Holzbalkendecke

  • Hallo, ich habe ein altes Haus gekauft mit einer Holzbalkendecke. Bilder von der Decke sind im Anhang Zwischen den Balken ist sroh und etwas geröll. Und die eine Hälfte ist noch etwas alter Putz der das stabilisiert aber an vielen Stellen ist der Putz schon weg. Ich weiß nicht was ich machen soll. Die Decke hängt auch an einigen stellen Etwas durch. Und oben in der ersten Etage sind die Dielen auch uneben. Soll ich den Rest unterputz auch abklopfen und den Stroh und Geröll zwischen den Balken auch rausholen und die alles neu aufbauen. Was meint Ihr?

  • Bilder wären hierzu unbedingt hilfreich.


    Grundsätzlich hängen praktisch alle Decken in der Mitte ein wenig (z.B. 2 - 3 cm) durch. Dies ist normal und nicht zu vermeiden. Ein größerer Durchhang sollte überprüft werden.


    Beides, das was Du "Stroh" nennst und das "Geröll", hat jeweils seinen Sinn:

    1. Das "Geröll" beschwert die Decke und verbessert den Schallschutz der Decke.
    1. Das Stroh ist wahrscheinlich (Schilf-) Rohr. Es dient als Putzträger. Der Putz wiederum ist ein Brandschutz für die Decke.

    Es hat deshalb keinen Sinn, alles sofort zu entfernen und zu entsorgen, weil es "altes Zeug" ist. Sinnvoll ist es hier in jedem Falle aber, ersteinmal innezuhalten und die ältere Holzbalkendecke einer fachmännische Begutachtung durch einen erfahrenen Holzgutachter (spezialisierter Statiker oder Zimmerer) zu unterziehen. Eine Erstbesichtigung sollte sich preislich im unteren dreistelligen Eurobereich bewegen. Kurzfristig wird das aber dieser Tage vermutlich schwierig werden.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Zeig mal Bilder. Bitte nicht nur Details, sondern auch die gesamte Situation, also der Raum.


    Bei wirklich alten Häusern ist die Durchhängung, naja, normal. Holz verträgt viel bevor es bricht und kann auch Jahrhunderte lang so vor sich hin biegen, wie man in einigen noch übrig gebliebenen Altstädten live sehen kann. Bevor da was gemacht wird, sollte man einen Fachmann hinzu ziehen, wie Skeptiker schon geschrieben hat. Der erklärt dir dann auch wie das alles zusammen hängt und was man machen kann, je nachdem was Du vor hast.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Sorry , dass ich mich erst jetzt wieder melde.
    Bilder packe ich im Anhang.
    An der Lattung die auf den Bildern zu sehen sind waren rigipsplatten.
    traue mich garnicht die Lattung zu entfernen nicht das dann alles runterkommt was zwischen den Balken ist
    Man kann sehen eine Hälfte der Decke fehlt schon der Putz der an dem Schilf war
    Ich finde die Decke hängt auch etwas an manchen stellen zwischen den Balken.
    Zwischen den Balken ist aber kein Fehlboden in dem Schüttung ist.Die Schüttung liegt auf dem Schilf bzw Putz der zu sehen ist
    Ich habe von Oben ein paar Dielen rausgenommen. da ist zwar etwas Schüttung drinnen aber nicht viel.
    Also der Hohlraum zwischen den Balken ist nicht ganz gefüllt.

    Soll ich alles rausreißen zwischen den Balken und neu aufbauen? Was meint ihr?
    Die Dielen von oben mache ich ganz raus weil der Fußboden nicht im Lot ist usw


    Liebe Grüße

  • Was ist mit dem (jetzt nicht mehr vorhandenen) Brandschutz? Nötig ?

    Aktuell ist keiner da, vorher auch nicht, aber das heisst nicht unbedingt, das da keiner sein müsste!

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Ehrlich gesagt damit kenne ich mich nicht aus deswegen bin ich hier :-)
    Mal so gefragt

    wie würde es mit und ohne Brandschutz aussehen wie ich vorgehen sollte?
    Bin mir unsicher ob ich alles rausholen soll zwischen den Balken

    Liebe Grüße

  • Du solltest zuerst sicher herausfinden ob es wirklich keine Stakung zwischen den Balken gibt und "das Geröll" wirklich auf den Schilfmatten aufliegt.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • War gerade nochmal Vorort und genau geschaut.

