Neubau Einfamilienhaus - Fensterbrüstung/Fensterlaibung schief

  • Hallo alle zusammen,

    mich würden folgende Fragen interessieren:

    1. Läge bereits ein Bau-Mangel vor, wenn ein Generalunternehmer/Baufirma bei einem schlüsselfertigen Einfamilienhaus ein Küchenfenster so verbaut, dass innen direkt unter dem Fensterrahmen, wo theoretisch eine Innenfensterbank oder eine Küchenarbeitsplatte verbaut werden könnte, unterschiedliche Höhen (3,5cm links und 4,5cm rechts) entstehen und wodurch eine Schieflage entsteht, d.h. ein Fensterbrett oder eine Arbeitsplatte könnte nur leicht schräg verbaut werden? Gemeint ist der Bereich vom Beginn des Fensterrahmens (Unterseite, innen) bis zum Wandabschluss der Innenwand/Brüstung - also der Bereich, wo beispielsweise die Küchenarbeitsplatte bis unter das Fenster verbaut werden könnte.

    2. Was bedeutet die Angabe "Brüstungshöhe 1,00m", die bei Grundrissen neben Fenstern manchmal notiert wird? Also von wo (Fensterrahmenunterkante oder Beginn Fensterflügel?) bis wo (Fertigboden? Estrichboden?) wird hier gemessen (innen/außen?)?

  • R.B.

    Hat das Thema freigeschaltet
  • zu 1.: Wenn das Fenster waagerecht eingebaut ist, kein Problem. Fensterbänke werden i.d.R. in Mörtelbett gelegt, Küchenarbeitsplatten brauchen kein Auflager auf der gemauerten Brüstung.


    zu 2.: In Brandenburg, wahrscheinlich überall, sind Fensteröffnungen mit ihren Rohbaumaßen anzugeben. Die Brüstungshöhe ist also Oberkante Mauerwerk. In den Bauantragsplänen wird die Höhe ab OK Fertigfußboden angegeben, in Ausführungsplänen steht meist die Rohbauhöhe.

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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Hallo,


    danke an Euch beide für Eure Antworten!


    zu 1) Geplant ist/war eine Arbeitsplatte. Arbeitsplatten haben leider idR immer eine Dicke von 4cm. Diese kann wegen den fehlenden 0,5cm linksseitig nun nicht direkt unter den Fensterrahmen verbaut werden, wie es geplant war.

    zu 2) In allen Unterlagen ist lediglich lediglich im Grundriss des Erdgeschosses neben allen Fenstern die Angaben "BRH 1,00m" angegeben.
    Beim besagten Fenster sind es 85cm vom Estrichboden zur ersten Kante (vermutlich Brüstung), dann kommt die nach waagerecht verlaufende Fensterinnenbank und dann geht es links 3,5 und rechts 4cm senkrecht nach oben, wodurch der Fensterrahmen faktisch links bei 88,5 und rechts bei 89cm beginnt. Dadurch kommt die Schieflage zu standen.

    Thomas T.: Meintest Du Höhe Mauerwerk an der Außenwand gemessen oder an der Innenwand? Innen wären es dann "nur" die 85cm, wenn ich es richtig verstanden habe.

  • Geplant ist/war eine Arbeitsplatte. Arbeitsplatten haben leider idR immer eine Dicke von 4cm. Diese kann wegen den fehlenden 0,5cm linksseitig nun nicht direkt unter den Fensterrahmen verbaut werden, wie es geplant war.

    Dann lass doch die 5 mm von der Brüstung kratzen, und schon passt es.

    In allen Unterlagen ist lediglich lediglich im Grundriss des Erdgeschosses neben allen Fenstern die Angaben "BRH 1,00m" angegeben.

    Wenn der 1 m schon in den Bauantragsplänen war, gehe ich von Höhe ab Fertigfußboden aus. Sollten alle Brüstungshöhen ab Rohfußboden angegeben worden sein, was in Entwurfsplänen eher unüblich ist, dann geht von dem 1 m noch der Fußbodenaufbau ab.

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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Die Wände sind aus Blähtonwänden (Massivbau).


    Ich hoffe ich drücke mich als Laie jetzt verständlich aus: Die Schieflage entsteht nicht durch die Brüstungskante.

    Die Wand geht senkrecht bis zur Brüstungskante. Dann folgt die waagerechte Fensterinnenbank. Vom Ende der Fensterinnenbank geht dann die Wand wieder 3,5cm bzw. 4cm in die Höhe, wo dann der Fensterrahmen beginnt. Die Schieflage entsteht durch den kleinen Zwischenbereich der Mauer.
    Oder meintest Du, dass das Fenster ausgebaut und dann die Mauerstelle von 3,5 auf 4cm abgekratzt werden könnte?

    zu 2)
    Ich habe versucht eine Skizze zu machen. Der rote Bereich ist der, um den es geht, der die Schieflage entstehen lässt. Insgesamt sind es also "nur" 85cm + 3,5 bzw. 4cm. Man käme also bis zum Fensterrahmen auf maximal 89cm, vom Estrich aus gemessen.

