Brummen und Dröhnen im neuen Einfamilienhaus

  • Hallo,


    ich bin neu hier im Forum und habe eine Frage, die mich sehr beschäftigt, zu unserem neuen Ytong-Einfamilienhaus, das wir Anfang Oktober bezogen haben. Zunächst waren wir im Großen und Ganzen recht zufrieden und glücklich.


    Doch mittlerweile, wo etwas Ruhe einkehrt, höre ich ein ständiges, allgegenwärtiges Brummen, dass teilweise in ein Dröhnen übergeht.

    Ich habe mich gefragt, wo das herkommt - ich sehe drei Möglichkeiten:

    • Von der Straße, die in etwa 100 m Entfernung verläuft. Diese haben wir aber immer eher als ruhig empfunden, wenn wir draußen standen und das ist auch heute noch so, zumal das Nachbargrundstück mit Bungalow und Bäumen dazwischen steht. Wenn ein Auto vorbei fährt, ist dies im Haus allerdings teilweise deutlich zu hören. Aber nicht als normales Fahrgeräusch eines Autos, sondern eher als tiefes Dröhnen. Scheinbar werden die Wände durch den Schall in Schwingung versetzt. Das hätte ich nie für möglich gehalten.
      Vielleicht trägt aber auch die der felsige Untergrund dazu bei. Ein Teil des Fundamentes ruht auf Fels. Dieser zieht sich durch die gesamte Gegend. Möglicherweise überträgt er die Schwingungen der Fahrzeuge auf die leichten Yton-Wände? Die Yton-Wand ist 24 cm dick, mit 10 cm Styropor-Dämmung.
      Am Tag ist das Brummen aber auch dann zu hören, wenn auf der Straße keine Autos fahren. Wir wohnen im Randgebiet einer größeren Stadt. Draußen hört man am Tag die allgemeinen Stadtgeräusche. Normalerweise nimmt man die gar nicht war. Im Haus allerdings ... brummen.
    • Die Vitocal-Luft-Wärmepumpe ruht direkt auf dem Fundament. Auch diese Schwingungen übertragen sich auf das Haus. Wenn ich die Anlage aber abschalte, sind die Brummgeräusche aber noch immer zu hören.
    • Es ist ein Sendemast in etwas etwa 300 m Entfernung aufgebaut. Ich habe gelesen, dass Yton diese Strahlung absorbiert. Möglicherweise geraten die Wände dadurch in Schwingung? Das halte ich zwar für unwahrscheinlich, will es aber hier mal mit anbringen. Vielleicht bringt das ja etwas Startenergie mit, um die Wände schwingen zu lassen.

    Mich beschleicht langsam der Ärger. Scheinbar bin ich etwas sensibler, als der Rest meiner Familie, aber mir schlagen die unterschwelligen Töne mittlerweile ernsthaft auf Nerven und Ohren, besonders, wenn ich den ganzen Tag im Haus verbringe. Es ist als sitze ich unter einer tief brummenden Glocke, wie der ewig plätschernde Tropfen auf die Stirn.

    Wir standen damals vor der Wahl, ob wir aus Yton oder Kalksandstein bauen wollen. Wir wussten zwar, dass Yton weniger Schalldämmwert hat, fanden das aber in Ordnung, weil es draußen wie gesagt nicht laut ist. Aber, dass dieser in Resonanz gerät und eine tief brummende Eigenschwingungen erzeugt, wie ich annehme, dass hätte ich nicht angenommen.


    Gibt es dazu Lösungsmöglichkeiten? Gelesen habe ich schon, dass nachträgliche Schalldämmung aufwendig ist, zumal ich mir hier nicht klar über die Kernursache bin.

    Ich glaube jedenfalls nicht, dass ich so für immer leben möchte...


    Danke für alle Antworten.

  • "Porenbeton" ist das am schlechtesten schalldämmende Mauerwerk überhaupt. Styropor ist zur Luft-Schalldämmung ebenfalls nahezu ungeeignet. Unter bestimmten Umständen kann ein WDVS auf EPS den Schalldämmwert des Wandbaustoffs sogar noch herabsetzen. Unter allen möglichen Außenwandaufbauten wurde hier die mit Abstand akustisch schlechteste Lösung ausgeführt.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Aber das niederfrequente Brummen hätte ich jetzt erst einmal einer LW-WP zugeordnet. Teilweise sind diese Geräte schon recht "durchdringend", nicht unbedingt laut, aber dennoch gut vernehmbar, störend.


