlauferhitzer ein Problem dar, welches ich nicht sehe?


    LG


    kandetvara

  • Zentraler DLE ist nur sinnvoll, wenn alle WW-Entnahmestellen auf kurzem Wege darumherum aufgestellt wären. Also Bad und Küche direkt Rücken an Rücken. Ansonsten entstehen lange Wartezeiten bis zum WW-Ausstoß und Stagnation mit Verkeimung.

    Nachteil elektr. DLE sind die großen Leistungen, die nicht überall bereitgestellt werden können.




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    M.G.Wetrow

  • Ich tendiere zu vollelektronischem zentralen Durchlauferhitzer für beide Bäder und Küche.

    Bäder mit Wanne oder eher mit Dusche?

    Was kann man der E-installation/Hausanschluss zumuten?


    Es macht keinen Spaß wenn das Wasser in der Wanne bereits wieder kalt ist, bevor die Wanne komplett voll ist. Ein 27kW DLE liefert etwa 13Liter/Minute bei 40°C und Eintrittstemperatur von 10°C. Es wird sich also die Frage stellen, wieviel Komfort man erwartet. Je nach Art und Anzahl der Zapfstellen könnte eine dezentrale Lösung von Vorteil sein.


    Bei einer gelegentlichen Nutzung würde ich grundsätzlich vor jeder Nutzung die Leitungen spülen. EN806 schreibt was von min. 5 Minuten pro Zapfstelle, wenn ich mich richtig erinnere, kann man aber nachlesen. Entleeren wird nicht mehr empfohlen.

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    .

  • Hi Zusammen,


    ein Bad mit Wanne ein Bad mit Dusche. Das Haus wird echt mini - 92m² oder so ohne Keller. Grundriss ist 7,3m*7,8m.


    Es gibt eigentlich nur 3 Zapfstellen:


    -> Küche

    -> Bad 1 (EG Duschbad)

    -> Bad 2 (OG Wannenbad)


    ich dachte auch nur an den DLE um eben dafür zu sorgen, dass das Wasser im WW Tank nicht 8 Monate rumsteht. Das muss doch umkippen in der Zeit - oder nicht? Selbst wenn die Heizung aus sein sollte und keine WW Bereitung stattfindet. Oder lass ich dann einfach die 250 Liter rauslaufen und gut ist?


    Das Problem ist eben, dass sich das Wasser nie und nimmer regelmäßig bewegen wird. Wenn das alles kein Thema ist installier ich nen 200 Liter WW Speicher der von der WP geladen wird und gut ist...


    Ich suche also eine optimale Lösung um kein "faules" Wasser zu bekommen.


    LG


    kandetvara

  • Das Problem ist eben, dass sich das Wasser nie und nimmer regelmäßig bewegen wird. Wenn das alles kein Thema ist installier ich nen 200 Liter WW Speicher der von der WP geladen wird und gut ist...

    Wer sagt denn, dass das kein Thema sei?


    PS: Wofür steht eigentlich "Nordrhein Westfalen Nicht BRD"?




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Ich versuche mir gerade vorzustellen, wie eine typische Nutzung aussehen könnte, denn es lässt sich wohl kaum wie eine normale "Wohnung " mit einer Durchschnittsfamilie rechnen.


    Bsp.

    Dusche (Bad1) + Handwaschbecken (Bad2) + Spüle (Küche)


    Handwaschbecken und Spüle werden eher kurzzeitig genutzt.


    Evtl. könnte man der Spüle einen Klein-DLE spendieren, beide Badezimmer über einen gemeinsamen 27kW DLE. Leitungen zu den Zapfstellen möglichst kurz (Bei 16x2 ca. 0,11 Liter pro lfm).


    Nicht vergessen, das Thema Hausanschluss beachten.

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  • Ich korrigiere:

    Es muss regelmäßig ausgetauscht werdern..... Begen wäre ja nur Zirkulieren, was eher schlecht als recht ist.

