Sensoren im Fußbodenaufbau zur Erkennung von Wasserschäden

  • Hallo zusammen,

    bei einem Neubau in Holzrahmenbauweise ist die Frage aufgetaucht ob es Möglichkeiten gibt, einen möglichen Wasserschaden nach der Bauzeit frühzeitig zu erkennen.

    Sind hier jemandem Systeme bekannt, bei dem irgendwelche Sensoren auf der "Rohdecke" (Massivholzdecke) verbaut werden, die dann ein Signal geben wenn die Feuchtigkeit einen bestimmten Wert übersteigt?


    Das ganze sollte keine Raketenwissenschaft sein. Es muss nicht unbedingt an einem Display von jedem Sensor eine Anzeige mit einem relativen Feuchtewert angezeigt werden. Ich denke da eher an so etwas wie die Regensensoren bei Dachfenstern. Von diesen könnte man pro Stockwerk 3-4 Stk. im Bodenaufbau verteilen und an einer zentralen Stelle verkabeln.

    Wenn Sensor 3 (Badezimmer) z.B. Nässe meldet, wüsste man wo man dass und wo in etwa man suchen muss, bevor größere Schäden entstehen.


    Es gab vor kurzem einen anderen Thread wo das selbe Thema beim Flachdach diskutiert wurde, da war so eine "einfache" Lösung aber nicht besprochen worden.

    Da es bei dem Bau auch ein Flachdach gibt, wäre so ein System doch sicher auch da denkbar.


    Was meint ihr? Gibt es etwas fertiges, oder etwas, was ein motivierter Elektriker auch aus Einzelkomponenten selbst relativ kostengünstig bauen kann oder ist das generell Blödsinn?


    mfg

  • Es gibt für die Leckageerkennung verschiedene Sensoren,, Auswerteelektronik, alles was das Herz begehrt. Von Bastelsystemen bis hin zu professionellen Systemen die im Industriebereich eingesetzt werden.


    An der technischen Machbarkeit scheitert das Vorhaben nicht.


    in einem EFH habe ich das bisher nur ein einziges Mal gesehen, bei einem Bekannten der auch Hobbyelektroniker ist. Er hat damit aber auch nur einen einzigen Raum ausgestattet, Hobby halt. Seine Sorge war, dass die großen Pufferspeicher mit 2.000 Liter die er im Keller stehen hat, einmal Leck werden.

    Bei einer FBH hätte ich weniger Kopfschmerzen, die Rohre machen am wenigsten Probleme. Leckagen an einer Installation sind überwiegend auf Verbindungen zurückzuführen.


    Die Ausbreitung im Bodenaufbau geschieht relativ langsam, je nach Material. Bei einem HRB wäre es möglich, dass Du das Wasser durch die Decke tropfen siehst, bevor ein Sensor anschlägt, Du kannst ja nicht jeden cm² des Bodens mit einem Sensor bestücken, und dann ist der Weg nach unten vielleicht kürzer als bis zum nächsten Sensor.

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  • Danke für die Rückmeldung.

    Ich habe das jetzt mal mit meinem Elektriker besprochen, der sucht mal was raus.

    Er meint das wäre kein Problem und auch kostenmäßig sehr überschaubar.


    Wir werden an neuralgischen Stellen (Küche, Bad, Flachdach) auf der Rohdecke einen Feuchtigkeitssensor einbauen. Wenn der dann im Wasser steht, sollte es eine Meldung geben. Mit KNX sollte das kein Problem sein.

    Wenn alles so klappt wie gewünscht, werde ich mal berichten wie es ausgeführt wurde und wie es funktioniert.

  • Bin gespannt.


    Bei einem einzigen Sensor auf einer großen Fläche hätte ich Bedenken, dass der gar nicht bemerkt, ob es irgendwo zu einem Leck kommt. Je nach Entfernung bis zur Leckstelle, steht bereits der komplette Keller unter Wasser bis der Sensor das mitkriegt. Man sollte sich also sehr gut überlegen, wo man so einen Sensor platziert.


    Was man auch bedenken sollte, eine Leckage zeigt sich eher selten darin, dass sehr große Mengen Wasser austreten, sondern die Durchfeuchtung beginnt tropfenweise.

