Rechnungsprüfung

  • Moin,


    mein Arch. hat tatsächlich bei 47 Pos. einen Fehlbetrag von 16 EUR festgestellt der sich in irgendeinen Übertrag zwischendrin eingeschlichen hat. (wie auch immer der zustande kommt). Habs auch nochmal nachgerechnet - es stimmt wirklich.... Hab ich ja kaum für möglich gehalten...... so kanns gehen.


    Wenn Ihr (Architekten?) Rechnungen für Eure Kunden prüft - rechnet Ihr dann neben der quantitativen Prüfung auch immer die Rechnungssumme nach?

  • Wenn Ihr (Architekten?) Rechnungen für Eure Kunden prüft - rechnet Ihr dann neben der quantitativen Prüfung auch immer die Rechnungssumme nach?

    ja!


    ... äh, nein, eigentlich nicht. Aus der Aufmassprüfung generiert das AVA-Programm automatisch eine Rechnungsprüfung, die dann auch rein rechnerische Abweichungen ausweist bzw. durch eine eigene rechnerisch "richtige" Summenbildung ersetzt. (Ein dabei einfach nicht auszurottendes Problem dabei sind Differenzen zwischen den Rundungsmethoden der unterschiedlichen Programme, obwohl diese normativ eindeutig geregelt sind.)


    Was geprüft wurde und welche Anmerkungen es dazu gibt steht im Prüfvermerk und ist detailliert nachvollziehbar in der separaten Aufmaßprüfung und der Rechnungsprüfung nachzulesen.


    Der Prüfvermerk auf der Rechnungsprüfung selbst sieht dann so oder so oder so ähnlich aus:



    zu dem Kollegen: Klare Tendenz zum :thumbsup:

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Wenn Ihr (Architekten?) Rechnungen für Eure Kunden prüft - rechnet Ihr dann neben der quantitativen Prüfung auch immer die Rechnungssumme nach?

    Ja. Aufmasse werden (kumulativ) in AVA-Programm erfasst, geprueft (sachlich, mengenmaessig) und dann an den AN rueckgeschickt. Der erstellt Rechnung, diese wird (rechnerisch) durch Planer geprueft und per Zahlungsfreigabe fuer den AG "sachlich und rechnerisch geprueft" freigegeben. Beim oeffentlichen AG erfolgt z.t. das gleiche Spiel hausintern nochmal. Dann wird erst die Rechnung durch den AG angewiesen, Rueckmeldung ueber Zahlungsfreigabe geht wieder an den Planer (Kostenfortschreibung, Einbehalte) usw.

    Bei Schlussrechnungen fliessen dann noch Einbehalte, Abzuege, Gewaehrleistungsbuergschaften etc mit ein.

  • Wenn ich gemeinsame Aufmaße mit der Baufirma mache tipp ich das in eine Tabelle und versehe das dann auch mit den Einheitspreisen.

    Bei uns sind i.d.R. größere Bauvorhaben zu prüfen und die werden i.d.R. vollelektronisch erstellt, so dass Übertragsfehler eigentlich nicht vorkommen und wenn die Aufmaßzahlen stimmen, passt i.d.R. auch die Rechnung.

    Da ist es wichtiger, die EPs zu prüfen und die Massen.

    Je nach Projekt tippen wir zur Kontrolle auch mal die Aufmaßzahlen in die AVA für eine Vergleichsrechnung.

    Gruß
    Holger
    --
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    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • ... und Nachträge prüfen:


    1. Sind es überhaupt Nachtragsleistungen oder sind die Leistungen bereits in den EP-Leistungen enthalten.

    2. Liegen den Nachträgen geänderte, zusätzliche oder neue Leistungen zugrunde und liegen die Voraussetzungen für die Geltendmachung einer weiteren Vergütung vor, z.B. Anordnung des Bauherren, vorherige Ankündigung der Mehrvergütung oder einfach ausgeführt?

    3. Richtige Berechnung der Nachtragsvergütung unter Zugrundelegung und Fortschreibung der Urkalkulation. Hat der AN die Mehrvergütung der Höhe nach plausibel vorgerechnet?


    ... und Stundenlohnarbeiten prüfen:


    1. Arbeiten zum Stundenlohn vom AG angeordnet ( und nicht nur der Höhe nach im Vertrag vereinbart ),

    2. Vor Ausführung beim AG angekündigt, damit er sich auf die notwendige Kontrolle - Beginn und Ende - einstellen konnte.

    3. Stundenzettel rechtzeitig ausgestellt und zur Unterschrift vorgelegt.


    All das wird häufig nicht hinreichend geprüft.

