Mehrere Häuser auf einem Flurstück möglich?

  • Guten Morgen,

    vielleicht könnt ihr mir Eure Meinung sagen. Es geht mir natürlich auch nicht um eine (rechts)-verbindliche Auskunft. Und klar, sollte es konkret werden, muss das Bauamt der Stadt und die UBA mit ins Boot.


    Zum Projekt:

    Das Bild im Anhang zeigt das Grundstück mit einem bestehenden Wohnhaus. Insgesamt ist das Grundstück 1450qm2 groß, liegt mitten in der bebauten Ortslage. Es besteht kein Bebauungsplan. Nun die Idee: Das bestehende Wohnhaus (1) bleibt. Im hinteren Bereich davon ein Haus (2) und im rechten Bereich des Grundstück ein weiteres Haus. Wäre dies grundsätzlich möglich? Gemäß den beiden roten Linien wäre auch eine Grundstücksteilung nicht das Problem, sollte es an separaten Flurstücken hängen. Auch die Zuwegung zum hinteren Anwesen wäre rechtlich ja leicht zu regeln.


    Danke für Eure Expertise

  • Grundsätzlich sollte das möglich sein. Es gibt zwar immer Gründe, die eine Bebauung verhindern können, aber das kann man nur vor Ort klären.


    Die Bebaubarkeit richtet sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung, wenn also im sonstigen Umgriff nur 100m² Häuser auf 2.000m² Grundstücken sehen, und du willst das zehnfach, kann es Probleme geben. Auch die Höhe der Gebäude richtet sich nach der Umgebung und was (Gewerbe, Wohnen, Landwirtschaft, ...).


    Bei Haus 3 könnte (!) es sich um Außenbereich handeln. Dazu muss man sich den Umgriff etwas weiter ausgezommt ansehen. Luftbilder helfen hier auch.


    Und dann Erschließung. Strom, Wasser, Kanal, Zufahrt incl Feuerwehr, Löschwasser - das alles muss ausreichend vorhanden sein und kann, wenn z.B: der Kanal eh schon völlig überlastet ist, zu einem Versagen der Baugenehmigung führen.


    Man könnte auf dem lokalen Bauamt mal mündlich vorfühlen was so gehen könnte, dabei könnte große Knackpunkt schon mal zutagetreten. Aber wenn es heißt kein Problem, darauf kannst du dich nicht verlassen. Dafür wäre dann das Mittel der Bauvoranfanfrage unter Einbeziehung eines Planers (Architekt) anzuraten.


    Bzgl 3 Häuser auf einem Flurstück - wenn alle dir gehören ok. Wenn nicht, muss dafür eine WEG her, da würde ich dringend!! zu einer Parzellierung raten.

    Und man sollte immer alles so ausrichten, dass eine spätere Parzellierung möglich bleibt (Verkauf, Erbe...).

  • Hallo,

    vielen Dank, das hilft mir schon weiter. Die Häuser wären alle in unserem Eigentum, aber genau wegen möglichem späteren Verkauf, Erbe usw. würde ich das Geld für eine 3-Teilung des Grundstücks gerne in die Hand nehmen. Dann ist/wäre alles korrekt geregelt.


    Ich werden einen Bekannten, der auf dem Bauamt arbeitet, mal fragen, ob die Planung grundsätzlich genehmigungsfähig wäre.


    Klar, sind Dinge wie Kanal usw. auch zu berücksichtigen und sehr wichtig.

  • Also wir haben auch, allerdings vor 50 Jahren, auf einem Grundstück ein Doppelhaus errichtet und später teilen lassen in 3 Flurnummern

    War ohne Probleme möglich.

    Damit war die tatsächliche Lage fest und es mußte nicht geändert werden.


    VG

    Helmut

  • Wenn in der Umgebung eine Bebauung in zweiter Reihe vorhanden ist, halte ich die angedachte Bebauung auch grundsätzlich für möglich. Ich würde das mit einem Vorbescheid abklären. Evtl. kann Dir Dein Bekannter vom Bauamt bei Erstellung des Vorbescheidsantrags helfen.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Die Teilung ist privatrechtlich später dann am einfachsten, wenn alle Grundstücksteile separat vom öffentlichen Grund aus erschlossen sind (Zufahrt insbes. für Rettungsdienst / Feuerwehr, alle Medien, besonders kritisch sind meist Trink- und vor allem Abwasser). Für Haus 2 ist also eine direkte Anbindung an die Straße erforderlich. Die Erschließungs- und auch die Vermessungskosten dürften in diesem Fall erheblich sein. Auch sollten alle Abstandsflächen nach LBO und alle sonstigen Grenzabstände bereits für die zukünftige Teilung gedacht und geplant werden.


    In diesem Fall ist ein Vorbescheid basierend auf einer Planung entsprechend der bereits genannten Punkte durch eine bauvorlageberechtigte Person unbedingt zu empfehlen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • auch ich bin der Meinung, dass hier die Umgebungsbebauung noch intensiver betrachtet werden muss.

    der uns hier dargestellte Lageplanauszug ist dafür nicht geeignet. Hier wäre ein Lageplan, auf dem die umgebenden ca. 50, vielleicht sogar 100m (in alle Richtungen) dargestellt sind, deutlich aussagekräftiger.

    Und wie immer: es muss betrachtet werden, ob es nicht andere Beschränkungen (Naturschutz, besondere Einrichtungen, Abstand zu Landwirtschaft o.ä. etc.) gibt, welche einer Bebauung entgegenstehen.

  • Ich empfehle ebenfalls eine Voranfrage. Hatte erst letztes Jahr den Fall, wo sich das Stadtplanungsamt nach mündlicher Anfrage erst einmal nicht festlegen wollte und die Voranfrage dann abgelehnt wurde. Ein Bauantrag wäre rausgeschmissenes Geld gewesen.

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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • dass hier die Umgebungsbebauung noch intensiver betrachtet werden muss.

    Nicht nur die Bebauung, auch Ihre Geschoßigkeit, Zufahrten usw., daraus sich ergebende GFZ/GRZ; Nutzung; nicht eingetragene Bauten usw.


    Je belegter der Bauwunsch ist, desto schwerer wird es, den abzulehnen.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen