ENEV2016 und auf Lüftungsanlage verzichten?

  • oh ja. Man sollte mal darüber nachdenken, ob das was wir heutzutage brauchen (?) wirklich notwendig ist. Auch wir schaffen es in unseren betagten Alter von 36/40 noch ganz gut, unsere Lichtschalter nach alter Manier per Hand zu bedienen.

  • aber wenn man propagiert, dass man in "heutigen" EFH- häusern
    ohne KWL nicht hausen kann, läuft etwas schief, meiner meinung nach.


    Klar kann man auch heute noch in neuen Häusern ohne KWL wohnen. Es gibt halt den Unsicherheitsfaktor "Mensch", und heutige Häuser sind nicht mehr so tolerant wie das früher einmal war. Treffen diese beiden Faktorn ungeschickt aufeinander, dann gibt´s Ärger.


    Nehmen wir mal die allseits beliebten Beispiele mit den Autos. Die heutige performance der PKW ist nur durch Einsatz von viel Technik möglich, aber das wiederum führt dazu, dass die PKW nicht mehr so tolerant sind wie früher. Wenn früher ein Vergaser nicht richtig eingestellt war, dann war das kein Beinbruch. Die Kiste lief nicht mehr optimal, aber sie lief. Wenn heute irgendein Sensor eine Abweichung an der 3. Nachkommastelle feststellt bleibt die Karre einfach stehen. Das erfordert auch ein Umdenken bei den PKW Besitzern, Wartung mit Hammer und Meisel funktioniert nicht mehr, und irgendeine Brühe rein kippen, führt dazu, dass der Motor den Dienst quittiert.
    Richtig genutzt ist die Zuverlässigkeit aber höher als das früher der Fall war, und der Komfort und die Sicherheit sowieso.

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  • .... Es gibt halt den Unsicherheitsfaktor "Mensch", und heutige Häuser sind nicht mehr so tolerant wie das früher einmal war.


    ...traurig ist, dass der "mensch" nun ein unsicherheitsfaktor ist.
    ihm das nachdenken, "kontrolliert" abgenommen wird.

  • ...traurig ist, dass der "mensch" nun ein unsicherheitsfaktor ist.
    ihm das denken, "kontrolliert" abgenommen wird.

    Das ist der Entwicklung unserer Lebensweise geschuldet, die sich in den letzten Jahrzehnten ja stark verändert hat.
    Hinzu kommt, dass wir uns bei heutigen EFH in einem immer engeren Toleranzbereich bewegen, sprich Fehler oder Unzuverlässigkeit machen sich viel schneller negativ bemerkbar.

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  • Das ist der Entwicklung unserer Lebensweise geschuldet, die sich in den letzten Jahrzehnten ja stark verändert hat....

    die erde dreht sich weiter...


    wir werden es vermutlich nicht mehr erleben.
    aber irgendwann gibt es das KFZ, das autonom fährt.


    ob unbedingt jeder fortschritt, vielleicht nicht doch, auch ein rückschritt
    ist? wer weiß....


    luxus ist schön und gut.
    den menschen das nachdenken abzunehmen.... da tu` ich mich etwas schwer.

  • werden dann auch wirklich alle Räume an die KWL angeschlossen oder nur Wohnräume?


    Es ist doch gerade die Gefahr dort Schimmel oder schlechte Luft zu haben, wo ich mich eben nie oder nur selten aufhalte - wobei wie soll dann dort so viel Feuchtigkeit entstehen das es schimmeln kann...

  • Tja - da haben wir wohl was falsch gemacht... Wir haben ohne Lüftungsanlage gebaut.
    Da meine Wohnung (OG) auch zu denen gehört, die tagsüber meistens verwaist sind, entsteht dort auch keine Feuchtigkeit durch Duschen oder Kochen. Morgens und abends wird einmal kräftig quer gelüftet, im Sommer bleiben Fenster oft auch nachts offen.


