Ableitung Schmutzwasser Gefälle zu gering

  • Hallo an alle Forummitglieder,


    folgende Problematik stellt sich aktuell bei unserem Neubau:


    Unser Bau befindet sich in der finalen Phase, und jetzt wollten wird die Schmutz- u. Regenwasseranschlüsse in Eigenleistung ausführen. Nach dem wir den Graben dafür gelegt haben, wurde festgestellt das die Höhenunterschiede für Schmutzwasser zwischen Übergabeschacht und Haus zu gering sind um das min. erforderliche Gefälle (>1 Grad) einzuhalten. Der tiefste Anschluss hausseitig ist ca. 10-11 CM höher als der Anschluss am Übergabeschacht. Es gilt ein Enfernung von ca. 23 Metern zu überbrücken.


    Nachdem wir das Problem unserem GÜ mitgeteilt haben, meinte dieser das dies trotzdem ausreichend Gefälle wäre. Notfalls könnten wir noch diagonal Graben, was uns ca. 6-7 Meter bringen würde. D.h. wir hätten ca. 10 cm Höhenunterschied auf 15 Meter. Gemessen wurde mehrmals, d.h. die Zahlen sind soweit stimmig.


    Was wären die Optionen an dieser Stelle? Aus unserer Sicht hat hier die Planung nicht funktioniert.


    Eckdaten:

    Bau mit GÜ (auch Abwasserplanung wurde durch diesen gemacht bzw. angestellten Architekten);

    Baulücke, sprich Übergabeschacht wurde erst nachdem Rohbau angelegt


    Grundstück hat leichten Abhang, man hätte die Problematik leicht vermeiden können wenn entweder das Haus leicht höher gebaut wäre oder entsprechend Revisionsschacht Grundstück abwärts tiefer gesetzt wäre. Da es sich um eine Kreisstrasse handelt, sind jegliche Optionen den Schacht tiefer zu setzen mit enormen Aufwand verbunden (Überquerung Strasse etc.).


    Ich hoffe auf Input von den anwesenden Experten hier. Die Zeit drängt und wir müssen nächste Schritte einplanen.


    Sollten weitere Infos notwendig sein, stelle diese gern zur Verfügung.


    Vielen Dank im Voraus.

  • erforderliche Gefälle (>1 Grad)

    gefälle wird bei leitungen in % angegeben .

    Zitat

    Nach DIN EN 12056 und neuer DIN 1986-100 genügen in den meisten Fällen 0,5 % (0,5 cm/m) bei belüfteten und 1 % (1 cm/m) bei unbelüfteten Leitungen.

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Richtig.

    Bei der zweiten, verkürzten Variante hättest Du 0,66% Gefälle. Reicht aus.

    Hätte leicht ins Auge gehen können. Gerade bei Eigenleistungen, aus dem Gesamtpaket herausgelöst, sollte besonderer Augenmerk auf die Schnittstellenplanung gelegt werden.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Danke für die erste Einschätzung. Die Anforderung an min >1% kommt vom Abwasserverband. D.h. diese kann nicht gehalten werden, soweit klar.


    Den ersten Kommentaren entnehme ich, das man mit 0,66% Gefälle trotzdem noch gut unterwegs ist. Grundsätzlich wäre dies auch für mich ein akzeptabler Kompromiss, alle Alternativen wären viele aufwendiger an der Stelle.


    Sofern es noch andere oder zusätzliche Meinungen/Einschätzungen gibt, höre diese gerne...

  • und bei der angabe könnten es ja auch 11,5 cm sein (wie hat wer gemessen?) und dann reicht es sogar auf dem langen weg :D

    Eine Messung wurde durch den Bauleiter mit entsprechendem Equipment durchgeführt. Die zweite Messung durch uns (mit einem Rotationslaser). Die leichten Toleranzen ergeben sich je nachdem wie der Messstab gehalten wurde. Deswegen die Angabe 10-11cm...

  • Vorweg. Entwässerungsplanung grundsätzlich in ‰ (Promille). Wenn ich % im Entwässerungsplan sehe weiß ich, dass es meistens nur grade jemand mit gemacht hat und ist der Grund warum ich es aufm Schreibtisch hab. Denn 08/15 Entwässerung gibt es immer weniger..... aber anderes Thema.


