Heizungsrohrverkleidung - Asbest?

  • Hallo zusammen,


    meine Wohnung (Baujahr 1972) in der ich zur Miete lebe, hat im Keller einen Hobbyraum.

    Als wir vor wenigen Jahren in die Wohnung eingezogen sind, haben wir uns erst mal vorrangig um die oberen Wohnräume gekümmert und dort renoviert, tapeziert, gemalert.

    Jetzt wollten wir auch den Hobbyraum gleichermaßen angehen, jedoch ist mir bei einer näheren Begutachtung aufgefallen, dass eine Heizungsrohrverkleidung, die L-förmig durch den Raum läuft, etwas faserig aussieht.

    Könnten diese Platten asbesthaltig sein?



    Für Meinungen/Hinweise wäre ich sehr dankbar!


    Viele Grüße

    Matthaei

  • Hallo zusammen,


    danke für die ersten Hinweise.


    KatMat : Eine Frage: Wenn es eine Asbestplatte wäre, würde es dann gar nicht brennen? Oder würden die dazugemischten Materialien abbrennen?


    Alfons Fischer: Leider weiß ich nicht, ob die Platten nachträglich installiert wurden und daher neueren Datums sind, oder ob sich diese schon seit 1972 dort befinden. Ich treffe aber morgen zufällig die Vermieterin und könnte mal so nebenbei nachhaken. Sind natürlich auch nur Indizien, klar.


    Ich habe mir überlegt, dass ich eine ja Probe an den TÜVSüd schicken könnte, um es auf Asbestfasern zu überprüfen.


    Viele Grüße

    Matthaei

  • Also natürlich können bei Mischungen die übrigen Materialien brennen. Es ging mir nur darum, das Grundmaterial zu prüfen.

    Im Fertighausbau kenne ich auch Holzfaserplatten mit Asbestanteil. Aber das da ist ja eine DIY-Lösung mit damals gängigen Materialien.

  • Hallo Zusammen,


    ich habe mittlerweile einen Prüfbericht meiner Materialprobe erhalten. In den Platten ist schwachgebundenes Asbest vom Typ Chrysotil und
    Amphibol
    enthalten.


    Viele Grüße


  • Jetzt weißt Du es. Aber ob das ein Recht ergibt, dass der Vermieter das beseitigen muss? Er wird es einfach zu schmieren, dann ist es gebunden, eingeschlossen und ungefährlich, solange Du nicht etwas aufmachst was Du nicht aufmachen darfst, ohne Zustimmung des Vermieters.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Danke für die Rückmeldung

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Frau Maier


    Natürlich besteht die Möglichkeit, dass der Vermieter das ganze nur verschalt. Allerdings wird der dann auch die Seiten der Platte so abdichten müssen, dass hier keine Beschädigungen auftreten können.


    Ich kenne mich da nicht gut aus, aber vielleicht muss er auch in regelmäßigen Abständen übnerprüfen lassen, dass noch alles Dicht ist - auch mit Extrakosten verbunden.


    Ob da eine fachgerechte Entsorgung nicht besser und im Endeffekt günstiger ist? Auch der Immobilienwert wird darunter vermutlich leiden.


    Aber insgesamt glaub ich das eine Absicherung immer noch besser ist, als das diese Platten sich so im Raum befinden und evtl. dann mal Fasern freigeben, wenn man dagegen schlägt.


    Hinsichtlich der Asbestrichtlinie zeigt sich jedenfalls, dass etwas getan werden muss (Bepunktung vermutlich >80).


    Ich persönlich werde meine Konsequenzen daraus ziehen, wie der Vermieter damit umgeht und im worst case den Mietvertrag aufkündigen, wenn es untragbar ist.

  • Ich kenne mich auch nicht so gut aus, aber solange die Platten nicht mechanisch bearbeitet werden, wird hier überhaupt keine Asbestbelastung auftreten, Also warum soll der Vermieter daran überhaupt etwas ändern? Ich hätte da eher sorgen, dass beim Rückbau/Umbau unendlich mehr Fasern frei gesetzt werden, als wenn man das einfach in Ruhe lässt.

  • Wie gesagt, er muss nichts groß machen, außer, das Zeug zu schmieren. Der Mieter hat unterhalb der Oberfläche der Bausubstanz nichts zu suchen. Ist alles zu, werden auch keine Fasern frei gesetzt und es bedarf auch keiner regelmäßigen Kontrollen. Halb Deutschland ist mit gebundenen Asbestfasern zugepflastert und es wird noch Jahrzehnte dauern, bis das alles weg ist. Es besteht auch keine Austauschpflicht, außer die Fasern belasten die Innenraumluft. Wenn Du mutwillig solche Konstruktionen beschädigt hast, dass Fasern austreten, könnte man die Kosten für die Abschaffung sicherlich auch dir auflasten. Aber dazu sollen sich die Juristen herum schlagen.


    Wenn Du Zweifel hast, dann zieh um und in der neuen Wohnung, wenn sie älter ist, lass die Finger von der Konstruktion und tapeziere und male nur. Mach nichts auf und schlage/schneide, keine Löcher irgend wo rein!

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Wenn Du mutwillig solche Konstruktionen beschädigt hast, dass Fasern austreten, könnte man die Kosten für die Abschaffung sicherlich auch dir auflasten. Aber dazu sollen sich die Juristen herum schlagen.

    Wie kommst du darauf, dass ich das getan hätte?

    Bis auf die Daumennagelgroße Probe für das Labor habe ich gar nichts angefasst. Ich bin doch nicht Lebensmüde. Die Öffnungen auf dem Foto sind im "Originalzustand".