    Die untere Wohnung (EG) ist ständig bewohnt, dort ist Lüften eigentlich sowieso kein Problem.
    Das Holzhaus scheint die Luftfeuchtigkeit gut zu puffern, das stelle ich jedenfalls bei der Überwachung mittels Hygrometer fest. Wir haben große Fenster und dank des recht offenen Schnittes ist ein Querlüften sehr gut möglich.


    Am nächtlichen Mief ist bei uns noch keiner gestorben - das ist aber auch das einzige Argument, das mir eine KWL schmackhaft machen könnte. Der technische Aufwand und der Preis dafür waren uns aber zu hoch. Wobei im Sommer das Fenster auf bleibt und im Winter die Tür zum Wohnzimmer, dann ist auch das kein Problem. Und ich bin sicher, dass unser [definition=33,0]GÜ[/definition] damit das Haus vollends verpfuscht hätte... hat er doch schon bei der Heizungstechnik völlig versagt.
    :pfusch:

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • werden dann auch wirklich alle Räume an die KWL angeschlossen oder nur Wohnräume?


    Es ist doch gerade die Gefahr dort Schimmel oder schlechte Luft zu haben, wo ich mich eben nie oder nur selten aufhalte - wobei wie soll dann dort so viel Feuchtigkeit entstehen das es schimmeln kann...


    Diese Räume sind ja nicht hermetisch dicht gegenüber dem Rest des Gebäudes isoliert. Oftmals werden sie auch nicht oder nur unzureichend beheizt, was zur Auskühlung der Oberfläche Außenwände führt. Kommt dann Stück für Stück etwas wärmere und feuchte Luft in diese Räume, dann ist es passiert.

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  • Ich kann mich R.B. größtenteils nur anschließen.


    Jeder Kunde dem wir eine Lüftungsanlage eingebaut haben möchte sie nie wieder missen und freuen sich tagtäglich über die Raumluftqualität.
    So richtig zu schätzen hatten sie die Lüftungsanlage gelernt, als die Anlage ein paar Tage ausgefallenen war (u.a. Differenzdruckwächter)


    Zwei Sachen gibt es die ICH immer Haus-technisch in einen Neubau realisieren würde: Fußbodenheizung und zentrale Lüftungsanlage.



    Leider wird die Lüftungsanlage von vielen Personen (auch Fachleuten) schlecht geredet, meist weil sie sich einfach nicht richtig mit der Thematik befasst haben oder nur schlechte Extrembeispiele kennen. (oder um sich selbst in ihrer Entscheidung zu bekräftigen).

  • So richtig zu schätzen hatten sie die Lüftungsanlage gelernt, als die Anlage ein paar Tage ausgefallenen war (u.a. Differenzdruckwächter)...

    was ist vorher passiert? waren sie derweil, in ihrem eigenem mief erstickt?
    haben sie kein fenster öffnen können?


    konnten sie erstmal wieder frische luft atmen, als du das problem
    behoben hast?

  • Andreas, Gedankenfehler:


    das, was heute morgens oder Abends täglich! im Bad passiert: da wird bei einem Mal duschen in etwa so viel Wasser für eine Person verbraucht, wie früher für die ganze Familie in der Woche

    Ich hasse schleimerei. Aufm Bau wird Tacheles geredet

  • was ist vorher passiert? waren sie derweil, in ihrem eigenem mief erstickt?
    haben sie kein fenster öffnen können?


    konnten sie erstmal wieder frische luft atmen, als du das problem
    behoben hast?

    Typische (rhetorische) Fragen von jemanden, der nie eine KWL hatte.


    Noch ein Autovergleich: Ich hatte die ersten 20 Jahre meiner Autofahrer-Karriere keine Klimaanlage. Habe ich eine vermisst: Kaum bis gar nicht. Wenn's mal zu heiß war, habe ich die Fenster geöffnet und mir eingeredet, dass Klimaanlagen ja sowieso Erkältungen fördern.
    Irgendwann hatte ich dann eine, fand' sie toll und nutzte sie seitdem regelmäßig, selbst im Winter, weil man damit auch ruckzuck Feuchte rauskriegt und beschlagene Scheiben bekämpfen kann. Seit letzten Sommer ist sie nun kaputt, Reparaturkosten übersteigen den Wert des Wagens. Faktisch bin ich damit nun auf dem gleichen Stand wie 20 Jahre lang zuvor auch. Wie ich das finde: Grausam. Kann ich das Auto trotzdem noch nutzen: Klar, warum auch nicht. Es fehlt halt nur was (tolles). Genauso ist es mit einer KWL auch.

