Umwehrung / Absturzsicherung L-Stein-Mauer auf Grundstücksgrenze in BW

  • Hallo zusammen,


    folgende Gegebenheiten:


    • Baden-Württemberg
    • L-Stein-Mauer zwischen unserem Grundstück und des Nachbarn
    • Mauer steht direkt auf der Grenze und wurde von beiden Parteien bezahlt
    • L-Steine sind 1,05m hoch
    • Unser Grundstück ist das niedrigere, es bleibt wohl auch eine Höhe von 1m zwischen unserem Garten und Oberkante Mauer
    • Unser Grundstück wurde abgegraben und ist tiefer als das Ursprungsgelände. Evtl. ist der Nachbar ein wenig höher gegangen, ist aber nicht eindeutig

    Es gibt keine Streitigkeiten oder dergleichen. Nur wurde mich interessieren, wie denn die rechtliche Lage aussieht, deswegen habe ich folgende Fragen:


    1. Sehe ich das richtig, dass man laut LBO BW ab 1m eine Umwehrung benötigt? Wie ist es denn, wenn nur die eigentliche Mauer eine Höhe von 1m hat, aber die Differenz zwischen unserem Grundstück und des Grundstücks des Nachbarn kleiner 1m ist? Also er z.B. mit seinem Geländeniveau 10cm tiefer als die Mauer bleibt?
    2. Wer ist denn verantwortlich für die Umwehrung bei den Gegebenheiten? Nachbar, weil man von seinem Grundstück herunterfallen kann? Wir, weil wir abgegraben haben? Wo kann man diese Info nachlesen?

    Vielen Dank für Eure Unterstützung

  • Sehe ich das richtig, dass man laut LBO BW ab 1m eine Umwehrung benötigt?

    Nein. In der LBO für BW finde ich dazu keine Regelung.

    Wer ist denn verantwortlich für die Umwehrung bei den Gegebenheiten?

    Beide, da anscheinend gemeinsames Eigentum.

    Mauer steht direkt auf der Grenze und wurde von beiden Parteien bezahlt

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

    1. Sehe ich das richtig, dass man laut LBO BW ab 1m eine Umwehrung benötigt? Wie ist es denn, wenn nur die eigentliche Mauer eine Höhe von 1m hat, aber die Differenz zwischen unserem Grundstück und des Grundstücks des Nachbarn kleiner 1m ist? Also er z.B. mit seinem Geländeniveau 10cm tiefer als die Mauer bleibt?

    Nein. In der LBO für BW finde ich dazu keine Regelung.

    Doch gibt es: §3 (1) und (3) LBOAVO in Verbindung mit §16 (3) LBO BW


    (1) In, an und auf baulichen Anlagen sind zu umwehren oder mit Brüstungen zu versehen:

    1. Flächen, die im Allgemeinen zum Begehen bestimmt sind und unmittelbar an mehr als 1 m tiefer liegende Flächen angrenzen; dies gilt nicht, wenn die Umwehrung dem Zweck der Flächen widerspricht,

    [...]

    (3) Nach Absatz 1 notwendige Umwehrungen und Fensterbrüstungen müssen mindestens 0,9 m hoch sein. Die Höhe darf auf 0,8 m verringert werden, wenn die Tiefe des oberen Abschlusses der Umwehrung mindestens 0,2 m beträgt. Bei Fensterbrüstungen wird die höhe von Oberkante Fußboden bis Unterkante lichte Fensteröffnung gemessen.

    (3) Umwehrungen müssen so beschaffen und angeordnet sein, dass sie Abstürze verhindern und das Überklettern erschweren.

    Es ist also ein Geländer mit mindestens h = 90 cm über GOK angeordnet werden.

    Der Bauende soll nicht herumtasten und versuchen. Was stehen bleiben soll, muß recht stehen und wo nicht für die Ewigkeit doch für geraume Zeit genügen. Man mag doch immer Fehler begehen, bauen darf man keine. (Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre)

  • Wobei es in §16 (3) LBO BW eigentlich drin steht, halt nur sehr unspezifisch...

    Der Bauende soll nicht herumtasten und versuchen. Was stehen bleiben soll, muß recht stehen und wo nicht für die Ewigkeit doch für geraume Zeit genügen. Man mag doch immer Fehler begehen, bauen darf man keine. (Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre)

  • Die Regelung entspricht, zumindestens im Kern, ja § 38 der Musterbauordnung.

    Warum das "versteckt" wurde, wissen wohl nur eingeweihte.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18