Sanierung Altbaukeller

  • Hallo zusammen,


    Vielleicht kann mir ja jemand helfen!


    Im Keller meines Hauses (Bj. 1953) löst sich an vielen Stellen der Putz von den Wänden. Nach Entfernen des restlichen Putzes zeigt sich folgendes Bild:


    • Wände und Boden betoniert und augenscheinlich trocken
    • Horizontalsperre (Bitumen o. Ä.) ca. 10cm oberhalb OK Bodenplatte
    • Sockelbereich nass und tlw. bröselig;



    Der Keller wird nur zu Lagerzwecken und Werkstatt genutzt. Die letzten Jahre wurde jedenfalls falsch gelüftet, Fenster standen im Sommer offen, wird sich in Zukunft ändern.


    Nun zur Frage: Wie saniere ich die Wände? Sockelbereich von innen abdichten und anschließend offenporig verputzen?


    Vielen Dank vorab!


    BG

    David

  • Was willst Du hören? Wundermittel gibt es nicht und da eine nachträgliche Horizontalsperre auf chem. Basis einzubauen, ist zwar theor. möglich, steht aber in Anbetracht der Nutzung in keinem wirtschaftlichen Verhältniss zu dem Effekt.

    Das Risiko, die vorhandene Sperre dabei zu beschädigen hingegen ist groß.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Naja, die Horizontalsperre ist ja vorhanden und scheint auch zu funktionieren. Meine Bedenken sind jedoch, dass sich die Feuchtigkeit auf der Wandinnenseite über das Putzsystem nach oben ausbreitet. Das möchte ich nach Möglichkeit verhindern.

  • Zitat

    Naja, die Horizontalsperre ist ja vorhanden und scheint auch zu funktionieren. Meine Bedenken sind jedoch, dass sich die Feuchtigkeit auf der Wandinnenseite über das Putzsystem nach oben ausbreitet. Das möchte ich nach Möglichkeit verhindern.

    Nach dem Foto scheinen keine wesentlichen Putzbrücken vorhanden zu sein. Denn der Feuchtesaum endet knapp oberhalb der vorhandenen Querschnuttsabdichtung der Außenwand.


    Wenn die Bodenplatte dicht sein sollte, könnte man über eine negative Abdichtung ( Innenabdichtung ) nachdenken. Hierbei wird der Putz von der Bodenplatte bis ca. 30 cm oberhalb der Querschnittabdichtung entfernt, eine raumseitige Hohlkelle eingebaut und diese sowie der genannte Bereich abgedichtet. Systeme hierfür gibt es z.B. bei Remmers.


    Da der Keller offenbar auch in Zukunft nicht höherwertig genutzt werden soll, wäre dieses Abdichtungssystem nach Untersuchung und Beratung durch einen Fachmann vor Ort durchaus erwägenswert.

  • Der Keller wird nur zu Lagerzwecken und Werkstatt genutzt. Die letzten Jahre wurde jedenfalls falsch gelüftet, Fenster standen im Sommer offen, wird sich in Zukunft ändern.


    Nun zur Frage: Wie saniere ich die Wände?

    welchen Anspruch hast Du? und warum?

    Lagerzwecke und Werkstatt erfordert im klassischen Sinn keine so arg gute Ausführung. Es sei denn, es stört das Auge oder sonstige Belange...


    Theoretisch könnte man es ganz einfach auch so lassen... wenn es Dich nicht stört und Du vielleicht einfach häufigeren Unterhalt leistest...

  • Der jetzige Wandzustand stört mich grundsätzlich nicht. Das eigentliche Problem bzw. vielmehr Grund für den Zustand ist mir in der fehlenden äußeren Abdichtung bzw. der damaligen Bauausführung bewusst. Evtl. ist auch noch drückendes Hangwasser im Spiel.

    häufigeren Unterhalt leistest...

    das verstehe ich nicht :(


    Die Feuchtigkeit in der Wand, solange diese im Sockelbereich verbleibt und nicht in die Wohnräume hochzieht, richtet dort ja auch keinen immensen Schaden an. Natürlich löst sich der Putz irgendwann von der Wand, aber immerhin hat er fast 70 Jahre gehalten....