  • 1. Arbeiten zum Stundenlohn vom AG angeordnet ( und nicht nur der Höhe nach im Vertrag vereinbart ),

    2. Vor Ausführung beim AG angekündigt, damit er sich auf die notwendige Kontrolle - Beginn und Ende - einstellen konnte.

    3. Stundenzettel rechtzeitig ausgestellt und zur Unterschrift vorgelegt.

    1. ... AG und nicht nur vom bauleitenden Architekten?
      1. ... überhaupt?
      2. ... vom AG und nicht nur vom bauleitenden Architekten?
    2. ... und von der bauherrenseitigen Bauleitung damit dem Umfang nach bestätigt worden

    All das wird häufig nicht hinreichend geprüft.

    So ist es. Aber die bauherrenseitigen Bauleitungen sind oft so froh ein Problem endlich gelöst zu haben, dass sie die Kosten dafür einfach abhaken.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Zitat von Skeptiker
    So ist es. Aber die bauherrenseitigen Bauleitungen sind oft so froh ein Problem endlich gelöst zu haben, dass sie die Kosten dafür einfach abhaken.

    Kann ich nur bestätigen!


    Was ich derzeit mitunter erlebe: LV´s werden von den ins Auge genommenen Unternehmern geliefert und der Planer macht nur noch den Vorspann mit viel Geplänkel, abgeschrieben aus irgendwelchen Mustern.


    Das führt zu Abhängigkeiten und könnte späteres Abhaken befördern.

    Einmal editiert, zuletzt von Skeptiker () aus folgendem Grund: Zitat repariert

  • Naja, LVs schreibt keiner gerne von daher kann ich es verstehen wenn kopiert wird. Gesund ist diese Tendenz auf Dauer aber nicht.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Was ich derzeit mitunter erlebe: LV´s werden von den ins Auge genommenen Unternehmern geliefert und der Planer macht nur noch den Vorspann mit viel Geplänkel, abgeschrieben aus irgendwelchen Mustern.

    ganz übel <x

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Naja, LVs schreibt keiner gerne von daher kann ich es verstehen wenn kopiert wird. Gesund ist diese Tendenz auf Dauer aber nicht.

    Ja klar, zumal die Leistung auch nicht kostendeckend honoriert wird.

    Nur, ein gutes (richtig, vollständig, klar) LV erspart in der Objektüberwachung min. 30 % Arbeit und senkt das Fehlerrisiko enorm.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Nur, ein gutes (richtig, vollständig, klar) LV erspart in der Objektüberwachung min. 30 % Arbeit und senkt das Fehlerrisiko enorm.

    Naja, die Ausführungspläne sollten ebenso klar sein und mit dem LV deckungsgleich sein.



    Allerdings nützt das alles nix, wenn der Ausführende die Pläne nicht lesen kann oder will (derzeit sehr häufig)

    Gruß Manni

  • Ja klar, zumal die Leistung auch nicht kostendeckend honoriert wird.

    Dann muss man entweder seine Kosten so senken, dass der am Markt verfügbare Preis auskömmlich ist oder schlicht und ergreifend anders anbieten. Ich habe eigentlich nur noch solche LV's auf dem Tisch von denen Eric und Skeptiker schreiben. WENN ich moralisch Verantwortungslos wäre würde ich mir eine goldene Nase mit verdienen. Die Dinger wo nur Skizzen übersandt werden rechne ich nur noch wenn ich den Kunden persönlich kenne. Das mag ich mir in der jetzigen Situation leisten wollen.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Naja, die Ausführungspläne sollten ebenso klar sein und mit dem LV deckungsgleich sein.


    Das ist zumindest bei oeffentlichen AG gar nicht so einfach zu bewerkstelligen. Stichwort "produktneutrale Ausschreibung"... Hier muss dann die Werkplanung (AN) einen hoeheren Stellenwert als die Ausfuehrungsplanung (AG/Planer) bekommen. Da wird auch mit Aufkommen von BIM noch einiges an Diskussionsbedarf entstehen.



    Allerdings nützt das alles nix, wenn der Ausführende die Pläne nicht lesen kann oder will (derzeit sehr häufig)

    Es scheitert gelegentlich schon beim LV lesen und verstehen... Ausfuehrungszeitraum von "03 KW 2021" bis "09 KW 2021" heisst nicht, das man irgendwann um Ostern mal mit bauen anfaengt und bis zum Schulanfang Zeit hat...

  • :thumbsup::thumbsup::thumbsup:


    Werkplanung besteht i.d.R. aus einem abgestempelten Ausführungsplan.

