Einsicht in das elektronische Grundbuch?

  • Guten Morgen,


    ich hätte mal eine Frage. Dazu müsste ich erst einmal etwas weiter ausholen:


    Ich werde seit 20 Jahren (von meinen Eltern) gestalkt. Bzw. war ich in den letzten Jahren mehrfach umgezogen und hatte auch sämtliche Auskunftssperren einrichten lassen, so dass ich zumindest die letzten 6 Jahre schon unbehelligt lebe.


    Nun ist es so, dass ich 2008 ein Wiesengrundstück gekauft hatte. Das liegt am anderen Ende der Republik.


    Da ich nun einen Hauskauf plane und dafür Geld brauche, habe ich jetzt dies Wiesengrundstück verkauft. Ich habe es an den Eigentümer des Nachbarhofes verkauft. Dh. der neue Eigentümer wohnt also direkt neben dieser Wiese.


    Jetzt hat er mir erzählt, dass meine Eltern im letzten Sommer bei ihm zu Besuch waren und Erkundigungen über mich angestellt haben, er solle sich unbedingt bei ihnen melden, sobald er etwas erfährt. Er hat mir aber versprochen, dass er sich da nicht einmischt. Insofern schon mal Entwarnung.


    Ich frage mich nun aber, wie konnten meine Eltern von dem Grundstück erfahren. Ich habe wirklich absolut keinen Kontakt zu irgendwem, die oder der in irgendeinerweise mit meinen Eltern in Verbindung stehen könnte. Dh. über privat Kontakte können sie nichts erfahren haben. Und die wenigen Leute, die von der Wiese wissen, die wissen alle nicht, wo sie liegt.


    Das einzige, was meine Eltern wissen, ist, dass ich vor 10 Jahren einmal in einem angrenzenden Landkreis gewohnt habe.


    Ich würde gerne wissen, auf welchem Weg sie es angestellt haben könnten, Kenntnis von dieser Wiese zu bekommen.


    Mir fällt das elektronische Grundbuch ein. Hat jemand dazu nähere Info? Ist es dort (für Notar*innen oder Vermessungsingenieur*innen) evtl. möglich ein Grundstück über die Eingabe des Namens zu finden? Oder über das Katasteramt?


    Ich habe mit der zuständigen Dame im Grundbuchamt gesprochen. Die hat in die Akte geschaut und gesagt, dass dort keine Einsichtnahme vermerkt ist.


    Meine eigentliche Befürchtung ist, dass wenn ich ein Haus kaufe, dass meine Eltern mich dann eines Tages über genau den Weg finden könnten, wie sie die Wiese gefunden haben. Das wäre dann eine Katastrofe, weil ich ja eigentlich dann dort dauerhaft sesshaft werden wollte.


    Vielen Dank

    Sare

  • Mir fällt das elektronische Grundbuch ein. Hat jemand dazu nähere Info? Ist es dort (für Notar*innen oder Vermessungsingenieur*innen) evtl. möglich ein Grundstück über die Eingabe des Namens zu finden?

    Die technische Möglichkeit dazu besteht (sicher weiß ich das nur für Bayern). Zugriff durch Staatsanwaltschaft, Insolvenzgericht und auch Notare besteht es muss wohl jedoch immer ein berechtigtes Interesse nachgewiesen werden (Anfrage mit Aktenzeichen)..

    Aber ich würde das nicht als völlig abwegig bezeichnen, dass hier irgendwie an die Daten herangekommen ist.


    Jedoch würde mich dabei etwas wundern: Im Grundbuch steht auch die Meldeadresse des Eigentümers. Damit hätten Sie viel mehr gehabt als das bloße Grundstück.

    Wobei da normal nur die Adresse zum Zeitpunkt des Kaufs drinsteht, welche später nicht aktualisiert wird.

  • Ich würde gerne wissen, auf welchem Weg sie es angestellt haben könnten, Kenntnis von dieser Wiese zu bekommen.

    Finanzamt, Grunderwerbssteuer? Irgendwelche Kreditauskunfteien (schufa, creditreform...) ? Hier duerfte die Huerde, eine Auskunft zu bekommen, doch deutlich niedriger sein, als beim Katasteramt, oder?

  • Jedoch würde mich dabei etwas wundern: Im Grundbuch steht auch die Meldeadresse des Eigentümers. Damit hätten Sie viel mehr gehabt als das bloße Grundstück.

    Wobei da normal nur die Adresse zum Zeitpunkt des Kaufs drinsteht, welche später nicht aktualisiert wird.

    Ich kann mich nicht entsinnen in meinen Grundbuchauszügen irgendeine Adresse von mir gesehen zu haben...... Alte Einträge hatten noch Berufe, ansonsten nur Geburtsname und Geburtsdatum der Eigentümer.