    6,6 ‰ ist ein brauchbares Gefälle.

    (Ohne Kenntnis des zu erwartenden (besser berechneten) Abflusses und der Nennweite aber alles Glaskugel - auch wenns bei einem EFH keine Raketenwissenschaft ist).

    MIndestgefälle DIN 1986-100 für Sammel- und Grundleitungen SW/MW bei DN 150 = 1/DN = 6,66 ‰ (Zufall?)

    Wenn MIndestfließgeschwindigkeit und Höchstfließgeschwindigekeit bei zulässigem Füllgrad erfüllt sind alles gut....


    Vorausgesetzt Ihr bekommt in eigenleistung Kanalarbeiten im ‰ Bereich hin. Damit haben selbst "Fachfirmen" hin und wieder ihre Probleme.

  • Bei den geplanten SW Leitungen handelt es sich um DN 100.


    Und bei einem weiteren Punkt stimme ich zu, Kanalarbeiten im ‰ Bereich auszuführen halte ich im Rahmen der Eigenleistung für eine kleine Herausforderung. Aufgrund der Gegebenheiten müssen wir da wohl durch...

  • Dann Mindestgefälle 1:DN = 1:100 = 10 ‰. Abwasserverband hat recht.

    Dadurch keine Abwasseranlage nach Norm möglich.

    Mit allen Problemen die dazu gehören (Ablagerung und evtl. regelmäßiges Spülen weil die Brocken liegen bleiben).

    Über 20 m DN100 Leitung läd zu Ablagerungen ein.

    Da ihr in Eigenleistung (ohne Nivellier-Skills eh fraglich) bauen wollt ist auch nix mit Gewährleistung wenn in 2 Jahren die ersten Verstopfungen anfangen sollten (nicht muss). Ohne mehr Hintergrund zu haben schwer. Aber wenns mein Haus wäre würde ich den GÜ den Übergabeschacht (der ja von Ihm ist??) soweit tiefer setzen lassen bis ein normgerechter Anschluss möglich ist. Er hats geplant(?) und in den Sand gesetzt. Also muss ers richten. Bevor (!) ihr Hand anlegt.

    Aber ausreichend ist das Gefälle wie jetzt beschrieben nicht.

  • Der Übergabeschacht wurde von dem Abwasserverband gesetzt (wie so üblich, bis ca. 1 Meter auf dem Grundstück zum öffentlichen Grund). Und die Planung wurde vom GÜ gemacht.

    Eine mündliche Auskunft vom Abwasserverband lautet, man habe sich im Rahmen des technisch möglichen bewegt. GÜ hingegen behauptet das hier genauer gearbeitet werden musste seitens des Abwasserverbandes. D.h. hier wird die Schuld hin und her geschoben. Hilft uns erstmal so nicht weiter...

  • Ja dann mal herzlichen Glückwunsch. Die typische "ich wars nicht - Situation". Fakt: Jemand hat gepennt.

    Wenn jedoch der Übergabeschacht vom Verband gesetzt wurde und die Planung vom GÜ kam hat der GÜ doch was verpennt?

    (Oder der Verband hat den Ü-Schacht gesetzt und erst ab dem Schacht hat der GÜ geplant... )

    Irgend wer hat definitv nicht die Schnittpunktsituation geklärt.

    Haus aufbocken geht nicht also bleibt zum klären nur der Ü-Schacht.


    Ohne die Situataion genau (Höhenlage Ü-Schacht, Anschluss an öffentlichen Kanal etc. genau zu kennen bleibt hier wenig zu empfehlen.

    Irgendwie murks. Ich würde wahrscheinlich auf kürzestem Wege zum Ü-Schacht graben (größtes machbares Gefälle) und mir ggf. noch auf halbem Wege (oder kurz vor eurem Haus ja nach Situation) eine Wartungsmöglichkeit schaffen (kleiner Spülschacht). 15-20 m DN100 reinigen ist arg nervig und man erleichtert es mit einem weiteren Zugang. Keine bzw. so wenig und flache Bögen wie möglich.

    Erst recht bei DIY und der dann entstehenden Buckelpiste.