    Hätte ein zB Kalkputz keine Feuchtigkeitsregulierenden Einfluss auf die doch hohe Luftfeuchtigkeit, bei entsprechendem Lüftungsverhalten?

    Und warum wurde der Sockelbereich nicht betoniert sondern wie auf dem Foto errichtet, hat dies mit der Bauausführung / Einbau Horizontalabdichtung zu tun?

    Das einzige Fenster in diesem Raum muss im Frühjahr aufgrund Anbaumaßnahmen leider dauerhaft verschlossen werden, eine mech. Belüftung (evtl. mit Tauwertregelung) sollte wenn der Raum weiter, wenn auch nur als Lagerraum, genutzt werden soll installiert werden. Sehe ich das richtig?

  • Das eigentliche Problem bzw. vielmehr Grund für den Zustand ist mir in der fehlenden äußeren Abdichtung

    DAS ist falsch! Würde die äussere Abdichtung FEHLEN (schadhaft sein), sähe die ganze Wand SO aus.


    Der Grund ist die damals übliche, heute nicht mehr fachgerechte Lage der Horizontalabdichtung. Schlicht und ergreifend.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Hätte ein zB Kalkputz keine Feuchtigkeitsregulierenden Einfluss auf die doch hohe Luftfeuchtigkeit, bei entsprechendem Lüftungsverhalten?

    Neben dem Lüftungsverhalten braucht es auch die entsprechenden Lüftungsbedingungen.


    Der Putz ist nichts anderes als eine weitere Schicht auf dem Mauerwerk. Diese Schicht kann zwar Feuchtigkeit speichern, aber das Speichervermögen ist begrenzt. Damit der Putz trocknet und wieder Feuchtigkeit aufnehmen kann, braucht es das von dir angesprochene Lüftungsverhalten, in Verbindung mit den passenden Lüftungsbedingungen.



    eine mech. Belüftung (evtl. mit Tauwertregelung) sollte wenn der Raum weiter, wenn auch nur als Lagerraum, genutzt werden soll installiert werden. Sehe ich das richtig?


    Die Frage ist, ob Du ohne Unterstützung das notwendige Lüftungsverhalten sicherstellen kannst. Aus eigener Erfahrung, das fällt schwer, zumindest dauerhaft. Man wird schlampig, und da sich nicht sofort Schäden zeigen. hat man noch nicht einmal ein schlechtes Gewissen dabei. Das rächt sich dann, meist wenn man es nicht erwartet.


    So ein technisches Helferlein nimmt einem die Arbeit ab und man muss sich nicht ständig darum kümmern.

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    .

  • doch, genau das ist es, was ich meine:

    Du sagst ja selbst: die Art der Ausführung hat die letzten 70 Jahre gehalten.

    Wenn Dein zukünftiger Anspruch nicht höher ist und Du mit bescheidenen 70 weiteren Jahren zufrieden bist, könntest Du es wieder genau so ausführen, wie damals... (damit ist nicht nur der Putz gemeint, sondern alle Randbedingungen. Bis hin zur Nutzung)


    Ein Kalkputz hat sicher feuchteregulierende Eigenschaften.


    Aber Du bringst drei grundsätzlich unterschiedliche Dinge durcheinander.

    1. Feuchtigkeitsabdichtung (auch das ist kein Fachbegriff)

    2. Abtransport von Feuchtigkeit

    3. Feuchtigkeitsregulierung (was immer das ist)


    die drei Themen sind ggf. alle wichtig. Man kann durch Anwenden des einen nicht auf ein anderes verzichten. Alle drei sind je nach raumklimatischer Situation mehr oder minder wichtig. Also ein Zusammenspiel:

    - bei schlechtem 1 brauchts etwas mehr 2 und ggf. etwas mehr 3.

    - bei schlechtem 2 brauchts etwas mehr 1 und ggf. etwas mehr 3

    - bei schlechtem 3 brauchts etwas mehr 2 und ggf. etwas mehr 1.

    usw...


    ...und ggf. etwas mehr Unterhalt, weil dann die Oberflächen entweder nicht mehr so schön sind, Schäden erleiden oder beides...