Grenadiersturz fachgerecht hergestellt?

  • Hallo,
    ich bin neu hier und zufällig auf dieses interessante Forum gestoßen. Ich suche nach einer Antwort zum Thema 'Grenadiersturz'.


    Wir haben eine neu hergestellte DHH gekauft. Das Haus ist fix und fertig - wir haben die Bauphase nicht miterlebt.
    Jetzt geht es um die Bauabnahme. Weil im Nebenhaus der DHH im Heizungsbereich ein heftiger Wasserschaden aufgetreten ist haben wir einen Sachverständigen zur ersten Bauvorabnahme mitgenommen, der unsere DHH daraufhin untersuchen sollte ob der Wasserschaden 'nebenan' Auswirkungen auf unsere DHH hat. Es scheint aber alles ok zu sein - der Sachverständige hat dies mit einer Wärmebildkamera untersucht.


    Bei dieser Bauvorabnahme sind dem Sachverständigen auch die Grenadierstürze über den Fenstern und Außentüren im Verblendmauerwerk aufgefallen. Die Grenadierstürze gehen nicht in das seitliche Mauerwerk über. Eine Hilfskonstruktion zum Abfangen der Lasten und Verteilung der Lasten auf das seitliche Mauerwerk ist von außen nicht zu erkennen.
    Vom Bauleiter haben wir auf unser Nachfragen die Antwort bekommen: '... wurde fachgerecht ausgeführt'. Auf diese fachgerechte Ausführung aller Gewerke wurde auch im Kaufvertrag hingewiesen.


    Meine erste Frage: Kann man von außen erkennen ob eine Hilfskonstruktion zum Abfangen der Lasten in den Grenadiersturz eingebaut wurde?

    Meine zweite Frage: ist der Bauleiter/Verkäufer verpflichtet uns als Käufern eine detaillierte Antwort zu unserer Frage nach der verwendeten Unterkonstruktion zu geben.


    Noch eins: 'unser' Sachverständiger ist ein lieber Kerl mit - wie es mir scheint - sehr viel Fachwissen. Aber er redet sehr sehr viel und es fällt ihm schwer eindeutig zu argumentieren. Zu einer Ausarbeitung der von ihm gefundenen Mängel ist er nicht in der Lage. Auch die rechtlichen Konsequenzen (mit Kaufvertrag und Baubeschreibung im Hintergrund) kann er nicht abschätzen. Wir haben ihn engagiert, weil wir uns 3 Tage vor der Bauvorabnahme zur Einschaltung eines Sachverständigen entschieden haben - von den Bauherrenverbänden war so kurzfristig niemand zu bekommen.


    Ich würde mich sehr über Antworten zu den beiden Fragen freuen
    Fred

  • Interessant. Sogar mit leichter Überhöhung hergestellt. Könnten tatsächlich echte Grenadierstürze sein.


    Solange rechts und links noch ausreichend Mauerwerk vorhanden ist und da nicht noch irgendwelche Einzellasten drüber liegen, halten die allein durch die Gewölbewirkung.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Meine erste Frage: Kann man von außen erkennen ob eine Hilfskonstruktion zum Abfangen der Lasten in den Grenadiersturz eingebaut wurde?

    Meine zweite Frage: ist der Bauleiter/Verkäufer verpflichtet uns als Käufern eine detaillierte Antwort zu unserer Frage nach der verwendeten Unterkonstruktion zu geben.

    Nein + Nein



    Wir haben ihn engagiert, weil wir uns 3 Tage vor der Bauvorabnahme zur Einschaltung eines Sachverständigen entschieden haben - von den Bauherrenverbänden war so kurzfristig niemand zu bekommen.

    Ein Wunder, dass Ihr überhaupt wen gefunden habt. Weitere Wunder würde ich jetzt nicht erwarten.

    Wer Wasserschäden schon mit Thermographie sucht,.... (Mag gehen, aber es gibt einfachere und billigere Methoden)


    Von den Bauherrenverbänden gibts auch selten Koriphäen. Dito bei den den Autpbapperlvereinen.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • ... Thema 'Grenadiersturz'.


    Meine erste Frage: Kann man von außen erkennen ob eine Hilfskonstruktion zum Abfangen der Lasten in den Grenadiersturz eingebaut wurde?

    Meine zweite Frage: ist der Bauleiter/Verkäufer verpflichtet uns als Käufern eine detaillierte Antwort zu unserer Frage nach der verwendeten Unterkonstruktion zu geben.

    nein, nein

    Weil im Nebenhaus der DHH im Heizungsbereich ein heftiger Wasserschaden aufgetreten ist haben wir einen Sachverständigen zur ersten Bauvorabnahme mitgenommen, der unsere DHH daraufhin untersuchen sollte ob der Wasserschaden 'nebenan' Auswirkungen auf unsere DHH hat. Es scheint aber alles ok zu sein - der Sachverständige hat dies mit einer Wärmebildkamera untersucht.

    :eek:


    Wie er das gemacht hat, würde mich interessieren.

    Die Grenadierstürze gehen nicht in das seitliche Mauerwerk über. Eine Hilfskonstruktion zum Abfangen der Lasten und Verteilung der Lasten auf das seitliche Mauerwerk ist von außen nicht zu erkennen.

    :wall:


    Das ist im Zeitalter der an Edelstahlkonsolen aufgehängten hinterlüfteten Vormauerschalen ganz normal. Außerdem scheint der gute Mann auch das Wirkprinzip von Gewölben nicht verstanden zu haben - ganz davon abgesehen, ob hier eines vorhanden ist.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ich kann heute Mittag mal eine Nahaufnahme machen.


