Außenwand korrekt dämmen und Kondensatbildung vermeiden

  • Hallo liebe Bauexperten,


    ich habe letztes Jahr ein Haus aus dem Baujahr 1964 erworben und bin dabei es zu sanieren.


    Mittlerweile habe ich die komplette Elektrik sowie die alle Wasserleitungen und Abwasser erneuert. Wir haben eine Fußbodenheizung eingebaut, die alten Heiznischen zugemauert und die Fenster ausgetauscht.


    Jetzt bin ich am überlegen die Nordwand zu Dämmen, da wir das Gefühl haben das es von dort zieht. Die wand ist aber dich (Kerzentest). Wir denken es kommt von dem Temperaturunterschied. Die Wand ist immer 3-3 grad kälter als die Raumluft.


    Die Wand ist wie folgt aufgebaut:


    Zementputz: ca. 3-4 cm

    Kaltsandstein (Lochstein): 24 cm

    Luftschicht: ca. 3-4 cm

    Klinker: 11,5 cm


    Mein Vorhaben ist, die Wand nach Möglichkeit günstig aber fachgerecht dämmen. Leider haben die Baumaßnahmen bereits viel Kapital verschlungen.


    Ich will auf die Außenwand eine Holzkonstruktion anbringen und darauf dann die Dämmung befestigen. Darauf kommt dann eine Verschalung. Ich frage mich nur, entsteht zwischen der Dämmung in der Wand keine Feuchtigkeit? Muss ich zwischen der Wand und der Dämmung einen Spalt lassen für Belüftung?


    Ich hoffe hier kann mir einer helfen und eventuell einen Rat geben.


    Grüße


    Alex

  • Muss ich zwischen der Wand und der Dämmung einen Spalt lassen für Belüftung?

    (Be)Lüften dann wie/mit? Aussenluft? Dann dämmt die Dämmung Aussenluft gegen Aussenluft! Sprich i. A. ist zwischen der jetztigen Aussenwand und Dämmung < 10° Bringt echt Wirkung. Respekt. :P

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Ganz ohne SarKasmus: Die Dämmung wäre natürlich ohne Luftschicht anzubringen. Da Du aber schon eine (vermutlich schwach bewegte) Luftschicht zwischen Kalksandstein und Klinker hast, bringt die Dämmung außen nichts.


    Die Luftschicht müsste mit Dämmstoff gefüllt werden, siehe z.B. hier.


    Ist aber nichts für No- oder Low Budget.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • es wurde schon alles gesagt... so ganz einfach ist das nicht...

    Du sagst Nordwand...wie sehen die anderen Wände aus ??

    ist das ganze Haus verklinkert ??

    Wenn ja dann bietet sich hier ne Kerndämmung ( Einblasdämmung ) an ..ist preislich eigentlich ganz OK

    Man kann dafür auch 20 bzw 25 % Zuschuss bekommen .... frag mal einen Energieberater in der Nähe

  • Schwierig bei gerade einmal 3-4cm Luftschicht. Da passt schlichtweg nicht viel rein. An die Klinkerspezis (so etwas gibt es bei uns fast gar nicht...): Ist es technisch möglich diesen schmalen Luftraum überhaupt gut voll zu kriegen. Zwischen den beiden Mauerwerksschichten dürften Maueranker und evtl. überstehende Mörtelreste den Raum weiter einengen.


    Zudem müsste man natürlich das ganze haus so behandeln. 24cm KS als Außenwand ist natürlich schon irgendwie....wenig Dämmung. Da hilft wohl nur eine gute (Hochleistungs)Heizung.


    Innendämmung könnte eine Option sein, ist aber schadensträchtig und bedarf einer sehr sorgfältigen Planung und Umsetzung (der Zug dürfte aber bereits abgefahren sein, denn....

    Mittlerweile habe ich die komplette Elektrik sowie die alle Wasserleitungen und Abwasser erneuert. Wir haben eine Fußbodenheizung eingebaut, die alten Heiznischen zugemauert und die Fenster ausgetauscht.

