Bodenaufbau bei Balkon Sanierung

  • Hallo,


    nächstes Jahr wird die Außen-Fassade von unserem Haus gedämmt. Gleich zeitig soll der Balkon natürlich auch eingepackt werden.


    Hierzu werde ich nächstes Jahr die vorhanden Fliesen und Gefälle Estrich entfernen. Auf die Rohbetondecke soll nun folgender Aufbau realisiert werden:

    1. Betondecke

    2. Gefälledämmung

    3. Lastverteilende Platten

    4. Abdichtung

    5. Fliesen


    Bezüglich den Lastverteilenden Platten. Ich hatte was von das Powerpanel TE gefunden sowie AQUAPANEL. Aber irgendwie sehe ich es nicht ein 500€ + womöglich 100€ Versand für Lastverteilung bei 12m² auszugeben.


    Gibt es andere Platten die ich bis jetzt noch nicht gefunden habe die sich eignen würden?


    Danke!


    Grüße

    Michael

  • Wieso sollte da eine Lastverteilung nicht helfen? Vielleicht reden wir aneinander vorbei?


    Ich kann kein Estrich gießen weil der Balkon ja gedämmt werden muss...Sonst habe ich eine Wärmebrücke durch die Balkonplatte.

  • Da sagt aber der Hersteller was anderes über seine Dichtschlämme die ich verwenden möchte...

    • Allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis - Flüssige Abdichtung im Verbund mit Fliesen und Plattenbelägen zur Verwendung als Bauwerksabdichtung
    • Flexible Verbundabdichtung unter keramischen Belägen und Naturstein auf Balkonen, Terrassen und Laubengängen (nicht über genutzten Räumen) mit einem Gefälle ≥ 1,5 %
  • Flexible Verbundabdichtung unter keramischen Belägen und Naturstein auf Balkonen, Terrassen und Laubengängen (nicht über genutzten Räumen) mit einem Gefälle ≥ 1,5 %

    Aber nur auf einer vernünftigen (fugenlosen) Tragschicht, da bin ich mir sicher

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Das was der Ralf sagt ist schon richtig. Brech mal den Boden deines Wohnzimmers auf und guck dir den Aufbau mal genau an! Der ist genau so aufgebaut, mit Estrich über der Dämmung. Damit dürfte wohl alles gesagt sein.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Ich persönlich halte von Fliesen im bewitterten Außenbereich wegen deren heftiger Schadensträchtigkeit nichts, freue mich aber über jeden weiteren Auftrag, sie durch einen haltbaren Aufbau zu ersetzen. Dein Aufbau sähe in richtiger Schichtung aus:

    • Fliesen
    • Fliesenkleber
    • Abdichtung
    • lastverteilende Platten (zementgebunden, praktisch sind sie ein Trockenestrich)
    • Gefälledämmung
    • Stahlbetondecke

    Unter der Dämmung fehlt - sofern nicht mit Schaumglas gedämmt werden soll - in jedem Falle eine Dampfsperre. Die Dämmung (welche?) sollte dann direkt abgedichtet werden. Welche Abdichtung ist vorgesehen? Darüber sollte es dann eine Drain- und Entkoppelungsschicht geben, auf welcher die Fliesen auch direkt verlegt werden können. Der vollständige Aufbau sähe dann sei aus:

    • Fliesen
    • Fliesenkleber
    • Drain- und Enntkoppelungsmatte
    • Abdichtung
    • Gefälledämmung
    • Dampfsperre
    • Stahlbetondecke

    Und den Trockenestrich? Den brauchtesst Du nicht! Aber: Die mir bekannten Systemmatten sind nicht zur Verlegung direkt auf Wärmedämmungen zugelassen, also braucht es doch den (Trocken-) Estrich.