  • ich persönlich habe keine KWL.
    aber ich plane sie sogar.


    aber ich vergötter sie auch nicht.
    wenn man jemanden erklären muß,
    wie man ein fenster öffnet, anstatt den techniker
    zu rufen, dann ist das mehr oder weniger eine lachnummer,kein luxus.

  • wenn man jemanden erklären muß,
    wie man ein fenster öffnet, anstatt den techniker
    zu rufen, dann ist das mehr oder weniger eine lachnummer,kein luxus.

    Du interpretierst Dinge in Sätze hinein (siehe #40), die so weder jemand gesagt noch gemeint hat. Also mehr oder weniger eine Lachnummer ;-)


    Nochmal zur Erläuterung für dich was vermutlich gemeint war: Viele Dinge lernt man genau erst in dem Augenblick richtig zu schätzen, wenn sie nicht mehr da sind.

  • Wenn das mitliest, kommt es einem reichlich römisch-dekadent vor,
    fehlt nur noch der Popöchen-Abputzer und der Häppchen-in-den-Mund-Schieber.


    Der "Luxus" ist doch nur nötig, weil die Buden sonst ratzfatz wegschimmeln.
    Unrobotisch wurde auch früher gelüftet ... man hatte so irgendwie das "Gefühl", dass es nötig wäre.


    Angesichts der drängenderen Probleme dieser Welt,
    die übrigens großteils von unserem "mehr-mehr-mehr-und-noch-mehr" kommen, fragt man sich,
    ob die gar schwerwiegende Problematik des Luxusleidens ernsthaft geteilt werden sollte.


    Mir graust es schon, wenn ich lese, was der Durchschnittsdeutsche an Strom und Wasser verbraucht,
    dabei stinkt er doch gar nicht mehr so, so fortwährend von frisch-temperierter Luft umspült.

    Schlechte Argumente bekämpft man am besten dadurch, daß man ihre Darstellung nicht stört.

  • Wir rüsten gerade eine KWL in einem noch in sanierung befindlichem Altbau nach. RMH Ca 180m2 wfl.
    Vor zwei Wochen konnte ich das Schlafzimmer endlich nachrüsten, als zweites Zimmer nach dem Bad (Kernbohrung von oben durch Stahlbetondecke). Ca. 25m2 Zimmer, zwei erwachsene ein Kleinkind. Der Unterschied ist der Wahnsinn, obwohl vorher ein großes Türenelemt immer geöffnet war (Rollladen aber teilweise geschlossen und nur auf Schlitzen).
    Ich verstehe nicht, wie man sowas nicht einbauen kann. Meiner Meinung nach ist es vielen einfach zu viel Geld, da werden dann fadenscheinige Argumente vorgeschoben. Leider erreiche ich das leider eher kleine Kinderzimmer nicht mehr und überlege gerade, ob ich eine dezentrale KWL nachrüste, da an der Stelle die Fassade noch frei liegt um ein Stromkabel zu verstecken.

  • Mir graust es schon, wenn ich lese, was der Durchschnittsdeutsche an Strom und Wasser verbraucht,
    dabei stinkt er doch gar nicht mehr so, so fortwährend von frisch-temperierter Luft umspült.

    ... der durchnittsdeutsche stinkt scheinbar zum himmel,
    der geruch in zeiten der renaissance, dagegen, war eine
    wohltat.


    heutzutage ist man "öko", lasst sich mit frischluft
    umspülen, und fahrt morgens mit dem SUV zum bäcker,
    die brötchen abholen...

  • Hab den "Wahnsinn" auch schon erlebt,
    erwachst wie auf der frischen Wiese ... bäääh...
    fehlt nur noch der Morgentau auf der Nase.


