Auslegung LV

  • Es handelt sich um die Ausschreibung eines öffentlichen Auftraggebers nach VOB.


    Der Inhalt der Leistungsbeschreibung soll ja klar und eindeutig sein, trotzdem bleibt oft Raum für Auslegungen. In den Fällen kommt es dann ja auf den "Empfängerhorizont" an, also wie der durchschnittliche Unternehmer den LV-Text verstehen musste.


    In vorliegendem Fall geht es um Putzarbeiten.

    LV: "Ausgleichsputz, Putzstärke 20-40 mm, ..."

    Tatsächliche mittlere Putzdicke 50 mm


    Sind bei der Formulierung 30 mm mittlere Putzdicke oder bis zu 40 mm geschuldet?

    Besteht also ein zusätzlicher Vergütungsanspruch für 10 oder für 20 mm Mehrdicke?

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • LV: "Ausgleichsputz, Putzstärke 20-40 mm, ..."


    Sind bei der Formulierung 30 mm mittlere Putzdicke ...

    nein

    ... oder bis zu 40 mm geschuldet?

    bis zu 40 mm.

    Tatsächliche mittlere Putzdicke 50 mm


    Besteht also ein zusätzlicher Vergütungsanspruch für 10 oder für 20 mm Mehrdicke?

    10 mm, denn 40 mm sind ja sowieso geschuldet - im Ausgleichsputz wohlgemerkt!


    (Nach allgemeinen Kenntnissen der VOB geantwortet, ohne vertiefte Detailkenntnisse der VOB/C für dieses Gewerk!)

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Es handelt sich hier um einen Lehmausgleichsputz auf dem eine Holzfaserdämmung als Innendämmung kommt.


    Die Frage, um die es mir geht, ist, ob der Unternehmer in der Kalkulation mit der mittleren Putzdicke von 30 mm rechnen durfte oder ob er von den 40 mm ausgehen musste.

    Dazu steht die Frage im Raum, ob er hier Aufklärung fordern musste oder ob die Formulierung so klar war, dass alle Bieter von X mm ausgegangen sind, weil das halt die übliche Auslegung wäre.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Die Frage, um die es mir geht, ist, ob der Unternehmer in der Kalkulation mit der mittleren Putzdicke von 30 mm rechnen durfte oder ob er von den 40 mm ausgehen musste.

    Im ungünstigsten Fall von der maximalen Stärke überall. Die Ausschreibung mit Putzstärken von X - Y mm ist doch marktüblich und sogar im StLB vorgesehen.

    Dazu steht die Frage im Raum, ob er hier Aufklärung fordern musste oder ob die Formulierung so klar war, dass alle Bieter von X mm ausgegangen sind, weil das halt die übliche Auslegung wäre.

    Ich sehe da wenig Spielraum für Auslegung: Alles was zwischen den beiden genannten Werten liegt, ist zu zum angebotenen EP zu liefern. Aber vielleicht sehen das Putzspezialisten anders.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Bis 40mm Putzstärke muss er zum EP kalkulieren, so wie es im LV steht. Wenn es weniger ist/wird, ist es ja sein Vorteil.

    Wenn es mehr wie diese erforderlichen 40mm werden, muss er das vorher anzeigen und dazu ein Nachtragsangebot

    pro 1mm Putzstärke einreichen.

    Der Gipser setzt seine Putzschienen und fotografiert die dann erforderliche Putzstärke anhand der Putzschienen ab.

    Dadurch hat er ungefähr die Flächen und die mehrpreisigen Putzflächen und kann so ein Nachtragsangebot erstellen.

    Dies wir dann in der Regel zusammen mit dem Architekt/Auftraggeber vor Ort überprüft.


    Wenn der Putz erstmal drauf ist, dann ist es hierfür natürlich zu spät.


    LG Oliver