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  • Dir sollte klar sein, dass bei einer Aufstellung in der Trittschalldämmung eines schwimmenden Estrichs aus EPS nicht unbedingt eine nennenswerte Anstauhöhe des Wassers gegeben ist, so dass der Sensor dann eventuell nicht anspräche. Es sollte also sichergestellt sein, dass der verbaute Sensor schon bei minimalem Wasserstand von einem Millimeter anspricht. Dies muss auch auf einer deutlich unebenen und nicht perfekten Rohdecke / Bodenplatte funktionieren. Bei Decken daran denken, dass diese immer planmäßig durchhängen!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • *lach* das treffen wieder Theorie und Praxis aufeinander......


    Theoretisch ist ja viel messbar. Aber praktisch total nonsens.

    Um zuverlässig sowas zu überwachen braucht es mindestens je Raum 4-5 Sensoren, weisgott auch mehr, je nach Raumgröße.

    Aber das Hauptproblem ist doch beim Wasser das es automatisch nach oben steigt. und wenn es nur minmal undicht ist, so saugt es eher die Ständerwand weg, als das es vielleicht an einen Sensor rankommt. Kapilare Wirkung und so ;)

    Bei Fernleitungen (Tiefbau) gibt es für die Leitungen einen Leckageschutz mit zwei drähten in der Dämmung. Darüber lässt sich dann theretisch rausmessen wo das Innere Rohr Leck ist. Die vergraben auch nicht alle 5m einen Sensor. Viel zu teuer, anfällig und unwirtschaftlich.


    Dafür lieber ein paar Euros mehr in den Neuralgischen Räumen in die Abdichtungseben investieren. Ergo alles in Vorwänden verstauen und die dahinterliegende Wand abdichten, damit nichts aus dem Raum in die Raumteilenden Wände und deren Dämmung gelangen kann.

    Die Vorwände /sofern aus KVH, vom Boden mit Kunststoffklötzen fernhalten und auf der Vorderseite abermals sauber abdichten. auf den Roh, sowie Fussboden, samt ALLER durchdringungen. (Manche HAben dann extra für das Obenliegende Bad einen Prüfschlauch eingebunden der im darunter liegenden Technikraum in einem Eimer oder Trichtersifon endet. um einen evt See zu entwässern bzw als Prüföffnung.


    Das ganze funktioniert nur, wenn Alle darin befindlichen Gewerke eine Planung mit/und Ahnung haben,

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • Wenn alles so klappt wie gewünscht, werde ich mal berichten wie es ausgeführt wurde und wie es funktioniert.

    Du wirst nie wissen ob es funktioniert, es sei denn Du hast so viel Glück (oder Pech?) wie einen 6er im Lotto und

    - es tritt tatsächlich eine Leckage auf

    - die Leckage ist in umittelbarer Nähe es Sensors

    - der Sensor und die Meldeelektronik funktionieren dann noch ordnungsgemäß.


    Wenn ich jetzt mal grob überschlagen würde für die nächsten 30 Jahre:

    1% Leckage

    1% Sensor sitzt an der richtigen Stelle und Detektion funktioniert auch noch richtig


    Sprich, in einem von 10000 Fällen nützt dir der Sensor was.

  • Naja ich hoffe natürlich dass du Recht hast.

    Ich bin da leider ein etwas gebranntes Kind, da ich schon mehrmals bei Bekannten und auch einmal in der eigenen Wohnung die Erfahrung machen musste, dass eine nicht bemerkte Leckage größere Schäden verursacht hat, da sie (vermeintlich) lange unerkannt blieb.


    Ich stimme dir zu, die richtige Stelle zu finden wäre tatsächlich ein Glückstreffer. Da die Decke aber eine Bauzeitabdichtung erhält, die auch verbaut bleibt, kann es unter Umständen länger dauern bis das irgendwo unten raustropft.


    Beim Flachdach sehe ich es aber tatsächlich als sinnvoll an. Da steht oftmals bei einer Undichtigkeit lange Zeit das Wasser unbemerkt auf der Dampfsperre und durchfeuchtet die Dämmung. Würde man das frühzeitig merken, könnte man reagieren bevor die komplette Dämmung abgesoffen ist.


    Ich weiß, das ist alles etwas unkonventionell und braucht es auch nicht wirklich, aber am eigenen Bau macht man ja manchmal Dinge, die man nicht unbedingt jemandem verkaufen würde ;-)

    Deine Wahrscheinlichkeitsrechnung werde ich aber nochmal berücksichtigen, wenn mir der Elektriker die tatsächlichen Kosten nennen kann.

  • Ich bin da leider ein etwas gebranntes Kind, da ich schon mehrmals bei Bekannten und auch einmal in der eigenen Wohnung......