    ...insofern ist nun guter Rat teuer.

  • Wenn ja dann bietet sich hier ne Kerndämmung ( Einblasdämmung ) an ..ist preislich eigentlich ganz OK

    Bei Bj 1964 sind Luftschichtanker aus verhinktem Stahldraht höchstwahrscheinlich. Diese haben sich meist innerhalb der Luftschicht in FexOx umgewandelt und halten 0,gar nichts mehr.

    Gilt aber für aussen auf die Verblendung aufgebrachte Dämmungen genauso. Meist ist ein Abbruch der Verblendung preiswerter als das nachträgliche Verankern mit rostfreien Materialien

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • wenn ich die Wand komplett dicht isoliere, kann sich die vorhandene Luftschicht dann noch bewegen?

    Du meinst vermutlich "gegen außen abdichte". Ja, das kann sie auch dann noch. Es gibt zwar keinen Austausch mit der Außenluft mehr, aber es findet weiter eine Konvektion statt.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Mit den Hinweis auf Thomas B. meinte ich eigentlich seine Aussage bzgl Planung und schadensträchtig.

    Off-Topic:

    Zitieren an Handy ist nervig.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • ich war der Meinung, eine geschlossene Luftschicht ist selbst schon eine Isolierung?

    Eine Luftschicht hat nur dann eine nennenswerte Dämmwirkung, wenn sie senkrecht stehend sehr dünn ist, ideal sind wohl 14 oder 16 mm. Isolierverglasungen werden mit den Edelgasen Argon oder Krypton gefüllt, weil die noch weniger zur Konvektion beitragen als Luft.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Günstig sehe ich hier keine Maßnahme. Lediglich Klinker weg, Dämmung drauf, Klinker wieder hin. Naja, dabei wird das Häuserl a bisserl größer. Sollte man auch beachten.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • sodele, am PC gehts besser.


    Ich sehe das nicht so negativ. Es geht hier m.E. weniger um Energieeinsparung, sondern um Behaglichkeit. Da könnte eine fachlich unterstützte geplante Innendämmung die günstigste Lösung sein. Aber wichtig: Fachlich unterstützt! Innendämmung kann ansonsten sehr in die Hose gehen!


    Aber das hat der TE nach eigenen Aussagen ja vor:

    Mein Vorhaben ist, die Wand nach Möglichkeit günstig aber fachgerecht dämmen

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  • Das wäre aus bauphysikalischer Sicht vermutlich die sinnvollste Variante

    Sicher.


    Aber es ist auch die teuerste und wenn das Geld langsam sich dem Ende zuneigt? Soweit ich weiß, ist doch bei Innendämmung auch dann eher für ein behagliches Gefühl gesorgt. Das Problem des TE ist ja "ein zugiges Gefühl" durch die kalte Aussenand.

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  • Sicher.


    Aber es ist auch die teuerste

    Welche Alternative siehst Du denn? Einen Standsicherheitsnachweis für die Verblendfassade in Kombination mit irgendeiner Dämmung wirst Du nicht bekommen, eine fachgerecht geplante und ausgeführte Innendämmung wird nicht preiswerter und nicht dämmen steht nicht zur Debatte (für den TE).


    Abbruch geht auch in Eigenleistung (kostet dann nur Container + Geräte)


    Also?

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  • Je öfter ich den Eingangsbeitrag lese, um so mehr habe ich den Verdacht, dass doch eine raumseitige Dämmung der Außenwand angedacht ist. Was versteht der TE unter "Verschalung"?


    Wenn die Wand nicht zu groß ist, dann würde ich die Klinker entfernen, 14cm EPS drauf, und verputzen. Das ergibt dann wieder in etwa die gleiche Wandstärke wie jetzt, weniger Probleme an evtl. vorhandenen Fenstern usw. Das führt natürlich zu einer anderen Optik, aber das macht irgendeine "Verschalung" (außen) ja auch.

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