    • Fliesen
    • Fliesenkleber
    • Drain- und Enntkoppelungsmatte
    • Abdichtung
    • (Trocken-) Estrich als lastverteilende Platte (d > ca. 40 mm, zementgebunden, wenn trocken verlegt zweilagig verklebt u. ggf. verschraubt)
    • Gefälledämmung
    • Dampfsperre
    • Stahlbetondecke

    Ohne einen Estrich geht es einfach nicht, wenn Du Fliesen fest verlegt haben willst! Viel unkritischer, einfacher und schadensicherer wäre aber eine lose Verlegung des Oberbelags, den ich deshalb bevorzugen würde. Außerdem läuft es sich im Sommer auf heißen Flieseißnböden nicht so toll - denke ich.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Vielen Dank genau davon habe ich gesprochen.


    Ich werde also auf jeden Fall eine Lastverteilung benötigen sprich Trockenestrich. Dies würde ja vorher leider als Unsinn abgetan.


    Wir sind uns auch nicht zu 100% sicher ob es gefliest werden soll, einen Steinteppich könnten wir uns auch vorstellen.


    Eine Frage noch, welche Funktion soll die Dampfsperre auf der rohen Beton Decke erfüllen?


    Es ist eine auskragende Betonplatte. Alle Seiten: Oben, Unten und Stirnseite werde ja mit 031er EPS Dämmung eingepackt.


    Ich nehme an dass die Dampfsperre nur auf der Oberseite angebracht wird, aber wozu genau?


    Vielen Dank für die bisherige Antworten!


    Grüße

    Michael

  • Wir sind uns auch nicht zu 100% sicher ob es gefliest werden soll, einen Steinteppich könnten wir uns auch vorstellen.

    Wass ist ein "Steinteppich"?

    ... welche Funktion soll die Dampfsperre auf der rohen Beton Decke erfüllen?

    Das Eindringen von Wasserdampf in die Wärmedämmung verhindern.

    Ich nehme an dass die Dampfsperre nur auf der Oberseite angebracht wird,

    nein, allseitig

    wozu genau?

    Um das Eindringen von Wasserdampf in die Wärmedämmung verhindern.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Sorry aber das ergibt für mich keinen Sinn.


    Ok. Ich packe jetzt die komplette Betondecke mit einer Dampfsperre ein. Nun kommt komplett von allen Seiten eine Dämmung.


    Die Feuchtigkeit kommt wenn überhaupt von außen muss dann erst durch die Dämmung und stoppt an der Dampfsperre.


    Die Feuchtigkeit kommt ja wohl kaum von der Betonplatte und wandert nach außen.



    Im Haus haben wir die obersten Decken auch mit einer Dampfsperre versehen um die darüber liegende Dämmung trocken zu halten.


    Hier kann man aber davon ausgehen dass die Luftfeuchtigkeit irgendwann nach oben durch die Decke drückt.


    Aber bitte was soll es bringen well ich meine Betondecke von unten dicht mache, aber die Dämmung eine Schicht weiter aussen liegt?



    Steinteppich: Kieselsteine mit Epoxidharz gemischt und als Teppich quasi aufgetragen.

  • Sorry aber das ergibt für mich keinen Sinn.

    schade!

    Ok. Ich packe jetzt die komplette Betondecke mit einer Dampfsperre ein. Nun kommt komplett von allen Seiten eine Dämmung. Die Feuchtigkeit kommt wenn überhaupt von außen muss dann erst durch die Dämmung und stoppt an der Dampfsperre.

    Nein, es geht um eine Feuchtediffusion bzw. einen kapillaren Feuchtetransport aus dem Beton in die Wärmedämmung. Dieser erfolgt von "warm" nach "kalt". Von außen wird die Wärmedämmung durch die Abdichtung gegen eindringendes Niederschlagswasser geschützt.

    Die Feuchtigkeit kommt ja wohl kaum von der Betonplatte und wandert nach außen.

    doch, sie tut genau das, s.o., vor allem im Winterhalbjahr.

    Aber bitte was soll es bringen well ich meine Betondecke von unten dicht mache, aber die Dämmung eine Schicht weiter aussen liegt?

    s.o.

    Steinteppich: Kieselsteine mit Epoxidharz gemischt und als Teppich quasi aufgetragen.