    Aber da zieht dann schon das leichte Chlorlüftchen aus dem Bad rüber,
    vom Duftstein im WC und den mit Sagrotan gewienerter Fliesen.


    Nein, möchten wir nicht einbauen. Geld kann man besser und leidenschaftlicher verplempern.
    Möchte morgens noch meine Freundin und eigengeruchliche Bettwäsche odorisch bemerken ...

    Schlechte Argumente bekämpft man am besten dadurch, daß man ihre Darstellung nicht stört.

  • Andreas, Du als Architekt und Vorschriftenhöriger: erkläre ganz einfach, wie Du den notwendigen Luftwechsel nutzerunabhängig durchführst. ENEV-konform und [definition=36,0]KfW[/definition] gerecht

    Ich hasse schleimerei. Aufm Bau wird Tacheles geredet

  • ...wie Du den notwendigen Luftwechsel nutzerunabhängig durchführst. ENEV-konform und [definition=36,0]KfW[/definition] gerecht

    du weißt schon, dass das pauschal nicht geht.?


    es gibt aber immer noch bauherren auf
    dieser welt, welche nicht technik junkies sind,
    und ein fenster öffnen können. auch einen lichtschalter
    betätigen können, ohne eine app...

  • Hallo,


    unabhängig vom allen fachlichen Argumenten zur KWL .... ich möchte darauf nicht mehr verzichten.


    Als Info für den TE:
    Reihenhaus 140m² in luftdichter Gebäudehülle
    eigentlich immer offene Zimmertüren
    Heizung gesamte Wohnfläche rund um die Uhr von Sept. bis April/Mai bei unter 50,-€/Monat Gaskosten
    zentrale KWL mit WRG mit Luftaustausch im gesamten Haus (kein luftzug, null Geräusche)



    Komfortabler und einfacher als mit KWL kann man die Luftqualität nicht halten .. Temperatur, Luftfeuchte und CO2 schreibe ich über netatmo mit und sind immer optimal


    LG

  • Ich halte mich bzgl. KWL für einen sehr neutralen Nutzer und erzähl einfach mal, was ich davon halte.


    Eckdaten vorab: REH ca. 140m€ Wfl, 165 Wfl/Nfl, 4 Ebenen (KG, EG, OG, DG), inzw. 3,5 Jahre bewohnt, zentrale KWL mit WRG und FRG in allen Räumen für ca. 12.000€ über Beziehungen.


    Warum wollten wir KWL:
    Prio1: ganz klar die Angst vor Schimmel/Stockflecken im Bad und im Keller (z.B. Lager-Klamotten im Keller). Dass es sich wirtschaftlich nicht rechnet bzw. die absoluten Einsparungen/a gering sind, war mir vorher klar.
    Prio2: den von vielen Seiten beschriebenen Komfort (bessere Luftqualität, kein Zug etc.)


    Lang diskutiert, letztlich dafür entschieden weil es finanziell machbar war, es Sicherheit gab und wir es als wertsteigernd angesehen haben. Trotzdem, die 12k€ taten weh.


    Erkenntnis nach 3,5 Jahren


    pro (ich zähl jetzt mal nicht die üblichen bekannten Vorteile auf, sondern nur die Punkte die mir vorher nicht klar waren):


    ++ Wäsche im Keller auf dem Ständer trocknen. Früher dauerte das ewig oder es blieb immer ein wenig klamm. Jetzt geht das super.
    ++ Fenster im Keller bleiben zu. Hauptvorteil für meine Frau. Die Spinnen bleiben drausssen! O-Ton letztens. "Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich nicht so lange überlegt"
    + Handtücher im Bad sind viel schneller trocken. Morgens duschen, Abends so trocken, dass man sich wieder mit dem selben Handtuch abtrocknen kann.
    + keine gammligen Fugen mehr. Selbst mit Fensterlüften, waren in der Dusche in den Ecken immer gammlige Ecken. Das ist durch die dauerhafte Lüftung quasi ganz weg.
    ++ kein frieren mehr auf dem WC, weil vorher einer das Fenster aufgemacht hat weil es "intensiver roch".
    ++ kein Lärm von der Straße ö.a. nachts/am Morgen, weil die Fenster zu bleiben.
    + keine Angst mehr wenn man unterwegs ist: "Es kommt ein Gewitter. Hab ich die Fenster zugemacht?"