  • Die technische Möglichkeit dazu besteht (sicher weiß ich das nur für Bayern).

    Für NRW kann ich es bestätigen.

    Zugriff durch Staatsanwaltschaft, Insolvenzgericht und auch Notare besteht

    ... in NRW kommen noch die öffentlich bestellten Vermessungsingenieure dazu.

    es muss wohl jedoch immer ein berechtigtes Interesse nachgewiesen werden (Anfrage mit Aktenzeichen).

    Für die genannten Berufsgruppen wird dies aber im Allgemeinen angenommen, d.h. die Anfrage muss nicht einzeln freigegeben werden. Jedoch werden alle Anfragen registriert und das Grundbuchamt verlangt im Nachhinein eine Begründung für jede Anfrage.


    Aber ich würde das nicht als völlig abwegig bezeichnen, dass hier irgendwie an die Daten herangekommen ist.

    Nein, abwegig ist es nicht, doch gehört schon eine gehörige Portion krimineller Energie dazu, an den offiziellen Wegen vorbei - eine Einsichtnahme wurde ja nicht registriert - die Daten abzugreifen. Für mich noch vorstellbar, wenn der Katasteramtsbezirk bekannt wäre, aber eine landesweite Abfrage halte ich für sehr unwahrscheinlich. Oder haben die Eltern enge Verbindungen zum entsprechenden Dezernat der Bezirksregierung Köln?

    Finanzamt, Grunderwerbssteuer?

    Nach meinen Erfahrungen ist man hier noch zugeknöpfter als beim Katasteramt.

    Ich kann mich nicht entsinnen in meinen Grundbuchauszügen irgendeine Adresse von mir gesehen zu haben

    Erstaunlich. Ich sehe nur noch sehr wenige Auszüge aus dem Liegenschaftsbuch, welches ja mit dem Grundbuch verknüpft ist, bei denen keine Adresse angegeben ist. Aber wie SirSydom schon gesagt hat, werden die Adressdaten nur auf Antrag des Eigentümers und nicht automatisch aktualisiert.

  • Ich kann mich nicht entsinnen in meinen Grundbuchauszügen irgendeine Adresse von mir gesehen zu haben...... Alte Einträge hatten noch Berufe, ansonsten nur Geburtsname und Geburtsdatum der Eigentümer.

    parallel zum Grundbuch wird die so genannte "Grundakte" geführt. Und dort sind alle Urkunden etc. hinterlegt. Wo dann letztlich auch die Vertragsparteien mit ihren Adressen aufgeführt sind.

  • Nein, abwegig ist es nicht, doch gehört schon eine gehörige Portion krimineller Energie dazu, an den offiziellen Wegen vorbei - eine Einsichtnahme wurde ja nicht registriert - die Daten abzugreifen. Für mich noch vorstellbar, wenn der Katasteramtsbezirk bekannt wäre,

    Ja, wenn die Eltern jetzt aus dem besagten Bezirk stammen würden, könnte ich es mir vorstellen, sofern eine entsprechende Vernetzung da ist. Es ist immer noch "heftig" aber vorstellbar. Am anderen Ende der Republik aus irgendeinem Grundbuch Daten ohne Registrierung abzufragen.. sofern die Stalker da nicht hohe finanzielle Aufwände reinstecken mit Spezialisten ("zwielichtige Privatdetektive") ist das kaum denkbar.


    Vielleicht haben sie doch auf anderem Wege von dem Grundstück erfahren? Doch irgendjemand getrascht, über Umwege? Facebook, Fotos, was der Geier.


    Keine Ahnung ob du das hören willst, aber mir kam ja die Idee, die Eltern mit Hilfe des Käufers auf eine falsche Fährte zu locken. ("Sie hat mir erzählt sie will nach Indonesien auswandern und braucht das Geld").


    Für einen späteren Immobilienkauf wäre natürlich eine Verschleierug der Eigentumsverhältnisse über einen Strohmann denkbar. Fragen sie Ihren "kreativen" Steuerberater ;)

  • Hallo zusammen und vielen Dank.


    Mir ist jetzt noch etwas anderes eingefallen. Wenn tatsächlich jeder Zugriff auf das Grundbuch protokolliert wird, dann können sie es darüber nicht geschafft haben. Beziehungen zu besonders hohen Ämtern haben sie jedenfalls nicht. Auch das Finanzamt kann ich mir nicht vorstellen und Schufa und andere Auskunfteien scheiden gänzlich aus, ebenso Facebook und Co.


