Epoxyharz steintepich uneben

  • hallo,

    Wir haben auf unserem Balkon auf die alten Fliesen einen epoxyharz steintepich machen lassen. Wurde fachmännisch abgedichtet mit mehreren Schichten und sieht wunderschön aus. Nur leider ist er uneben, wellig, man merkt dies beim Gehen auch Sesseln wackeln. Es sind an mehreren stellen die ebenheitstoleranzen überschritten worden. Der Hersteller meinte, das ginge eben durch das spachteln der epoxyharz steinmasse per Hand nicht anders. Er hat angeboten, über die gesamte Fläche nochmals eine steintepich Schicht zu ziehen, und damit die Unebenheiten auszugleichen.


    Meine frage nun: Kann das funktionieren? Der bestehende steinteppich ist ja ausgehärtet uns somit wirklich hart. Ich befürchte dass so eine dünne nachträglich aufgetragene ausgleichsschicht nicht lange hält und zum Teil abbröckeln wird. Gibt es unter euch Experten, die sich mit epoxyharz steinteppichen auskennen?


    vielen Dank vorab für eure Hilfe.


    Liebe Grüße Thomas

  • Wenn der Hersteller eine Garantie dafür gibt (Gewährleistung) dann kann man das wohl machen. Üblicherweise wird die bestehende Oberfläche angeschliffen und dann die neue drauf.

    Allerdings hat er ja gesagt:

    Der Hersteller meinte, das ginge eben durch das spachteln der epoxyharz steinmasse per Hand nicht anders.

    Wie soll das dann mit der zweiten Schicht besser funktionieren?


    Wobei aus meiner Erfahrung bekommt man das schon vernünftig und eben hin, wenn es richtig gemacht wird. Dann allerdings auch beim ersten Mal. Wenn er kein Geld für die Nachbesserung haben will und sonst nichts dagegen spricht (z.B. Anschlusshöhen, Optik, etc.), würde ich ihn machen lassen.


    Wenn der Steinteppich schwimmend eingebaut ist (auf Trennlage); sollte man den alten Pfusch auch rausnehmen können und komplett neu machen.

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    Steve Jobs

  • Jein.


    Kann das so, wie beschrieben, funktionieren? Nein. Grund hat MPI benannt. Wie soll denn an die Hochpunkte angearbeitet werden?


    Kann man das beheben? Ja.

    Dazu müssen erst alle Hochpunkte abgeschliffen werden. Dann der gesamte Untergrund anschleifen und reinigen.

    Darauf kann dann erneut eine Lage Steinteppich in Mindeststärke und passender Ebenheit aufgebracht werden. Mit den angeschliffenen Körnern kann ein dauerhafter Verbund mit entsprechender Haftgrundierung (Bindemittel) erreicht werden.

    Ob ein Mensch klug ist, erkennt man viel besser an seinen Fragen als an seinen Antworten. 8o

  • Vielen Dank für eure Expertenmeinung. Das stimmt mich zuversichtlich. Allerdings werde ich den Hersteller wohl fordern müssen, dass er genau beschreibt, wie er das macht und dass er das dann auch so macht. Auf der Aussenseite des Balkons wurden Metallleisten befestigt, also Abtropfschienen. Diese sind nun von der Höhe her Plan mit dem Steinteppich. Wenn nun eine Ausgleichsschicht drauf kommt, dann wird hier wohl der Steinteppich höher sein als die Abschlussleiste. Kann man das beheben? Optisch wäre es aus meiner Sicht kein zu grosses Problem, aber ich befürchte, dass dann dann ev. was wegbröckelt mit der Zeit.

    Wie hoch wäre hier die zusätzliche Steintreppichschicht, falls man das sagen kann? Es wurde verwendet: Marmor Botticinio 2-4mm.

    Danke nochmals!!!!

  • achja, bzgl. Trennlage. Soweit ich das in Erinnerung habe, kam zuerst eine Grundierung auf den Balkon, dann eine Dichtungsflies das mit einer grauen masse "eingespachlet wurde, dann nochmlas eine raue schicht und dann darauf das Epoyharz -Sandgemisch.

    Aber ob das echt Sinn macht, dass man alles wieder runter nimmt?

  • Aber ob das echt Sinn macht, dass man alles wieder runter nimmt?

    Also bei einer 4 mm Körnung wird das sicher 1 cm Höhenzuwachs geben (geschätzt!). Und ob die Mischung dann auch so aussieht wie die jetzige ist schwer zu sagen. Diese Körnung dann anzuarbeiten führt aus meiner Erfahrung zu optischen Beeinträchtigungen. Da bei Dir ja "Wellen" sind die gegen 0 auslaufen, kann man rein technisch eine 4 mm Körnung nicht daran anarbeiten ohne das man Übergänge sieht. Wenn das also vernünftig werden soll, muss man entweder so tief runterschleifen, das der zusätzliche Aufbau komplett aufgenommen werden kann oder man reist halt alles wieder raus und nochmal neu. Da die jetzige Ausführung :

    Es sind an mehreren stellen die ebenheitstoleranzen überschritten worden.

    sich so darstellt, würfte das ein Mangel sein, der zu beseitigen ist. Und wenn der Weg zu einer ordentlichen Leistung der des Rausreissens der jetzigen ist, dann ist das eben so.


    Ich hoffe ich habe mich verständlich ausgedrückt.

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    Steve Jobs

  • Zur ordentlichen Verarbeitung ist der 2,5 fache Korndurchmesser als Schichtstärke erforderlich: 2,5 x 4 mm = 10 mm


    Vereinzelt auch geringfügig dünner. Aber an sich vollflächig 10 mm.

    Randprofile kann man in 8 mm Höhe (+Kleber) auf den bestehenden Unterbau drauf machen.


    Ein Rückbau wird ohne Beschädigung der Abdichtung nicht möglich sein. Das würde ich nicht empfehlen.

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  • Ein Rückbau wird ohne Beschädigung der Abdichtung nicht möglich sein. Das würde ich nicht empfehlen.

    Dann muss man eben auch neu abdichten.....


    Ist halt die Frage, wie dick die Steinteppichschicht jetzt ist und ob man das so runterschleifen kann, das man überall auf rd. 1 cm Füllhöhe kommt.

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  • Vielen Dank wiederum für eure Expertensicht. Ich habe nun auch einen Sachverständigen gefragt, der auf Steinteppiche spezialisiert ist. Er meint, dass eine nachträglich aufgebrachte Schicht nicht dauerhaft halten kann. Er sieht bei seinen Begutachtungen immer wieder, dass diese dann abbröckeln und Risse entstehen. Der Grund, so meint er, ist, dass es keine dauerhaft feste Verbindungsmöglichkeit der beiden Schichten gibt. Denn wenn abgeschliffen wird, dann kommt eine Grundierung auf den Stein und diese besteht wiederum ja aus anderer Chemie als die Schicht darunter. Hier ist im Freien aufgrund der Witterung höchste Vorsicht geboten. Er meint, dass es spätestens eben nach 2-3 Jahren dann zu Rissen und tw Loslösen der oberen Schicht kommen könnte. Also, entweder alles heraus und neu, oder so berlassen und mit den Unebenheiten leben, bzw. hier eine Preisminderung verlangen.


    Wir haben beim Balkon eine Länge von 14m und keine Trennfuge. Auch hier meint er, dass das nach 8m erforderlich wäre, weil sonst mit hoher Sicherheit Risse entstünden.


    lg, Thomas