    Das muss jetzt auch nicht unbedingt die WP des TE sein, sondern kann natürlich auch von einer auf einem Nachbargrundstück herrühren.


    Tatsächlich hatten Freunde von uns so einen Fall!


    WP im Keller des Nachbargebäudes. Kein Splitgerät, sondern Luft über Lichtschacht. Im Nachbarhaus störte es Niemanden. Bei unseren Freunden war es so, dass diese nicht mehr auf der Terrasse sitzen konnten (wollten!), es wahr unerträglich.


    Abhilfe wurde geschaffen, nachdem sich die Bewohner des Nachbarhauses, die das erst nicht glauben konnten vor Ort überzeugt hatten. Dann wurde eine kleine Wand an die Grenze gestellt und alles ist nun gut.


    Also: Auch mal die Nachbarschaft erforschen.

  • Klingt nach Übertragung tieffrequenter Töne - ein ganz schwieriges Thema. Google mal nach "Brummtonphänomen", da wirst du einiges finden.

    Leider ist die Ursache für das Auftreten solcher Phänomene meist kaum zu finden und so mancher Gutachter verdient sich damit eine goldene Nase.

    Bei uns im Nachbarlandkreis gab es das auch - die Leute sind beim Landratsamt aufgelaufen und der Landrat hat Messungen veranlasst. Ergebnis gab es letzlich keines. Inzwischen ist es ruhig um das Thema geworden, was aber nicht heißt, dass alles gut ist.


    Geräuschübertragung aus der LWWP wäre aber in Deinem Fall schonmal ein Verdächtiger.


    Übrigens: tieffrequente Töne gehen auch durch Wände.

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  • Erst schon einmal großen Dank für die schnellen Reaktionen.


    Eine LWP gibt es in der Nachbarschaft nicht. Es ist auch ringsherum ein recht großer Abstand zu allen Nachbarhäusern. 20 - 30 m. Es ist ein altes Gartengrundstück. Wir hatten echt Glück und freuten uns - und jetzt das...

    Die Geräusche kommen eindeutig von Fahrzeugen oder ähnlichem, die draußen lang fahren.


    Gelegentlich fliegt beispielsweise mal ein Hubschrauber. Dann ist eindeutig zu hören, dass sich das Brummen verstärkt. Ich nehme es ja teilweise schon als hämmerndes Dröhnen war...


    Wenn ich in Ruhe im Wohnzimmer am Rechner sitze und draußen zwitschert kurz ein Vogel, dann höre ich den, trotz geschlossener Fenster - mit Dreifachverglasung. Was soll dass im Sommer werden - das Umfeld ist ziemlich grün...?

    Auch wenn sich draußen Leute in normaler Lautstärke unterhalten, sind die drinnen hörbar...


    Langsam wird mir schlecht. In mir kochts. Wir standen damals vor der Wahl mit Kalksandstein oder Ytong zu bauen... Es hieß, er baut uns ein Haus, in dem wir keine Außengeräusche hören.


    Der Hinweis mit der elastifizierten Dämmung ist gut. Danke. Ich sehe schon, wie die neue Fassade komplett herunter gerissen und erneuert wird.


    Kann man den Zustand rechtlich anfechten? Gibt es da gesetzliche Vorgaben zum Schallschutz, auf die man sich berufen kann?

  • wenn Du schreibst, das das Brummen auch da ist wenn die WP aus ist, was heißt das genau?

    WP komplett aus, oder läuft die Heizkreispumpe oder andere Pumpen ggf noch? Erst wenn die auch 100% sicher sind, kannst Du die ausschließen.

    Gibt in anderen Foren wie z.B. dem HTD einige threads die über ein Brummen im Haus berichten bei WP, hier übertragen sich wohl Vibrationen u.a. über das Leitungssystem.


    Die zweite Alternative mit den Autos könnte mich ich mir auch vorstellen.


    Wir haben ein Massivhaus aus Ziegel und Beton (Keller/Decken), Entfernung Fundament/Hauswand zum Nachbar 4m. Der hat seine Einfahrt geteert (schon seit Jahrzehnten) und diese wird von 3 versch. Autos befahren.