    Schande. Natürlich völlig richtig. Unter Bewegung war ich gedanklich bei einem offenen Auslauf.

    Arbeite i.d.R. nur noch an Systemen größer DN200 rum. Da zirkuliert nix.^^

  • Frage bzgl. Brauchwasserversorgung.

    Da wir uns hier vermutlich etwas länger mit dem Thema beschäftigen, würde ich darum bitten, statt Brauchwasser von Warmwasser oder noch besser von warmen Trinkwasser zu sprechen. Der Fachmann sagt (leider muss er das) inzwischen dazu PWH (potable water hot). Die Installateure müssen jetzt europaweit englisch sprechen.

    würde mir das Wasser in einem Warmwasserspeicher umkippen.

    Umkippen ist ein Begriff aus der Teichwirtschaft oder der Oberflächengewässer-Bewirtschaftung. Ein Leitungssystem oder ein Behälter in einer Trinkwasseranlage verkeimt bei Stagnation und das ist zu verhindern.

    Ein 27kW DLE liefert etwa 13Liter/Minute bei 40°C und Eintrittstemperatur von 10°C

    Das ist richtig und für eine "normale" Wanne von ~ 200 l Fassungsvermögen praktikabel, wenn man dem Wasser zehn Minuten Zeit einräumt.

    Es gibt eigentlich nur 3 Zapfstellen:


    -> Küche

    -> Bad 1 (EG Duschbad)

    -> Bad 2 (OG Wannenbad)

    Das sind aber nicht 3 sondern mindestens 5 Warmwasser-Zapfstellen.

    Evtl. könnte man der Spüle einen Klein-DLE spendieren, beide Badezimmer über einen gemeinsamen 27kW DLE. Leitungen zu den Zapfstellen möglichst kurz

    Für die Spüle gehe ich mit, denn dort werden meist nur Kleinmengen gebraucht. Der Hauptabwasch wandert in die Spülmaschine. Die zwei Bäder werden vermutlich nicht Wand an Wand mit sehr kurzen Leitungswegen errichtet. Zum Anderen ist bei zwei Bädern auch eine zeitgleiche Benutzung zu vermuten, die demjenigen, der gerade unter der Dusche steht, viel Unbehagen bereiten dürfte.

    Hier also entweder die Ansprüche etwas zurückschrauben (2 komplette Bäder bei solch kleiner Wohnung notwendig?) oder für jedes Bad einen leistungsstarken DLE vorsehen.


    Zur Verfahrensweise bei Betriebsunterbrechungen gibt es klare Regeln, die in der VDI/DVGW 6023 "Hygiene in Trinkwasser-Installationen - Anforderungen an Planung, Ausführung, Betrieb und Instandhaltung" fixiert sind:


    - Unterbrechung länger als 3 Tage: Bei Wiederinbetriebnahme vollständiger Wasserwechsel (mindestens bis zur Temperaturkonstanz)


    - Länger als 4 Wochen: Leitungen vorher absperren und bei Wiederinbetriebnahme alle Armaturen mind. 5 min spülen


    - Länger als 6 Monate: vor Gebrauch mikrobiologische Untersuchung gemäß Trinwasserverordnung durchführen


    Darüberhinaus empfiehlt das Umweltbundesamt, Trinkwasser, das länger als vier Stunden stagniert hat, grundsätzlich nicht zur Zubereitung von Speisen und Getränken zu verwenden.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Wer sagt denn, dass das kein Thema sei?


    PS: Wofür steht eigentlich "Nordrhein Westfalen Nicht BRD"?

    Off Topic: Ich werde das ändern. Ich wohnte die letzten Jahre in USA. Lebensmittelpunkt war (und ist jetzt wieder) NRW. Das Bauvorhaben ist in Oberfranken angesiedelt. Eigentlich müsste es jetzt lauten "Franken, Nicht Bayern" ;-)