    Der lässt also Wasser durch, filtert aber Schmutz heraus und setzt sich dabei allmählich damit zu, lässt sich aber nicht zu Reinigungszwecken anheben? Wenn Du meinst!?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Demnach müsste bei einer WDVS Fassadendämmung die Gebäudehülle komplett abgedichtet werden damit Feuchtigkeit von innen nicht nach außen in die Dämmung drückt.


    Dem ist aber nicht so :-(

  • Hallo,


    nächstes Jahr wird die Außen-Fassade von unserem Haus gedämmt. Gleich zeitig soll der Balkon natürlich auch eingepackt werden.


    Hierzu werde ich nächstes Jahr die vorhanden Fliesen und Gefälle Estrich entfernen. Auf die Rohbetondecke soll nun folgender Aufbau realisiert werden:

    Bisher sind 2 Schichten vorhanden. Wäre nett, wenn der TS aktuelle Bilder einstellt.

    Jetzt sind es schon 7 Schichten bis zur Stahlbetondecke.

    Diese Aufbauten habe ich in der Praxis oft gemacht und funktionieren.

    Aber

    Nach dem Abriss im nächsten Jahr bis auf die Stahlbetondecke wirst man die Anschlusshöhen exakt messen können und dann wird neu nachgedacht werden müssen.

  • Demnach müsste bei einer WDVS Fassadendämmung die Gebäudehülle komplett abgedichtet werden damit Feuchtigkeit von innen nicht nach außen in die Dämmung drückt.

    Nein, das ist deshalb nicht erforderlich, weil die Putzschichten aller WDVSe schlagregendicht und aber gleichzeitig auf wasserdampfdiffusionsoffen sind. Sie können also aufgenommenen Wasserdampf wieder an die Außenluft abgeben. Flachdachabdichtungen sind (nahezu) wasserdampfdicht, jedenfalls immer stark wasserdampfbremsend. Durch sie kann Wasserdampf nicht an die Außenluft abgegeben werden. In die Wärmedämmung eingedrungener Wasserdampf würde die Dämmung also auf Dauer "absaufen" lassen. Wassergesättigte Wärmedämmungen haben nur noch die Wärmedämmwirkung von Wasser - also praktisch keine. Deshalb braucht ein Flachdachabdichtung eine Dampfsperre, ein WDVS nicht.

    Dem ist aber nicht so :-(

    richtig erkannt! :thumbsup:


    Die Bauteile sind aber nur ähnlich, nicht gleich, s.o.! :bier:

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Wäre es denn ohne weiteres möglich mit einer Bitumendickbeschichtung die Balkonplatte ringsum abzudichten.

    :eek:


    Weshalb das? Die abzudichtende Seite bekommt eine Dampfsperre bis Außen- bzw. Oberkante Wärmedämmung, die Wärmedämmung selbst und dann eine dafür geeignete Abdichtung, die Seiten mit WDVS bleiben ohne Dampfsperre. Keine Angst vor bahnenförmigen Materialien. Es gibt Handwerker, die damit umgehen können! Mehr ist da nicht nötig.


    Zeichne Längs- und Querschnitt und dann wird es hoffentlich klar!


    Aber wie Meister F schon schrieb:

    Nach dem Abriss im nächsten Jahr bis auf die Stahlbetondecke wirst man die Anschlusshöhen exakt messen können und dann wird neu nachgedacht werden müssen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Das scheint das Problem zu sein. Hier wird sich über Materialkosten von 500 oder 600 € aufgeregt und Du schreibst DAS Wort. Der will dann ja 1.000 oder 2.000 € haben.;)

    Der Handwerker ist nicht dass Problem, sondern die Lösung. Wir reden hier über ein Bauteil, welches einfach aussieht, aber hoch komplex ist.

  • Der Handwerker ist nicht dass Problem, sondern die Lösung. Wir reden hier über ein Bauteil, welches einfach aussieht, aber hoch komplex ist.

    Ich denke, der :sarkasmus: von Ralf Dühlmeyer war vielleicht etwas schwer zu erkennen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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