    Ich habe den Vermieter da jetzt auch schon den Laborbefund weitergeleitet. Alles gut, er lässt das jetzt prüfen was gemacht werden kann und wie teuer das ist und wird dementsprechend schritte einleiten, also alles gut ;-)

    Wie gesagt, er muss nichts groß machen, außer, das Zeug zu schmieren.

    Dann soll er das machen, mir wurst. Solange das Zeug nicht austreten kann. Ist ja nicht meine Wohnung und ich kann ja jederzeit ausziehen. Da habe ich keinen Stress.


    Ich kenne mich auch nicht so gut aus, aber solange die Platten nicht mechanisch bearbeitet werden, wird hier überhaupt keine Asbestbelastung auftreten, Also warum soll der Vermieter daran überhaupt etwas ändern?

    Es wird zwischen festgebundenen und schwachgebundenen Asbest unterschieden. Bei schwachgebundenen Asbest (was diese Platten sind) können sich Fasern viel leichter lösen - u.U. sogar schon bereits bei Temperaturunterschieden laut Asbestrichtlinie - als bei fest gebundenen. Es kann auch schon reichen wenn du ausversehen gehen diese Platten beim Transportieren von Möbeln oder so gegenschlägst. Die sind nämlich recht windig eingebaut. Ob eine Sanierungspflicht des Vermieters vorliegt muss anhand der einer Gefährdungsbeurteilung geklärt werden. Aber wie schon richtig erwähnt muss er nichts entfernen, es reicht wohl, wenn er es kapselt, also verschließt.


    Ich hätte da eher sorgen, dass beim Rückbau/Umbau unendlich mehr Fasern frei gesetzt werden, als wenn man das einfach in Ruhe lässt.

    Jegliche Maßnahmen die durchgeführt werden dürfen nur von zertifizierten Handwerkern (TRGS 519 Nr. 2.7 Anlage 3 ist nachzuweisen) bearbeitet werden. Das ist nicht einfach ein billighandwerker der die Platten da einfach rausschneidet. Die kommen dann auch mit entsprechender Schutzausrüstung und im Falle einer Entfernung werden die betroffenen Räume komplett mit einem spezialstaubsauger gereinigt. Danach erfolgt (12h später) eine Raumluftmessung.

  • Jegliche Maßnahmen die durchgeführt werden dürfen nur von zertifizierten Handwerkern (TRGS 519 Nr. 2.7 Anlage 3 ist nachzuweisen) bearbeitet werden. Das ist nicht einfach ein billighandwerker der die Platten da einfach rausschneidet. Die kommen ...

    Hier im Forum ist leider aus den vergangenen Jahren mehrfach nachzulesen, dass es nicht immer und überall (ganz) so abläuft, wie es ablaufen soll und in einem hier geschilderten Fall sich anfangs sogar die zuständige Polizei weigerte, den Fall zu bearbeiten, überhaupt erst einmal aufzunehmen.


    Hier war leider auch schon von Laien zum lesen, die erst munter sorglos drauflos gearbeitet haben und Jahre später plötzlich massive Sorge um ihre Lunge zu entwickeln begannen. Insofern ist es gut, dass Du Dir frühzeitig Gedanken machst, aber Dein Blick sollte einerseits trotzdem weiter kritisch bleiben und das eigene Handeln dabei auch darauf geprüft werden, dass keine unnötigen Belastung produziert werden. Andererseits sollte auch das Handeln der Profis kritisch kontrolliert werden, denn die sind nicht immer ganz so vorsichtig, wie man das nach der TRGS 519 erwarten würde.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Insofern ist es gut, dass Du Dir frühzeitig Gedanken machst, aber Dein Blick sollte einerseits trotzdem weiter kritisch bleiben und das eigene Handeln dabei auch darauf geprüft werden, dass keine unnötigen Belastung produziert werden. Andererseits sollte auch das Handeln der Profis kritisch kontrolliert werden, denn die sind nicht immer ganz so vorsichtig, wie man das nach der TRGS 519 erwarten würde.

    Hallo Sekptiker,


    in jedem Fall! Da kann ich dir nur zustimmen. Genau aus dem Grund habe ich hier im Forum und direkt mittels Laboruntersuchung versucht mir gleich einen Überblick zu verschaffen. Die Probenentnahme erfolgte nach vorheriger Kontaktaufnahme mit dem TÜVSÜD, um entsprechend eine möglichst belastungsfreie Probenentnahme zu gewährleisten, einschließlich aller Reinigungs- Befeuchtungsmaßnahmen, FFP2-Masken, etc.


    Im Prinzip hatte ich ja eh nicht geplant, auch nicht im Vorfeld, irgendetwas einfach wegzureißen. Ich war gleich direkt irritiert, dass die Platten, dort wo die Ausschnitte bei den Heizungsrohren waren, so merkwürdig aussahen.

    Bei mir schrillten dann halt direkt die Warnglocken, weil ich vor vielen Jahren mal eine Dokumentation zu Asbestbelastungen in Häusern gesehen hatte.


    Wenn jemand hier Maßnahmen durchführen sollte, dann werde ich auch vorher prüfen ob 1. die Firma den entsprechenden Nachweis hat und bspw. auch 2. ob die Maßnahmen entsprechend angemeldet sind, bspw. beim Gewerbeaufsichtsamt.


    Es ist ja schließlich auch meine Gesundheit und die meiner Familie (+Kind) die betroffen wären.

    Da überlasse ich nichts dem Zufall oder auf lasse auf treu und glauben handeln.


    Viele Grüße