    Für mich - bin wie gesagt Laie - sieht dieses scheinbare Gewölbe eher nach eine optischen Verschönerung aus. Rechts und links liegt der Sturz nicht auf dem seitlichen Mauerwerk auf - bzw geht nicht in dieses Mauerwerk hinein. Wenn der Mörtel über dem Sturz und rechts und links neben den äußeren senkrechten Steinen nicht mehr hält rutscht der gesamte Sturz einfach runter. Schräg gestellte Steine allein machen noch kein selbsttragendes Gewölbe - ein selbsttragendes Gewölbe muß rechts und links irgendwo aufliegen (und wenn es nur wenige Zentimeter sind - oder denke ich da falsch?
    Wenn in dem Sturz eine Hilfskonstruktion eingebaut ist sieht es natürlich anders aus. Aber wie gesagt - ich kann diese Hilfskonstruktion nicht erkennen.

  • oder denke ich da falsch?

    JA

    1) gibt es Fertigteilstürze, bei denen man nach der Verfugung die Auflageranker nicht mehr siesht.

    1427793372_bild-13.jpg

    2) gibt es Konsolen, die Stürze VON HINTEN halten, also nach Fertigstellung der Fassade ebenfalls nicht (mehr)sichtbar sind

    Elmco 10 FTS.JPG

    3) funktioniert Gewölbewirkung auch ohne sichtbare Neigung der Steine

    csm_Fenster_Fensteraufbau_Fenstersturz_Grenadiersturz_Foto_energie-experten.org_b9c4e76041.jpg

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  • ... oder denke ich da falsch?

    ja


    Ich habe keine Lust, Dir an allen Punkten einzeln ausführlich zu widersprechen. Du liegst einfach falsch.

    Wenn in dem Sturz eine Hilfskonstruktion eingebaut ist sieht es natürlich anders aus.

    Das was Du für eine Hilfskonstruktion hältst, wäre die eigentliche Konstruktion. Es gibt mehrere konstruktiv richtige Lösungen, die alle kein sichtbares Auflager haben. Und sogar selbst statisch wirkende Stürze müssen kein vertikales Auflager haben.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Eigentlich duch wurscht wie der Sturz funktioniert.... da könnt ihr euch jetzt im Detail verlieren.


    ABER:

    Wenn der Verkäufer als Fachfirma dir bestätigt, das es nach den Anerkannten Regeln der Technik gebaut wurde, in genau diesem Punkt, so hast du als Laie das ja schriftlich, wenn es in den nächsten Jahren Probleme damit gibt. Bitteschön, Extra bestätigt bekommen und somit gibts dann später keine Ausreden mehr.

    Wie gesagt wurde, es ist nicht ersichtlich und somit immer spekulativ.

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • Ob der Verkäufer das versichert oder nicht ist nicht sonderlich wichtig, weil ein von ihm errichteter Neubau bei Abweichung von den a. R. d. T. auch ohne diese Erklärung mangelhaft ist.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ich danke euch für die vielen Antworten. Ich habe zwar Fotos gemacht - aber das Einstellen erübrigt sich wohl wenn die Art der Konstruktion von außen nicht erkennbar ist.


    Ob der Verkäufer das versichert oder nicht ist nicht sonderlich wichtig, weil ein von ihm errichteter Neubau bei Abweichung von den a. R. d. T. auch ohne diese Erklärung mangelhaft ist.

    Das mag schon richtig sein.
    Ich halte die korrekte Herstellung der Fensterstürze für sicherheitsrelevant. So, wie ihr es schildert, habe ich aber keine Möglichkeit dies vor der Abnahme zu prüfen und kann erst dann reagieren wenn der Schadensfall (evtl. mit einem Unfall) eingetreten ist. Das bringt kein gutes/sicheres Gefühl.

  • OK, Oldenburg ist jetzt nicht das typische Bergbaugebiet, aber fahr mal in den "Ruhrpott" und schau Dir alte Häuser (> 100Jahre) mit Bergschäden an. Bei denen ist oft auch ein Riss im Bereich der Stürze zu sehen und damals gab es noch keine "verstckteN" Tragkonstruktionen. Die stehen aber noch.

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  • Also ich denke Fertigteilsturz ist eher unwahrscheinlich - diese mit der Überhöhung herzustellen geht sicherlich - habe ich hier in OL und Umgebung zumindest noch nicht gesehen, die sieht man eher oft bei Läuferstürzen ohne Grenadier etc...


    Wenn es denn fachgerecht hergestellt wurde, dann kann es sich nur um eine Edelstahltragkonstruktion handeln, eine solche wurde auch schon im obigen Post beschrieben...


    Was man hier "oben" allerdings auch häufig im EFH-Bau beobachten kann, ist dass diese Grenadierstürze einfach so auf einer Lehre gemauert werden - ohne dahinter oder unterliegender Konstruktion. Bei meinem Nachbar ist ein solch ausgeführter gerader Grenadiersturz in ca. 2,50m Breite seitlich abgesackt - da war dann der "Schuldige" einfach zu bestimmen...


    Also lieber nochmals nachfragen, ggf. kennt man den Namen des Rohbauers / Verblendherstellers und fragt dort mal "dumm nach" oder schaut sich andere Baustellen dieser Firma in der Umgebung an wies dort gemacht wird... (vllt. zieht der ja in näherer Umgebung gerade gleiche / ähnliche Objekte hoch...)

  • Ich finde der Sturz sieht OK aus. Statische Berechnungen? War? ist doch ein Regelbauteil wenn die Überhöhung ausreichend ist.

    öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maurer- und Betonbauerhandwerk