    weder pro noch con:


    +- die immer propagierten Luftwechselraten sind für uns zu hoch. Wir lassen die KWL zu 98% auf ca. 0,3 Wechsel / h laufen, nur ganz sporadisch auf höchster Stufe, wenn viele Gäste da sind oder stark gekocht/gebraten wird. Mit den "empfohlenen" LW von 0,5/h hätten wir im Winter auch mit FRG ein Problem mit zu trockener Luft. Ab ca. 30-35% rLF bei 22° RT merken wir es dass es zu trocken wird. Bei den 0,3LW/h und FRG, haben wir im Winter immer ca. 40-45%. Die 0,3 LW reichen auch fast immer, ausser wenn mal 3 Kinder in einem kleinen Zimmer schlafen, dann merkt man am Morgen, dass es müffelt (und ja, das fällt einem sofort auf, weil man es nicht mehr gewohnt ist).
    +- bisher keine Störung, Anlage läuft wie am ersten Tag (auch nicht lauter o.ä.), habe ich aber auch so erwartet
    +- Wirtschaftlichkeit. Unterm Strich spar ich ca. 100-150€/a laufenden Kosten. Bei 12k€ Invest also eine Rechnung die sich nie lohnt, da das Gerät auch mal kaput gehen wird. Trotzdem schön ,wenn man im Jahr mit ca. 450€ Gaskosten auskommt und immer mind. 22° in allen Räumen hat.


    con:


    -- ganz klar die Invest Kosten.12k€ tun schon weh beim Hausbau, auf der anderen Seite hab ich ca. 9k€ für Kamin und Kaminzug und Zubehör ausgegeben.
    - Filterwechsel: muss zwar sein, ist aber kein großer Aufwand. Die Abluftfilter alle 6 Monate, die Gerätefilter alle 12 Monate reicht völlig und ist eine Sache von 10min.
    -- Kosten für die Gerätefilter. 1 Satz (2 Stück, je einer für Zu und Abluft) für 40€ bei meiner Anlage finde ich einfach zu viel und es gibt keine echten Nachbau-Alterantiven. Hab ich zwar auch vorher gewusst, nervt trotzdem wenn 40€ einfach so alle 12Monate in dem Müll schmeißt. Andere Anlagen lösen das anders und man kann sich günstiger Filter bauen, damals gab es dafür aber keine FRG.
    - die Aussenansaugung: ich habe ein einfaches 90° Wickelfazrohr mit innenligendem Einsatz für eine einfache Vorfiltermatte. Das Ding ist nach 3 Jahren innen schon total rostig. Hier würde ich heute mehr ausgeben und einen vernünfigen Edelstahlturm mit guten Vorfilternhaltern kaufen (die fertigen sind aber wieder sauteuer oder man hat einen Matellbauer an der Hand)


    in der Nutzung an sich gibt es keine cons. Laustärke ist bei uns kein Thema (haben aber auch in der Planung extra ein Auge darauf geworfen). Nur wenn man höchste Stufe noch aus versehen laufen hat (z.B. nach Party) und geht ins Bett, dann hört man das Rauschen wenn es sonst ruhig ist. Zum einschlafen wärs mir etwas zu laut, einfach weil es ein ungewohntes Dauergeräusch ist. Ist aber wie gesagt nur, wenn versehentlich noch auf der Partystufe.


    Würde ich es heute wieder machen? klares Ja
    Würde ich es heute wieder machen, wenn das Geld eng wird? wenn sonst schon alles optimiert ist, dann Nein. Lieber ein Haus ohne KWL als gar kein Haus.
    Würde ich eher den Kamin oder die KWL streichen wenn das Geld knapp wird? den Kamin. Ich liebe den Kamin wirklich und er macht eine super angenehme Wärme, aber der Komfortgewinn an 365d im Jahr durch die KWL ist größer.