    Im Anhang sind nochmal 2 Bilder Nahaufnahme von der Decke an der Stelle wo ein Loch ist von unten.
    direkt über den Schilf ist nochmal Putz oder was das ist
    Auf diesem putz liegt die Schüttung (sieht etwas aus wie Holzkohle)
    Aber sonst gibt es keinen klassischen Fehlboden aus Holz oder so
    wenn man genau hinschaut sieht man schon die Dielen
    Fotos im Anhang

  • Du solltest erst mal gar nichts machen. Hol einen Fachmann. Die Aufgabe ist nicht ganz trivial, wenn man es richtig machen will und kann in einem Forum nicht wirklich durchgezogen werden. Allein die Frage nach dem Brandschutz müsste dir ein Fachmann vor Ort untersuchen und dir näher bringen können. U.U. muss alles weg und die Decke neu aufgebaut werden, auch wenn die Balken so wie sie sind drin bleiben können. Das ist nix für DIY.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Danke.

    Aber vielleicht kann mir ja doch noch jemand einen Tip geben wie man am besten damit umgeht.
    Eine Holzbalkendecke ist ja nichts außergewöhnliches denke ich und der Aufbau auch in der Regel gleich.

    Wenn man eine Holznalkendecke neu aufbauen möchte welche Schüttung würde man denn heutzutage benutzen
    für Tritschalldämmung?

    liebe Grüße

  • Eine Holzbalkendecke ist ja nichts außergewöhnliches denke ich und der Aufbau auch in der Regel gleich.

    Schon, aber Deine Holzbalkendecke scheint aber gerade nicht so zu sein, wie die allermeisten Holzbalkendecken. Die weisse Lage, die auf den Bildern relativ fest und monolithisch aussieht ist in dieser Form sehr sehr ungewöhnlich und keine der üblichen Bauarten.

    Aber vielleicht kann mir ja doch noch jemand einen Tip geben wie man am besten damit umgeht.

    Den hast Du bereits bekommen:

    Du solltest erst mal gar nichts machen. Hol einen Fachmann. Die Aufgabe ist nicht ganz trivial, wenn man es richtig machen will und kann in einem Forum nicht wirklich durchgezogen werden.

    Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen!

    Wenn man eine Holznalkendecke neu aufbauen möchte welche Schüttung würde man denn heutzutage benutzen für Tritschalldämmung?

    Eine möglichst schwere, was aber allein heutigen Ansprechen nicht genügen wird. Es braucht (meistens) z.B. eine möglichst weiche Trittschallentkopplung(slage) und eine möglichst schwere Estrichplatte darauf. Aber es braucht fast immer auch noch mehr, nämlich eine Brandschutzschicht. Ob aber ein Neuaufbau sinnvoll oder gar notwendig ist, lässt sich in Deinem Fall nur nach örtlicher Besichtigung durch eine sachverständige Person (am sinnvollsten Bauing. oder Architektin mit Erfahrung in der Altbausanierung) klären, s.o.. Also:

    Hol einen Fachmann.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • In Bayern bei Gebäudeklasse 1 nicht. Für Gebäudeklasse 2 und 3 gilt feuerhemmend. Für Kellerdecken gilt feuerhemmend.

    Soweit ich das auf die Schnelle gesehen habe, ist das auch in NRW so.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Ich habe einen jungen architekten aber eigentlich einer anderen Sache also wegen einen Anbau.
    Und der sagte mit bezügliche der Holzbalkendecke.
    Ich soll alles rausreißen. von unten an den Balken eine Folie nageln für Rieselschutz und dann von unten an die Balken dünne OSB Platten.
    OSB Platten unter den Balken weil dort kein Fehlboden ist und die Schüttung und Dämmstoffe ja irgendwo halten muss wenn man von oben kippt bzw befüllt
    Dann von oben zwischen den Balken befüllen und dann auf die Balken von oben OSB Platten wieder.
    Aber ich weiß nicht genau ob das der Richtige Tip ist

    Liebe Grüße

  • Wie würde denn der aufbau aussehen ca?.
    so viele verschiedene möglichkeiten gibt es da doch bestimmt nicht
    Wenn man oben und unten und in der Mitte alles entfernt wie baut man denn das wieder auf?
    Im entefekt hängen ja dann zum schluss Holzbalken in der Luft das ist ja in jedem Haus gleich
    wenn man alles entfernt


    MfG

  • Wie oben schon von Frau Maier und Skeptiker geschrieben: hol Dir einen Fachmann. Wenn Dein Architekt es nicht drauf hat nach Möglichkeit einen, der mit solchen alten Holzbalkendecken Erfahrung hat.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Ich habe einen jungen architekten aber eigentlich einer anderen Sache also wegen einen Anbau.
    Und der sagte mit bezügliche der Holzbalkendecke.
    Ich soll alles rausreißen. von unten an den Balken eine Folie nageln für Rieselschutz und dann von unten an die Balken dünne OSB Platten.
    OSB Platten unter den Balken weil dort kein Fehlboden ist und die Schüttung und Dämmstoffe ja irgendwo halten muss wenn man von oben kippt bzw befüllt