    In der Bau- und Leistungsbeschreibung steht zum Estrich "10cm Dämmung, 6cm Zement, 1cm Belag = 17cm Gesamt". Dann würde es natürlich hinhauen. Aber die BRH 1,00m kann ja nicht erst von der Bodenplatte beginnen, oder?

  • Was ist denn das für ein dickes Fenster was da auf der Wand aufsitzt ?

    Ist es üblich die Fensterbank oder Küchenarbeitsplatte UNTER den Fensterrahmen zu schieben ?

    Wie soll da innen die Luftdichtigkeit Brüstung / Fensterrahmen hergestellt werden, bei uns war da eine Folie oder sowas verklebt.

    Ist es nicht sinnvoller die Arbeitsplatte GEGEN den Fensterrahmen anschließen zu lassen ? Das kann dann sauber angearbeitet werden.


    VG

  • Zitat

    Ich hoffe ich drücke mich als Laie jetzt verständlich aus: Die Schieflage entsteht nicht durch die Brüstungskante.

    Die Wand geht senkrecht bis zur Brüstungskante. Dann folgt die waagerechte Fensterinnenbank. Vom Ende der Fensterinnenbank geht dann die Wand wieder 3,5cm bzw. 4cm in die Höhe, wo dann der Fensterrahmen beginnt. Die Schieflage entsteht durch den kleinen Zwischenbereich der Mauer.

    Oder meintest Du, dass das Fenster ausgebaut und dann die Mauerstelle von 3,5 auf 4cm abgekratzt werden könnte?

    Ich denke er meint, das die Brüstungskante vorne zur Raumseite die korrekte Höhe zum Boden hat. Die waagerechte Fläche der Brüstungskante wird nach hinten zum Fensterrahmen dann nicht plan sein, sondern auf der einen Seite ansteigen, evtl. durch die Vermörtelung oder so.


    Also Brüstungskante links 85cm vom Boden, rechts 84cm vom Boden.

    Fensterrahmen dann hinten in der Wandöffnung links nur 3,5cm zur Mauer und rechts dann 4,5cm zur Mauer.


    Möglichkeiten

    - Fensterrahmen schief eingebaut (mit Wasserwage prüfen)

    - Brüstung vorne schief, da Boden nicht eben ist (mit Wasserwage prüfen)

    - Fläche Brüstung ist nicht plan (ebenfalls mit Wasserwaage schauen)

  • Die Frage, was mit "BRH" genau gemeint ist, kann man auch einfach in der Planlegende bzw. im Plankopf definieren. Diese Frage taucht ja in fast jedem Bauvorhaben wieder auf ...


    Das kann dann bspw. so aussehen:


    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Die Frage, was mit "BRH" genau gemeint ist, kann man auch einfach in der Planlegende bzw. im Plankopf definieren.

    Das machen leider nicht alle Architekten und sonstige Planer (ohne Anführungsstriche).


    In Entwurfsplänen beziehen sich die BRH i.d.R. auf Fertigfußboden, in Ausführungsplänen mal so mal so. Ein Bezug steht da oft nicht dabei. Ich mache alle Ausführungspläne mit Bezug auf die Rohbauhöhen, damit keiner auf der Baustelle rechnen muss. Das steht dann auch im Text. Machen aber viele Architekten leider nicht.

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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • In Entwurfsplänen beziehen sich die BRH i.d.R. auf Fertigfußboden,

    Klar, die sind ja auch noch grob und auf den Fertigzustand bezogen.

    in Ausführungsplänen mal so mal so. Ein Bezug steht da oft nicht dabei. Ich mache alle Ausführungspläne mit Bezug auf die Rohbauhöhen, damit keiner auf der Baustelle rechnen muss.

    In dem Objekt aus dem die Auszüge oben stammen gab es separate Rohbaupläne und die sahen so aus



    ohne Legende !

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • die Auszüge oben stammen gab es separate Rohbaupläne und die sahen so aus

    Das ist schon sinnvoll. Man kann zB das arithmetische Mittel bilden (farblich wäre das dann orange, in Zahlen...Moment...naja...egal).


    Oder der Maurer hat eine rot/grün - Schwäche, erkennt evtl. das Rote nicht. Dann bekommt er in gelb eben ein anderes Maß.