    Man kann sicher auch heute ein (normales) Haus ohne große Wärembrücken sehr gut und ohne Schimmel ohne KWL bewohnen. Die hohen Innenwandtemp. sichern hier allein schon gut ab.
    Der Komfortgewinn gerade bei Sachen die wir vorher nicht erwartet hatten, ist aber wirklich enorm (noch dazu bei vielen Ebenen im Haus).
    Man kann sich das vorher auch nicht vorstellen und ich kann jeden verstehen der sagt: brauch ich nicht. Geht auch so....

  • Ich stelle hier mal meine Erfahrungen mit unserem Holzhaus mit diffusionsoffenem Wandaufbau dagegen - Lüftungsanlage war uns klar zu teuer, deshalb haben wir keine, das gebe ich offen zu (wir haben uns aber auch sonst wenig Luxus gegönnt):


    - Wäsche trocknet auf dem Ständer im Wohnzimmer über Nacht (Ausnahme: ganz dicke Sachen, wie z.B. dicke Frottier-Badezimmerunterlagen, die brauchen einen halben Tag länger)
    - relat. Luftfeuchte im Winter konstant um die 45%, auch im Bad nach dem Lüften (hier steigt die Luftfeuchtigkeit nur während des Duschens mal auf bis zu 70 %), im Sommer ist die Luftfeuchtigkeit natürlich etwas höher
    - Handtücher im Bad sind auch bei uns - wenn morgens benutzt - am Abend völlig trocken
    - keine gammeligen Fugen, nur die Fensterfalze muss man einmal im Jahr auswischen
    - frieren auf dem WC ist eine Frage der Disziplin (man darf halt das Fenster im Winter nicht vergessen oder man bleibt im Bad, bis ausreichend gelüftet ist)
    - lüften von Hand ist kein Problem, da wir große Fenster und dank offenen Grundrissen gute Möglichkeiten für eine Querlüftung haben - das geht schnell und es ist hinterher auch schnell wieder warm in der Bude (in der Regel reicht zweimal am Tag, zusätzlich wenn gekocht wird und im Bad nach dem Duschen)
    - wenn man wegfährt muss man natürlich an offene Fenster denken - das wird aber schnell zur Routine (man lässt ja auch nicht die Haustür offen)


    Ich sehe hier nicht die großen Vorteile einer KWL, die mir 12.000 € wert wären - und auch nicht die Notwendigkeit.
    Gut -ich gebe zu, dass Lärm bei uns nicht das große Problem ist, weil wir nicht an einer Straße wohnen. Allenfalls die Kirchenglocken können nerven... Dafür entschädigen einen die Vögel in der warmen Jahreszeit morgens mit ihrem Gesang.


    Man hält es aber nachts auch bei geschlossenem Fenster aus, wenn man einfach die Schlafzimmertür zur restlichen Wohnung hin offen lässt. Alternativ gibt es noch die Möglichkeit, das Fenster auf Spaltlüftung zu stellen (das mache ich aber nicht - hier hätte ich dann doch Bedenken, dass es mal schimmelt).


    Aber vielleicht ist es ja wirklich so, dass man so eine KWL erst einmal selber haben muss, um ein endgültiges Urteil zu fällen, das möchte ich gar nicht in Abrede stellen.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Wir haben hier die gleiche Situation wie Rose. Und ich kann ihre Argumente eindeutig bestätigen. Wir vermissen eine KWL auch nicht.


    Zusammenfassend würde ich sagen, dass ein gut geplantes Haus ohne KWL nicht wegschimmelt und das man darin auch nicht erstickt. Wir sind auch nicht öfter krank, noch empfinden wir Morgens störenden Mief. Das ist unsere persönliche Erfahrung und nur die zählt. Sprich wir fühlen uns wohl und das ist es doch, worauf es ankommt.