    Faszinierender Weise gibt es genau 1 Auto, das solche Frequenzen beim einfahren in den Hof verursacht, dass wir das als Brummen/vibrieren im WZ wahrnehmen...nicht stark, aber bekommt es mit. Wir haben nach wie vor noch keine Erklärung ob über Boden oder Luftschall, aber es ist definitiv spürbar.

    Das Auto an sich, ist draußen nicht lauter/leiser als die anderen, aber es erzeugt offenbar eine Frequenz die bei uns irgendwas in Schwingung bringt.


    Stört uns jetzt nicht, weil der alle x Wochen mal mit dem Auto in die Einfahrt fährt und auch sonst ist das harmlos, aber eben wahrnehmbar und ich hätte das vorher nicht für möglich gehalten.

  • Rose24

    Danke für die Infos. Du meinst, möglicherweise könnten die Probleme mit einer dichteren Kalksandsteinwand die gleichen sein?

    Weiß nicht. Wenn ich gegen größere Wände bei uns schlage, klingt es, als wenn ich ein Trommelfell anschlage...

  • TausT


    Ich kann es auch nicht fassen. Jeder Körper hat ja seine Eigenfrequenz - bei unserem Haus würde ich von einem Volltreffer sprechen. Wenn Konstellation passt, dann wird die Eigenfrequenz angeregt und der Körper fängt an zu schwingen - bis zum Bruch, wenn der Energieeintrag ausreicht...


    Wie gesagt ist es von draußen her überhaupt gar nicht laut, die eigentlichen Außengeräusche, die eindringen, stören gar nicht, aber das entstehende Brummen halte ich für das Eigenschwingen der Wände. Bin mir gar nicht sicher, ob das für unseren Baumeister vorhersehbar gewesen wäre.

  • Leider ist das Problem m.E. kaum quantifizierbar. Da mag dem Schallschutz genüge getan sein (rein von der technischen Seite), hilft Dir aber so rein gar nichts, wenn es denn stört. Oder Du bist einfach sehr empfindlich.


    Grundsätzlich benötigt es mal mehr, mal weniger Energie um Bauteile in Schwingung zu versetzen. Schwere Bauteile sind dabei schwieriger anzuregen als leichte Bauteile. Von daher war die Beratung...

    Wir standen damals vor der Wahl mit Kalksandstein oder Ytong zu bauen... Es hieß, er baut uns ein Haus, in dem wir keine Außengeräusche hören.

    eher untauglich. Natürlich ist KS deutlich (!) besser als Porenbeton. Lediglich das Aufbringen eines WDVS kann auch den starken KS etwas schwächen (2 - 3 dB sind da wohl drin). Mit elastifizierten WDVS ist das dann wieder ausgeglichen.


    Allerdings sind auch 24cm Porenbeton so schlecht nicht. Dass man dadurch das Zwitschern von Vögeln hört, ist schon mal erstaunlich und lässt mich vermuten, dass Du ein ganz außergewöhnlich empfindsames Gehör hast (hängt natürlich auch vom Vogel ab. Freunde von mir haben eine Nachtigall in der Nachbarschaft, die zu deren Freude nur nächtens sang....die haben dann nachts die Fenster schließen müssen).

    Was soll dass im Sommer werden - das Umfeld ist ziemlich grün...?

    Empfindest Du Vogelgezwitscher als lästig? Ich meine bei Dauergezwitscher (siehe oben...Nachtigall in der Nacht,... ob die daher ihren Namen hat?) verständlich...aber mal ein paar Vögel im Garten...toll!


    Wenn ich gegen größere Wände bei uns schlage, klingt es, als wenn ich ein Trommelfell anschlage

    Nun, das macht man ja nicht ständig, ist daher mE kein Problempunkt.

  • Rose24

    Danke für die Infos. Du meinst, möglicherweise könnten die Probleme mit einer dichteren Kalksandsteinwand die gleichen sein?

    Weiß nicht. Wenn ich gegen größere Wände bei uns schlage, klingt es, als wenn ich ein Trommelfell anschlage...