    Oder man lässt die Entscheidung einfach dem Ausführenden, was eine gewisse Toleranz zulässt.


    Oder: In der Legende, die Du übersehen hast steht: Es gilt das gelbe Maß oder das Doppelte des roten Maßes. Für etwas ambitioniertere Rohbauer, die auch mal rechnen wollen.

  • Da hat jeder Maurer Freude!

    :lach:

    Man kann zB das arithmetische Mittel bilden

    Meister, das war der rückzubauende Bestand und ist für die Leute auf der Baustelle eher ein "Erinneringsmaß". Ihr in Brandenburg kennt wohl keine Rot-Gelb-Pläne? X/


    Außerdem: Wer schaut denn noch in Pläne? Die müsste man ja dabei haben ...

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Als Faustregel ist mir mal beigebracht worden, dass auf Ausführungsplänen alles so vermaßt sein soll, dass auf der Baustelle nichts mehr gerechnet werden muss. Da hält sich aber kaum jemand dran, jedenfalls, was ich so auf den Tisch bekomme.

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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Aber der Plan auf der Baustelle sollte so sein, dass er vom Maurer und andere Handwerker ohne Probleme gelesen und nachvollzogen werden können. Da muss man auch mal etwas Grips anwenden und wie ein Handwerker denken. Scheinen aber viele heute nicht mehr zu können. Das ist mir auch schon aufgefallen. Diese farbigen Orgien, vor allem mit der Schrift ist schon eine Zumutung. Mag auf dem Computer schön aussehen, aber auf der Baustelle ein Schmarrn. Ich versuche meine Pläne strikt in s/w zu halten und nur dort Farbe einzubringen, was wirklich speziell hervorgehoben werden sollte, weil es extrem wichtig ist oder ähnliches (oder eben Abbruch). Schrift ist bei mir prinzipiell nur s/w. Naja, ich habe auch schon andere Kunstwerke bei Kollegen gesehen, auch bezüglich der Maßketten und die Gestaltung dieser. Aber lassen wir mal das Bashing... wird sonst zu off topic.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Genau: abzubrechende Wände gelb (wenn farbig) oder durchge-ixt (wenn s/w).


    Zwei Maße tragen nicht zur besseren Übersicht bei. Vor allem wenn ohne Legende.


    Und: wenn interessiert die Höhe einer abzubrechenden Brüstung?

    Bei Denkmälern die Denkmalschutzbehörde.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • zu 2.: In Brandenburg, wahrscheinlich überall, sind Fensteröffnungen mit ihren Rohbaumaßen anzugeben. Die Brüstungshöhe ist also Oberkante Mauerwerk. In den Bauantragsplänen wird die Höhe ab OK Fertigfußboden angegeben, in Ausführungsplänen steht meist die Rohbauhöhe.

    In MV ist die Brüstungshöhe nach der HE LBauO M-V wie folgt definiert:

    "Die Höhe der Brüstung ist in der Regel von Oberkante Fertigfußboden bis zur Oberkante Fensterbank oder eines anderen feststehenden brüstungsähnlichen Bauteiles ohne Hinzurechnung des Fensterrahmens zu messen. Befinden sich vor der Fensterbrüstung Bauteile wie Leitungsschächte oder Lüftungskanäle, die zum Draufsteigen geeignet sind, ist von der Oberkante dieser Bauteile zu messen."

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • "Die Höhe der Brüstung ist in der Regel von Oberkante Fertigfußboden bis zur Oberkante Fensterbank ... zu messen. ..."

    Es geht nicht darum, was wie zu messen ist, sondern welche Angaben in den Entwurfsplänen stehen. Und da werden die Rohbauöffnungen der Fenster angegeben, woraus folgt, dass die Brüstungshöhe OK Mauerwerk ist.

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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Es geht nicht darum, was wie zu messen ist, sondern welche Angaben in den Entwurfsplänen stehen. Und da werden die Rohbauöffnungen der Fenster angegeben, woraus folgt, dass die Brüstungshöhe OK Mauerwerk ist.

    Letztendlich schon.

    2. Was bedeutet die Angabe "Brüstungshöhe 1,00m", die bei Grundrissen neben Fenstern manchmal notiert wird? Also von wo (Fensterrahmenunterkante oder Beginn Fensterflügel?) bis wo (Fertigboden? Estrichboden?) wird hier gemessen (innen/außen?)?

    Wobei es für Brandenburg anscheinend keine so klare Regelung wie in MV gibt. Damit wäre die "Auslegung" Brüstungshöhe = OK Mauerwerk wohl zulässig. Ob das vom Planer aber tatsächlich so gemeint war ...? ...zumal man streng genommen zwischen den Engabe- und den Ausfühungsplänen unterscheiden muss.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18