Wasserschaden durch Elektriker - Boden neu? Eilige Frage...

  • Hallo,


    ich habe grade einen Elektriker da, der mir im Wohnzimmer Schlitze für Kabel fräsen soll.

    Dabei hat er hat ein Wasserrohr angeschlitzt. Oder sagen wir mal: sauber fast komplett durchgesägt.


    Wir haben ca. 50l Wasser aufgewischt und nach dem Abnehmen der Fußleisten habe ich den Eindruck (mit Finger und Schraubenzieher in die Dehnungsfuge neben dem Laminat getestet), dass es leider Stellen gibt, wo das Wasser unter der Fußleiste und unter das Laminat gesickert ist.

    Bodenaufbau:

    Nicht genau bekannt (Bestandshaus), aber oben drauf ist Laminat und darunter - zumindest am Rand - eine Art Folie. Eine Trittschalldämmung natürlich auch.


    Der Installateur ist schon da und repariert und der Meister von dem Elektriker kommt auch nachher, aber die Frage ist nun:

    Muss ich davon ausgehen, dass ich durch eingesickertes Wasser Folgeschäden habe?


    Was kann passiert sein und was bedeutet das für mich - wie gesagt, an einigen Stellen muss ich davon ausgehen, dass Wasser unter den Boden gesickert ist.

    Schimmelt das?

    Was ist das richtige Vorgehen, was soll ich von der Elektro-Firma erwarten oder fordern? Einfach nur "Rohr reparieren" oder muss der Boden neu (Sehr großer Raum, 80qm insgesamt)?


    Fußleisten habe ich schon einige abgemacht - die sind natürlich hin (die Schrauben zerfetzen beim rausdrehen die Presspappe)... aber das ist wohl eher das kleinste Problem. Das Wasser ist das was mir Sorgen macht.


    Ich danke für alle Tipps, denn ich hab grade echt keine Ahnung was ich jetzt tun soll um sicherzustellen dass ich ohne Folgeschäden aus der Nummer rauskomme.

  • Danke für die Info. Halte uns mal weiter auf dem Laufenden.

    Eigentlich sollte eine Versicherung bei Eli für solche Schäden bestehen.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Wasser ist also aus der Wohnzimmewand ausgetreten. Das habe ich richtig verstanden, oder? Und ist dann aufs Laminat geflossen?


    Welches Baujahr hat das Haus? Fußbodenheizung zusätzlich zu den Heizkörpern vorhanden?

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  • Danke für die Info. Halte uns mal weiter auf dem Laufenden.

    Eigentlich sollte eine Versicherung bei Eli für solche Schäden bestehen.

    Ja klar, ich würde schon vermuten dass die versichert sind, das ist ein ganz normaler lokaler Handwerksbetrieb.
    Ich will halt nur wissen, was ich als geschädigter sinnvoll fordern muss.


    Baujahr ist 1995, keine Fußbodenheizung.

    An dieser Stelle ist nicht unterkellert, also vermutlich: Betonplatte - Estrich - Folie (siehe Foto oben) - Trittschalldämmung - Laminat


    Das Wasser ist aus der Wand rechts auf's Laminat sowie die Wand runter in die Fussleiste.

    Und direkt auf die Säule (Wandscheibe) 1m gegenüber draufgespritzt.


    Das Wasser stand je nach Stelle ca. 10-30 Minuten bis wir an der jeweiligen Stelle alles weg hatten.

    Ich habe natürlich versucht zunächst an den Fussleisten entlang das Wasser wegzuschieben und dann erst "die großen Flächen" abgeschöpft.




    Der Installateur war mit einem Messgerät da:

    Unter der schadhaften Stelle, sowie gegenüber (im zweiten Bild der nach rechts zeigende Teil der Säule sowie an der Säule nach vorne hat er um die "80 Feuchte" gemessen unter der Folie (Estrich).


    Die Vereinbarung ist jetzt, dass er nachher so Trockungsgeräte bringt, die trockene Luft unter die Folie (Estrich) blasen.

    Er meint Feuchte in der Trittschalldämmung macht nichts, nur der Estrich ist das Problem und das sei mit ein paar Tagen Trocknung vorr. lösbar.


    Was meint Ihr dazu?

  • Da muss ein Sachverständiger her. Den soll die Versicherung des Eli schicken. Der kann dann messen und festlegen, was gemacht werden muss und wie. Und das hinterher abnehmen. Und dann haftet der auch, dass keine Schäden mehr übrig bleiben.


    Es gibt durchaus die Möglichkeit, dass sich Schimmel in der Dämmung unter dem Estrich entwickelt. Deshalb der Sachverständige.