    Aber sie hatten mich zwischenzeitlich (damals) mehrfach gefunden gehabt. Und -und da bin ich bisher nicht drauf gekommen- sie könnten damals in meine Wohnung eingebrochen sein. Das haben sie auch früher schon getan. Ich hatte aber eigentlich gedacht, dass sie sich das nicht mehr getraut haben würden, nachdem ich mich dann auch massiv dagegen gewehrt hatte und auch mit Polizei gedroht hatte. Ich habe wirklich gedacht, dass sie das nicht mehr gewagt haben würden. Aber ich schätze, da habe ich falsch gelegen.


    Aber das wäre die naheliegendste und, ich denke, wahrscheinlichste Erklärung. Praktisch wäre das sicher möglich gewesen - auch so, dass ich es nicht gemerkt hätte. Da haben sie einfach nur in meine Aktenordner geschaut und schon hatten sie den Kaufvertrag mit allen Informationen. Wenn es so war, liegt es allerdings schon 8 Jahre zurück. Aber das ist deutlich wahrscheinlicher als ein unsichtbarer Zugriff auf das Grundbuch.


    Dann gehe ich erstmal davon aus, dass es so war. Damit wäre das neue Häuschen dann doch wahrscheinlich sicher.


    Danke nochmals + viele Grüße

    Sare

  • Ich habe mit der zuständigen Dame im Grundbuchamt gesprochen. Die hat in die Akte geschaut und gesagt, dass dort keine Einsichtnahme vermerkt ist

    Für Vermesser, berechtigte/registrierte Planer und Verwaltungsmitarbeiter besteht die Möglichkeit, für Planungen beim Vermessungsamt Eigentümerlisten für einen abgegrenzten Bereich abzufordern.

    Das wird gemacht, um Baumaßnahmen den Nachbarn anzuzeigen, mit ihnen abzustimmen, temporären Grunderwerb zu organisieren, Leitungswege abzufragen oder falls alte bauliche Anlagen stören könnten , usw.


    Möglicherweise wird im Grundbuchamt eine solche Erstellung einer Eigentümerliste nicht dokumentiert, weil es ja keine Einsicht in die Akte ist.


    und planen kann man auch über Bundesländergrenzen hinweg....

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Zitat von Zitat von Sare (2)

    Beziehungen zu besonders hohen Ämtern haben sie jedenfalls nicht.

    Die braucht es auch nicht, sondern Kontakt zu IT- oder Geodatenexperten bei der Bezirksregierung.

    Möglicherweise wird im Grundbuchamt eine solche Erstellung einer Eigentümerliste nicht dokumentiert, weil es ja keine Einsicht in die Akte ist.

    Ich könnte jetzt was zur Datenhaltung im Kataster schreiben, aber "ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern" (TdM).

    und planen kann man auch über Bundesländergrenzen hinweg....

    Aber ohne Anhaltspunkt, wo in Deutschland sich die TE ein Grundstück gekauft haben könnte, benötigte man ja eine Eigentümerliste sämtlicher Flurstücke Deutschlands.

    Gut, sechs Jahre sind eine lange Zeit, da kann man viele Anfragen starten und Daten sammeln, wahrscheinlicher ist aber eine andere Informationsquelle.

  • Aber ohne Anhaltspunkt, wo in Deutschland sich die TE ein Grundstück gekauft haben könnte, benötigte man ja eine Eigentümerliste sämtlicher Flurstücke Deutschlands.

    Vorher benötigt man aber etwas entscheidendes anderes: Die Kenntnis davon, dass sich irgendein Grundbesitz im Eigentum der TE befindet.


    Sonst wäre es die Suche nach der Nadel im Heuhaufen, von der man nicht weiß, dass es etwas in dem Haufen gibt und ob das eine Nadel, ein Faden oder eine Maus ist. :eek:

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Hilft das? Ich denke, nein. Meine Eltern z.B. haben H niemals (wohnortmäßig) verlassen, besaßen aber mal (keine Ahnung, warum) ein Grundstück irgendwo in der Lüneburger Heide.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • ich lese hier von ganz viel Spekulationen...

    Meine Erfahrung: sehr oft liegt man falsch:

    Ja, du hast Recht. MIttlerweile kommt mir die Einbruch-Sache auch unsinnig vor. Wären sie eingebrochen, dann hätten sie deutlich bessere "Quellen" als nur die Wiese. Und ich müsste das auch gemerkt haben. Das kann eigentlich nicht sein.



    Für Vermesser, berechtigte/registrierte Planer und Verwaltungsmitarbeiter besteht die Möglichkeit, für Planungen beim Vermessungsamt Eigentümerlisten für einen abgegrenzten Bereich abzufordern.