    Es spielt m.W. keine große Rolle, wenn es sich um langwellige, tieffrequente Töne handelt. Aber zunächst ist Ursachenforschung angesagt. Und die gestaltet sich in solchen Fällen oft mehr als schwierig. Leider.


    HIer mal ein paar Infos von der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg

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  • Das Phänomen wurde auch mal in einer investigativen Sendung besprochen. Es könnte sich um Erdbrummen handeln, das die Wissenschaft lange missachtet hat und erst im jüngster Zeit erforscht. Leider gibt es bislang keine Erklärungen, auch nicht warum nur manche es abbekommen und andere nicht. Es sieht so aus, als hättet ihr so richtig Pech gehabt. Außer ihr findet tatsächlich eine technische Ursache.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Wenn ich in Ruhe im Wohnzimmer am Rechner sitze und draußen zwitschert kurz ein Vogel, dann höre ich den, trotz geschlossener Fenster - mit Dreifachverglasung.

    Dito, aber ich weiß, wo bei uns die Schwachstelle ist: Der Rollokasten! Ich höre tatsächlich sehr viel von draussen, fast als wären die Fenster offen. Ist aber für uns kein Problem. Vogelgesang jedweder Art mag ich, sogar das ausdauernde Spatzengetschilpe.


    Aber das wirkliche Problem ist bei Dir ja das Brummen. Das ist eine ganz andere Frequenz und auch ich habe dafür überhaupt keine Lösung oder Idee, woran das liegen könnte. Auch noch nie in eienem Haus erlebt (und ich sehe viele Häuser)

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  • Klingt nach mehreren Problemen. Das man die Vögel hört liegt wohl an schlechter Schallisolierung, z.B. der Rolladenkasten, wie Anda auch schon ausführte.

    Das Brummen und insbesondere auch der laute Hubschrauber könnte aber auch auf ein Resonanzproblem bei kleinen Frequenzen hindeuten. Evlt. mal testen ob das Geräusch verschwindet, wenn ein oder mehrere Fenster geöffnet werden. Wenn ja würde das auf ein Resonanzproblem des Luftschalls deuten (wie manchmal im Auto bei halboffenen Fenstern). Könnte aber auch Körperschallresonanz des ganzen Hauses oder von Teilen des Hauses sein. Und das könnte dann tatsächlich auch der Trafo, Wärmepumpe etc. in 100m Entfernung verursachen. Hochspannungsleitung in der Nähe? Mal die Frequenz des Brummens gemessen (50 Hz, oder 16,6 Hz wären ein Indiz.) Eine Lösung ist in beiden Fällen wohl aber schwierig....

  • Leider gibt es bislang keine Erklärungen, auch nicht warum nur manche es abbekommen und andere nicht.

    Dazu kann ich mich erinnern gibt es Untersuchungen, die vermuten lassen dass es eher ältere Menschen (ab Mitte vierzig) trifft.

    hast du schon mal dein Haus stromlos geschalten, also alles "aus" ?

    Notfalls läßt du dir die Sicherungen im HAK ziehen.

    Ja, das könnte tatsächlich bei der Ursachenforschung helfen. Die 50 Hz-Freqenzen können wohl tatsächlich eine Ursache sein. Z.B. auch laufende Kühlschränke, Neonröhren etc.



    Hier noch eine interessante Publikation des Umweltbundesamtes zum Thema: Tieffrequente Geräusche im Wohnumfeld

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  • ich habe Tage gebraucht um die neuen Geräusche zu orten. Bis ich neben einer Heizung stand, wo es aus dem Thermostaten knallte als wenn ein Hubschrauber landet.

    Problem war schnell behoben, der Heizungsbauer hatte beim Einbau der neuen Heizung Vor- und Rücklauf vertauscht.

  • Elatus,

    hast du schon mal dein Haus stromlos geschalten, also alles "aus" ?

    Notfalls läßt du dir die Sicherungen im HAK ziehen.

    Das wollte ich auch empfehlen. Einmal alles aus (alle Sicherungen bzw. SLS unter dem Zähler).


    Bis ich neben einer Heizung stand, wo es aus dem Thermostaten knallte als wenn ein Hubschrauber landet.

    Problem war schnell behoben, der Heizungsbauer hatte beim Einbau der neuen Heizung Vor- und Rücklauf vertauscht.