    Das direkte (punktuelle) Unterschrauben von dünnen OSB-Platten erscheint mir weniger sinnvoll. Ich habe das Problem schon öfter gelöst wie folgt:

    1. Latten seitlich unten an den Balken nach Vorgaben der Statik befestigen
    2. "Stakung" auf den angesetzten Latten auflegen
    3. Rieselschutz einbringen
    4. Unterdecke mit entsprechender Qualifikation (hier wohl F30) unterseitig der Balken nach Systemzulassung anbringen
    5. Dielungslage (ggf. auch OSB-Platten) auf die Balken auf- oder zwischen die Balken einbringen
    6. Trittschallämmung aufbringen
    7. (Trocken-) Estrich aufbringen
    8. Bodenbelag nach Gusto

    Ob das bei Dir passt? Keine Ahnung. Dafür gibt es, wie ich schon schrieb Profis:

    Ob aber ein Neuaufbau sinnvoll oder gar notwendig ist, lässt sich in Deinem Fall nur nach örtlicher Besichtigung durch eine sachverständige Person (am sinnvollsten Bauing. oder Architektin mit Erfahrung in der Altbausanierung) klären, s.o..

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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    Einmal editiert, zuletzt von Skeptiker () aus folgendem Grund: Unterstreichung ergänzt

  • Das direkte (punktuelle) Unterschrauben von dünnen OSB-Platten erscheint mir weniger sinnvoll. Ich habe das Problem schon öfter gelöst wie folgt:

    1. Latten seitlich unten an den Balken nach Vorgaben der Statik befestigen
    2. "Stakung" auf den angesetzten Latten auflegen
    3. Rieselschutz einbringen
    4. Unterdecke mit entsprechender Qualifikation (hier wohl F30) unterseitig der Balken nach Systemzulassung anbringen
    5. Dielungslage (ggf. auch OSB-Platten) auf die Balken auf- oder zwischen die Balken einbringen
    6. Trittschallämmung aufbringen
    7. (Trocken-) Estrich aufbringen
    8. Bodenbelag nach Gusto

    Ob das bei Dir passt? Keine Ahnung. Dafür gibt es, wie ich schon schrieb Profis:

    Danke das hört sich ja schon interessant an

  • Ich werde einen Statiker fragen
    aber die Decke ist doch auch jetzt belastet und mindestens in dem selben Umfang kann ich doch die Decke
    auch belasten mindestens :-)

  • aber die Decke ist doch auch jetzt belastet und mindestens in dem selben Umfang kann ich doch die Decke auch belasten mindestens :-)

    seufz. Du bist aber wirklich sehr uneinsichtig. Nocheinmal gaaaaaaaannnnnnnz langsam:

    Ob ... ein Neuaufbau sinnvoll oder gar notwendig ist, lässt sich in Deinem Fall nur nach örtlicher Besichtigung durch eine sachverständige Person (am sinnvollsten Bauing. oder Architektin mit Erfahrung in der Altbausanierung) klären.

    1. Die Tragfähigkeit Deiner Decke unter den heutigen normativen Erfordernissen muss ein/e TragwerksplanerIn bewerten.
    2. Nach dem Rückbau wesentlicher Teile hat Deine Decken vermutlich baurechtlich keinen Bestandsschutz mehr und muss damit die heutigen Anforderungen erfüllen. Bestandsschutz hätte Deine Decke allenfalls dann, wenn sie entsprechend der zum Errichtungszeitpunkt geltenden "anerkannten Regeln der Technik" ausgeführt wurde und in ihren wesentlichen Bauteilen unverändert erhalten bleibt bzw. nur instandgesetzt wird. Dies kann fachlich nur ein/e TragwerksplanerIn bewerten, womit wir wieder bei 1. wären.
    3. Daraus, dass die Decke bisher gehalten hat, kann man im Zweifel sicher nur ableiten, dass man bisher Glück gehabt hat. Vielleicht auch mehr, aber sicherheitshalber noch einmal für Dich ...

    ob ... ein Neuaufbau sinnvoll oder gar notwendig ist, lässt sich in Deinem Fall nur nach örtlicher Besichtigung durch eine sachverständige Person (am sinnvollsten Bauing. oder Architektin mit Erfahrung in der Altbausanierung) klären.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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