    Ob ein Mensch klug ist, erkennt man viel besser an seinen Fragen als an seinen Antworten. 8o

  • Hallo Jan,


    für die Schadensminderung sind Trocknungsgeräte schon einmal richtig. Danach sollte geklärt werden

    wo überall Wasser eingedrungen ist und wie weiter vorgegangen wird. Das kann in der Regel nur ein

    Fachkundiger mit Messgeräten der hier alles aufnimmt und protokoliert sowie einen Schadenbericht

    erstellt. Wenn du Mieter bist, dann verständige den Eigentümer oder die Hausverwaltung über den

    Vorfall, ansonsten die Gebäudeversicherung die sich die Kosten bei einem Schadenfall wieder von

    der Haftpflichtversicherung des Eli zurückholt.


    LG. Oliver

  • Hallo,


    Danke für die gute Idee mit dem Sachverständigen, da bin ich nicht drauf gekommen.

    ich bin Eigentümer (EFH).


    So, der Installateur war wieder da und hat einen Trockner aufgestellt.

    Einen Raumlufttrockner, also nur "oberflächlich", NICHT einen der mit Düsen in den Boden pustet.

    Sinn der Sache laut ihm: Boden trocknen, damit nichts weiter einzieht (ist das bei Laminat überhaupt relevant)?

    Er meinte, damit würde man zunächst weiteren Schaden am Boden verhindern (zB Wasser das durch die Fugen einzieht).

    Also wenn ich das richtig sehe: das ist tatsächlich zunächst nur Schadensminderung.


    Er kommt schon nächsten Di oder Mi wieder und will dann nochmal den Estrich messen - also unter der Folie.

    Offenbar ist da das Risiko, dass es in die Wand zieht...?


    Im Moment ist mit dem Eli-Meister abgesprochen, dass wir zunächst auf diese Messung nächste Woche warten.

    Die Idee mit dem Sachverständigen habe ich jetzt leider zu spät gesehen.


    Würde der denn grundlegend etwas anderes machen als da reinpieksen und messen? Eigentlich könnte ich doch diese Messung zunächst abwarten und dann immer noch sehen - wenn's wirklich schon ernsthaft trocken ist, dann ist das doch schon beruhigend?


    Bis dahin ist jetzt noch ein Moment Zeit, aber:

    Nach was sollte ich fragen? Ab welchen Werten wird's kritisch? Ab welchen Faktoren sollte ich auf einen Gutachter bestehen?


    Wie gesagt: Derzeit Werte bis zu 80/84/85 an insgesamt ca. 2,5m Wand.



    Ach so, noch eine Verständnisfrage:

    Zitat

    ansonsten die Gebäudeversicherung die sich die Kosten bei einem Schadenfall wieder von

    der Haftpflichtversicherung des Eli zurückholt.

    Moment: ich verständige _meine_ Versicherung? Ich dachte er ist der Verursacher, er muss zunächst seine eigene...?

    Das ist eine gute Idee, die beraten sicher auch ab welchen Anzeichen sie einen Gutachter empfehlen...

  • Würde der denn grundlegend etwas anderes machen als da reinpieksen und messen?

    Vielleicht nein, vielleicht ja. Wichtiger als das WIE; wäre das er haftet, WAS er ermittelt.


    Gutachter suchen (Mit Gebäudeversicherung), dann den Sani anrufen und ihm absagen.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Gebäudeversicherung angerufen, Schaden aufgenommen.

    Die sagen einen Gutachter zahlen sie erst ab 5.000 EUR (Schadenshöhe) und das sieht sie im Moment nach meiner Beschreibung zunächst nicht.


    Ich solle am besten die Messung Anfang nächster Woche abwarten und dem über die Schulter schauen: wenn er das ordentlich macht - und ich kenne die, die arbeiten schon ordentlich... - dann sei das erstmal akzeptabel eine solche Messung als Hinweis zu nehmen für die weitere Entscheidung.


    Zitat


    Ich frage mich, ob der Elektriker schon mal den Begriff der Installationszone gehört hat?

    Zu seiner Verteidigung: das Rohr geht senkrecht durch die Installationszone (wie man im Bild sieht):

    Das ist die Leitung zum Wasserhahn auf der Terrasse, die geht innen hoch und dann waagerecht durch die Wand raus zum Hahn.
    Ja, hätte man schon sehen können (zB an dem WASSERHAHN der da unübersehbar an der Wand hängt außen) und er hat auch sehr gründlich mit dem Leitungssucher gemessen - warum er das Ding dann trotzdem getroffen hat, trotz Leitungssucher... Keine Ahnung.

  • wenn (!) wasser unter dem estrich ist, lassen die versicherer, die ich kenne, eine trocknungsfirma kommen:

    bohren, messen, unterdruckentfeuchtung, messen, löcher schliessen.

    das trocknen dauert ein paar wochen und funktioniert auch bei eps-dämmung (darrproben ..)

  • Zu seiner Verteidigung: das Rohr geht senkrecht durch die Installationszone (wie man im Bild sieht):

    Karo meint wohl eher die waagerechte Schlitzerei des Elektrikers.

    Wer soll diese Leitung in ein paar Jahren nachvollziehen können?