    Haha, das kenne ich auch. Gleiche Ursache! Hörte sich an wie ein Trecker im Bad, übers Thermostat konnte ich "Gas geben". Irre.



    Es könnte sich um Erdbrummen handeln

    Erdbrummen ist wohl was anderes, da gehts um Frquenen im Milliherzbereich.


    Du meinst wahrscheinlich eher:


    Brummton-Phänomen – Wikipedia


    Auch sehr lesenswert!

  • ständiges, allgegenwärtiges Brummen, dass teilweise in ein Dröhnen übergeht.

    eher als tiefes Dröhnen

    Am Tag ist das Brummen aber auch dann zu hören, wenn auf der Straße keine Autos fahren.

    Also gleichmäßig, ohne erkennbaren äußeren Anlass?

    Scheinbar bin ich etwas sensibler, als der Rest meiner Familie,

    Hört der Rest der Familie denn überhaupt etwas?

    eindeutig von Fahrzeugen oder ähnlichem, die draußen lang fahren

    Das widerspricht aber jetzt 1-3.


    Ist denn das Dröhnen auch körperlich zu spüren? Z.B. in den Fußsohlen oder auch mal ein Ohr an die Wand oder den Fußboden gepresst...

    Bilden sich Kringel auf einer Schüssel voll Wasser, die auf dem Tisch steht?


    Irgendwie musst Du selbst bestrebt sein, der Ursache näher zu kommen.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Es spielt m.W. keine große Rolle, wenn es sich um langwellige, tieffrequente Töne handelt. Aber zunächst ist Ursachenforschung angesagt. Und die gestaltet sich in solchen Fällen oft mehr als schwierig. Leider.

    Wenn ich Punkte vergeben dürfte, dann wären das 100 Punkte.


    Die Schalldämmung des Mauerwerks spielt bei so niedrigen Frequenzen nur noch eine untergeordnete Rolle. Man könnte auch sagen, bei so niedrigen Frequenzen ist so gut wie jedes Mauerwerk "schlecht".


    aber das entstehende Brummen halte ich für das Eigenschwingen der Wände.

    Das halte ich für ein Gerücht. Dein Haus besteht aus vielen Bauteilen, jedes hat seine eigene "Eigenresonanz". Das bedeutet aber nicht dass ein Bauteil, beispielsweise die Wand, von alleine schwingt, sondern es/sie muss auch erst dazu angeregt werden.


    Vergiss mal das mit der Eigenresonanz und mache Dich auf die Suche nach möglichen Ursachen. Dazu musst Du aber erst einmal das Geräusch genauer definieren. Wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann ist das Geräusch akustisch wahrnehmbar, aber als tieffrequentes Brummen. Das deutet schon einmal auf einen Frequenzbereich irgendwo um die 20-50Hz. Weiterhin schreibst Du, dass das Geräusch "konstant" ist, es ändert also weder Frequenz noch Pegel. Somit kann man Wind, Windräder o.ä. ausschließen. Das Geräusch ist auch 24/7 hörbar, soweit ich Dich richtig verstanden habe. Eine LWP o.ä. kommt auch nicht in Frage, denn die arbeiten in Takten.


    Jetzt müsste man noch herausfinden, ob das Geräusch draußen lauter ist als drinnen im Haus, und wie sich die Lautstärke von Raum zu Raum verhält (Keller, Räume im EG, DG,)


    Gibt es Freileitungen in der Nähe? Das Haus ist ja anscheinend ein Neubau, der wird eher über ein Kabel im Erdreich versorgt. Die Freileitungen könnten somit etwas weiter entfernt sein (und trotzdem "Brummen").


    Ich vermute, dass das Geräusch im Haus entsteht. Aufgrund der Frequenz würde ich in Richtung Stromversorgung denken, deswegen würde ich dem obigen Ratschlag folgen und zuerst einmal die Hütte stromlos machen und horchen. Sollte das Geräusch weg sein, dann wieder einschalten und einzelne Räume stromlos machen, um den Standort eingrenzen zu können.