    Das wird gemacht, um Baumaßnahmen den Nachbarn anzuzeigen, mit ihnen abzustimmen, temporären Grunderwerb zu organisieren, Leitungswege abzufragen oder falls alte bauliche Anlagen stören könnten , usw.


    Möglicherweise wird im Grundbuchamt eine solche Erstellung einer Eigentümerliste nicht dokumentiert, weil es ja keine Einsicht in die Akte ist.

    Das halte ich für unwahrscheinlich, da sie auf diese Art einen sehr-sehr-sehr großen Bereich durchforstet haben müssten.



    Möglicherweise völlig abwegig aber ggf. könnte da auch ein Privatdetektiv mit im Spiel gewesen sein.

    Viele Grüße M.

    Ja, das könnte sein. Aber auch Detektive kommen nicht legal an solche Informationen. Und an kriminelle "Superdetektiv" glaube ich eigentlich nicht. Sowas fliegt doch auf.


    Die braucht es auch nicht, sondern Kontakt zu IT- oder Geodatenexperten bei der Bezirksregierung.


    Ich könnte jetzt was zur Datenhaltung im Kataster schreiben, aber "ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern" (TdM).

    Sie haben keine Kontakte zu Leuten bei der Bezirksregierung. Das ist ziemlich sicher.



    Vorher benötigt man aber etwas entscheidendes anderes: Die Kenntnis davon, dass sich irgendein Grundbesitz im Eigentum der TE befindet.


    Sonst wäre es die Suche nach der Nadel im Heuhaufen, von der man nicht weiß, dass es etwas in dem Haufen gibt und ob das eine Nadel, ein Faden oder eine Maus ist. :eek:

    Es ist gut möglich, dass sie einfach vermutet haben, dass ich Grundbesitz habe. Sie würden eher nicht von einer Wiese ausgegangen sein, sondern von einer Wohnimmobilie. Sie wollen ja an meine Adresse kommen. Und sie sind wirklich beharrlich. Sie würden auch das Telefonbuch von New York von vorne bis hinten druchlesen, wenn sie hofften über eine Nummer an meine Adresse zu gelangen.

    Meine Befürchtung war, dass es für eine Gerichtsvollzieher*in oder Notrar*in möglich ist, durch die Eingabe meines Namens (meinetwegen mit Geburtsdatum) eine deutschland- oder NRW-weite Suche zu starten, die dann
    das Ergebnis liefert. Und wenn ich euch richtig verstanden habe, ist das möglich.


    Lediglich unklar ist, warum (falls das so gewesen wäre) diese Info dann nicht in der Grundbuchakte vermerkt ist.


    Aber was passiert, wenn die Gerichtsvollzieher*in versehentlich einen falschen Namen eingibt und dann plötzlich merkt: ups, das war falsch. Ich würde denken, dann ruft sie beim Grundbuchamt an und sagt: oh, ich hatte einen Fehler gemacht, bitte löscht mal den Zugriff.


    Aber eigentlich kommt mir das auch zu kriminell vor. Warum sollte sich eine Gerichtsvollzieher*in zu sowas hergeben. Das scheint mir alles unwahrscheinlich.

  • Es ist gut möglich, dass sie einfach vermutet haben, dass ich Grundbesitz habe.

    Denke einfacher, geradliniger, vielleicht haben sie jemanden getroffen, der jemanden kennt, der wiederum jemanden kennt, der Dich kennt. Bekannte, Verwandte, (ehemalige) Nachbarn, Freunde etc.


    Man glaubt nicht wie schnell irgendwelche Nachrichten die Runde machen. Das Ganze gepaart mit ein paar Vermutungen, vielleicht noch ein paar Glückstreffer, und schon weiß die ganze Welt Bescheid.

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  • Vorher benötigt man aber etwas entscheidendes anderes: Die Kenntnis davon, dass sich irgendein Grundbesitz im Eigentum der TE befindet.

    Nein, braucht man nicht.


    Sonst wäre es die Suche nach der Nadel im Heuhaufen, von der man nicht weiß, dass es etwas in dem Haufen gibt und ob das eine Nadel, ein Faden oder eine Maus ist.

    Nein, die Eltern wissen ja wonach sie suchen, ein Name und / oder ein Geburtsdatum. Um im Bild zu bleiben: Sie brauchen nur jemanden, der einen Schlüssel für die Scheune mit dem Heuhaufen hat und mit dem richtigen Suchwerkzeug umgehen kann. Den könnten sie ja zufällig beim Dorffest kennengelernt haben und sind dadurch überhaupt erst auf diese Möglichkeit gekommen. Die eigentliche Suche dauert dann keine fünf Minuten.