    Das ist natürlich ärgerlich. Es stellt sich immer die Frage, wodurch die Leckage verursacht wurde. Ein geplatzter Schlauch an einer WaMa hat nichts mit der Trinkwasser- oder Heizungsinstallation zu tun. Man muss also aufpassen, dass man nicht an der falschen Stelle investiert.


    Wenn ich zurückblicke, dann kann ich über folgende Fälle in den letzten gut 50 Jahren berichten.


    1. Ein geplatztes Kunststoffrohr in einer Garage, verursacht durch Frost

    2. Leckage durch eine mangelhafte Dichtung an einem Wasserzähler


    zu 1.

    Da wurde vergessen die Außenzapfstelle im Winter zu entleeren, und ausgerechnet am kältesten Tag stand über die Nacht auch noch das Garagentor offen.


    zu 2.

    Es sind über Wochen einige "Tropfen" in das Mauerwerk (HBL) eingedrungen, danach hat sich ein feuchter Fleck an der Wand im Geschoss darunter gezeigt. Nach Reparatur ist alles wieder abgetrocknet. "Reparaturkosten" ein paar Mark für neue Wandfarbe, obwohl.....eine Renovierung der Küche war sowieso bald fällig. Was die Erneuerung des Zählers gekostet hat, das weiß ich nicht mehr, war aber nicht so teuer.


    Welcher Schaden hätte durch eine Überwachung mit Sensoren vermieden werden können? In der Garage hätte ich niemals Sensoren verbaut, und in den Räumen hätten Sensoren im Bodenaufbau auch nichts festgestellt.


    Wenn es um Wasserschäden geht, dann werden diese meist durch Anbauteile (inkl. Schläuche etc.) verursacht. Deswegen werden diese bei den Versicherungen gerne mal ausgeschlossen (ja, die Versicherer wissen schon warum). Dann kommen irgendwelche Verbindungen die eine Schwachstelle sein könnten. Die Rohre selbst werden so gut wie nie eine Leckage aufweisen, zumindest so lange sie fachgerecht eingesetzt und nicht mutwillig zerstört werden.


    Ich würde mir mehr Sorgen um WaMa oder Spülmaschine machen als um die Trinkwasser- oder Heizungsinstallation.

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  • Für das Flachdach gibt es fertige Sensorik die man käuflich erwerben kann. Wenn ich mich richtig entsinne liegen die Kosten ohne Messgerät irgendwo bei 10-15 Euro/m2.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Was habe ich als SV bisher als Wasserschäden rein im Inneren von Gebäuden (also ohne Kondensatschäden und Undichtigkeiten der Gebäudehülle) gesehen?


    Kurzbeschreibung Schadengeschädigte GeschosseUrsacheSchadenshöhe (ca.)frühere Entdeckung durch Sensor in TSD möglich?
    Sprinklerleitung im Neubau (Labor) undicht1gerissene Rohrverbindung1.000.000 €nein, wurde innerhalb von Minuten entdeckt
    Wasseraustritt WC-Spülkasten1Konstruktionsfehler Spülkasten50.000 €möglich, aber sehr unwahrscheinlich, da der Wasserzutritt sehr sehr langsam tropfenweise erfolgte und das Wasser kapillar von Trockenbauwänden aufgenommen wurde. Es gab nie einen Wasseraufstau. Entdeckung durch Schimmelwachstum an GK-Wänden
    Wasseraustritt Trinkwasserleitung3Riss Eckventil10.000 €sehr wahrscheinlich nein, wurde innerhalb weniger Stunden entdeckt
    Wasseraustritt Trinkwasserleitung 3Schraube in Leitung100.000 €möglich, aber unwahrscheinlich, da der Wasserzutritt sehr langsam erfolgte und das Wasser kapillar von Trockenbauwänden aufgenommen wurde. Es gab nie einen Wasseraufstau. Entdeckung durch Schimmelwachstum an GK-Wänden
    Rückstau bodengleiche Dusche 2Wandablauf Dusche verstopft100 €nein, wurde sofort entdeckt
    Wasseraustritt Heizungsanlage 1Leitungsundichtigkeit100.000 €wahrscheinlich ja, Entdeckung so durch Schimmelwachstum an GK-Wänden
    Rückstau bodengleiche Dusche 1Bodenablauf Dusche verstopft100 €nein, wurde sofort (innerhalb von Minuten) entdeckt


    Ich kann R.B. nur bekräftigen: Nur in einem geringen Teil der Fälle von bestimmungswidrig austretenden Leitungswasser hätte ein Wassersensor den Schaden reduziert oder verhindert.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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