Denkmalschutz und Bestandsschutz bei Austausch der Fenster

  • Hallo zusammen,

    Ich habe vor kurzen mit meiner Frau ein altes Fachwerkhaus erworben. Nun wollen wir gerne einige Dinge ändern/renovieren/Sanieren.
    Das gebäude ist seit 1987 auf der Denkmalliste. Ca 1985 wurden im wurden noch die Fenster ausgetauscht. Die Front-Fassade hat noch Holzfenster, jedoch ohne sprossen oder ähnliches. Die anderen Seiten haben alle komplett Kunststofffenster erhalten.


    Nun bin ich davon ausgegangen, dass die bereits bestehenden Kunststofffenster gegen neue Kunststofffenster ausgetauscht werden können, da diese ja unter den Bestandsschutz fallen. Deswegen habe ich mir ein jeweils ein Angebot erstellen lassen für die Holzfenster und die Kunststofffenster.

    Nach Einreichung bei der Denkmalbehörde wurden nun die Kunststofffenster abgelehnt, hier soll ich nun wieder Holzfenster einbauen lassen. Die Begründung hier ist:“ was früher falsch gemacht wurde, soll jetzt nocht wieder falsch gemacht werden“.


    Ich habe versucht zu argumentieren, dass es früher im prinzip ja nichtmal falsch gemacht worden ist, da es zum Zeitpunkt der Fenstersanierung in 1985 noch kein Denkmalschutz gab.


    Bin ich wirklich verpflichtet Kunststofffenster im Objekt, welche bereits vor Eintragung in die Denkmalliste drin waren, gegen Holzfenster zu tauschen? Vorallem sind es nur die der Straßenseite abgewandten Fassaden, welche Kunststofffenster haben.


    kann ich hier Einspruch gegen die Ablehnung der Denkmalbehörde einlegen?


    vielen Dank für jegliche Informationen

  • kann ich hier Einspruch gegen die Ablehnung der Denkmalbehörde einlegen?

    Natürlich kannst Du dagegen Einspruch erheben, das Recht kann Dir niemand nehmen. Nur wirst Du davon nicht mehr als Kosten haben, weil die Sichtweise der Denkmalschutzbehörde "richtig" ist. Stell Dir ein Haus vor mit einer Jugendstilfassade, die in den 60ern irgendwer mit Fliesen zugeklatscht hat.

    Deswegen können doch dort nicht bis in alle Ewigkeit Fliesen an die Wand geklebt werden dürfen.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Ich habe zwar ein gespaltenes Verhältnis zum Denkmalschutz, weil das oft "Schutz vorm Denken" bedeutet, doch in diesem Fall ist die Entscheidung richtig und nachvollziehbar.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Mal ganz ernsthaft, man kauft doch kein altes Fachwerkhaus, um da dann Plastefenster einzubauen. Die Fenster müssen im Zweifel ohnehin alle individuell bemaßt werden, da kann man doch auch gleich anständige Holzfenster beauftragen.

    The avoidance of taxes is the only intellectual pursuit that still carries any reward.
    - John Maynard Keynes -

  • Bin ich wirklich verpflichtet Kunststofffenster im Objekt, welche bereits vor Eintragung in die Denkmalliste drin waren, gegen Holzfenster zu tauschen?

    Vermutlich "ja"!


    Sei froh, wenn es nur Holzfenster á la irgendwie sind. In unserem Städtchen zum Beispiel gibt es neben der Auflage für Holzfenster noch einige weitere Auflagen Fensterformat, Sprossenteilungen,...), die letztendlich darin münden, dass Fenster vorher plangraphisch darzustellen und im Detail darzulegen sind. Danach darf man damit zur Unteren Denkmalschutzbehörde und diese freigeben lassen.

  • Danach darf man damit zur Unteren Denkmalschutzbehörde und diese freigeben lassen.

    Ist hier auch so. Planzeichnung Detailschitte Maßstab 1-1, Ansichten 1-20 bis 1-50. Ich hab sogar schon erlebt, dass die Denkmaler hinterher rauskamen und mit dem Meßschieber!!! nachgemessen haben

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  • Ein gutes Beispiel warum es sinnvoll ist, sich vor Erwerb über Denkmaleigenschaften kundig zu machen und schauen was der zuständige Denkmalschützer so denkt.

    So Grundsätzliches findet sich ja schon in der Beschreibung in der Denkmalliste.