    Ich würde zuerst auf Stromzähler tippen, oder andere Dinge die im Dauerbetrieb sind (wie die .g. PV Anlage, deren Brummen kann sich bei Montage des WR beispielsweise an einer Wand, durch das ganze Haus ausbreiten). Verbraucher wie Kühl-/Gefrierschrank würde ich ausschließen, ebenso wie die Beleuchtung. Letzteres käme nur in Frage, wenn irgendwo noch ein alter Trafo verbaut wurde und die Beleuchtung sekundärseitig geschaltet wird.


    Wasser, sprich Trinkwasser oder Heizungswasser, würde ich ausschließen, da nicht 24h in (Dauer)Betrieb. Heizkreispumpen werden geregelt oder zumindest geschaltet. Trotzdem würde ich einmal den Wasserzähler beobachten, ob der wirklich still steht. Eine undichte Spülung am WC kann auch ein nerviges Geräusch von sich geben, wenn beispielsweise ein Ventil nicht richtig schließt und dann dauerhaft Wasser in den Spülkasten läuft.

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  • das erklärt doch aber nicht, warum man die Vögel von draußen im geschlossenen Haus hört.

    Achtung! Da würde ich aufpassen!

    Da geht es um ganz andere Frequenzen, wie ich schon geschrieben habe.


    Die wirklich störenden sind wohl die tieffrequenten, wenn ich den TE richtig verstanden habe.

    Zusätzlich scheint auch auch normale Schalldämmung nicht die beste zu sein. Wobei da eben ein kleines "akustisches Loch" in der Wand reicht, um wirklich alles draussen zu hören. Wie schon geschrieben: ich kenne dieses Phänomen durchaus bei meinem Haus.

    Die gut verbauten 3-fach verglasten Scheiben nützen gar nichts, wenn der Schall durch den Rollokasten geht. Aber bei mir ist es dann eben fast so wie bei geöffnetem Fenster - ohne tieffrequente Geräusche wie beim TE dazu.

    Sobald ich mich in Räuemn ohne Rollokasten aufhalte, ist es duetlich leiser (dann kommen die Geräusche aber durch die Türspalte, ist halt so mit KWL)


    Lieber Elatos Probiere doch aml die Vorschläge aus und beantworte mal die Fragen meiner Vorschreiber (hören es auch andere etc.), dann kommt man evtl ein Stück weiter

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  • das erklärt doch aber nicht, warum man die Vögel von draußen im geschlossenen Haus hört

    Das ist ein ganz anderes Thema.

    Fahrzeuggeräusche bewegen sich eher im Bereich von mehreren hundert Hz. bis vielleicht 1khz, sind eher selten konstant, sondern variieren in Frequenz und Pegel. Das gilt auch für Vogelgeräusche, nur mit dem Unterschied, dass bei Vögeln die höherfrequenten Anteile überwiegen (sprich über 1kHz).


    Auch wenn vom TE der Begriff "Dröhnen" vielleicht missverständlich benutzt wurde, denn unter Dröhnen versteht man eher Geräusche im mittleren Frequenzbereich, geht es doch primär um tieffrequente Geräusche (Brummen).


    Um eine massive Wand anzuregen bräuchte es einen hohen Schalldruck(pegel). Ich gebe weiterhin zu Bedenken, dass beispielsweise bei 20Hz die Wellenlänge um die 17m beträgt. Die Bauteile im/am Haus sind deutlich kleiner. Selbst wenn man sie anregen könnte, das würde sich dann bei höheren Frequenzen abspielen.


    Wäre das eine einfache Porenbeton Wand, dann hätte diese bei sagen wir mal 30cm Dicke, Rohdichte 350kg/m³, eine Koinzidenzfrequenz von etwa 66Hz. Nun haben wir hier ein zweischaliges System, zu der Wand kommt also noch eine Putzschicht hinzu, und beide Schalen sind über das EPS miteinander gekoppelt. Da zeigen sich im Verlauf der Schalldämmung mehrere Einbrüche, wesentlich ist die Eigenresonanz die primär über die Masse der äußeren Schale (Putzschicht) und dyn. Steifigkeit der (EPS) Dämmung bestimmt wird. Die eigentliche Wand hat hier einen geringeren Einfluss.


    Ohne Details zu kennen müsste man jetzt spekulieren, es ist aber unwahrscheinlich, dass die Resonanz in einem Bereich um die 20Hz liegt. Vielleicht ist das Brummen ja doch höherfrequent und der TE hat das nur etwas falsch formuliert.

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