    An vielen Stellen, auch hier im Forum, wird der finanzielle Aspekt oft so abgetan. Was sind schon 10, 15 Tausender mehr. Aber mal ehrlich: Wenn irgend ein Unternehmen auf die Idee kommen würde, eine Frischluftflatrate anzubieten, für sagen wir 100 Euro im Monat? Ich glaube, ich würde ihm den Vogel zeigen. Selbst bei 50 Euro im Monat für frische Luft, würde ich lieber Fenster aufmachen.
    Mal anders gerechnet: Bei 2 x Fenster öffnen am Tag, kostet eine KWL dann ca. 1,50 Euro pro Fenster aufmachen. Da bräuchte ich schon ein großes Sparschwein.


    Naja, natürlich hinkt der Vergleich und ist völlig ungenau, aber er gibt eine Vorstellung von der Größenordnung.


    Auch wenn wir uns die KWL hätten leisten können, waren uns einfach andere Sachen wichtiger.


    Ich fühle mich immer ein wenig verpflichtet, zu zeigen, dass es auch ohne KWL geht, einfach um anderen Häuslebauern zu zeigen, dass der Mainstream nicht immer uneingeschränkt recht hat.


    Gruß, Ben

  • Welcher Mainstream?
    Nach meinem Empfinden gibt es 2 klare Trends:
    Jemand, der noch nie eine KWL hatte sagt zu Recht, dass er keine vermisst und dass es auch ohne geht.
    Jeder, der eine KWL hat würde sie nie wieder hergeben. Aus der Erfahrung heraus, die er mit der KWL gemacht hat.

  • Hauptproblem bei zentraler KWL mit WRG : Platzbedarf der Geräte und Verrohrungen.


    "Nachträglich" irgendwann mal die Entscheidung zu treffen - wenn der Rohbau steht - Lüftung ja/nein geht in die Hose.
    "Wenn" Lüftung, dann muss das Konzept stehen noch bevor die Baugrube ausgehoben wird.


    ... und ja, kostet irgendwo meistens 10 bis 15 kTeuros +-20% je nach Größe, Anspruch und Klimmzügen, die erforderlich werden.


    Kommt die Entscheidung zu spät, bleibt auf der Baustelle meistens nur noch Schadensbegrenzung und fauler, meist teurer Kompromis.


    Beispiele für die halbgaren Klimmzüge unzureichend geplanter Anlagen gibts genügend.


    "Mainstream" ist eher ein anderer : Meistens ist die Baulichkeit min. 1 bis 2 m in jeder Himmelrichtung zu groß für den Geldbeuel .... und die Anzahl der *Musthave" Features deutlich zu lang so dass der Zwiebelledergeldbeutel seine Wirkung voll entfaltet : Dem Bauherrn stehen angesichts der Baukosten die Tränen in den Augen ... also wird *gespart* - meistens an der Lüftungsanlage ;). Die kommt auf der Streichliste regelmäßig auf Platz 1 bis 3.


    Gruß
    Achim Kaiser

  • Ich stand letzten Winter bei einem Freund im Wohnzimmer.
    Innenraumtemperatur 22°C
    Außentemperatur -5°C
    Frische, über die KWL einströmende Außenluft 18°C über den Wärmetauscher.


    Es war Dezember, sonnig, die Heizung war aus.
    Ich hab persönlich keine KWL, aber da war ich schon ein bisschen neidisch.


    Was halten die Nutzer von KWL von den Strömungsgeräuschen - ich glaube ich müsste mich daran erst gewöhnen.


  • Was halten die Nutzer von KWL von den Strömungsgeräuschen - ich glaube ich müsste mich daran erst gewöhnen.

    Interessante Frage.


    Bei dezentralen Geräten könnte ich mir das etwas schwierig vorstellen, aber bei einem zentralen Gerät, vielleicht noch mit x Schalldämpfern dazwischen, sollte sich der Geräuschpegel doch in Grenzen halten.
    Läuft das Teil im Partybetrieb dann könnte ich mir noch vorstellen, dass es zu einer Geräuschentwicklung kommt, Schall der dann aber im erhöhten Umgebungsgeräusch untergeht. Im Normalbetrieb sollten die Strömungsgeräusche an den Auslässen vernachlässigbar sein, vorausgesetzt man versucht nicht eine "Halle" mit einem einzelnen Auslass zu bedienen.

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