    Na das ja nun eher nicht. Als Ausführungsplaner im Hochbau freue ich mich ja immer sehr darüber, wenn meine Pläne 1:1 umgesetzt werden. Als Bauleiter bestehe ich aber auch genau darauf. Aber gerade bei der TGA ist das nicht ganz so einfach. Und als zu honorierende "Werk- und Montageplanung" würde ich meinen eigenen abgestempelten Plan nicht akzeptieren.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Werkplanung besteht i.d.R. aus einem abgestempelten Ausführungsplan.

    Meinst Du Ausführungsplan oder Entwurfsplan ?

    Abgestempelt vom Bauherren mit "Ja, so bauen" oder mit dem grünen Stempel des Prüfingenieurs?

    Gruß
    Holger
    --
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    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Meinst Du Ausführungsplan oder Entwurfsplan ?

    Nein, der AN muss einen Werkplan (Montageplan) auf Grundlage der vom AG gestellten Ausführungsplanung erstellen. Dieser enthält alle Details zur Montage, d.h. evtl. Änderungen der Ausführungsplanung müssen hier einfließen und werden nach Prüfung zur Ausführung frei gegeben.

    Gruß Manni

  • Montageplan

    Text im LV:


    Montagepläne

    Auf der Grundlage der vom AG freigegebenen und vom Planungsbüro zur Verfügung gestellten Unterlagen (DWG- Datei) sind vom Auftragnehmer folgende Ausführungszeichnungen zu überprüfen, zu ergänzen bzw. als Montagepläne anzufertigen:

    - Durchbruchpläne prüfen und Bedenken unverzüglich mitzuteilen.

    - Grundrisspläne Maßstäbe 1 : 50 mit Darstellung aller Objekte und Leitungstrassen zu überprüfen, ergänzen und ggf. neu anzufertigen.

    - Notwendige Änderungen berücksichtigen, Haupttrassen mit Abmessungen und Art des Trägers zu versehen, Details größeren Maßstabs über deren Lage in Abstimmung mit den haustechnischen Gewerken anzufertigen und vom jeweiligen Auftragnehmer abzeichnen zu lassen.

    - Detailpläne überprüfen und mit allen zur Montage notwendigen Angaben ergänzen.

    - Steigeleitungsplan bzw. Übersichtspläne aller Anlagenteile überprüfen und mit den notwendigen Angaben von Querschnitten und Aderzahl, Bauteilen und Zielangaben ergänzen


    Diese Montagepläne sind spätestens 2 Wochen vor Montagebeginn als Farbplot und in digitaler Form zur Prüfung einzureichen. Mit der Ausführung der Arbeiten auf der Baustellen darf erst nach Genehmigung der Montagezeichnungen durch das bauleitende Ingenieurbüro begonnen werden. Die Genehmigung wird durch einen Sichtvermerk auf den Montagezeichnungen erteilt. Durch die Zustimmung wird die Verantwortung des Auftragnehmers für die Montagezeichnungen nicht eingeschränkt


    Ergeben sich während der Bauausführung Abweichungen, so ist der bauleitende Obermonteur des Auftragnehmers dafür verantwortlich, dass sämtliche Abänderungen laufend in den Montagezeichnungen vermerkt werden, um damit eine Unterlage für die Revisionspläne zu schaffen.


    Einweisung

    Nach Fertigstellung der Anlagen ist dem zuständigen Personal, der Technischen Abteilung, eine gründliche Einweisung in die Bedienung und Überwachung zu geben. Die erforderlichen Bedienungs- und Wartungsanweisungen sind zu übergeben. Die Übergabe der Unterlagen und die Einweisung des Personals ist schriftlich bestätigen zu lassen.

    Gruß Manni

    Einmal editiert, zuletzt von Skeptiker () aus folgendem Grund: Mehrfachumbrüche entfernt

  • Nein, der AN muss einen Werkplan (Montageplan) auf Grundlage der vom AG gestellten Ausführungsplanung erstellen. Dieser enthält alle Details zur Montage, d.h. evtl. Änderungen der Ausführungsplanung müssen hier einfließen und werden nach Prüfung zur Ausführung frei gegeben.

    Bei uns im Ingenieurbau ist es i.d.R. so, dass es Ausschreibungsunterlagen gibt (BB, LV, Plan/Pläne) und der Plan ist ein Entwurfsplan.

    Ausführungspläne (Schalpläne für die einzelnen Bauteile, Bewehrungspläne, Rammpläne, Absteckpläne) und die Werkstattpläne (Geländerzeichnungen, Lagerversetzpläne, u.Ä.) erstellt der AN , bzw. ein vom AN beauftragtes Ing.-Büro.


    So bleibt dem AN auch die Möglichkeit offen, ein Nebenangebot abzugeben und produktneutral müssen wir sowieso ausschreiben.

    Gruß
    Holger
    --
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    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)