    Zur gefunden Wasserleitung könnte ich mir hingegen eine Hinweispflicht des Auftraggebers vorstellen. Hier scheint die Leitung vermutlich metallisch gewesen zu sein. Hätte man als finden können, wenn berechtigter Anlass bestand genau dort danach zu suchen. Eine Kunststoffleitung findest Du mit einem Leitungssucher nicht.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Karo meint wohl eher die waagerechte Schlitzerei des Elektrikers.

    Wer soll diese Leitung in ein paar Jahren nachvollziehen können?

    Die meinte ich schon auch - waagerecht 20cm über dem Boden - Da ist doch eine Zone, oder nicht?


    Und der Job war, einige Kabel von den nächstgelegenen Steckdosen zu Stellen zu legen, wo Wandlampen hinkommen. Daher quer rüber und dann senkrecht hoch (deswegen senkrecht genau _da_).


    Zitat

    Zur gefunden Wasserleitung könnte ich mir hingegen eine Hinweispflicht des Auftraggebers vorstellen. Hier scheint die Leitung vermutlich metallisch gewesen zu sein. Hätte man als finden können, wenn berechtigter Anlass bestand genau dort danach zu suchen. Eine Kunststoffleitung findest Du mit einem Leitungssucher nicht.

    Es ist ein Kupferrohr und war auch nicht klar, dass das da läuft.

    Hätte es mir natürlich denken können, aber mir war nicht klar dass die *innerhalb* des Hauses verläuft und erst auf Höhe des Wasserhahns nach draußen durch geht.

  • wenn (!) wasser unter dem estrich ist, lassen die versicherer, die ich kenne, eine trocknungsfirma kommen:

    bohren, messen, unterdruckentfeuchtung, messen, löcher schliessen.

    das trocknen dauert ein paar wochen und funktioniert auch bei eps-dämmung (darrproben ..)

    Eben - das kam vielleicht nicht gut rüber, aber "der Installateur" ist schon eine größere Firma, die auch Klima und Belüftung macht.


    Er meinte auch dass er ggf bohren und unter dem Estrich messen will - nur eben nicht sofort, sondern erstmal drei Tage so trocknen lassen.

    Macht das Sinn?

  • Der waagerechte Schlitz dürfte nach dem Zollstock ziemlich genau auf 30 cm liegen. Ich verstehe die Zielrichtung der Frage nicht, denn was wäre dem Elektriker hier vorzuwerfen?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Der Schlitz liegt innerhalb der 20cm?

    Lehnt auf dem Foto nicht gar ein Zollstock daneben?

    Der waagerechte Schlitz ist auf 30cm - er ist von einer Steckdose (um die Ecke, da wo man das Vlies auf dem Boden sieht) exakt waagerecht abgegangen, hat dann die Ecke abgekürzt (quer durch die Wand gebohrt) und dann auf selber Höhe weiter bis zu dem Knick nach oben. (Da ist jetzt auch noch eine Steckdose gesetzt, die auf dem Bild noch nicht zu sehen ist).


    Ich bin echt nicht der Fachmann, aber 30cm und auf Höhe aller anderen Steckdosen... das sollte doch wohl innerhalb der Zone sein. Ist die Regel nicht, dass man von Steckdose zu Steckdose waagerecht zieht? Dann ist das doch genau richtig!

  • 30 cm sollte passen.


    Habt ihr selbst gebaut, oder das Haus gekauft? Ein gutes Beispiel dafür einen Rohbau immer gut zu dokumentieren, um bei späteren Arbeiten zu sehen wo die Leitungen liegen. Bzw. vorher die Pläne konsultieren. Bei Bj 95 sollten diese doch noch vollständig vorhanden sein.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Die Installationszonen sind unter anderem "erfunden" worden, um Leitungsführungen nachvollziehbar zu machen und nachfolgende Arbeiten in diesem Bereich zu besonderer Vorsicht zu veranlassen. Wenn da noch Steckdosen, die auf dem Bild nicht zu sehen sind, hinzukommen, dürfte diese Forderung erfüllt sein.

    Als Elektriker muss man nicht mit einer UP-Wasserleitung mitten in der Wohnzimmerwand rechnen. Vermutlich hat der Kollege nur nach Wechselstromsignalen in der Wand gesucht und dann losgeschlitzt.

    Shit happens und wenn die Haftpflicht übernimmt ist alles gut.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Man kann einen Elektriker auch nicht zumuten nach außen liegenden Wasserhähnen zu suchen. Aus Erfahrung weiß man auch, dass Wasser führende Leitungen eher weit im Mauerwerk liegen und nicht nahezu im Putz. Knapp unter Putz liegende Wasserleitungen sind eher selten. Das waren sie 1995 sogar mehr als die heutigen Intallationssparversionen.


    Der Elektriker hat per se mal nichts falsch gemacht. Unfälle passieren immer wieder mal. Shit happens. Dafür gibt es ja Versicherungen.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...