Endenergiebedarf in kWh/(m² a) bei EnEV 2007, 2009, 2014, 2016 und KfW 70, 55, 40

  • Moin liebe Experten,

    ich interessiere mich dafür welchen Endenergiebedarf in kWh/(m² a) ein Mehrfamilienhaus nach

    • EnEV 2007
    • EnEV 2009
    • EnEV 2014
    • EnEV 2016
    • KfW 70
    • KfW 55
    • KfW 40

    ca. hat bzw. welche Spannen es gibt bzw. welche Maximalwerte (maximal erlaubter Verbrauch pro EnEV/KfW).


    Mir ist es bei Immobilien Anzeigen aufgefallen, dass es scheinbar "spannen" gibt. Auf den Energieausweisen gibt es eine kleine Grafik mit Vergleichswerten der Endenergie. Dort sehe ich, dass z. B. ein MFH Neubau etwas weniger Energie benötigt wie ein EFH. Was vermutlich an der Gebäudegeometrie bzw. der vermutlich - relativ gesehen - kleineren "Außenfläche" pro m² Innenfläche liegt.


    Was ich durch googlen immer wieder finde ist der Primärenergiebedarf z. B. hier EnEV_2016.pdf Seite 11. Allerdings interessiere ich mich für den Endenergiebedarf.


    Wo kann man so etwas nachlesen oder wisst ihr es evtl. auswendig/habt Erfahrungswerte?


    LG

  • R.B.

    Hat das Thema freigeschaltet
  • das ist gar nicht so einfach, da der Energiebedarf ganz wesentlich vom Heizenergieerzeuger mitbestimmt wird.

    Wärmepumpen haben schon von Haus aus deutlich niedigere Energiebedarfe. Dafür ist aber der Energieträger sehr teuer (Strom).

    Höhere Endenergiebedarfe haben z.B. Hackschnitzelheizungen, dafür ist der Energieträger sehr günstig.


    Bei den KfW-Standards ist auch zu berücksichtigen, dass die KfW irgendwann mal die Systematik umgestellt hat. Es gab früher ein KfW-Energiesparhaus 70 bzw. 40, heute nennt es sich mit abweichender Datenbasis Effizienzhaus.


    Wir haben damals ein KfW-Energiesparhaus 40 gebaut. Nach heutiger Berechnungsmodalität wäre das heute etwa in der Mitte zwischen KfW-Effizienzhaus 55 und 70.

    Wobei es Konstellationen gab, da war ein Energiesparhaus 40 nur mit sehr aufwändigen Konstruktionen zu erreichen. Ein KfW-Effizienzhaus 55 erreichst Du heute ggf. recht leicht... Das hat auch mit der Verringerung der Primärenergiefaktoren für Strom zu tun.

    Vor der Umstellung der Primärenergiefaktoren war beispielsweise ein Haus mit Luft-Wärmepumpe fast nicht umsetzbar, heute erreichst Du damit sogar Effizienzhaus 55-Standard.

  • Guten Morgen,

    vielen Dank für die Rückmeldung! Dann muss ich wohl die Frage konkretisieren, da wohl der Heizenergieerzeuger bzw. dessen Quelle eine große Rolle spielt. Leider kann ich meine Frage nicht mehr bearbeiten.


    Gerne würde ich die Frage von oben beantwortet haben wenn die Heizung mit Gas läuft. Außerdem würde ich einschränken, dass nur noch die EnEV angesehen wird. Der Einfachheit wegen.



    Folgendes habe ich zum Primärenergiebedarf gefunden: "Der Primärenergiebedarf ist vor allem in ökologischer Hinsicht interessant. Je niedriger er ist, desto besser. Hier wird nicht nur die im Haus eingesetzte fossile Energie betrachtet, sondern es werden auch Umwandlungsverluste und der energetische Aufwand in Schritten wie Gewinnung und Transport eines Energieträgers berücksichtigt. Der Primärenergiebedarf ergibt sich aus der Multiplikation des Endenergiebedarfs mit den Primärenergiefaktoren (Holz 0,2 / Strom 1,8 / Öl 1,1 / Sonnenenergie 0) für den nicht erneuerbaren Energieanteil."


    Quelle: Energieausweis: Was sagt dieser Steckbrief für Wohngebäude aus? | Verbraucherzentrale Wenn man auf das "i" bei Primärenergiebedarf klickt.



    Verstehe ich folgendes richtig?


    Ich gehe von Gas als Primärenergiefaktor aus. Dann benötige ich die Anforderungswerte der jeweiligen EnEV-Versionen an den Primärenergiebedarf. Diesen teile ich dann durch 1,1 und komme so auf den maximal zulässigen Endenergiebedarf?


    Wenn ja, bräuchte ich jetzt nur eine Liste der Anforderungswerte an den Primärenergiebedarf der jeweiligen EnEV?



    Danke!

  • Deine Frage von oben kann man nicht so einfach mit einer Zahl beantworten....

    Der End oder Primärenergiebedarf wird für jedes Haus separat berechnet mit speziellen Programmen


    Stelle 3 Häuser nebeneinander dann wird jedes Haus ne andere Zahl haben ... ausser die Häuser sind absolut Identisch


    Was genau interessiert dich ?

    Bitte die Farge nochmal genauer formulieren

  • Wenn ja, bräuchte ich jetzt nur eine Liste der Anforderungswerte an den Primärenergiebedarf der jeweiligen EnEV?

    eine solche Liste gibt es nicht.

    Es wird als Anforderungsgröße das so genannte "Referenzgebäude" berücksichtigt und bewertet.

    Das ist ein Gebäude mit identischen geometrischen Eigenschaften wie das Untersuchte. Aber mit der so genannten Referenzausführung. Dies betrifft die Qualität der Außenbauteile, aber auch die haustechnische Ausstattung und weiterer Randbedingungen. Und genau dieses Referenzgebäude definiert die Anforderungsgröße.

    Diese Herangehensweise, um unnbeabsichtigte Härten bei besonderen Geometrien, Fensterflächenanteilen o.ä. zu vermeiden...

  • Jetzt komm ich daher wie die alte Fastnacht.


    Also: Wenn Du energetische Modernisierungsmaßnahmen vorhast, dann hat die EnEV Dir vorgegeben, welchen Mindestwert Du beim jeweiligen Bauteil mindestens erreichen musst.


    In den Gesamtwert fließen die einzelnen Bauteile ein, da kann man dann etwas jonglieren. Fenster etwas besser, Wände etwas schlechter etc.


    Das ganze rechne ich mit einem Programm, Alfons Fischer , ich glaube, Du hast früher per Hand gerechnet, oder? Ich bin erst später dazugekommen. Jedenfalls kann Dir bei dem Problem ein Energieberater helfen. Das ist alleine nicht machbar und zudem hast Du ja keine Sicherheit, ob Du richtig gerechnet hast. Möchtest Du einen bestimmten Wert erreichen wegen der Förderung, brauchst Du eh professionelle Unterstützung.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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